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Auszeichnungen werden Geldpreise, silberne und broncene Medaillen ev. auch Staatsmedarllen zur Verteilung gelangen. Die angeschlossenen Vereine werden ihren Mitgliedern die näheren Bedingungen sicher noch be­kannt geben.

* unter dem Vorsitz des Landgerichtspräsidenten Schulte-Uffelage beginnen Montag, den 21. Juni die Verhandlungen der diesjährigen 2. Schwurgerichts­periode in Hanau. Hierzu wurden als Geschworene ausgelost die Herren: Breitenbach-Langenselbold, Pneig« Gelnhausen, Butholder-Hanau, Prebs-Lanzingen, Mulot- Hanau, Kaufmann Franz Schultheis-Fulda, Fabrikant Mich. Schmitt-Fulda, Emmel-Mittelbuchen, Chemiker Prebs-Hanau, Balthus-Bieber, Apotheker Meyer-Hanau, Wiederhold-Fechenheim, Götzen-Mittelbuchen, Kühltau- Oberzell, Schaum-Michelsrombach, Hohmann-Oberuf- Hausen, Schmitt-Altenmittlau, Zehner-Soden, Fabrikant Karl Mehler-Fulda, Breunig-Bierstein, Gerlach-Elm, Altenröder-Unterreichenbach, Flügel-Reulbach, Oekonom Jung-Hanau, Feindler Gelnhausen, Stein-Hochstadt, Heinrich Wolfsohn-Hanau, Müller-Weiperz. Es stehen nur drei Fälle zur Verhandlung.

* Die Vertreter der englichen Arbeirerpartei, 30 Herren mit ihren Damen, sind am Donnersiag abend von Rüdesheim kommend in Frankfurt a. M. einge- troffen. Am Bahnhof wurden sie durch die Konsuln Gardner und Schwarz und Herrn de Neufville begrüßt.

* Der König und die Königin von Rumänien, die letztere bekannt als Dichterin unter dem Namen Carmen Sylva, sind zur Kur in Wiesbaden einge­troffen. Der Aufenthalt wird längere Zeit dauern.

* Darmstadt. Schuster Wilhelm Voigt, der be­kannteHauptmann von Köpenick", der in verschiedenen hessischen Städten und Gemeinden Schaustellungen veranstaltet hatte, ist nunmehr durch verwaltungsbe- hördliche Verfügung bis zum 2. Februar 1911 aus dem Großherzogtum Hessen ausgewiesen worden. Voigt wurde seinerzeit bis zu diesem Termin unter Polizei­aufsicht gestellt.

* In Marburg hatten zwei Studenten eine Wette gemacht, daß sie während der Pfingsttage im Schwalm- tal über 20 Mark zusammenbetteln würden. Als Handwerksburschen verkleidet, klopften sie Dorf für Dorf ab, ließen sich von den Bauern speisen und lieferten den Barerlös jeden Abend beim Ortsvorsteher gegen Quittung ab. Sie gewannen die Wette, denn der Verdienst belief sich auf etwa 22 Mk.

* Am Pfingstmontag tagte in Marburg die 41. Jahresversammlung der israelitischen Lehrerkonferenz Heffens. In dem vom Vorsitzenden verlesenen Jahres­bericht des Vorstandes wurde der Verabschiedung des Lehrerbesoldungsgesetzes gedacht, welches über das hinausgehe, was von der Lehrerschaft des Landes erwartet worden war. Besonders die Bestimmung des Gesetzes, nach welchem der § 6 des Gesetzes sinngemäße Anwendung auch auf den Synagogendieust der israeli­tischen Lehrer finden soll, erfülle mit besonderer Ge­nugtuung. Den im Laufe des Berichtsjahres in Ruhestand getretenen Lehrern wurde die hergebrachte Adresse überreicht und zwar den Herren Block-Mel- sungen, Birk-Meerholz und Brandes-Oberaula. Nach verschiedenen Vorträgen referierte Herr Oppenheim- Treysa über die Ausführung des § 6 (Besoldung des Vorsängerdienstes) und schlug vor, die Königliche Re­gierung und die Borsteherämter zu bitten, die Vergütung für alle Lehrer gleichmäßig zu normieren, da auch der Umfang des Dienstes bei allen gleich sei, und ihnen den höchsten, den evangelischen Lehrern zugestandenen

Satz zu gewahrn, obwohl der Umfang des Synagogen- dienstes bcpj '.aßen des evangelischen Kirchendienstes noch weit übertreffe. Dieser Antrag wurde ange- nommen. Die nächste Jahresversammlung findet Pfingsten 1910 in Cassel statt.

