— Dresden. Der König beantwortete die ihm tele-7 graphisch zugegangene Nachricht von dem Ableben König Leopolds mit einem herzlichen Beileidstelegramm.
— Für die Lehrerinnen-Prüfung hat der Unterrichts- Minister eine wichtige Verfügung erlassen. Danach wird die Vorschrift der Prüfungs-Ordnung für Lehrerinnen aufgehoben, wonach für die Zulassung zur Prüfung der Nachweis der Vollendung des lll. Lebens-' jahres nötig bezw. bei jüngerem Alter ein Dispens nachzusuchen war. In Zukunft ist die Nachsuchung des Alterdispenses also nicht mehr erforderlich weder bei der Prüfung der Lehrerinnen für Volksschulen noch bei der Prüfung für mittlere und höhere Mädchenschulen.
— Nachdem von verschiedenen Seiten zur Sprache gebracht worden ist, daß in vielen, namentlich ländlichen Ortschaften, keine Ortstafeln vorhanden sind, ist durch einen Runderlaß des Ministers des Innern angeordnet worden, daß der Aufstellung von Ortstafeln in den kleineren Städten und ländlichen Ortschaften besondere Aufmerksamkeil zugewendet werden soll.
— In Braunschwelg hat die.Vermählung des
Lshar u. a. aufweist.
Regenten von Braunschweig Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg mit der Prinzessin Elisabeth zu Stol- berg-Roßla in Anwesenheit des Kaiserpaarcs und zahlreicher fürstlichen Perjönlichkeiten stattgefunden. Nach Gemerndegesang hielt der Großherzoglich-Mecklenburgische Oberhofprediger D. Wolfs die Traurede und vollzog nach einem Chorgesang die Trauung unter der Assistenz des Herzoglich Braunschweigischen Hofpredigers D. von Schwartz und des Fürstlich Stolbergisch-Roßlaischen Konsistorialrats Vorwerk. Chorgesang und Gemeindegesang schlössen die Feier.
— Die Zahl der unbrauchbaren Militärpersonen steigert sich von Jahr zu Jahr. Im Jahre 1907 waren es, wie eine soeben herausgegebene amtliche Statistik . erweißt, nicht weniger wie 13 886 Mann.
12 831 Mann mußten durch Verfügungen der Generalkommandos gleich nach ihrer Einstellung ,t Leder entlassen werden. 1055 Mann wurden während der Dienstzeit dienstunfähig. Etwa drei Viertel dieser Leute wurden bei der Entlassung Pensionen zuerkannt.
— Zum Bürgermeister von Bremen für die Jahre 1910-1913 hat der Senat an Stelle des ausscheidenden Bürgermeisters Dr. Marcus den Senator Dr. Barkhausen gewählt. Das Präsidium des Senats über- nimmt am 1. Januar Bürgermeister Pauli.
Tanzkränzchen anschließen.
Auslanö.
— Aus Brüssel kommt die Kunde von dem Tod des belgischen Königs Leopold 11., der nach fast genau 44jähriger Regierung im Alter von 74 Jahren einem schweren Leiden erlegen ist. Seiner bedeutenden, von starkem Willen beseelten Persönlichkeit in erster Linie hat Belgien die angesehene Stellung in der europäischen Siaalenfamilie zu danken, die es gegenwärtig einnimmt. Nicht minder hervorragend war die teils führende, teils fördernde Wirksamkeit König Leopolds II. auf dem Felde der überseeischen Interessen seines Landes, das in einem weit über seine räumliche Ausdehnung hinausgehenden Umfange sich an dem internationalen Wett- bewirb erfolgreich zu beteiligen verstanden hat. Als hohes Verdienst von dauerndem und wachsendem Wert werden die Belgier ihrem nun verewigten König die Erwerbung der gewaltigen Kongokolonie anrechnen, die dem unternehmungsfrohen Volke der Belgier ein weites Gebiet zur Betätigung eröffnet. So hinterläßt der hochbegabte Fürst seinem Königlichen Nachfolger, seinem im 34. Lebensjahre stehenden Neffen Prinz Albert, ein Land, zu dessen Blüte er vielfältig beizutragen wußte.
— Als neuer schweizerischer Bundespräsident für das Jahr 1910 wurde von der vereinigten Bundesversammlung Robert Comtesse-Neuenburg, der Chef des eidgenössischen Finanz- und Zolldepartements, gewählt. Zum Vizepräsidenten wurde gewählt Marc Ruchet (Waadl), der Chef des Departements des Innern, zum Bundeskanzler Schatzmann, der bisherige Vizekanzler. Comtesse wurde zum zweitenmal zum Präsidenten gewählt und übernimmt die Leitung des politischen Departements. Alle drei Gewählten gehören der radikaldemokratischen Partei an.
