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SchWemerMtuna

mit amtlichem Kreisblatt, ^lonutObeiln^e; Eandtvirl^Ä^tticher UatA-b-r.

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. V 98. Wittmnd), den , j i vmlirr 1909 00. dnliißimß.

Amlllrtjri.

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Pstrht NtrflchciWfl» ^nflast flh hen »trei« GchlNch«,^.

ßroerf der Anflnlt,

$ 1 Zur Horbcrimn der Pferdezmhi und zur ivirijchasilich'N Eiärkung der Pserdtbejitzer wird für blc mctH^criinn von Psrrden unter yifiatihrrtmn der B«jiimm»ng«n für die Kr»-Vi«tz' (VhnhUtrb, Pserde, Echwttttkj-Vcrfichcnmg eine desondere Anixilt unter dein Miauten ^Kkets-Pserdeverlichernng' gebildet.

Verwaltung.

Vorstand.

8 *?. Der Vorstand der Anstalt luitb durch eine armad 8 lW der Kreiß-Ordnung zu wühlende, aus >Uns ^vliigliederit bestehende Kreiskommission gebildet von denen 4 der Versichernngs-Anstall augehüleu müsse». Der Kreisausschuß ernennt aus diesen Mit­gliedern den Vorsitzenden der Kommission.

Der Vorstand leitet die Anstalt selbstständig unter Aufsicht des Kreisausschusses nach Vlaßgabe dieses Reglements, auch vertritt er sie gerichtlich- und außer­gerichtlich.

Die KreiSkommunalkasse und die übrigen Organe der Kreisverwalumg stehen ihm unentgeltlich zur Ver- sügung.

Ortsvertreter.

8 3. Der Vorstand bestellt für jede Gemeinde in der Regel einen, im Bedarfsfälle mehrere Ortsvertreter aus der Mitte der Versicherten, welchen die örtlichen, mit dem Betriebe der Versicherung verbundenen Ge­schäfte übertragen werden.

Für jeden Ortsvertreter wird, wenn er allein in der Gemeinde tätig ist, ein Stellvertreter bestellt. Da wo mehrere vorhanden sind, vertritt einer den anderen im Verhinderungsfälle. Die Ortsvertreter sind ledig­lich dem Vorstände unterstellt und arbeiten nach einer von ihm zu erlassenden Instruktion.

Das Amt des Ortsvertreters ist ein Ehrenamt, doch kann der Vorstand für einzelne besonders zeit­raubende und außergewöhnliche Dienstleistungen, eine angemessene Entschädigung gewähren.

Bare im Interesse der Versicherungsanstalt erfolgte Ausgaben werden zurückvergütet.

Zriliitl |ut V«t sIchrr unpß - A nstaIt

4, Die Veestchetuna ist jedem KieiSeingeststeuen mit |einriH litt theile bestndlichen der sicher nngssa higen Pserdedestantz (]e|l<Hkf in ViersicheniNgSnehme» muß fiel* leinen flogen >>ersi.he>»ngös.lhigcn !|ifethelie|f<inb

ij o, lsion her Aufnahme in hle Versicherung sind außaeschlnssen

u) kranke oder krankheiiSverdachiiae Allere biß über ihre Genesung eher Gesundheit tierärztlicher Nachweis auf Ritjiett deß iliersicherungßnehmerß erbraihi ist, b) auffallend schlecht genährte und gehaltene sowie übermäßig verbrauchte '4 lere, 4 lere mit erheblichen Gedramhajehlern, überhaupt alle '4 lere, deren Zu­stand eine anhaltende Verwendbarkeit außschließt,

c) ikte, die in Htäileu stehen ober aus Htäileu kommen, in welchen innerhalb der letzten d Monate eine Pserdeseuche herrschte,

d) 4 ine im Besitz von Pserdehändlern, Leih- und ^insiellpferde,

6) Fohlen unter 9 Monaten,

f) Pferde der Pferdehändler, Posthalter und Fuhr- werksbesiger, welche ausschließlich Lohnfuhrwerk betreiben,

g) Rennpferde.

h) Aus besonderen Gründen können Versicherungs­anträge abgelehnt und bereits versicherte Tiere von der Versicherung ausgeschlossen werden.

i) Pferde, welche in einem Alter von mehr als 3 Jahren kastriert werden, sind bis zu ihrer völligen Herstellung als nicht versichert anzuschen.

8 6. Mit der Anmeldung hat der Antragsteller seinen gesamten Pferdebestand anzumelden und hierbei die Verwendungsart anzugeben. Die Unterstichung und Wertsermittelung erfolgt durch eine Schätzung, welche vom Vorstände oder in dessen Auftrag von den dazu bevollmächtigten Personen (§ 3) vorgenommen wird. Entstehen Meinungverschiedenheiten bei der Abschätzung, so haben die mit der Wertsermittelung Beauftragten auf Verlangen und auf Kosten des Versicherers das Gutachten eines Tierarztes einzuholen. Der Versicherer hat aber einen dahingehenden Antrag entweder sofort bei der Abschätzung oder binnen 48 Stunden beim Vorstand in Schlüchtern zu stellen.

