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der Provinz Hessen-Nassau und Waldeck und Freunde der Pferdezucht. Der 1. Teil des reichhaltigen Pro­gramms begann mit der Vorführung '-der^Hengste an der Hand. Es wurden im ganzen 153 Pferde vorge­führt. Von diesen sind 49 Warmblüter und l 04 Kalt­blüter. Ihrer Herkunft nach waren es: 15 Hannover­aner, 31 Oldenburger, 3 Osifriesen, 1 Däne, 1 Eng­länder, 40 Belgier, 47 Belgier aus dem Rheinland, 2 Belgier aus Westfalen und l2^Belgier aus Hessen. Der 2. Teil begann mit dem Vorfahren von zwei Viererzügen Kaltblüterhengste und einem Zweigespann Kaltblüter, ^die als hervorragende Traber bezeichnet werden konnten. Es waren dies die Hengste Inspekteur und Gardist; ersterer steht auf Station Mehlen, letzterer auf Station Braunsen. Dann wurden 12 Hengste unter dem Reiter gezeigt, im Schritt, Trab und Galopp. Hierauf folgte das Vorfahren von drei Viererzügen Warmblüter. Den Schluß bildete das Vorreiten von 16 diesjähriger Remonten. Die Gestütsverwaltung unter Leitung des Herrn v. Prittwitz-Gaffron verdient alle Anerkennung, es klappte eben alles. Der altbe­währte Futtermeister Herr Höhle sowie die Wärter zeigten ihr bestesKönnen".

* Biedenkopf. Aus den Gebirgsgegenden des Siegerlandes wurden 16 Grad C Kälte gemeldet. Bei Katzwinkel ist ein Mann auf der Landstraße erfroren.

* In der Vollversammlung der Handwerkskammer welche in Cassel stattfand, erstattete Syndikus Thanheiser den Geschäftsbericht und teilte u. a. mit, daß die Er­höhung der Einschreibgebühren von 3 auf 5 Mk. nicht genehmigt worden sei. Die Eingaben an mehrere Be­hörden über die freihändige Vergebung der Lieferungen von Brot und Fleisch an die Innungen sind sämtlich abschläglich beschieden worden mit der Begründung, daß das bisherige Submissionsverfahren sich bewährt habe. Im Geschäftsjahre sind in die Lehrlingsstammrolle im Ganzen 2014 Lehrlinge eingeschrieben worden. 1504 Nichtinnungslehrlinge und 484 Jnnungslehrlinge. Eine neue Fachschule ist in Fulda gegründet worden. Von 25 Gesuchen von Gesellen um Beihülfen zum Besuche der Fachschulen konnten nur 17 genehmigt werden. Zur Ablegung der Gesellenprüfung sind 438 Lehrlinge aufgefordert worden, darunter 31 Lehrmädchen. 248 Prüflinge hatten sich der Meisterprüfung unterworfen, nur 9 derselben haben nicht bestanden. Meisterkurse finden statt in Eschwege, Cassel, Hersfeld, Frankenberg, Vöhl und Philippstal, weitere sind in Vorbereitung. Zwangsinnungen sind in Wächtersbach und Birstein für die Bauhandwerker geschaffen worden, wegen be­ruflicher, wirtschaftlicher oder moralischer Nnzuverlässig- keit hat die Kammer gegen 21 Bauunternehmer auf Untersagung des Betriebes Antrag gestellt. Sechs derselben stellten den Betrieb selbst ein, sechs weitere verzogen aus dem Bezirk, die andern kamen ihren Ver­pflichtungen nachträglich nach. Schneiderobermeister

Braun-Marburg teilte mit, daß die Militärverwaltung bei Abnahine von fertiger Ware übertriebene Anforde­rungen stellte und dadurch den Meistern das Arbeiten für das Militär ganz verleidete. Bäckermeister Jünger Hanau besprach die Unterbietungen im Hanauer Bäcker­gewerbe. Der Herr Erste Staatsanwalt habe ihn befragt und mitgeteilt, daß man doch unmöglich das fertige Brot für 19 Pfg. das Kilo liefern könne, wenn das zum Backen vorgeschriebene Mehl 23 Pfg. allein schon koste. Die Einrichtung eines Erholungsheims für Handwerksmeister wurde besprochen. Der Bau desselben wurde zu 100,000 Mk. veranschlagt, als Platz wurde das Druseltal vorgeschlagen. Es wurde bedauert, daß man nicht die ca. 80,000 Mk. Ueberschuß der Jubiläums-Gewerbeausstellung zu dem Zwecke be­stimmt habe. Vorläufig kann der Plan nicht verwirk­licht werden, es wurde jedoch empfohlen, daß die Innungen in ihre Etats Summen für den Zweck zur Verfügung stellen. Der Rechenschaftsbericht ergab einen Ueberschuß von 10,000 Mk. für das Rechnungsjahr 1907. Die Kammer trat gegen die Gas- und Elek­trizitätssteuer und für ein Verbot der Beamten- und Konsumvereine ein.