— Ein australisches Streikgesetz ist von der gesetzgebenden Versammlung angenommen worden. Das neue Gesetz sieht als Strafe für Führer bei Ausständen oder Aussperrungen zwölf Monate Gefängnis ohne Umwandlung in eine Geldstrafe vor; andere Beteiligte können bis zu zwei Monaten Gefängnis bestraft^werdenn.
— Brüssel. Am Samstag abend wurde die Leiche König Leopolds vom Palmenpavillon des Schlosses Laeken nach dem Stadtschloß in Brüssel übelführt. Fackeltragende Soldaten geleiteten den achtspännigen Leichenwagen, dem Prinz Albert und die hohen Staatswürdenträger folgten. Eine große Menschenmenge bildete entblösten Hauptes Spalier. Unter dem Donner der Kanonen erreichte der Zug um 9‘/2 Uhr das Schloß. Unteroffiziere trugen den Sarg in einen schwarz ausgeschlagenen Saal im ersten Stock, wo die sterbliche Hülle des Königs bis zur Beisetzung verbleibt.
— Cannes. Großfürst Michael, der Großoheim
der Auftrag zur Lieferung des gesamten Bedarfes an
Vermischtes.
— Zur sicheren Vertilgung der für Obstzucht, Forst- und Landwirtschaft schädlichen Insekten gibt es kein nachteiligeres und jederzeit hilfbereiteres Mittel als die Herbeiziehung von Insekten vertilgenden Vögeln und speziell für Deutschland die mit allen Mitteln anzustrebende Vermehrung der Meisen in ihren verschiedenen Arten. Die kleine, flinke Meise, die uner-
müdlich von Ast zu Ast fliegt, von Zweig zu Zweig
Baukalk für die Edenalsperre übertragen; derselbe be- läuft sich aus ca. 1400 Doppelwaggons. Die Lieferung wird, da an die Qualität des Kalkes die höchsten Ansprüche gestellt sind, in dem zu Bau- und Düngezwecken gleich gut geeigneten und sehr ergiebigen Kalke der Sauerländischen Kalkindustrie Messinghausen ausgeführt werden.
* Am 10. Februar nächsten Jahres sind hundert Jahre verflossen seit dem Tage, an dem Adolf Spieß, der Begründer des hessischen und deutschen Schulturnens in Lauterbach (Oberhessen) geboren wurde. Der Tag soll durch eine entsprechende Veranstaltung festlich begangen werden. Die deutsche Turnlehrerschaft, die vom 12. bis 14. Mai des kommenden Jahres zu ihrer alle drei Jahre wiederkehrenden Tagung in Darmstadt zusammenkommen wird, wird eine besondere Gedenkfeier für Spieß mit ihrer Zusammenkunft verbinden.
* Freilag mittag stürzte auf dem Bahnhof Hersfeld ein Teil der im Bau befindlichen Bahnsteighalle ein. Die schweren eisernen Träger sperrten einige Zeit lang die Geleise, so daß die hier durchfahrenden Züge umrangiert werden mußten. Verletzt ist niemand.
* Im Kreise Frankenberg zeigt sich wiederum die unheimliche spinale Kinderlähmung. In Wangershausen ist dieselbe aufgetreten.
* Sontra. Die Molkerei-Genossenschaft in Solz, eingetragene Genossenschaft mit unoeschräkter Haftpflicht in Solz, hat ihre Auflösung beschlossen. Zu Liquida« toren sind Gutspächter Cornelius und Landwirt H. Siebald dortselbst bestellt.
