langten Wiederaufnahme des Verfahrens, weil Müller, nebst dem Nötigen Salz und Pfeffer und 1—17a Kilo der überdies ein Messer verwendet habe, sreigesprochen in passende Stücke geschnittenes Hammelfleisch dazu, : «füllt um Wasser auf und läßt alles, gut zugedeckt,
ward. Der Amtsanwalt legte nunmehr, wohl in der Annahme, daß die beiden Verurteilten mit ihrem Schreiben auch Berufung gegen ihre Verurteilung bezweckten, Berufung bezgl. aller drei Angeklagten ein. Nachdem sich aber heute herausgestellt, daß Roth und Kneip nur den Müller mitbestraft wissen wollten, gegen ihre Verur- Wilung aber nichts einzuwenden haben, zieht der Staats- anwalr die Berufung bezgl. dieser beiden zurück. Sie
dürfen darauf die Anklagebank mit der Zeugenbank vertauschen, während ihr Verteidiger für die Verhandlung „arbeitslos" geworden war. Durch die Beweisaufnahme wird festgestellt, daß Müller nach jener Prügeleisich einigen Unbeteiligten gegenüber des Messer» stechens gerühmt und dabei das offene Messer in Händen gehalten hatte. Die Art der dem Mißhandelten zugefügten Verletzungen lassen es aber unwahrscheinlich erscheinen, daß ein offenes Messer benutzt wurde. Müller scheint vielmehr nur mit zugeklapptem Messer geschlagen zu haben. Er selbst bestreitet allerdings auch das. Er will überhaupt über seine eigene Tätigkeit nicht mehr das Geringste wissen, während er über das, was die anderen getan haben, ganz genau Auskunft zu geben weiß. Die Strafkammer verurteilt ihn zu 2 Monaten Gefängnis, das ist in diesem Falle die geringste zulässige Strafe bei Versagung mildernder Umstände. Solche ihm zuzubilligen, sah das Gericht keinen Anlaß.
* Fransurt. Die Delegiertenversammlung des Deutschen Schützenbundes in Hamburg beschloß, das siebzehnte deutsche Bundesschießen, zugleich fünfzigjähriges Jubiläumsbundesschießen, im Jahre 1912 in Frankfurt abzuhalten.
* Mainz. Bei dem gestrigen Scharfschießen des 81. Infanterieregiments in Meffel wurde der Musketier Siebenstein aus Olpe, der über eine Ackerfurche stolperte, und in die Schußlinie der neben ihm liegenden Abteilung fiel, durch einen Schuß getötet.
* Fulda. An den Folgen einer in Berlin vorgenommenen Operation zwecks Heilung von einem Darmleiden starb im Alter von 48 Jahren der Justizrat, Herr Rechtsanwalt und Notar Lewin dahier. Derselbe hat 20 Jahre an hiesigem Orte als Rechtsanwalt gewirkt und genoß wegen seiner hervorragenden Befähigung als Jurist allgemein großes Zutrauen. Auch war er wegen seines freundlichen Benehmens in weiten Kreisen beliebt. Der Verstorbene ist als Junggeselle aus der Welt geschieden.
* Wegen eines Sittlichkeitsverbrechens an einem dreijährigen Mädchen wurde am Dienstag ein Bäckerlehrling von einem Geschäft an der Leipzigerstraße in Fulda verhaftet. — Der Verband deutscher Gebirgs- und Wandervereine (Zentralausschuß Fulda) hält seine diesjährige 26. Hauptversammlung zu Limburg a. d. Lahn am Samstag, 11. September, nachmittags 7,3 Uhr, in der Aula des Gymnasiums ab.
* Die Schützengilde in Hersfeld führte in dem Hamburger Festzuge wohl die beiden ältesten Schützenzeichen mit: eine Fahne aus dem Jahre 1728 und ein Schützenschild des Königs aus dem Jahre 1517,
* Cassel. Zur Ankunft der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe. Neueren Dispositionen zufolge trifft Ihre Majestät die Kaiserin und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Viktoria Luise mit Gefolge am Dientag den 27. Juli vormittags 7 Uhr 56 Minuten mittels Hofzuges auf dem Wilhelmshöher Bahnhöfe ein, um wie alljährlich, einen Teil des Sommers auf Schloß Wilhelmshöhe zuzubringen.
