Wahlvereins gerichteten Brief erklärt er, aus einem von dem sozialdemokratischen Parteisekretär Leber unter- schriebenen Artikel der „Weimar-ischen Volkszeitung" ersehe er, daß ihm die fernere Zugehörigkeit zur sozi- aldemokratischen Partei mit Gewalt verekelt werden solle Er habe nun nicht länger Lust, sich weiteren Angriffen von dieser Seite auszusetzen und demgegenüber der Parteidisziplin, d. h. der Wehrlosigkeit, überantwortet zu sein.
Ausland.
— Die Bandenkämpfe in Mazedonien fangen wieder an. Nach Angabe der Pforte ist neuerdings eine 25 Mann starke Bulgarenbande im Bezirk Strum- nitza vernichtet worden.
— Die südwestafrikanische Eisenbahn Otavi-Groot- fontein, welche von der South West-Africa Company erbaut wird, hat nach einer an amtlicher Stelle eingetroffenen telegraphischen Meldung ihren Endpunkt Grootsontein erreicht. Diese Bahn soll in der Hauptsache dem Erztransport aus den bei Grootsontein teilweise erst noch zu erschließenden großen Kupferlagern dienen. Die neue Bahnlinie hat ebenso wie die Otavi- bahn eine Spurbreite von 1,06 Meter gegenüber 60 Zentimeter der Bahnlinie Swakopmund-Windhuk.
— Der Hungertyphus in Budapest nimmt immer größere Dimensionen an. In den letzten zwei Tagen sind 11 Personen daran erkrankt und mehrere gestorben. Die Epidemie breitet sich auch nach der inneren Stadt hin aus. Die Erkrankung führt oft binnen 24 Stunden zum Tode.
— Im englischen Unterhaus wurde in zweiter Lesung der Gesetzentwurf über die Erteilung des Wahlrechts an die Frauen mit 271 gegen 92 Stimmen angenommen. Der Staatssekretär des Innern Glad- stone, obwohl für seine Person ein Freund der Reform, erklärte, daß die Regierung eine neutrale Haltung einnehme. Es besteht keine Aussicht, daß der Entwurf noch in dieser Session Gesetzt wird.
— General d'Amade hat dem französischen Ministerium eine telegraphische Meldung über neue Kämpfe in Marokko unweit Sukeldrin zugehen lassen. Die Marokkaner griffen die französische Truppenkolonne plötzlich an und nötigen d'Amade, sich ihrer durch eine Kavallerieattacke zu erwehren. Die französische Kavallerie verfolgte die Marokkaner noch 7 Kilometer weit. Bei dem plötzlichen Angriff und der Verfolgung der Marokkaner erlitten die Franzosen erhebliche Verluste an Toten und Verwundeten.
— Gegen die mazedonischen Banden geht die Türkei jetzt mit viel Energie vor. Die Verwendung der zur Bandenverfolgung in Mazedonien in Formation begriffenen Spezialbrigade hat zum Teil begonnen und zwar im gebirgigen Nahije Morichovo, das zum Bezirk Perlepe im Sandschak Monastir gehört und gegenwärtig von griechischen Banden überschwemmt ist. Im vorigen Monat fiel der Kommandant eines Truppen- detachements, Hauptmann Ismail, bei Verfolgung einer griechischen Bande in einen von einer zweiten griechischen Bande gelegten Hinterhalt und wurde getötet. Infolgedessen hat der Generalinspektor den Kommandanten des dritten Korpsbereiches beauftragt, eir g, nzes Bataillon der neuen Spezialbngobx 16
Streifdetachements, zur Saub u Nahije
zu verwenden und die Garnr um zwei
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e , jedoch nicht explodierte. Vier Personen
; i qtet. Die Person, welche den Bobenan- uus den Präsidenten verübte, ist ein zweiund- z .mz, jäyriger Argentinier. Der Präsident erhielt aus Anlaß seiner Errettung viel Glückwünsche. Der Präsident regiert seit einiger Zeit diktatorisch, nachdem er die Volksvertretung aufgelöst hat.
