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befinden sich die mit Katholiken aus dem Westen und Rindvieh-Bestände, wurde dem Herrn Bürgermeister Süden Deutschlands besetzten Ansiedlungsgüter, Melanen- Gärtner azuWm^eineiPrämie von 100 Mark zuerkanni., Hof, Neuhof, Sternau, Götzendorf, Lottye; in dem an-* Die festgestellten monatlichen Durchschnitts­

hof, Neuhof, Sternau, Götzendorf, Lottye; in dem an­grenzenden Kreise Tuchel liegen die katholischen An- siedlungsdörfer Grochowo sowie Zwangsbruch. Die katholischen Ansiedler finden dort Anschluß bei den Nachkommen der unter Friedrich dem Großen an- gesiedelten westfälischen Katholiken. Diese Katholiken sind deutsch geblieben und haben sich nicht wie ihre bayerischen Glaubensgenossen, die Bamberger, in den |ui|«ici, ouu^iu m «huw, w^iviih -v^bb-'p, dicht bei Posen gelegenen ehemaligen Kämmereidörfern Löffert in Häuserdick, Oberförsterei Salaiünster, Strott Jersitz, Winiara, Wilda u. a. m. kolonisieren lassen. Auch bei der Schaffung dieser katholischen Ansiedlnngen ist die Ansiedlungskommission von den Bestrebungen ausgegangen, Katholiken in Gegenden anzusiedeln, in denen die kirchliche Versorgung deutscher Katholiken sicher gestellt ist und keine Gefahr besteht, daß sie unter ihren polnischen Glaubensgenossen untergehen.

Ausland.

Ueber eine neue Diamanten-Fundstellein Deutsch- Südwestafrika berichten dieWindhuker Nachrichten" folgendes,: In den letzten Tagen ist Herr August Geik aus dem gegenüber Holtams Vogel-Eiland gelegenen Festlandsgebiet, halbwegs zwischen Swakopmund und Lüderitzbucht, zurückgekehrt und hat 59 dort gefundene Diamanten der Bergbehörde abgeliefert. Die Steine sind klein, aber von ganz vortrefflicher Beschaffenheit. Wie verlautet, geht das Gouvernement mit dem Plan um, am Sandfisch-Hafen ein Zollamt einzurichten, um die Ablieferung der südlich bei Empfängnisbucht, Haltams Vogel-Eiland usw. gefundenen Diamanten zu erleichtern.

Nach einer Meldung aus Petersburg ist eine umfassende Verschwörung gegen den Zaren bei den von der Petersburger Polizei vorgenommenen zahlreichen Verhaftungen entdeckt worden. Unter den Verhafteten befinden sich ein Universitätsprofessor, ein Chefredakteur, zwei Advokaten, zwei Frauen und 20 Universitätshörer des Professors.

In Rußland ist eine Massenanklage gegen polnische Priester erhoben worden. 398 katholische pol­nische Geistliche mit dem Bischof von Wowno an der Spitze sind vor Gericht gestellt worden wegen ungesetz­licher Taufe Orthodoxer, wozu die Erlaubnis des Gouverneurs hätte eingeholt werden müssen. Die Geist­lichkeit wurde außerdem wegen Gründung geheimer Schulen angeklagt.

Eine Feuersbrunst hat das Handelszentrum von Valdivia vernichtet. Der Schaden ist beträchtlich, der Brand ist noch nicht gelöscht. Eine Depesche vom 14. Dezember meldet: Die Feuersbrunst in Valdivia ist gelöscht. Ein Stadtgebiet von zehn Hektar ist zer­stört. Die Gebäude zweier deutschen Banken und mehrerer deutschen Handelshäuser, sowie die Zollgebäude sind ein Raub der Flammen geworden.