§ 7. Der Versicherung beginnt am 10. Tage Mittags 12 Uhr nach dem Tage, an welchem die Polizei vom Vorstand genehmigt worden ist und bezüg­lich der Zugänge am 10. Tage nach ihrer Anmeldung.

8 h Feveß Whlnlieb bezahl I ein vom MtrlinuSf schätz |rmnir(jettbe* Uinltllllflflb

£.i (OhMft ein 4 in, so ist bei Besitzer Ueo pstichiel, nniierz»uli<b ben Utoi eine* t ierarzieß ubet Wenn hle* unmöglich ist ben »tat geeigneter jachlnu« diger Personen »Inznholen nnh in beth einen wie in beut «nberen jsalle nein Rate gewissenhaft Folg« zu le||fett.

Der ^Inrllaitb ist berechtigt, ble tieriirziliche Vb« Handlung eine* versilberten 4 kre* wabtenh her ganzen Rrattfljeltabaim aus Kosten bei Verlnherungß-Vlnjlali anznurdnen

Der Versichert« muß jede zur Behandlung nötig« Hilse unrnt(]elHh!) leisten und alle Anordnungen deß ! terarue« und deß Vorstandes pünktlich befolgen.

8 10. Innerhalb 11 Tagen nach erfolgter Ge­nehmigung des Verjicheruttgs-Atttrageö bezw. nach erfolgter Anzeige etwaiger Zugänge erhält jedes Pferd einen Slempelbraud auf der linken Keule,

Äs ist Sache des Versicherungsnehmers, dafür 5aagr zu tragen, hast kein Eamk ohne diesen HttUipA- brand in den Handel gebracht wird.

Austritt.

8 11. Der Austritt aus der Anstalt steht jedem Versicherungsnehmer frei, jedoch nur zum 31. März jeden Jahres nach vierwöchiger schriftlicher Kündigung und unter Rückgabe des Haupt-Exemplares der Police.

Für die Zahlung der Versicherungsbeiträge bis zum 31. März des AuStrittjahreS bleibt der AuS- fcheidcnde der AuSstalt gegenüber verpflichtet.

Entschädignngspflicht.

§ 12. Aus Gegenseitigkeit beruhend entschädigt sie ihren Riitgliedcrn diejenigen Verluste, welche ihnen in unverschuldeter Weise dadurch entstehen, daß

a) versicherte Tiere infolge von Krankheit oder Un- glückssall oder Blitz eingehen oder wegen gänzlicher oder dauernder Unbrauchbarkeit getötet werden müssen. Für Feuerschäden kommt die Versicherung nur auf, soweit sie von anderer Seite nicht ver­gütet werden und auch nur dann, wenn diese Ent- schädigungSpflicht besonders bedingt ist, wofür ein Zuschlag von 10% der Prämie berechnet wird,

b) daß versicherte Pferde auf polizeiliche Anordnung getötet und nicht bereits aus anderen öffentlichen Kassen entschädigt werden,

c) daß versicherte Fohlen unter 3 Jahren an den Folgen der Kastration durch einen approbierten Tierarzt eingehen,

Hotdüeöer.

Roman von Lothar Mehnert.

40

Hol's der Kuckuck! Das ist ja .. o ja, Charles van Niessen!"

Der Bankier faßt den Alten bei den Schultem und schüttelt ihn.

Der Alte setzt sich aufrecht. Noch immer ha^t fern Blick wie gebannt an Helborne.Das Irrenhaus! Das Irrenhaus!" geht es ihm durch den Kopf.

Was tun Sie hier?" fragt der Bankier rath.

Der Alte überlegt einige Sekunden. Es giltruf der Hut zu sein.Ich hab' Rom satt, wollt' ein >ißchen hinaus aufs Land. Dachte nicht, daß ich Ihren hier begegnen würde." x

Das glaube ich selbst. Aber mem Hrersern eschemt nicht auffällig, da ich in der Nähe eine Villa gmietet habe, und ich nehme an, daß Ihnen dies nicht unbe­kannt ist. Sind Sie deshalb hier herausgekomnen?"

Nein "

"Aber Sie waren in Frascati.beimeinerFrcu?"

,,Ja."

Schweigend blickten sich die beiden eine Wile an. Der Alte hockte noch immer auf der Erde. Helborie steht vor ihm.