Auszug

aus den Registern des Standesamtes zu Schlüchtern Mai 1909.

Geburten:

2. Anna Elisabeth, Tochter des Landwirts Johannes Schauberger in Niederzell.

3. Georg Heinrich Adam, Sohn des Stadtsparkassen- rendanten Kohlstädt zu Schlüchtern.

3. Etisabetha, Tochter des Landwirts Karl Staaf in Niederzell.

6. Ludwig Peter, Sohn des Fabcikwebers Johannes Euler in Herolz.

6. Marie Louise, Tochter des Lehrers Heinrich Schreiber zu Schlüchtern.

11. Wilhelm, Sohn des Kutschers Victor Jäckel in Herolz.

14. Wilhelm Bernhard, Sohn des Schmied Johannes Bernhard Zinkand in Herolz.

16. Erich Karl Willi, Sohn des Telegraphenbauführers Otto Schulz in Schlüchtern.

17. Philippine Elisabeth, Tochter des Steinbrucharbesters Karl Schlegel in Niederzell.

18. Martina Bertha, Tochter des Taglöhners Johannes Balzer in Herolz.

19. Valentin Reinhard, Sohn des Erdarbeiters Jo­hannes Herbert U in Schlüchtern.

23. Nelli Katharina Charlotte, Tochter des Weißbinders Eduard Iahn zu Schlüchtern.

Eheschließung« n:

1. Weißbinder Richard Schmidt ledig, mit Lina Tamm ledig aus Lauterbach.

19. Kappenmacher Heinrich Philipp Karl Weitzel, ledig mit Helene Ehnes geb. Kinkel Schlüchtern.

21. Landwirt Louis Weinstein ledig aus Eschwege mit Matchen Wolf ledig zu Schlüchtern.

Sterbefälle:

14. Elisabeth Müller ledig 16 Jahre alt in Herolz.

19. Fuhrknecht Adam Schilling ledig 36 Jahre alt aus Somborn.

30. Margarethe Sibilla Urbach 5 Jahre alt zu Schlüchtern._______________________________________

Frankfurt a. M 8. Juni. Amtliche ütoticrungen der Biebmarkt" preise. Zum Verkauf standen 585 Ochsen, 49 Bullen, 748 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 450 Kälber, 205 Schafe und Hämmel, 1606 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen a) vollfleischige, ausgemästete höchsten SchlachtwerteS bis zu 6 Jahren Mk. 74-78, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 6972, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 58-62, d) gering genährte jeden Alters Mk. bis. Bullen: a) vollfleischige höchsten SchlachtwerteS Mk. 63 bis 65, b) mäßig genährte jüngere und gut ge- genährte ältere Mk. 58-60, c) gering genährte Mk., Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten SchlachtwerteS Mk. 7274 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis »u 7 Jahren Mk. 6C 62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 4648, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00-00, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk.. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feine Mast (Vollm.-Mast)und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 9598 Pfg., (Lebendgewicht) 5758 Psg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 76 - 86 Pfg., (Lebendgewicht) 4550) Pfg., e) geringe Saugkälber 6b70 Pfg., d ältere gering genährte Kälber Fresser Pfg. Schafe: a) Mastlämmer nnd jüngere Masthämmel 79 - 80 Psg., b) ältere Masthämmel 7074 Ps . c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) Psg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kren - ungen im Alter bis zu H/e Jahren 68 - 69 Pfg., b, fleischige 67.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Kathol ische Gemeinde Donnerstag, den 10. Juni. (Fronleichn.ähmssest). Vorm.: '/^ Uhr: Herr Kaplan RMbach-Sannerz.

Graf Zeppelin auf Schloß Brandenstein bei Am.