König Leopold hat die Operation vorläufig überstanden und die Aerzte waren über die Widerstands­kraft, die er dabei zeigte, überrascht. Doch stellte es sich heraus, daß es sich leider um eine Darmlähmung handelt, die durch Operation nicht gehoben wurde. Doch konnte wenigstens die dringendste Erleichterung ge­schaffen werden. Von einer absolut zuverlässigen Persönlichkeit aus der Umgebung des Königs erfährt man, daß der Zustand des Kranken verzweifelt ist. Die Operation war nur ganz oberflächlicher Natur, nicht viel mehr als eine Scheinoperation. Sie dauerte nur fünfzehn Minuten. Es wurde ein leichter Einschnitt in das Caecum. gemacht, um die Entfernung der an­gesammelten Gasmengen zu ermöglichen und dem Kranken Linderung zu verschaffen. Die Ursache der Darmlähmung konnte daher nicht ermittelt und auch nicht entfernt werden. Man befürchtet, daß der König, der seit Beginn seiner Erkrankung außer Bouillon und etwas Portwein nichts genossen hat, an Entkräftung zugrunde geht. Die Schwäche ist sehr groß. Wenn es der Zustand des Königs erlaubt, soll in zwei bis drei Tagen eine eingreifende Operation stattfinden, um wo­möglich die Darmlähmung zu heben. Die am Hofe beglaubigten Gesandten der fremden Mächte haben am Montag abend die Glückwünsche ihrer Regierungen überbracht.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, 17. Dezember 1909.

* Wir machen unsere Leser auf die Bekannt­machung des Hauptzollamts im Inseratenteil unseres Blattes' aufmerksam, daß nicht nur, wie bisher, die schriftlichen, sondern auch die mündlich abgeschlossenen Verträge bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe inner­halb des in der Bekanntmachung angegebenen Zeit­raumes zur Versteuerung zu bringen sind.

* Wie wir hören, hat der Turnverein die all­jährlich am 1. Weihnachtsfeiertag veranstaltete Ver­losung fallen gelassen und beschlossen, dafür an diesem Tage eine Abendunterhaltung zu verunstalten. Den Angehörigen der Vereinsmitglieder und den Gästen derselben steht somit wieder ein genußreicher Abend bevor und wünschen wir dem Verein gutes Gelingen. Ein reichhaltiges Programm mit Stücken ernsteren und heiteren Inhaltes, darunter auch ein überaus schönes Weihnachtsspiel, soll vorhanden sein.

* Gelegentlich der von der Landwirlschaftskammer ^u Cassel in diesem Jahr ausgesetzte Prämien ganzer

betrage der höchsten Tagespreise für den Kreis Schlüch- tern betrugen für Hafer 8,27 Mk., für Heu 5,25 Mk. und für Stroh 3,41 Mk. per Zentner.

* Verliehen: den Förstern Hoff in Breunings, Oberförsterei Sterbsritz, Schertz in Alsberg, Ober­försterei Salmünster, Hartmann in Oberzell, gl. Ober»

försterei, Burkhardt in Mernes, Oberförsterei Bnrgjoß^

in Weichersbach, Oberförsterei Oberzell, Hause in Ober- klalbach, Oberförsterei Niederkalbach der Charakter als

Königlicher Hegemeister.

* Vor der Strafkammer in Fulda hatte sich der schon vorbestrafte Landwirt Herr Leopold Spähn in Rickers wegen Meineids zu verantworten. Der Angeklagte hatte s. Z. den Bauer Peter Röhrig dahier wegen verbotener Fahrt denunziert und seine Aussage vor dem Schöffengericht in Neuhof beschworen. Da mehrere Zeugen das Gegenteil beschworen, so wurde gegen Spähn Anklage wegen Meineids erhoben. Nachdem die Lokalbesichtigung durch die gerichtlichen Behörden zu Gunsten des Beschädigten ausfiel, ist das Verfahren gegen denselben wieder eingestellt worden

* Vom Halleyschen Kometen. Bei der riesigen Entfernung des langerwarteten Kometen entzieht er sich immer noch dem unbewaffneten Auge. Der Astronom Searle hat berechnet, daß die Erde am 20 Mai 1910 durch den Schweif des Halley hindurch­sausen wird. Leider wird sich die Erscheinung kaum sichtbar machen, da die Schweifteilchen die Erde fast nur auf der Tagseite treffen. Fühlbar wird uns die Begegnung, wie zur Beruhigung für ängstliche Ge­müter gesagt sei, gar nicht werden, die Erde hat solche Kometendurchgänge schon mehrfach ohne Schaden erlebt.