* Der zweite Hauptgewinn der Marienburger Pferdelotterie, bestehend aus einer Equipage mit 2 Pferden im Werte von 6000 Mark, ist nach Cassel gefallen. Der glückliche Gewinner ist der Ausläufer H. in einer Casseler Papiergroßhandlung. Er kaufte das Los vor wenigen Pagen in einer Casseler Zigarrenhandlung und ist nach Erhalt der Nachricht sofort nach Marien- burg gefahren, um den Gewinn zu Gelde jzu machen.
* Für die Geistlichen des Konsistorialbezirks Cassel ist als eine Einrichtung der Selbsthilfe und Standeshilfe eine Krankenkasse mit dem Sitze in Rinteln ins Leben gerufen, die den Namen „Krankenkasse für die Geistlichen des Konsistorialbezirks Cassel" führt und den Zweck hat, ihren Mitgliedern Ersatz der Kosten zu gewähren, die ihnen in Krankheitsfällen für ihre eigene Person, Ehefrau und Kinder erwachsen.
* Die Stadt Spangeuberg feiert am 5. August den Gedenktag des 600jährigen Bestehens als Stadt. An diesem Tage verliehen Herman der Ritter und Hermann der Knappe dem Orte die Stadtrechte. Es werden Vorbereitungen für ein großes Heimatsfest getroffen, das alle in der Fremde wohnenden Spangen- berger einmal vereinigen soll. Den Mittelpunkt des Festes bildet die Aufführung des balligen Dramas „Kuno und Elfe", welches von Herrn Carl Engelhardt- Hanau verfaßt ist und von etwa 40 Damen und Herren aufgeführt wird.
Vermischtes.
— Hammelfleisch mit grünen Bohnen. 6 Personen. Bereitungsdauer 17* Stunden. _ 1 Kilo junge grüne Bohnen werden gründlich abgefädelt, einmal durchgebrochen und gewaschen. 2 Zwiebeln, etwas Petersilie und Bohnenkraut hackt man fein, röstet dies ' in Butter in einer Kasserolle leicht an, gibt die Bohnen
weichdämpfen. Kurz vor dem Anrichten werden die Bohnen leicht mit Mehl bestäubt, noch einige Minuten durchgedünstet und mit Maggi-Würze angenehm abgeschmeckt. Dann gibt man das Gericht sofort recht heiß zu Tisch.
— Preisausschreiben für gute Pfirsiche. Die veredelten Pfirsichbäume sind meistens sehr empfindlich gegen die Einflüsse unseres Klimas und leiden unter mancherlei gefährlichen Krankheiten. Hingegen gibt es Pfirsichbäume, die aus Samenkernen echt entstanden, sich sehr gesund und widerstandsfähig zeigen. Um eine planmäßige Pfirsich-Sämlingszucht in Deutschland zu fördern, hat nun der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. O. mehrere Preise ausgeschrieben für die besten Pfirsiche, die an Sämlingsbäumen gezogen worden sind, und zwar findet eine doppelte Prämiierung statt: einmal werden die einge lieferten Früchte prämiiert, und dann werden die besten Bäume prämiiert, die aus den preisgekrönten Früchten gezogen wurden. Für letzteren Zweck sind Preise von 300, 100 und 50 Mark ausgesetzt. Die genauen Bedingungen dieses Preisausschreibens sind zu erfahren beim Geschäftsamt des praktischen Ratgebers in Frankfurt a. Oder.
— Bonn. Als der Dampfer „Gutenberg" der Köln-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft am Dienstag nachmittag gegen 5 Uhr an der Landungsbrücke in Rolandseck anlegen wollte, erfolgte eine Explosion im Kesselraum. Eine Heizer erlitt schwere Brandwunden, denen er kurze Zeit nach dem Unglück erlag. 3 Passagiere sind bei dem Versuch, sich zu retten, ertrunken, 5 andere Personen, darunter 3 Angestellte sind verletzt; 13 Fahrgäste erlitten leichtere Verletzungen. Die Verwundeten stammen zumeist aus Kiel, Hannover und Luxemburg.