Uermischtes.

In Mutterstadt in der Rheinpfalz ist ein 16- jähriges Mädchen vor Schreck erblindet. Die Aerzte wollen die Wiederherstellung der Sehkraft durch eine Operation versuchen.

Der neugewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat s. Zt. in Göttingen studiert und im Pensionat der Lehrerin Fräulein Schlote gewohnt.

Auf dem Gefängnishof in Verden a. d. Aller wurde der Klempnergeselle Friedrich Skolarikis aus Geestemünde durch Scharsrichter Kröppling-Magdeburg hingerichtet. Skolarikis hatte bekanntlich im Mai d. I. den Banklehrling Johann Hollwege aus Lehe in einen Keller gelockt, ermordet und beraubt.

Wegen Giftmordversuches wurde in Duisburg ein Lademeister verhaftet. Er hatte seinen beiden Ge­liebten die Ehe versprochen und suchte die eine durch Phosphorvergiftung zu beseitigen.

Verwendung von Draht zum Baumfällen. Ueber ein eigenartiges Büttel zum Baumfällen berichtet die Zeitschrift der österr. Jng.- u. Arch-Vereins": Wenn es sich darum handelt, Wälder von großer Ausdehnung abzuholzen, wie dies in Amerika häufiger vorkommt, kann man das Abholzen nicht mehr von Hand aus vornehmen, weil dazu mehr Arbeitskräfte erforderlich sind, als sich aufbringen lassen, und das Verfahren sehr langsam ist. Die Anwendung horizontaler Dampf­sägen wird feit langem in Paris geübt, doch leidet die Methode ebenfalls an Unzuträglichkeiten; die Maschinen die nach jedein Schlagen an einen anderen Platz ge­bracht werden müssen, sind schwer, unhandlich und

groß und das Feuer der Dampfmotoren bildet eine ständige Brandgefahr. Die Amerikaner haben daher nach etwas besserem gesucht und da hat ihnen die Elektrizität eine elegante Lösung der Frage geboten. Man installiert am Waldessaum eine elektrische Maschine und läßt von einem dünnen Kabel einen Strom dorthin führen, wo man ihn braucht. Dieser Strom wird dazu benutzt, einen Platinfaden in Rotglut zu versetzen, der dann quer durch den Holzstamm geführt wird und ihn leicht durchschneidet. Die hierbei in Verwendung kommenden Apparate sind einfach, bequem zu trans­portieren und die Gefahr des Feuers ist auf ein Mindestmaß beschränkt. Das Verfahren soll sich durch eine erstaunliche Schnelligkeit und Billigkeit auszeichnen.

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Frankfurt a. M., 16. Nov. Amtliche Notierungen der Liebmarkt preise. Zum Verkauf standen 407 Ochsen, 49 Bullen, 942 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 331 Kälber, 548 Schafe und Hämmel, 1724 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen a) vollfleischige. ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mk. 78 80, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk, 70-72, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 6062, d) gering genährte jeden Alters Mk. bis -. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mk. 68 bis 70, b) mäßig genährte jüngere und gut ge« genährte ältere Mk. 64 63, cj gering genährte Mk., Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk. 70 -72 b) vollfleischige, ansgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Mk. 6264, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 5052, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00 - 00, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk.. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feine Mast (Bollm.-Mast)und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 9295 Pfg., (Lebendgewicht) 5053 Pfg., b) mittlere Mast- und gut. Saugkälber (Schlachtgewicht) 85 - 90 Pfg., (Lebendgewicht) 505? . Pfg., e) geringe Saugkälber 6870 Pfg., d ältere gering genährt Kälber Freffer Pfg. Schafe: a) Mastlämmer nnd jüngei Masthämmel 72 80 Pfg., b) ältere Masthämmel 5860 Pfg c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) P; . Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Sreu' ungen im Alter bis zu IV« Jahren 71 Pfg., b. fleischige 69-1 '

Kirchlicher Anzeiger für Schlächtern.

Evangelische Gemeinde:

Mittwoch, 18. November (Buß- u. Bettag).

Vormittagsgottesdienst: Herr Superintendent Orth. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer Rollmann.

Katholische Gemeinde

Gottesdienst: 10 Ubr: Herr Kaplan Roßbach-Sannerz.

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