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^- Jugendlicher Verbrecher. In Berlinchen bei Land'sberg wurde ein 18jahriger Fürsorgezögling aus dem Rettungshause verhaftet. Er hatte zweimal ver­sucht, Züge zur Entgleisung zu bringen Er wollte die Entgleisung als ein Schauspiel genießen.

Am Neubau des Realgymnasiums in Sterkrade stürzten die Decken sämtlicher Stockwerke ein. Zahl­reiche Arbeiter sind unter dem Schutt begraben. Bis­her wurden ein Toter und drei Schwerverletzte ge« borgen.

Jahrmarkt in Südwestafrika. Zu Pfingsten soll in Keetmannspoop im Süden von Deutsch-Süd- Westafrika, zum ersten Male ein richtiger Jahrmarkt abgehalten werden. Den wichtigsten Handelsgegeu« stand wird das Vieh bilden, und der Gouverneur will, um den Markt zu unterstützen, Vieh- und Pferdean« käuse für das Gouvernement und die Schutztruppe vornehmen lassen. Bei Erfolg sollen die Jahrmärkte alljährlich zeimal stattfinden, und will man eine land­wirtschaftliche Ausstellung veranstallten, womit Ostaf- rika vorangegangen ist.

Vor einigen Wochen veröffentlichte der bekannte Kartoffelpächter Graf Arnim-Schlagenthin-Hussenheide einen Artikel mit der alarmierenden UeberschriftEuro­pas Kartoffelbau in Gefahr", der in den Kreisen der Kartoffelbauer große Bestürzung hervorgerufen hat. Graf Arnim beschreibt in seinem Artikel die Ver­heerungen, die die sogenannte Blattvollkrankheit in den Kartoffelbeständen Deutschlands angerichlet hat und anrichten wird und kommt zu dem Schluß, daß der durch die Krankheit veranlaßte Ausfall der diesjährigen Kartoffelernte in Deutschland den Wert von 400 Millionen Mark erreichen werde. Infolge seiner Veröffentlichung wurden dem Grasen aus allen Gegen­den Deutschlands ca. 400 Kartoffelproben mit ca. 800010000 Knollen zugesandt, die sänitlich im Arnim'schen Laboratorium untersucht wurden und zwar mit dem erschreckenden Ergebnis, daß von diesen 800010000 Knollen ganze 1520 Stück von dem Erreger der Blattvollkrankheit einem Pilz (fusarium solani) nicht befallen waren. Daraufhin hat sich die deutsche Landwirtschaftsgesellschaft der Sache ange­nommen und beim Reichsamt des Innern eine Unter­stützung von 500000 Mark erbeten, die zu Kartoffel­anbauversuchen verwandt werden sollen. Dr. Appel der Leiter der Dahlemer landwirtschaftlichen Versuchs­anstalt, der sich mit der Blattvollkrankheit im letzten Jahre eingehend beschäftigt hat, ist nämlich der Ansicht,

