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* Im Landkrankenhause in Caffel liegt z. Z. ein 11 jähriger Knabe schwer darnieder. Der Knabe hatte beim Essen von Kirschen zwei Steine derselben mit hinabgeschluckt, infolgedessen sich bald Darmbeschwerden entstellten. Die Beschwerden nahmen rasch derart zu, daß der Arzt der Familie die Ueberführung des Knaben nach dem Landkrankenhause anordnete, woselbst eine Blinddarmoperation vorgenommen wurde, welche die Steine und den Blinddarm entfernte. Der Junge be­stand die Operation, liegt aber jetzt in so bedenklichem Schwächezustande, daß die Angehörigen für sein Leben fürchten.

* Caffel. Ihre Majestät die Kaiserin traf Montag früh in Begleitung des Prinzen Joachim und der I Prinzessin Viktoria Luise auf Bahnhof Wilhelmshöhe ein. Schon gegen 7 Uhr hatte sich daselbst ein zahl­reiches Publikum eingefunden. Die elektrischen Bahnen h, waren geradezu überfüllt und in der mit Fahnen und W Wimpeln geschmückten Wilhelmshöher Allee wogte ein Strom von Menschen. Kurz nach 7 Uhr fuhren die Hofequipage und die beiden kaiserlichen Automobile zum Bahnhof, woselbst sich u. a. auch mehrere höhere Offi- Ä ziere eingefunden hatten. Pünktlich 728 Uhr fuhr der Kaiserliche Sonderzug, von Kiel kommend, in Bahnhof Wilhelmshöhe ein. Nach einer kurzen Begrüßung fuhren die höchsten Herrschaften mit der bereitstehenden Hofequipage, vom Jubel des Publikums lebhaft begrüßt, nach Schloß Wilhelmshöhe.

* Hildburghausen. Von schwerem Leid wurde eine hiesige Gastwirtsfamilie betroffen, deren Tochter in der Nacht zum Dienstag vorige Woche in tiefen Schlaf verfiel, ohne wieder zu erwachen. Mitwoch Nacht trat der Tod ein; der Schlaf hat also 48 Stunden gedauert. Der Fall ist um so eigentümlicher, als der Schlafenden durchaus keine Nahrung eingeflößt werden konnte und kalter Schweiß des öfteren die Stirn bedeckte. Es ist das einzige Kind der bedauernswerten Familie und steht erst im 23. Lebensjahr.___

Vermische-.

Newyork in einer Glutwelle. Während in Deutschland eine erträgliche Sommertemperatur herrscht

ist NeW;* wieder von einer jener sommerlichen Hitz- Wellen betroffen, in deren Bann alles Leben erschlafft. Seit einem Jahrzehnt haben, so wird demB. I." gemeldet, die Oststaaten keine Sommerglut erdulden müssen, die der furchtbaren Hitze gleichkommt, die in diesem Jahre Menschen und Tiere erschlaffen läßt und allein in wenigen Tagen mehr als 30 Opfer erfordert hat. Das amtliche Thermometer zeigte kürzlich am Dache eines Wolkenkratzers 34 Grad Celsius, während unten in den Straßen 38 Grad im Schatten und 47 Grad in der Sonne gemessen wurden. Ganz Newyork erwartet das Trostzeichen einer grauen Regenwolke. Die Kindersterblichkeit hat eine furchtbare Höhe erreicht. Die Mehrzahl der Einwohner sucht in der Nacht auf den Dächern, in den öffentlichen Anlagen, in den Haus­fluren oder unten am Strande Zuflucht, um der lasten­den Schwüle einige kümmerliche Stunden unruhigen Schlafes abzuringen. An der Küste kann man jetzt diese Freischläfer zu Hunderten beobachten, die den weißen Seesand zum Bette wählen. In einigen Dist­rikten hat man die Gratisverteilung von Eis eingeführt. An einem Tag allein erlagen vierzehn Menschen der Hitze, und achtzig kamen mit Hitzschlägen davon. Alle Augenblicke sieht man auf der Straße Pferde fallen, die so geschwächt sind, daß sie nicht wieder aufzustehen vermögen. Mit Hellem Geläut rasseln die Ambulanz­wagen die Fahrstraßen hinab, die Krankenhäuser sind überfüllt und die Aerzte stehen d-m Massen­andrang hilflos gegenüber. Die Frauen kehren zu den verpöntenPeekahoo"»Blusen, den weit ausgeschnittenen durchsichtigen Gewändern zurück, die Männer wandeln, den Rock auf dem Arme, durch die Straßen, und in den vornehmsten Restaurants bricht die Hitzwelle alle Gesetze des guten Tones, und die Herren setzen sich in Hemdsärmeln zu Tisch.