— Aachen. In dem Dorfe Cornelymünster wurde am Mittwoch morgen auf freiem Felde der 9jährige Wilhelm Stoller, der seinem Vater das Frühstück aufs Feld gebracht hatte, mit durchschnittener Kehle ermordet aufgefunden. Anscheinend liegt Lustmord vor.
-- Zittau. Eine grausige Bluttat ist von dem noch nicht 15jährigen Malerlehrling Hermann Lenke in Johannesdorf verübt worden. Derselbe betrat den etwas dunklen Verkaufsladen der Krämersfrau Anna Pichan und verlangte einen Schnaps Als sich die Geschäftsfrau nach der Flasche umdrehte, wurde sie von Lenke durch wuchtige Hiebe mit einem mitgebrachten Beil niedergestreckt. Der Mordbube hieb so lange auf den Kopf seines Opfer ein, bis der Tod eingetreten war. Als er dann mit der Beraubung der Ladenkasse beschäftigt war, betrat das l 2jährige Mädchen Emma Knaute den Pichanschen Laden, um Einkäufe zu besorgen. Lenke lockte die Kleine in den hinteren noch dunkleren Raum des Ladens und hieb ebenfalls mit dem Beil so lange auf das Mädchen ein, bis es bc» wußtlos zusammenbrach. Nach der Aufdeckung des Verbrechens durch eine spätere Ladenkundin erlangte unter ärztlichem Beistand Emma Knaute für einen Augenblick das Bewußtsein zurück, so daß sie schwach lallend den Namen des Mörders nennen konnte, der dann in der Fortbildungsschule verhaftet wurde und in voller Kaltblütigkeit ein Geständnis ablegte. Der jugendliche Mörder ist anscheinend durch die Lektüre von Schundromanen zu seiner Untat verleitet worden; es wurden davon. größere Stöße in seinem Zimmer gefunden. Die kleine Knaute liegt mit mehrfach gebrochenem Schädel hoffnungslos danieder.
— In Straßburg wird eine Luftschiffhalle gebaut und eine Militärdrachenstation und eine Freiluftschiff- sahrtstation errichtet. Die Halle soll noch in diesem Jahre fertig werden.
— In Stendal wurde der Fahnenjunker von Zeuner vom 10. Husaren»Regiment im Bett erschossen aufgefunben. Als Täter wurde der Einjahrig-Freiwillige Baumgart verhaftet.
— Langendreer. Auf der Zeche Mansfeld ereignete sich am Dienstag vormittag eine Grubenkatastrophe durch schlagende Wetter. Bis 11 Uhr Vormiltaas waren drei Tote und mehrere Verletzte geborgen. — Ueber das Grubenunglück wird nachstehendes bekannt: Dienstag morgen gegen 7»$ Uhr ereignete sich auf der Zeche Mansfeld beim Schießen am Ort 5 in der fünften Sohle, Querschlag der vierten westlichen Abteilung im Flöz Urbansbank, eine Explosion, infolge deren drei Bergleute getötet, fünf schwer und zwei leicht verwundet wurden. An dem Orte wurden zehn Schüsse abgegeben. Beim neunten Schuß erfolgte eine Explosion von Kohlenstaub und Wettern. Die Schüsse wurden im Gestein mit Dynamitpatronen abgegeben. In der Grube befanden sich zur Zeit der Explosion etwa 400 Personen von der 1340 Mann betragenden Belegschaft. Von den fünf Schwerver» letzten schwebt ■ einer in Lebensgefahr. Die Explosion ist der erste größere Unfall auf der Zeche feit mehr als dreißig Jahren.
— Toulon. Die Hafendirektion ließ am Dienstag 31000 Melinit-Granaten, deren Kaliber nicht mehr in der Kriegsmarine gebraucht wird, ins Meer versenken. Die. Granaten wurden zwei Meilen vom Hafen von 300 Meter Tiefe versenkt.