* Soden-Stolzenberg. Dieser Tage wurde im nahe­gelegenen Streitwalde der schon seit längerer Zeit ver­mißte Lehrer Kleinschrod aus Heßdorf (Unterfranken) erschossen aufgefunden.

* Gelnhausen. Auf der Landstraße zwischen Fechen- bach und Reistenhausen ist an einem sechsjährigen Kinde ein schweres Verbrechen verübt worden. Als Täter ist der auf der Wanderschaft befindliche Maschinist Joseph Appel aus^elnhausen in Haft genommen worden.

* Der Frau Hüter Generalanzeiger meldet, die Akadeinie für soziale und Handelswiffenschasten zu Frankfurt solle zu einer Universität mit medizinischer, juristischer und philosophischer Fakultät ausgebaut werden. Der reiche Segen, der dank den Bestimmungen des Speyerschen Testaments nach dem Tode der Frau Franziska Speyer über die wissenschaftlichen und sozialen Institute der Stadt Frankfurt ausgegoffen wurde, er­möglicht diese Umwandlung.

* Gersseld (Rhön). Als Kommunallandtags-Ab- geordnetec wurde in der Kreistagssitzung am vorigen Montag der hiesige Gutsherr. Regierungsrat Dr. Bruno v. Waldthausen, gewählt.____________________________

Vermischtes.

Köln. Der geheimnisvolle Mord, der im Juli d. I. die gesamte Bevölkerung in große Aufregung versetzte, wird nunmehr seine Aufklärung finden. Am 6. Juli wurde die Leiche eines unbekannten Mannes ohne Kopf gefunden, ohne daß es der Kriminalpolizei bisher möglich gewesen wäre, die Identität festzustellen. Nun­mehr führte die Auffindung der Hose des Ermordeten in einem Zechenabflußgraben auf die Spur der Täter. Vier Personen wurden in dieser Angelegenheit verhaftet.

Eisenach. In Mihla ist ein Hund getötet worden, an dem Tollwut festgestellt wurde. Für Mihla und die umliegenden Gemeindebezirke wurde die Hunde- und Katzensperre auf drei Monate ange­ordnet.

Gotha. Am Freitag, am selben Kalendertage, an dem vor 31 Jahren das hiesige Krematorium als erstes in Deutschland in Betrieb genommen wurde, fand die 6000. Einäscherung einer Leichein ihm statt.

Auszug

aus den Registern des Standesamtes zu Schlüchtern für den Monat November 1909.

4.

13.

13.

14.

20.

21.

22.

20.

20.

Geburten:

Wilhelm, Sohn des Schäfers Berhard Raab zu Herolz.

Karl Joseph, Sohn des Schlossers Franz Egner zu Schlüchtern.

Georg Wilhelm, Sohn des Maurers Adam Rüffer zu Schlüchtern-

Anna Maria Elisabeth, Tochter des Tunnelarbeiters Emil Cavazzini zu Schlüchtern.

Elise Sophie Dorothea, Tochter des Weichenstellers Heinrich Ruppel zu Schlüchtern.

Therese Louise, Tochter des TelegrapheMorarbeiters Emil Günkel zu Schlüchtern.

Johannes, Sohn des Landwirts Jakob Setzer zu Niederzell.

Katharina Sophie, Tochter des MetzgerS Melchior Sachs zu Schlüchtern.

Eheschließungen:

Schreiner Johann Adam Zinkand, ledig mit Theresia Preis, ledig zu Herolz.

Küfer Kaspar Blum, ledig mit Margaretha Ka­tharina, Leipold ledig zu Schlüchtern.