In dem Dorfe Bonaduz, einer Station an der Eisenbahnlinie Chur-Tusis brach am 11. Juli d. Js. Großfeuer aus, welches in drei Stunden faßt die ganze Ortschaft einäscherte. Ueber einhundert Gebäude sind zerstört, nur die Kirche, das Schulhaus und ein Hotel blieben unversehrt.

Auf der großen allgemeinen Ausstellung für Gastwirtschaft und Hotelindustrie in Diedenhofen ist der durch ihre Leuchtgas-Benzin- und Sauggasmotoren usw. sowie durch ihre Sauggasanlagen rühmlichst be­kannten Gasmotorenfabrik Akt. Ges. Cöln Ehren- feld vormals C. Schmitz in Cöln Ehrenfeld aber­mals eine verdiente Auszeichnung zu Teil geworden, indem derselben vom Preisgericht die goldene Medaille und der Ehrenpreis der Stadt Diedenhofen zuerkannt worden ist. Die Fabrik hat bereits über 5000 PS in derartigen Anlagen geliefert. Besonders anerkennend verdient auch hervorgehoben zu werden, daß die Mon­tage der in Diedenhofen ausgestellten Anlage, welche auch die Beleuchtung der dortigen Ausstellung zu über­nehmen hatte in der kurzen Zeit von 6 Arbeitstagen bewerksstelligt worden ist.

Frankfurta. M., 13. Juli. Amtliche Notierungen der Biehmarkt preise. Zum Verkauf standen 572 Ochsen, 91 Bullen, 1175 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 342 Kälber, 212 Schafe und Hämmel, 2698 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mk. 7679, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 70-74, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 58 - 62, d) gering genährte jeden Alters Mk. bis. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mk. 65 bis 67, b) mäßig genährte jüngere und gut ge> genährte ältere Mk. 6)62, e) gering genährte Mk., Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk. 70 -73 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Mk. 6t 63, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 4446, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00 - 00, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk.. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feine Mast (Vollm.-Mast)und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 9395 Pfg., (Lebendgewicht) 5556 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 85 -95 Pfg., (Lebendgewicht) 5054. Pfg., o) geringe Saugkälber 7276 Pfg., d ältere gering genährte Kälber Fresser Pfg. Schafe: a) Mastlämmer nnd jüngere Masthämmel 52 - 00 Pfg., b) ältere Masthämmel 7476 Psg. c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuz­ungen im Alter bis zu l1/4 Jahren 64 Pfg., b. fleischige 62 -63«

Königl. Oberförstern Marjoß.

Roggen- u. Haferverkauf.

Am Sonnabend, den 18. Juli soll der diesjährige Ertrag auf den bis­her zum Oberförsterdienstland gehörenden Aeckern öffentlich meistbietend an Ort und Stelle verkauft werden nämlich: 1) 5 Uhr abends: Roggen, Breiterain

= 1,22 ha (Straße Marjoß-Mernes) 2) 6 Uhr abends: Hafer (Zusammen­

kunft auf der Oberförsterei) a. Im Balz 0,57 ha b. Ebertsacker 0,50 c. Langethal = 0,21

Die Verkaufsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Donnerstag, den 16. d. Mts., soll in der Fehl'schen Wirtschaft zu W a l l r o t h um 12 Uhr mittags

19 Nadelholzstämme mit 7,40 Festm.

und,15 Stangen 1. Klasse auf das Meistbietende verkauft werden.

Wallroth, den 13. Juli 1908.

Der Bürgermeister: Möller.

Totsicher ^&.

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banlwirtscliafilicier Kreis-Verein.

Diejenigen Viehzüchter im Kreise, welche bei der Ausstellung am 14. Juli 1906 in Schlüchtern eine Staatsprämie erhalten haben, müssen jetzt die Aus­zahlung der zweiten Hälfte dieser Prämie bei der Landwirtschaftskammer zu Caffel, gegen Einsendung einer Bescheinigung, daß das prämiierte Tier zwei Jahre innerhalb des Kammerbezirks zur Zucht verwendet ist, nachsuchen.

In Frage kommen nur Pferde und Rinder 32 Prämien und 1220 Mk. Nachzahlung.

Schlüchtern, den 11. Juli 1908.

Der Vorfitzende des Vorstandes:

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