— Newyork. In Galveston in Texas hat ein schwerer Orkan gewütet. Der westliche Teil der Stadt steht sieben Fuß unter Wasser.
— Bei dem Erdbeben in Griechenland sind 400 Häuser ein gestürzt und 30 Personen getötet.
— Woher das schlechte Wetter kommt, das haben zwei Frauen in Künzelsau im Sckwabenland herausge»
! bracht. Sie klagten beim Plaudern auf der Straße über das arge Regenwetter und die eine meinte: „Dees
ischt koin Wonder, seit der Zeppelin mit soin große Katsche in die Wolke romfahrl, klappt's nimmer!"
— Bei der Aushebung. Major: „Du bist ein kräftiger Bursche, kannst Dein Glück beim Militär machen. Zu welcher Truppengattung möchtest Du wohl gern eingereiht werden?" — Rekrut: „No, wann ich bitten darf, ich tät am liebsten zu die Urlauber kummen".
— Der Realist. In einer Gesellschaft wird über das moderne Drama gesprochen. Da fällt die Frage: „Welches Stück haben Sie denn am liebsten, Herr Bäuchle?" — „Das Frühstück."
Zentrale für Obstverwertung Frankfurt a. M. Obstmarktpreise per 50 Kilo — 1 Ztr. in Reichmark. Frankfurt a. M.-Sachenhauseu, den 17. Juli 1909.
Erdbeeren
2. Qual. 35-40 1. Qual.
60-75
Stachelbeeren
2. Qual. 14-15
1. Qual.
16-18
Johannisbeeren
2. Qual. 12—15
1. Qual.
17
„ schwarze Himbeeren
2. Qual. 35—40
1. Qual.
25 55—65
Heidelbeeren
2. Qual. —
1. Qual.
13—15
Kirschen
2. Qual. 10-12
1. Qual.
16-18
Sauerkirchen
2. Qual. —
1. Qual.
20-25
Pflaumen
2. Qual. 23—25
1. Qual.
28
Aprikosen
2. Qual. 20—25
1. Qual.
30-35
Pfirsische
2. Qual. 22-25
1. Qual.
35-40
Reineklauden
2. Qual. —
1. Qual.
23—28
Aepfel
2. Qual. 15—20
1. Qual.
50—60
Birnen
2. Qual. 14-16
1. Qual.
28-30
Trauben
2. Qual. 75 80
1. Qual. 200
Nüsse, grüne Haselnüsse
15
2. Qual. —
1. Qual.
alte 23 32-35
Geburts-Anzeigen Verlobung^ und Vermählungs
Anzeigen Trauerbriefe Trauerkarten Einladungs-, Danksagekarten und -Briefe in Buchdruck auf feinstem Schreibpapier und Karten mit dazu passenden Umschlägen empfiehlt die
B u ch d r u ck e r eji
L. Bobmeister.
^chkeyZle gepaukt .Titel
Telegraphischer Schiffsbericht Der „Red Star Linie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Lapland" der „Red Star Linie" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 11. Juli wohlbehalten in „Newyork" angekommen.
. Abonnem. bei allen Postanstalt. u.Buchhandl.
Tonangebend! Unerreicht!
Riewn-Sehnittbogen,
Farbenprächtige Colorlts.
^^^ G ratiS=Probenummem bei
MSSEM^
Kirchlicher Anzeiger für Schtüchtern.
EvangelischeGemeinde: Sonnabend, den 24. Juli 1909. Nachm. 1 Uhr Beichte' Herr Pfarrer Rollmann.
Sonntag den 25. Juli 1909.
Vormittags 9>/ü Uhr: Herr Superintendent Orth. (Hl. Abendmahl).
Nachmittags l'A Uhr: Herr Pfarrer Rollmann. im Anschluß an den Nachmittagsgottesdienst Christenlehre der konfirmierten Knaben.
Wochendienst: Herr Superintendent Orth.
Katholische Gemeinde Vorm.: Va 10 Uhr: Herr Kaplan Roßbach-Sannerz.