daß es irgend ein durchschlagendes Mittel dagegen nicht giebt. Die Krankheit ist vor 4 Jahren in Deutschland zuerst beobachtet worden (sie ist nicht zu verwechseln mit der schon früher aufgetretenen Kröuselkrankheit die ungefährlich ist) und hat sich mit einer erschreckenden Schnelligkeit über das ganze Reich verbreitet, ja über alle Kartoffel züchtenden Länder Europas. So sind z. B. Dänemark, Holland, Belgien, die Schweiz, Oesterreich-Ungarn, Rumänien vollkommen damit durchseucht. Die Krankheit äußert sich in einem Zusammenrollen und Verfärben der Blätter und frühzeitigen Absterben der Staude. Dabei kann der Ertrag der Knollen im ersten Jahre nach der An­steckung noch ganz leidlich sein. Die Knolle trägt aber den Pilz in sich und dieser kommt im zweiten Jahre nach der Infektion bei einzelnen Knollen schon so stark zur Entwickelung, daß dieselben nur einen ganz ge« ringen Ertrag liefern oder überhaupt gar nicht auf­gehen. Im dritten Jahre gehen die meisten Knollen nicht mehr auf. An den kranken Knollen sieht man äußerlich gar nichts, sie sehen vielmehr vollkommen gesund aus, zerschneidet man sie aber, so findet man, wenn der Pilz schon weiter fortgeschritten ist, eine grüngelbe Verfärbung (Ringe, Flecken) oder sogar braune Flecken. Dies ist das letzte Stadium. Kar­toffel mit braunen Flecken werden nur noch in den allerseltesten Fällen aufgehen. Geht eine manchmal auf, so bringt sie jedenfalls absolut keine Knollen mehr, die Staude stirbt alsbald ab. Es ist nun die Be­obachtung gemacht worden, daß einzelne Kartoffelsorten eine größere Widerstandsfähigkeit gegen den Pilz haben, wie die anderen. Hierauf fußend soll nun Dr. Appel große Anbauversuche machen und erforschen, welche Sorten sich am hartnäckigsten dem Pilz wider­setzen. Allein nur solche Sorten dürften in Zukunft noch einen einigermaßen befriedigenden Ertrag liefern. Die nicht widerstandsfähigen Sorten werden aller Voraussicht nach in wenigen Jahren von der Bildfläche verschwunden sein, der Pilz hat sie aufgefressen. Für den praktischen Landwirt, der natürlich seinen Kar­toffelbau nicht einfach solange einstellen kann, bis das Reichsinstitur widerstandsfähige Sorten gefunden oder gezüchtet hat, kommt es nun darauf an, sich vorläufig möglichst selbst zu helfen. Er untersuche seine Kar­toffelsorten ja sehr genau, zerschneide ein großes Quantum von Knollen und verwende nur diejenigen Sorten zum Anbau, wo er noch teilte gelben und braunen Ringe bezw. Flecke findet. Seine Frau wird ihm eine gute Beraterin dabei sein können, denn im

Laufe des Winters sind ihr sicherlich schön beim Schälen und Zerschneiden der Kartoffeln die berüch­tigten Flecken aufgefallen. In hiesiger Gegend soll sichGelbe Rose" dem Pilz gegenüber ziemlich wider­standsfähig gezeigt haben. Wenn die Krankheit für die hiesige Gegend wegen des verhältnismäßig geringen Kartoffelbaus auch lange nicht die Bedeutung wie für Norddeutschland hat, so kann doch nicht genug vor Unterschätzung des gefährlichen Pilzes gewarnt werden. Denn es ist für den Bauern doch wahrhaftig auch keine Kleinigkeit, ob er vom Morgen Land 70 bis 90 Zentner oder nur 10 bis 20 Zentner Kartoffeln erntet. Im vergangenen Jahre war die Witterung für die Kartoffeln in Mittel- und Süddeutschland so vorzüglich, wie vielleicht seit Jahrzehnten nicht und infolgedessen ist die Ernte noch eine gute, ja stellenweise sehr gute gewesen. Die gesunden Stauden haben eben hervor­ragend gut getragen und den Ausfall der kranken gedeckt. Trotzdem sind aber schon vielerorts Klagen laut geworden, daß häufig Knollen nicht aufgegangen seien. Darauf, daß die Witterung in diesem Jahre der Kartoffel wieder so über alle Maßen günstig sein wird, kann nicht gerechnet werden und darum heißt es jetzt bei der Saat aufpassen, um sich gegen allzugroße Verluste zu schützen. Also alle sichtbar erkrankten Kartoffeln vollkommen von der Saat ausschließen!

Frankfurta. M., 4. Mai. Amtliche Notierungen derBiebmarkl- preise. Zum Verkauf standen 618 Ochsen. 59 Bullen, 1045 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 208 Kälber, 244 Schafe und Hämmel, 2047 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfknd: Ochsen a) vollfleischige, ausgemästete höchsten SchlachtwerteS bis zu 6 Jahren Mk. 74 78, b) junge fleischige nicht auSgemästete und ältere ausgemästete Mk. 66 - 68, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 55- 58, d) gering genährte jeden Alter- Mk. bis. Bullen: a) vollfleischige höchsten SchlachtwerteS Mk. 64 bis 67, b) mäßig genährte jüngere und gut ge» genährte ältere Mk. 5860, c) gering genährte Mk., Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten SchlachtwerteS Mk. 66 -38 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren Mk. 60 62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 3840, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 00 - 00, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk.. Bezahlt wurde für ein Pfund a) seine Mast (Vollm.-Mast)und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 98100 Pfg., (Lebendgewicht) 5860 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 82-88 Pfg.,(Lebendgewicht) 4652. Pfg., o) geringe Saugkälber 6872 Pfg., d ältere gering genährte Kälber Freffer Pfg. Schafe: a) Mastlämmer nnd jüngere Masthämmel 80 - 82 Pfg., b) ältere Masthämmel 7476 Pfg, c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschase) Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuz, ungen im Alter bis zu 1V« Jahren 61 Pfg., b. fleischige60.