des Kaisers von Rußland, ist am Sonntag nachmittag
5'/, Uhr gestorben. Großfürst Michael war am 13. , ,
Oktober 1832 geboren. Er war mit der Prinzessin hüpft, ist eine geradezu unschätzbare, leider aber noch Cäcilie von Baden vermählt, welche 1891 starb. Groß« viel zu wenig erkannte Hilfe. Die Meise nimmt fast jürft Michael hinterläßt fünf Söhne. Seine einzige nur animalische Nahrung zu sich und ist deshalb da-
Tochter, Großfürstin Anastasia war mit bem Großberrog raus angewiesen, namentlich in der Winterzeit, die Friedrich Franz 111. von Mecklenburg Schwerin ver- Bäume, Aeste und Zweige nach Insekten, Puppen, wählt. Larven 2c. genau abzusuchen und damit uns unabsichl-
lich die größte Hilfe zu leisten. Es ist daher nahe- xgßales und VrovMZiLfies. liegend, auf Mittel und Wege zu sinnen, wie man die
schlnchtern, 21. Dezember 1909. § Vermehrung der Meisen am besten und raschesten — * Wie wir hören, haben sich in Schlüchtern ermöglichen kann und hier ist nun folgendes zu be- mehrere musikbegabte Herren zu einem kleinen Orchester jrücksichligen. Die Meisenarten gehören zu den Höhlen- vereinigt, daß sowohl tlassische wie auch populäre! brütern, bauen also ihre Brutnester nicht auf irgend Musik pflegen wird. Die orchestrale Zusammensetzung; einen Baumzweig, sondern sie bevorzugen vor allem besteht in einem Streichquintett mit Klavier und Holz- s hohle Bäume, Asthöhlungen usw. Nach dem heutigen bläsern. Die musikalische Leitung hat Herr Eisenbahn- s Stande der Forstwirtschaft und des Obstbaues gibt es Praktikant Schneider hier, ein ehemaliges Mitglied des; aber fast gar keine hohlen Bäume oder sonstige Baum» Philharmonischen Vereins in Frankfurt a. M., über-j Höhlungen mehr und es ist daher, falls man Meisen nommen. Unter dem Banner „Kammermusikvereinig- herbeiziehen und vermehren will, das Wichtigste, daß ung Schlüchtern" beabsichtigen die Herren am 9. denselben Brüt- und Schlafgelegenheit geboten wird. Januar k. Js. im Saale der Turnhalle hier ein Gerade die letztere Eigenschaft, wonach die Meisen
Konzert zu geben, dessen Programm nur erste Meister lieben, in Höhlungen zu schlafen, macht es leicht, diese
wie Händel, Flotow, Gounod, Schubert, Strauß, Vögelchen an künstliche Höhlen, d. h. an Meisennis-
s Dem Konzert wird sich ein kästen rechtzeitig zu gewöhnen, sodaß dieselben
Wir erblicken in der beim Beginn des Brutgeschäftes freudig die
Gründung des Orchesters die Erfüllung eines längst früher als Schlafstellen benützten künstlichen Brutkasten gehegten Wunsches und geben uns der Hoffnung hin, aufsuchen. Der Sperling oder Spatz, der uns nur daß zu dem in Aussicht stehenden Konzert ein möglichst wenig nutzt, hat sich in einer Weise vermehrt, daß er zahlreiches Publikum erscheinen möge. Liegt es doch nach und nach zur Plage geworden ist, warum sollte in unserem eigenen Interesse die schöne und bildende; es nicht möglich sein durch Herstellung genügender Sache zu unterstützen, um so mehr, als wirklich ge-; Wohnungen die Meisen in einer Weise zu vermehren, diegene Musik in unseren Mauern selten zu hören ist. Die daß solche uns nicht zur Plage, wohl aber solche als
Wiederholung der Veranstaltung wird dann auch nicht treue, findige Helfer in Obst und Garten, Forst- und auf sich warten lassen. j Landwirtschaft unentbehrlich werden! Gewiß und ohne
— * Bei der am 1. d. Mts. vorgenommenen Vieh-; allen Zweifel ist dies zu erreichen und es ist dafür zähluug wurden in 3797 viehhaltenden Haushaltungen noch nicht der hunderste Teil jener Mittel auf- im Kreise Schlüchtern ermittelt: 1466 (1476) Pferde,' zuwenden, welche Private, Gemeinden und ganze 16044 (16916) Stück Rindvieh, 4765 (7326) Schafe, - Staaten schon oft für eine einzige große Jnsektenkala- 12301 (11568) Schweine. Die eingeklammerten Zahlen j mität ausgegeben haben, ganz abgesehen von dem sind das Ergebnis der vorjährigen Zählung. --Schaden, der durch eine solche Insektenplage verursacht
—* Vom 1. Januar ab tritt nach bOjähriger, wurde. Wenn daher Gartenbesitzer in vorbeugender Dienstzeit als städt. Schweinehirt Herr Adam Beck von, Weise und Obstzüchter zur direkten, sofortigen Hilfe- hier in den wohlverdienten Ruhestand. Wie erinnerlich, leistuug Meisennistkästen anschaffen, so ist dies eine feierte er mit seiner Gattin vor zwei Jahren dies Ausgabe, eine Kapitalsanlage, die im voraus gar goldene Hochzeit. 5 nicht hoch genug bewertet und angeschlagen werden kann.
