* Ein falscher Hundertmarkschein ist dieser Tage in Frankfurt a. M. von der Reichsbank angehalten worden. Mit dem Schein war ein Bahnbeamter getäuscht worden, der auch wohl für den Schaden aufzukommen haben wird. Der Schein trägt die Nummer 3,610,591 D und ist ziemlich gut ausgeführt. Besondere Kennzeichen sind das glatte Papier und der etwas verwischte Druck, namentlich bei den Strafbe- stimmungen. Anfangs August wurde in Wiesbaden ebenfalls ein falscher Hundertmarkschein, der die gleichen Merkmale und Nummer trägt, angehalten, der anscheinend aus der nämlichen Fabrik stammte.
* Gendarmerie-Wachtmeister Greeb aus Batten wurde anstelle des von den Zigeunern erschossenen Wachtmeisters nach Flieden berufen.
* Der Firma I. Mollenhauer u. Söhne, Hof- instrumentenmacher in Fulda wurde von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Sachsen-Weimar der Titel „Hoflieferant" verliehen. Die Auszeichnung erfolgte auf Grund der seit dem Jahre 1870 an das Hoftheater Weimar und an die Großherzogl. Musikschule Weimar gelieferten Musikinstrumente.
Herbst.
Der Lenz ist hin,
Der Sommer auch,
Es blüht kein Baum,
Es grünt kein Strauch;
Das Feld ist leer,
Die Wiese kahl,
Der Nebel liegt
Auf Berg und Tal. —
Doch Lenzesduft
Und Sommersglut
Sie sind vereint
Im Rebenblut.
Der Herbst schenkt uns
Den goldenen Wein,
Drum soll der Herbst, Willkommen sein.
Gelnhausen. Hermann Haase.
Nermischtes.
— Einen großen Dienst leistet man jebem, dem man die Verwendung der altbewährten Maggi-Erzeug- nisse empfiehlt. Ein Zusatz weniger Tropfen Maggi's Würze hebt und verfeinert den Geschmack der Speisen. Aus Maggi's Suppenwürfeln lassen sich in wenigen Minuten wohlschmeckende und nahrhafte Suppen herstellen, während man sich mit Hilfe von Maggi's Gekrönter Fleischbrühe und -Bouillon-Würfeln rasch vorzügliche Bouillon bereiten kann.
— Die Grundsteinlegung des Bureauhauses des Deutschen Werkmeister-Verbandes fand am Sonntag den 27. September in Düsseldorf statt. Das Haus, das auf städtischem Grund und Boden steht, wird
Ostern nächsten Jahres gelegentlich des 25. Stiftungsfestes eu^ewciht werden. An der Feier nahmen zahlreiche Abordnungen der Vereine und Vertreter der Stadt Düsseldorf teil.
— Göttingen. Unter den polnischen Arbeitern in Einbeck ist eine Typhusepidemie ausgebrochen. 25 liegen im Krankenhause, mehrere sind schon gestorben.
— Ein 14jähriger Schüler einer hannoverschen Bürgerschule hat unter der Einwirkung der Lektüre der Schundlitteratur Selbstmord begangen. Man fand ihn an einer Kellertür erhängt vor.
— Der älteste Unteroffizier der deutschen Armee tritt nach 54jähriger Dienstzeit am 1. Oktober in den Ruhestand. Es ist der 74jährige Regimentshandwerksmeister. Vizefeldwebel Strupat von dem in Königsberg in Preußen garnisonierenden Fußartillerieregiment Nr. 1; er hat unter zwei Königen und drei Kaisern gedient. Zu Ehren des Veteranen veranstalteten das Offizierkorps und Unteroffizierkorps des Regiments einen Abschiedskommers. Zum Schluß wurden dem Jubilar von dem Offizier- und Unteroffizierkorps wertvolle Gaben überreicht.
— Ein Prinz, der mit einer Dorfschönen tanzte. Ein heiteres Manövererlebnis wird den „Leipz. N. Nachr." aus dem Weimarischen Dorfe Krimla mitgeteilt: Mit der 6. Batterie der 19. Artillerie war ein Prinz von Siam als Leutnant mit einquartiert. Abends beim Tanz war der Prinz auch da. Daß er gar nicht tanzen wollte, reizte die Mädchen, und schließlich riskierte eine Dorfschöne einen Engagements- Versuch. Der Prinz sträubte sich zwar, mußte aber wohl oder übel zur Freude und zum Ergötzen aller doch ein Tänzchen riskieren. Es soll allerdings merkwürdig ausgefallen sein.
— Einem aus Tirol in München eingetroffenen Viehhändler wurden auf dem Münchener Hauptbahnhof 27000 Kronen aus der Tasche gestohlen.
— Einen falschen Zahn verschluckte eine Dame in Blankenberghe. Sie begab sich sofort in ein Krankenhaus zu Brügge; aber es war unmöglich, den Zahn aus der Speiseröhre zu entfernen. Am folgenden Tage ist die Dame gestorben.