Holz-Verkaufsbekanntmachung. Königliche Obcrförsterci Sterbsritz.

Am Donnerstag, den 14. Mai d. I. von vorm. 9 Uhr ab sollen in der Heinke'schen Wirtschaft zu Schwarzenfels aus den Distrikten 33, 34 (Harlh) 42 (Heubergswäldchen) 53 Kälberberg) 56, 57, 58 (Struchrain) 59, 60, 61 (Slruth) 64, 66, 67, 68, 72 (Krechenberg) und 74 (Sengeswald) des Schutzbezirks Mottgers Ost (Hegemeister von Czarnecki) etwa folgende Hölzer und zwar:

Eichen: 35 Rm. Scheit, 2 Rm. Reis 1. Cl.

Buchen: 445 Rm. Scheit, 167 Rm. Knüppel, 435 Rm. Reis 2./3. Cl.

Birken: 88 Rm. Nutzscheit 2. Cl. in 2 bezw. 1 Meter langen Rollen,

Aspen: 4 Rm. Nutzscheit in 1 Meter langen Rollen,

Kiefern und Lärchen: 13 Baustämme 4. Cl. --- 4,45 Fm., 37 Rm. Scheit, davon 33 Rm. in Rollen, 74 Rm. Knüppel und 11 Rm. Reis 1. Cl. öffentlich meistbietend zum Verkauf ausgeboten werden.

Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen an.

Mottgers, den 4. Mai 1908.

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50000

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Montag den 11. Mai d. Js., von vormittags 9 Uhr ab in der Hainbuch'schen Gastwirtschaft zu Marjoß.

Schutzbezirk Marjoß-Süd, Distrikte 62b, 66, 99d, 82b u. Totalität.

Rohrbacherhof, Totalität, Marjoß-Nord, Distrikt 212, Marjoß-West, 232a und Totalität. Nutzholz:

Eichen: 19 Stangen, 1. 2. und 3. Kl., 2 Rm. Nutzscheit, 5 Rm. Nutz­knüppel.

Erlen: 4 Rm. Nutzscheit 2. Kl.

Fichten: 8 Stämme 4. Kl. mit 1,56 Fstm. 47 Stangen 1. und 3. Klasse, 62 Stangen 4. Kl.

Brennholz:

Eichen: 133 Rm. Scheit, 71 Rm.Knüppel, 8 Rm Reis 1. Kl.

Buchen: 442 Rm Scheit, 161 Raum­meter Knüppel, 500 Rm. Reis 2. und 3. Kl.

Birken und Aspen: 5 Rm. Scheit.

Kiefern: 17 Rm. Scheit, 222 Raum­meter Knüppel, 79 Rm. Reis 1 Klasse.

Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen entgegen.

An- und Verkauf

von Staatspapieren vermittelt unter Zusicherung reellster Bedienung

J. «M. Walter,

Soursbertcht.

Abrah. Sichel, Bank- u. Wechselgeschäft.

Schlüchtern, den 5. Mai 1908.

3i pikt. Deutsche ReichSanleihe

3 pikt. Deutsche ReichSanleihe 3i » Preuß. kons. Anleihe

3 p$t. Preuß. kons. Anleihe

4 pLt. Bayer. E.-B.-Anleihe

3ys Pikt. Bayer. E.-B.-Anleihe

4 pTt. Großh. Heff. StaatS-Rente

4 pLt. LandeSkreditkaffe 475 pikt. Oesterreichische Silberrente

4 pCt. Oesterreichische Goldrente

3 pTt. Portugiesen 1

3 p£t. Portugiesen 3

4 pikt. Ruff. StaatSrente von 1902 4 pikt. Ungar, Goldrente (1000)

Mk7?M

55 20 65 70 50 90 70

85 45 70

10 95

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91

81

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97

90

4 pTt.

4 pikt.

(500)

, (100)

40

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4 pikt. Mcining. Hyp.<Psandbr. Ser. 6 4 pCt. 9 U. 1914 3l/s pikt. 1907

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