—* Falsche Fünfmarkstücke mit dem Bildnis Königs — Köln a. Rh Die 7‘/2 Jahre alte Tochter Alberts von Sachsen und der Jahreszahl l 875 und. eines Schuhmachers in Düren war am Donnerstag mit dem Wappen der Freien und Hansastadt Hamburg' Abend ausgesandt worden, um eine Bestellung zu und der Jahreszahl 1875 sind in Mainz von einem machen, kehrte aber nicht wieder in die elterliche Unbekannten verausgabt worden. Die Falschstücke sind,!Wohnung zurück. Nach langem Suchen fand man gut ausgeführt, haben einen guten Klang, sind jedoch. Freitag früh die Leiche des Kindes an einer abgelegenen von hellerer Farbe als die echten und etwas kleiner.! Stelle in einem Wassertümpel. Das Geld, das die Die Ränder sind meistens abgefeilt und die Randschrifl Kleine für ein Paar Schuhe von einem Kunden er-
Aus dem Großherzogium Hessen.
ist unleserlich. Das Publikum wird erneut gewarnt.' halten hatte, war verschwunden. Nach den behördlichen —* Aus dem Großherzogium Hessen. Die Ober-.Jeststellnngen liegt unzweifelhaft Mord vor.
bürgermeister der größeren und die Bürgermeister ben — Köln. Eine Wurst-Vergiftung. In Bottrop mittleren Städte des Großherzogtums haben beschlossen, 'in Westfalen ist eine fünfköpfige Familie nachdem den Hessischen Städtetag als solchen nicht mehr einzu! Genuß von Wurst unter Vergisiungserscheinungen berufen. Es sei besser, wenn die Oberbürgermeisters schwer erkrankt Eine zwölfjährige Tochter ist bereits und Bürgermeister von Zeit zu Zeit zusammenkämen' gestorben. An dem Aufkommen der übrigen Kinder und das Ergebnis der Beratungen der Stadtverord-; wird gezweifelt.
netenversammlungen mitteilten. j — Dortmund. In der Nacht vom Freilag auf
* Der Firma Gebrüder Dietrich, Fritzlar wurde Samstag haben Diebe in einer Molkerei einen Geld- ' „ ' " " i' schränk erbrochen und 12000 Mark geraubt, die am
Samstag an einen Milchlieferanten bezahlt werden sollten.
— Heidelberg. Bei Grabarbeiten in Weinheim wurde ein aus der fränkischen Zeit stammender Friedhof freigelegt. Bis jetzt wurden 40 Gräber mit reichem Inhalt ausgehoben.
— Das Leipziger Schwurgericht verurteilte am Sonnabend den Kaufmann Großer aus Steglitz, der am 16. November v. I. das Revolverattentat im Reichsgericht v.rüble, zu 10 Jahren Gefängnis und Nebenstrafen. Großer nahm das Urteil diesmal sehr ruhig auf. Bei dem Attentat verlor damals Kanzleirat Siraßburger das Leben. Reichsgerichtsrat Männer wurde schwer verwundet.
— Ludwigshafen. In Reichenheim wurde die 45jährige Marie Hartmann tot im Bette aufgefunden. Ihre zwei unehelichen Kinder lagen neben ihr, das eine war tot, das andere dürfte am Leben erhalten bleiben. Die Hartmann vergiftete sich und die Kinder mit Arsenik, weil der Vater nicht für die Kinder sorgte, sondern verschwunden ist.
— Santiago de Chile. Der Schaden bei dem großen Brand in Valdivia wird auf über 10 Mill. Pesetas berechnet, von denen 7 Millionen durch Versicherung gedeckt sind. Die Regierung will sogleich mit dem Wiederaufbau der Gebäude beginnen. Zugunsten der Geschädigten, von denen die meisten Deutsche sind, sind Subskriptionslisten ausgelegt worden.
Telegraphischer Schiffsbericht der „Red Star Linie' Antwerpen.
Der Postdampfer „Finland" der „Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 14. Dezember wohlbehalten in „Newyork" angekommen._____
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Katholische Gemeinde
1.
Vormittags 4 Uhr:
„ 7 Uhr:
„ 10 Uhr:
2.
Weihnachtstag. Christmette.; Hirtenmesse. Hochamt mit Predigt.
Weihnachtstag.
(Fest des hl. Stephanus).
Vormittags 10 Uhr: Hochamt.