Am 4. Juni Nachmittags traf Sr. Exzellenz Graf Zeppelin per Automobil von Nürnberg kommend auf Schloß Brandenstein ein. Sr. Exzellenz, der bis zum 7. Juni daselbst verweilte, wurde am 5. Juni nach­mittags gegen 8 Uhr seitens des Eisenbahnvereins Elm im Verein mit dem Musikverein Elm eine Huldigung auf Schloß Brandenstein dargebracht. Nachdem das Musikkorps im Schloßhof mit dem LiedeLobet den Herren, den mächtigen König der Ehren" eingesetzt hatte, erschien Sr. Exzellenz Graf Zeppelin am Fenster und lauschte der vom Schlosse mächtig in das Tal schallenden schönen Musik. Bei jeder folgenden Piece bezeugte er durch Händeklatschen feine Zufriedenheit. Unter anderen machten ersichtlichen EindruckWer hat Euch denn getraut?" aus der Operette:Der Zigeuner­baron" und der Armeemarsch. Koburger Josias. Wiederholten Applaus der am Fenster lauschenden hohen Herrschaften veranlaßten den Musikdirigenten Herrn Obervahnassistenlen Heimel weitere Stücke zuzu- geben. Sr. Exzellenz Graf Zeppelin wünschte den engeren Vorstand des Eisenbahnvereins in seine Ge­mächer. Hierauf begaben sich die Herren Stations­vorsteher Dörr, Bahnmeister 1. Klasse Best, Betriebs­werkmeister Herber und Eisenbahnpraktikant Schaffun ins Schloß, woselbst Herr Statiansvorsteher Dörr die Begrüßungsrede hielt. Die beiden kleinen Mädchen Anni Dörr und Klara Herber sprachen einen von Herrn Werkmeister Herber gedichteten Prolog und Lina Heimel überbrachte in Versform die Grüße der Jugend. Darauf überreichten die 3 Kinder Blumenbuketts. Während dieser Begrüßung spielte die Musikkapelle im Schloßhof herrliche Weisen. Sichtlich gerührt dankte Sr. Exzellenz herzlichst und sagte, daß ihm noch selten ein Empfang so wohl getan habe wie dieser auf dieser friedlichen, stillen Burg. Darauf ließ Sr. Exzellenz auch den Musikdirigenten Herrn Oberbahnassi,renten Heimel und den ebenfalls bei der Kapelle sehr rührigen Eisenbahn- assistenten Herrn Bleicher zu sich bitten. Graf Zeppelin dankte Herrn Heimel für die schöne Musik und sprach seine Freude darüber aus, daß die Eisenbahner neben ihrem schweren Beruf so viel Mühe und Arbeit nicht scheuten, auch noch die Kunst der Musik zu üben und zu pflegen. Im Weiteren unterhielt sich Sr. Exzellenz in der liebenswürdigsten Weise mit den Herren über seine letzte große Pfingstfahrt und erklärte in hoch- interessauter Weise die Havarie von Göppingen. Ihre Exzellenz Gräfin Zeppelin sowie die Gemahlin des Grafen Alexander von Brandenstein-Zeppelin zogen die Kinder in ihren engeren Kreis und unterhielten sich in ungezwungener Liebenswürdigkeit mit denselben, auch bewirteten die Herrschaften die Kleinen mit Kuchen und Obst. Die Herren des Eisenbahnvereins wurden ebenfalls mit Wein und Zigarren von Sr. Exzellenz bedacht, während ein Diener die Musikkapelle im Schloßhofe bewirtete. Darauf begaben sich die hohen Herrschaften in den Schloßhof, wo bei bengalischer Beleuchtung noch für kurze Zeit konzertiert wurde. Sr. Exzellenz sprach sich hier nochmals sehr befriedigend über alles Dargebotene aus und ein Hoch auf die beiden gräfl. Familien schloß die würdige Feier.

Königl. Obersörsterei Marjoß.

Gras-Verkuiis.

Am Sonnabend, den 12. Jnni, von abends 6 Uhr ab soll der diesjährige Grasertrag auf den 9,031 ha großen Neudorf Wiesen im Distrikt 281 in 17 Losen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden.

Zusammenkunft am Schnittpunkt der alten und neuen Sleinauer-Slraße.

Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Auskunft über die einzelnen Verkaufs« lose durch den Hegemeister Reiche zu Thalhof bei Steinau. _______

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