29. Dr. med. Hirsch genannt Harry Rothschild, ledig zu Gudenberg mit Malli Rosenbaum, ledig zu Schlüchtern.

Sterbefälle:

11. Gemeindediener Domian Ochs, verh. 65 Jahre alt zu Herolz.

18. Lisantre Adornato, 1 Jahr alt, zu Schlüchtern.

22. Elisabetha Bertholdt geb. Reuß, verw. 68 Jahre alt zu Gomfritz.

27. Michael Schramm, 2 Jahre alt, zu'^Schlüchtern.

Mit wieviel Phosphorsäure ist die Wiese zu düuge«? Wir hatten schon einen kurzen Abschnitt aus den von Professor Wagner-Darmstadt veröffent­lichtenVersuchen über Wiesendüngung"') mitgeteilt. Auch folgender Abschnitt aus dieser lehrreichen Arbeit verdient Beachtung:Man hat empfohlen, die Wiese jährlich mit 2 dz Thomasmehl auf 1 ha zu dünnen, und man hat behauptet, daß diese Düngung selbst für sehr hohe Wiesenerträge ausreiche, so daß es Ver­schwendung sei, wenn man stärkere Thomasmehlgaben verwende. Man hat dabei gerechnet 100 Teile Wiesen- heu enthalten durchschnittlich 0,43 Teile Phosphorsäure, also sind in 80 dz Heu 34,4 kg Phosphorsäure ent­halten, 2 dz Thomasmehl von 17°/0 Phosphorsäure decken somit das Bedürfnis der Wiesenpflanzen. Ist diese Ueberlegung richtig?" Wagner antwortet hierauf: Nein! Es ist schon nicht richtig, wenn man annimmt, daß das Wiesenheu unter allen Umständen nur 0,43% Phosphorsäure enthalte." Bei Versuchen hat sich herausgestellt, daß eine hungrige Wiese ein so phos- phorsäurearmes Heu liefern kann, daß der prozentische Gehalt aus 0,28% herabgeht, während bei reichlicher Phosphorsäuredüngung der Gehalt auf 0,80% ansteigt. Will man im Mittel der Jahre 80 dz Heu vom Hektar ernten, so umß man die Wiese so stark mit Phosphorsäure düngen, daß das Heu auf einen Phos- phorsäuregehalt von 0,650,70% gebracht wird. Das würde schon einem jährlichen Bedarf von 3 dz Thomasmehl entsprechen. Dazu aber kommt, daß man dem Boden, selbst wenn er gesättigt ist, etwas mehr Phosphorsäure zurückgeben soll, als man ihm entzieht, denn es geht mit dem Sickerwaffer auch etwas Phos­phorsäure verloren, und ferner gelangt die Phosphor­säure nicht so ganz restlos zur Wirkung. Man wird also, selbst wenn die Wiese mit Phosphorsäure gesättigt ist, ihr doch , etwas mehr, nämlich 4 dz Thomasmehl mit einem Gehalt von 16% Phosphorsäure zurück­geben müssen. Nun,gibt es aber Wiesen, die noch nicht mit Phosphorsäure gesättigt sind. Bei den Wagnerischen Versuchen haben sich die meisten Wiesen als ungesättigt erwiesen. Um Höchsterträge zu erzielen, mußten diesen Wiesen während der ersten 2 bis 4 Jahre große Ueberschußdünguugen (612 dz Thomasmehl auf 1 ha) gegeben werden.

1) Heft 162 der Arbeiten der Deutschen Landw.-Gesellschaft. Verlag Parey.

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Briefkasten der Redaktion.

Streitende im Schwanen. Ist richtig. Von Mün« chen geht eine Bahnlinie über PasingBruck (Fürsten« feldbruck) BuchloeLindau.

Telegraphischer Schiffsbericht derRed Star Linie^ Antwerpen.

Der PostdampferFinland" derRed Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 14. Dezember wohlbehalten inNewyork" angekommen.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Evan gelische Gemeinde:

Sonntag, den 19. Dezember 1909. (4. Advent) Vormittags 10 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann. Nachmittags 1'/, Uhr: Herr Superintendent Orth. Wochendienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Katholische Gemeinde

Vorm.: 10 Uhr: Herr Kaplan Roßbach-Sannerz.

SW Hierzu eine Beilage. ^E