— Durch eine neue Bombenexplosion in Teheran
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, 6. März. 1908.
—* Die Witterung im März soll sich dem hundertjährigen Kalender zufolge in den ersten 5 Tagen sehr milde gestalten. Vom 6.-9. wären Regenfälle zu gewärtigen, die sich um die Zeit vom 13.—16. noch verstärken. Vom 18.—20. soll es Glatteis geben, dann aber dürfte es vom 22.—29. rauh und stürmisch werden. Für den 31. stehen starke Niederschläge in Aussicht. — Bruno Bürzel, der bekannte Meteorologe stellt für den März eine sehr veränderliche Temperatur in Aussicht. Anfänglich soll es windig, regnerisch und schneereich werden, vom 7. ab soll sich das Wetter etwas bessern. Vom 10. an wäre eine wärmere Temperatur zu gewärtigen, die Niederschläge im Gefolge hat. Um den 18. März soll es schöne, klare, kalte und sonnige Tage geben, Vorn 24, ab aber wird die Witterung sich wieder launisch erweisen und uns bald Regen, Schnee und Stürme, bald wieder Sonnenschein bescheren. Den 2. März bezeichnete der Gelehrte als einen kritischen Tag erster Ordnung.
*— Am Sonntag den 15. März wird in der Turnhalle zu Schlüchtern ein Familenabend des Evangelischen Bundes abgehalten werden, an welchem Herr Seminarlehrer Geisel einen Vortrag über Luthers Zeitgenossen Ullrich von Hütten, der auf der Steckelburg bei Schlüchtern geboren, halten wird. Im .weiteren Verlaufe des Abends soll sodann, wie wir hören, eine Aufführung stattfinden, in welcher das Stück „Treu Herr, treu Knecht", ein evangelisches Festspiel aus der Hugenottenzeit von F. Friedenburg in Scene gehen wird.
—* Schaffner mit Signalhörnern wird man demnächst auf den Staatsbahnen sehen. Das Brems- signal des Lokomotivführers wird nämlich bei langen Güterzügen von den hintersitzenoen Schaffnern trotz aller aufmerksamkeit nicht immer gehört, namentlich bei ungünstiger Windrichtung und im Winter, wenn die Schaffner die Pelzkragen hochgeschlagen haben. Für diese Fälle ist vorgeschlagen worden, einige der Schaffner mit Signalhörnern auszurüsten, mit welchen das Bremssignal der Lokomotive weiter gegeben werden kann. Der Minister hat daraufhin in einigen Direktions-
den Signalhörnern weitere Versuche in größerem Umfange anzustellen.
—* In den D.-Zügen sollen in Zukunft zwei Drittel (jetzt die Hälfte), aller Abteile den Rauchern vorbehalten werden.
*— Die neuen Rückfahrkarten, die die Preuß.-Hess. Eisenbahnvereinigung in Bälde ausgeben wird, bieten zwar nicht die Vorteile der früheren Rewurkarten, werden aber dem reisenden Publikum einige Bequemlichkeiten gestatten. Die Rückreisebillete, sind sogenannte Doppelkarten — eine Karte in zwei Teilen — von denen die eine nach Erledigung der ersten Reise abgegeben wird, während der Reisende den zweiten Teil für die Rückfahrt zurückbehält. Diese Karten sind nur innerhalb eines Zeitraumes von zwei Tagen gültig. Der Preis der Rückfahrt ist natürlich derselbe, wie der zweier einzelner Karten und die darauf ruhende Billetsteuer, wird nach dem Preise der Einzelbilletts berchnet.