— Eine 14jährige Brandstifterin. In Daitenhausen (Oberbayern) hat eine 14jährige Hofmagd aus Rache einen stattlichen Gutshof angezündet, der bis auf das Wohnhaus mit sämtlichen Erntevorräten, dem Maschinen- Haus und den Maschinen eingeäschert wurde.
— In Speyer wütet ein Großfeuer in der Mitte der Stadt. DieffenbacherS sGroßmühlenanwesen wurde total eingeäschert. Der benachbarte Georgenturm steht in Flammen, die Nachbarshäuser sind ebenfalls bereits ungebrannt. Vor 1.7 Jahren hat ein ähnlicher Brand gewütet.
— Verheerende Wirkung eines Taifun. Von der Gewalt der periodisch in China, auf den Philippinen usw. auftretenden Wirbelstürme, die unter dem Namen
Taifune bekannt sind, bekommt man einen Begriff, wenn man die Folgen eines solchen Sturmes, der Ende Juli dieses Jahres Hongkong und die Umgegend heimsuchte, ermißt. Nur etwa drei Stunden wütet dieser Taifun und brächte in dieser kurzen Zeit 4 Kriegsschiffe — darunter 3 Flußkanonenboote, — 5 Seedampfer, 2 Flußdampfer, 7 Dampfboote und eine große Zahl von Dschunken und Kähnen zum Scheitern, wobei 2 Flußdampfer, 7 Dampfboote, 10 Leichter und eine große Zahl Dschunken sanken. Im ganzen kamen durch diesen Taifun 2000 Menschen ums Leben.
— Verheißungsvoll. Die Schwiegermama schreibt ihrem auf einer Geschäftsreise befindlichen Schwiegersöhne : Lieber Sohn! Soeben wurde Emmy von kräftigen Zwillingen (Jungen) entbunden. Ein andermal mehr. Ihre Schwiegermutter Beate.
— Ein Menschenfreund. Sie (zum Dienstmädchen): „Lina, stecken Sie diese Postkarte in den nächsten Brief» kästen!" — Er: „Aber Frau, Du wirst doch das arme Mädchen wegen einer Postkarte nicht die drei Stockwerke 'nunrerschicken! . . . Bringen Sie mir wenigstens ein Maß Bier mit, Lina!"
— Neue Existenzmittel. Fremder: „Wie steht es nur jetzt in der Gegend hier aus! Die Fluren verwildert, kein Feld bestellt, keinen Bauer sieht man arbeiten —" — Bauer: „Das ha'm m'r alles nich mehr nötig. Seit der neue Herr vom Rittergut die Treibjagden abhält und Automobil fährt, leben m'r halt von Schmerzensgeldern und Unfallrente".
— Familien-Jdyll bei Cohns. Der kleine Moritz: „Papa, magst De nich 'mal Deine Nase hier auf mein Papier legen? Ich hab' zu zeichnen e Kurve".
Frankfurt a. M., 28. Sept. Amtliche Notierungen der Viebmarkl preise. Zum Verkauf standen 385 Ochsen, 29 Lullen, 866 Kühe
und Färsen (Stiere und Rinder), 348 Kälber, 353 Schafe und
Hämmel, 1889 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen
a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6
Jahren Mk. 80—83, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 73 — 75, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 60—65, d) gering genährte jeden Alters Mk. — bis —. Bullen: a) vollfleischige höchsten SchlachtwerteS
Mk. 66 bis 38, b) mäßig genährte jüngere und gut ge- genährte ältere Mk. 62—64, ej gering genährte Mk. —, Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk. 74 -76 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu
7 Jahren Mk. 65—66, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig
gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 53—55, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00 - 00, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. —. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feine Mast (Vollm.-Mast)und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 92—95 Pfg., (Lebendgewicht) 55—56 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 78 - 90 Pfg., (Lebendgewicht) 47—52. Psg., o) geringe Saugkälber 68—70 Pfg., d ältere gering genährte Kälber Fresser — Pfg. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 80 - 82 Pfg., b) ältere Masthämmel 70—72 Pfg c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) — Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuz, ungen im Alter bis zu l1/» Jahren 71 Pfg., d. fleischige 69-70«
CourSbertcht.
Abrah. Sichel, Bank- u. Wechselgeschäsi- Schlächtern, den 29. September 1908 " MkTlPf.
4 PCt. Deutsche Reichsanleihe 3‘n PTt. Deutsche ReichSanleihe $ vTt. Deutsche Reichsanleibe 4 PCt. Preuß kons. Anleihe $>/« Preuß. tont Anleihe $ pCt. Preuß. kons. A"leibe 4 pCt. Baver. E.-B.-Ob igationeu 4 pEt. Kur essische Landesnedittaffe 3*/i pCt. Kurhessische Laudeskred tkasse 4 pCt. Meimug. -vYv.-Piandbnef unkündbar bis 1918 Ker. 13
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