Kaiserpreissingen stattfinden soll, erfolgt auf Kosten und die Rechnung einer privaten Gesellschaft, der FesthallLugeseuschaft, die die Mittel zum Bau längst zusammengebracht. Es erscheint also ausgeschlossen, daß das Kaiserwettsingen außergewöhnliche Kosten erfordern sollte.
* Aus Aerger über die schlechte Witterung hat sich ein Landmann in Offheim (Nassau) zu erhängen versucht. Er fuhr zum Fruchtbinden ins Feld, mußte aber eintretenden Regens wegen unverrichteter Sache wieder zurückkehren. Er beging nun im Stall Selbstmord, wurde aber von hinzukommenden Leuten wieder abgeschnitten.
* Die Güterschlächterei hat im Großherzogtum Hessen, namentlich im Odenwald und im Amtsgerichtsbezirk Schlitz, einen so erheblichen Umfang angenommen, daß das Großherzogliche Ministerium des Innern die Kreisämter angewiesen hat, dem gemeinschädlichen Treiben der Güterhändler mit allen gesetzlich zulässigen Mitteln entgegenzutreten.
* Dillenburg. An dem Eisenbahneinschnitt bei Würgendorf, wo vor einigen Jahren durch Loslösen größerer Erdmassen ein Erdrutsch befürchtet wurde, zeigen sich seit einigen Tagen wieder bedeutende Erdrisse. Eine alsbald an die gefährdete Stelle gerufene Kommission ordnete die Errichtung einer starken Schutzmauer an.
* Das Silber-Jubiläum des Verbandes deutscher Touristenvereine und die 32. .Hauptversammlung des Rhönklub am 29. und 30. August in Fulda nahmen einen sehr erfreulichen Verlauf. Zahlreiche Vertreter aus allen Gauen hatten sich hier zu ernster Beratung und deutscher Gemütlichkeit zusammengefunden. Die Stadt Fulda hatte einen festlichen Empfang bereitet. Begrüßungsansprachen hielten die Herren Baumeister Wegener, Vorsitzender des Verbandes und Präsident des Rhönklub, Landrat Springorum und Dr. Schneider- Fulda, Scholl-Frankfurt, Steeger-Annaberg und Kobisch-Leipzig. Die Reden gipfelten in dem Wunsche, daß die Beratungen sowie die frohen Stunden reichen Segen für die Bestrebungen des Verbandes bringen möchten. Herr Professor Vonderau-Fulda erstattete den Jahresbericht, Herr Direktor Manteusfel den Kassenbericht. Der nächste Verbandstag, der nunmehr den Namen „Verband deutscher Gebirgs- und Wander- vereinc" führenden Vereinigung wird 1909 in Lim- burg abgehalten. Es wurde ferner über praktische Wegemarkierung, Schülerherbergen usw. verhandelt. Mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen in Limburg!" schloß der Vorsitzende die Hauptversammlung. — Au dem im großen Orangeriesaale am Sonnabend Abend abgehaltenen Begrüßungsabend kam cher echt deutsche Humor zur Geltung. Der Vorsitzende des Rhönklub zweigvereins Fulda, Herr Dr. Schneider begrüßte die zu dem touristischen Doppelfeste gekommenen Gäste. Der Verlauf des Verbandstages werde gewiß dazu beitragen, den Ruhm der Rhön in den weitesten deutschen Gauen zu verkünden. Herr Stadtrat Richard Schniitt dankte im Namen der Stadt Fulda für die Ehre, dem 25. Verbandstage deutscher Touristenvereine Herberge sein zu dürfen. Musik- und Gesangs- vorträge, turnerische Aufführungen ernste und heitere Ansprachen erhöhten die Feststimmung.
Verbindlichkeiten außerstande sein. Dadurch werden auch deutsche Fabriken, die am Uesküber Geschäft nicht unerheblich beteiligt sind, Verluste erleiden. Wie stets bei größeren Bränden im Orient werden aber nicht nur die wirklich durch den Brand Geschädigten Ruin vorschützen, sondern auch eine große Zahl solcher Kunden, die vom Brande ganz verschont geblieben sind. Es ist deshalb den Interessenten dringend zu empfehlen, durch ihre Vertreter und nötigenfalls durch Vermittlung des K. u. K. Oesterreichisch-Ungarischen Konsulats in Uesküb das die deutschen Interessen mit vertritt, unverzüglich feststellen zu lassen, ob ihre Kunden zu den Abgebrannten gehören, wenn ja, ob sie versichert sind, und eventuell zur Deckung ihrer Forderungen aus der Versicherungssumme geeignete Schritte zu tun.
* Der Herr Oberpräsident der Provinz Hessen- Nassau, Exzellenz Hengstenberg, hat zugesagt, dem landwirtschaftlichen Feste in Hanau anzuwohnen.