—* Zur Krisis im deutschen Baugewerbe. Die für das deutsche Baugewerbe zum 1. April d. I. beschlossene General-Aussperrung wird sich nicht nur auf die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter erstrecken,
wurden zwei Privatpersonen getötet. Die Stadt ist sonst ruhig. In den Hospitälern von Teheran sollen 42 Personen liegen, die bei dem Attentat auf den Schah Verwundungen davontrugen.
— Die britisch-indische Expedition gegen die Zakka Khels ist beendet. Die Zakka Khels haben sich vollständig unterworfen.
sondern auch alle übrigen mit dem Baugewerbe in un« mittelbarer Berührung stehenden Arbeiterkategorien treffen. Auf dem Gautag des Verbandes der Dachdecker wurde mitgeteilt, daß in einer ganzen Reihe von Bezirken die Tarifverträge für das Dachdeckergewerbe von den Arbeitgebern zum 1. April gekündigt worden seien.
—* Es ist unerhört, wie rücksichtslos in letzter Zeit; die Radfahrer auf dem Straßenbankett Soden-Sal» r Münster fahren. Kann da die Polizei nicht energischer L einschreiten?
* Wächtersbach. Die Statue des „Wächter am Bach" ein Bronzestandbild eines geharnischten Ritters, soll in Kürze in hiesiger Stadt Aufstellung finden. Das Standbild ist ein Geschenk des Herrn Alfred Landman | in Nürnberg, Besitzer des hiesigen Gaswerks. Wahrscheinlich findet die Statue ihre Aufstellung vor dem | Rathaus und dürfte der Stadt zur Zierde gereichen.
* Gelnhausen. Am Montag wurde der Metzger« ' meister Andr. Hofmann von einem Schlaganfall betroffen und starb bald darauf.
* Büdingen. Die Forderung der Stadt Büdingen an das Bankhaus Wertheimer u. Co. beträgt etwa 50 0000 Mark, doch berücksichtigt man, ob nicht für einen Betrag von 40 000 Mark die Zuckerfabrik Stock« D heim aufzukommen hat, die die Obligationen in Höhe dieses Betrages eingelöst, aber nicht für deren Ein- > ziehung gesorgt hat. Gegen den Inhaber des Bank- „ geschäftes Hofrat Rotschild ist ein Steckbrief erlassen. I Man glaubt, daß er große Summen beiseite geschafft ? hat.
* Wiesbaden. Erschossen hat sich ein Soldat des hiesigen Füsilier-Regiments. Derselbe ist verheiratet und Vater eines Kindes. Er hat die Tat begangen weil, ihn ein Kellner wegen einer kleinen Zechschuld an» gezeigt hatte. — Falsche Zweimarkstücke sind hier und ; in der Umgegend wieder in Kurs gesetzt. Die Falschstücke die schwer zu erkennen sind, tragen das Bildnis - Wilhelms des I. und die Jahreszahl 1884 und zeigen eine bläuliche Färbung.
* Seit dem 1. März ist in Marburg eine Ermäßigung der Fleischpreise eingetreten. Das Pfund Rindfleisch kostet jetzt 75 und das Schweinefleisch 60 Pfg.
* Wetzlar. In der Eisensteingrube „Maria" sind zwei Bergleute durch herabfallendes Gestein verschüttet worden und blieben beide tot.
bezirken Versuche anstellen lassen, die sich durchaus bewährt haben. Die Signale waren selbst gegen Wind gut hörbar und sie würden auch bei Zugtrennungvn ^ngsh^ usw. zur besseren Verständigung des Zugpersonals " gute Dienste leisten. Es ist deshalb beabsichtigt, mit
* Am Donnerstag Morgen begann an i^r Ober- i realschule in Fulda die mündliche Reifeprüfung. Unter )en 10 Prüflingen befand sich auch ein Schüler un- f eres Kreises, Salomon Adler von Hintersteinau, der als einziger von der mündlichen Prüfung befreit wurde. Er gedenkt sich dem Studium der Medicin zn widmen.