Haben Sie meiner Frau Mitterlung gemach, was zwischen uns vorgefallen ist?" fragt der Bankic plötz­lich kurz. _ ,

Das werden Sie schon erfahren, wenn Te nach Hause kommen." , o ,

Ah, ich verstehe. Sie sind extra nach Frasatr her- aufgefahren, um mich bei meiner Frau zu Verlagen.

Das ist nicht wahr. Ich wollte sie nur bitte, rhren Einfluß auf Sie geltend zu machen, daß tote mch nicht ins Irrenhaus sperren." _ .

So? Und von dem .. von dem Scheck haen tote ihr also nichts gesagt?" wiederholtHelborne rohend.

I Keine Antwort. Unstet blicken die Augen des Alten i umher, als suche er, wie er am besten entwischen könne, fHalt! Nicht gemuckst!" schreit der Bankier bebend vor Zorn.Zum letzten Mal frage ich Sie, haben Sie meiner Frau etwas von jenem Scheck gesagt? Ja oder Nein! Ich muß es wissen!"

Jetzt gewinnt der Trotz bei dem Alten die Oberhand. Aergerlich schüttelt er die Hände des andern ab.Nun, wenn Sie es denn durchaus wissen müssen: ja!"

Du Hund!" knirscht William Helborne.Das sollst ; Du mir büßen." Und schwer saust sein Stock mit der eisenbeschlagenen Spitze auf den Kopf des alten Mannes nieder.

Zum zweiten Male an demselben Tage sinkt Niessen von der Hand seines Widersachers schwer getroffen, be­sinnungslos zu Boden. Nur, daß diesmal Helborne nicht dieselbe Reue über seine Tat empfindet, wie heute früh.

Er beugt sich über den stillen Körper. Kein Pulsschlag, kein Atem. Gewiß ist er tot. Fatal! Wenn man den Alten morgen hier findet und weiß, daß Helborne mit seinem Automobil am Abend vorher denselben Weg ge­kommen ist. Wirklich fatal!

Was tun? Er blickt sich um. Dort hinten, etwas ! abseits vom Wege, steht ein dichter Busch. Wenn er den Alten dorthin schaffen könnte.

Er faßt die leblose Gestalt bei den Schultern und zieht sie über das Stoppelfeld hin zu dem Busch. Jetzt die Zweige noch ein wenig auseinandergebreitet, damit der Körper verdeckt ist.. so! Niemand wird denken, daß er, der hochangesehene Millionär, einen so unbekann­ten Menschen, wie den Alten dort, getötet habe. Nein, niemand.

William Helborne setzt sich wieder in sein Automobil. Ein Ruck, und der Wagen rasselt pfeilschnell dahin über die in nächtlichem Schlummer ruhende Campagna mit solcher Eile, als wolle sein Lenker seinen eigenen Gedan­ken entfliehen.

Eine Viertelstunde später läutet der Bankier am Park­tor seiner Villa. Angelika hat ihn so spät nicht mehr erwartet und Befehl gegeben, die Tore zu schließen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, daß Helborne Ge­schäfte halber für die Nacht in Rom zurückgehalten wor­den wäre.

Etwas verschlafen schon öffnet der Diener und fragt nach gut geschulter Diener Art, die niemals über irgend etwas Verwunderung zeigen:Soll ich noch Abendessen bestellen, Herr Helborne?"

Der Bankier winkt ungeduldig ab.Ist meine Frau noch auf?"

Ich glaube wohl, Herr Helborne. Die gnädige Frau hat sehr spät zu Abend gespeist, vielleicht erst vor einer Viertelstunde."

Gut!"

Mit tiefer Verbeugung ziehtLorenzo sich zurück, wäh­rend ein anderer Diener das Automobil wegführt.

Langsam, ganz allein, schreitet William Helborne die Parkallee entlang, seiner Villa zu. Das ganze Haus ruht in tiefster Finsternis. Nur von einem Eckfenster schim­mert noch ein mattes Licht.. von Angelikas Zimmer. Dorthin richtet Helborne seine Schritte.

Mit freudigem Gruß eilt Angelika auf den Gatten zu, doch sieht sein scharfer Blick sofort, daß auch ihr Herz von etwas bewegt ist.

Sie hat eben ihre Nachttoilette begonnen. In langen Wellen fließt das herrliche, tiefschwarze Haar über den Rücken.

Kurz teilt er ihr mit, weshalb er erst so spät komnit. Der alte Messen habe ihm viel Sorge gemacht; er sei verschwunden, nachdem er eine Masse wirres Zeug zusam­mengeredet. 101,18

Einen Augenblick überlegt Angelika, ob sie ihrem Manne von Messens Besuch Mitteilung machen soll, dann entscheidet sie, daß Wahrheit unter allen Umständen das beste sei. Rasch sagte sie:Er war hier, William!"