* Das offizielle Turnfestalbum von Frankfurt a. M. Zum erstenmal hat es der Ausschuß eines deutschen Turnfestes unternommen, die photographischen Aufnahmen der wichtigsten Vorgänge während der Festtage durch Autotypie zu vervielfältigen und zu einem geschmackvollen Album zusammenzustellen, das jetzt erschienen ist. Außer Ansichten der Feststadt, des Empfangsgebäudes, der großen Festhalle und des gesamten, reich belebten Festplatzes bietet das Album Gruppenbilder aus dem Festzug, dem Festspiel und der Huldigung am Niederwalddenkmal, Bilder der Ausschußmitglieder der deutschen Turnerschaft der Sieger des diesjährigen Festes und der früheren deutschen Turnfeste, und in reicher Zahl Aufnahmen von zahlreichen turnerischen Vorführungen, u. a. der Schüler und Schülerinnen sämtlicher Frankfurter Schulen. Die Festteilnehmer sehen im Geist noch einmal das fröhliche Leben und Treiben auf dem Festplatz, sie sehen die Turner bei ernster Arbeit und bei erhebenden Feiern und durchleben so in der Erinnerung von neuem das schöne große Fest. Die Bilder sind technisch vorzüglich wiedergegeben und von tadelloser Schärfe. Besondere Erwähnung verdient die prächtige Ausstattung des Albums.
* Zum Kaiserwettsingen. Das „Berl. Tagebl." bringt eine Meldung, wonach der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. eine Vorlage vorbereitet, die sich mit einer großen Geldforderung für das im nächsten Jahre in Frankfurt a. M. stattfindende große dritte deutsche Kaiserwettsingen beschäftigt. In eingeweihten Kreisen ist man, so heißt es in dem Telegramm weiter, der Ansicht, daß der Magistrat mit einer sehr hohen Forderung an die Stadtverordneten herantreten wird. Diese Meldung entspricht nicht den Tatsachen. Es ist auch unerfinderlich, aus welchen Gründen die Stadt Frankfurt eine große Geldsumme für das Kaiserwett- singen zur Verfügung stellen soll. Der letzte, vor fünf Jahren in Frankfurt abgehaltene Kaiserpreis- Gesangswettstreit schloß mit einem beträchtlichen Ueber- schuß ab, so daß der Garantiefonds, zu dem die Stadt eine Summe gezeichnet hatte, gar nicht in Anspruch genommen zu werden brauchte, trotzdem damals für die Veranstaltung eine eigene Halle erbaut werden mußte. Jetzt liegen die Verhältnisse viel einfacher. Der Bau der Fest- und Ausstellungshalle, in der das
* In Gegenwart sämtlicher Kriegervereine des Kreises Frankenberg wurde am Sonntag in Franken- rerg das von dem Bildhauer Melville in Cassel ge- chaffene Kriegerdenkmal enthüllt. Die Weiherede hielt Herr Pfarrer Koch-Frankenberg.
* Der Ehrenbürger, Herr Andrö Lenoir, hat zu Gunsten der Stadt Cassel eine Millionenstiftung gemacht. Ihr Zweck ist, arme Waisenkinder jeden religiösen Bekenntnisses als tüchtige und brauchbare Menschen zu erziehen und ihnen später die Mittel in die Hand zu geben, sich auf eigene Füße zu stellen.
Uermischtes.
— Darmstadt. Aus der Lavdesirrenanstalt Philippshospital bei Hofheim sind am Sonntag nacht 5 Verbrecher entsprungen, von denen einer zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war.
-- Das große Los der Königsberger Lotterie in Höhe von 75000 Mk. fiel nach Oberlar bei Bonn. Die glücklichen Gewinner sind zwei Bahnbeamte und ein Kaufmann.
— Viele Weinbergsbesitzer im ganzen Saaletal von Jena bis unterhalb Camberg gehen mit der Absicht um, Weinstöcke in ihren Bergen auszuroden und an ihre Stelle Obstbäume und Beerensträucher anzu- pflanzen. Der „Saalewein" gedeiht nicht mehr!
— Auf der Zeche Adolf von Hansemann bei Essen sind der Reviersteiger, sowie zwei Bergleute eingeschlossen. Man glaubt, daß sie durch giftige Gase betäubt und erstickt sind.
— Das Aluminium aus den Trümmern des Zeppelinschen Luftschiffes wird eingeschmolzen und soll, wie man aus Lüdenschcit berichtet, zu einem Teil in kunstvoll verzierte mit Widmung versehene Löffel, zu einem anderen Teil zu einer Denkmünze umgestaltet werden, die den an der Nationalspende Beteiligten ausgehändigt werden soll.
— Banknotenfälscher. Die Polizeibehörde entdeckte in einer Mailänder lithographischen Anstalt eine große Banknotenfälscherwerkstätte. Der Direktor und die Werkführer, sowie 40 Arbeiter wurden festgenommen. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
— Eine Feuersbrunst zerstörte in New-Orleans in Amerika das Franzenviertel. Der Schaden beträgt 6 Mill. Mark.______________________________________ Telegraphischer Schiffsbericht der „M Star Linie" Antwerpen.
Der Postdampfer „Vaderland" der „Red Star Linie" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 31. August wohlbehalten in „ Newyork" angekommen.
Kirchlicher Anzeiger für Schlächtern.
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Sonntag, den 6. September Vormittagsgottesdienst Herr Superintendent Orth. Hl. Abendmahl.
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