* Cassel. In der benachbarten Befferungs^Äustalt Ungshausen brach eine Meuterei aus. MerzeynFdgr- linge schlugen zwei Aufseher mit Hacken zu Boden und s ergriffen hie auf die Flucht. Drei sind bereits wieder
estgenommen worden. — Von den 11 Ausreißers der Anstalt Rengshausen wurden in Sieglos am Sonnabend drei erwischt. Auch in Homberg wurde einer von den Zöglingen aufgegriffen, sodaß mit den 4 in Kassel festgenommenen Burschen 8 wieder eingefangen rnd.
Briefkasten der Redaktion.
J. K. in S. 150 Mark ungefähr.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde:
Sonntag den 8. März
Vormittags: Herr Missionar Müller aus Hersfeld. Collecte.
Abendgottesdienst 7 Uhr Herr Pfarrer Rollmann.
Wochcndienst: Herr Superintendent Orth.
Katholische Gemeinde Gottesdienst: 10 Uhr Herr Pfarrer Richter-Herolz.
M^ Hierzu eine Beilage.
Es empfiehlt
zur Frühjahrspflauzung:
Aepfel-, Birnen-, Kirschen-, Zwetschen-, Mirabellen-, Reineclauden-Hochstämmchen, Aepfel-, Birnen» und Kirschen» Busch bäumchen, Obstwildlinge, Edelreiser, ferner: einjährige Veredelungen von Aepfel und Birne für Hochstamm und Formobstkultur, sowie die Ausführung und Unterhaltung von Obstpflanzungen billigst:
Kreisbaumschule Schlüchtern.
Qaat-Hafer
„Strubes Schlanstedter“ Hafer bringt höchste Erträge in Korn u. Stroh, lagersest — in hiesiger Gegend bis 15 Zentner pro Morgen geerntet — sauber trieurt hat abzugeben.
Kloster gut Cindenberg,
Post Schlüchtern, Teleph. Nr. 20.
Jagdverpachtung.
Die mit dem 1. April d. Js. pachtlos werdende Jagd der Gemeinde Neu» statt, soll
Montag, den 23. März 1908,
nachmittags 2 Uhr in der Merz'schen Wirtschaft dahier, unter den im Termin zur Veröffentlichung kommenden Bedingungen, verpachtet werden.
Neustall, am 4. März 1908.
Der Bürgermeister^ Kreß
Jagd-Verpachtung.
Donnerstag, den 19. März 1908, nachmittags 1. Uhr soll in der Winhold 'schen Gastwirtschaft dahier die hiesige Gemeindejagd auf 9 Jahre vom 6. Januar d. - I. anfangend zum zweitenmal öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bedingungen liegen bei dem Unterzeichneten zur Einsicht offen ,unb werden im Termine bekannt gegeben. Hütten, den 29. Februar 1908.
| Der Bürgermeister: Rau.
Holzverstcigerung.
Montag, den 16. März 1908, früh 9 Uhr im Richter'schenGasthausezuRupboden. Revier Rupboden, Abteilg. Kälberberg, Raut, Teilwiese, Seel, alter Dürs- berg, Weißenbacher Berg.-
I. Nutzholz:
19 Eichenabschnitte 8. Kl zu Wagner- holz.
156 Fichten- und Lärchen-Gerüst- und Leiterstangen 1. u. 2. Kl.
72 Fichten-Baumpfähle 1. Kl. 125 „ Hopfenstangen 3. Kl. 2740 „ Bohnenstang. 1., 2. u. 3. Kl.
7 Ster Weißbuchenröller.
II. Brenuholz: 475 Ster Buchenscheit.
125 „ Buchenprügel 1. Kl.
376 „ „ gemischt u. 2. Kl. 270 „ Buchenklotz.
275 „ verschied. Brenn- u. Kvhlholz. Ireihl. von Thüngen'sches Jorstamt Roßbach.
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