familienhäuser) sollen weitere Mittel bereitgestellt werdE Solche Unterbeamte, die in absehbarer Zeit zu mittleren Beamten aufrücken werden, können jedoch keine Berücksichtigung finden. Die Königlichen Eisenbahndirektionen sind beauftragt, die erforderlichen Ermittelungen alsbald anzustellen und Anträge einzureichen.
Austand.
— Ueber einen Ueberfall in Deutsch-Südwestafrika wird amtlich gemeldet: Bei Nanib ant Westrand der Kalahari fand ein Ueberfall statt. Ein Reiter wurde leicht verwundet. Es handelt sich, wie bei dem Ueberfall vom 5. Dezember letzten Jahres zwischen Araheab und Kewise-Kolk, anscheinend auch diesmal um Leute Simon Coppers, gegen den in nächster Zeit gemeinsam mit der Kap-Polizei vorgegangen werden soll.
— Aus Agram wird eine kroatische Bauernrevolte gemeldet. Vor einiger Zeit ist der Direktor der Sparkasse von Niemce, Mario Zirkovic, nach Unterschlagung von 500 000 Kronen geflüchtet. Die Sparkasse wurde fallit, und eine Menge von Leuten kamen um ihre eingelegten Ersparnisse. Wegen Mitschuld war auch der Bruder des Defraudanten, Viljo Zirkovic, ein reicher Gutsbesitzer, verhaftet worden. Wegen Mangels an Beweisen hatte man ihn jedoch freigelassen. Zir« kovic kehrte auf sein Gut zurück. Die Bauern rotteten sich nunmehr zusammen und zogen nach dem Gute, um Zirkovic zu lynchen. Die Menge stürmte gegen das Herrenhaus des Gutshofes, eröffnete einen Steinhagel und versuchte in das Innere zu dringen. Der Gutsherr feuerte auf die Menge, die sich im ersten Schrecken zerstreute. Aber bald hatten sich die Bauern wieder zusammengerottet. Nun erschien Gendarmerie und jagte die Menge auseinander. Es kam zu heftigen Zusammenstößen, wobei viele Personen verletzt, viele verhaftet wurden.
— Wieder wird eine Greueltat russischer Mordbrenner gemeldet. 130 Werst von Chabarowsk wurde in j einem Waldesdickicht ein Ortsältester mit seinen Verwandten und seiner Familie, zusammen 5 Männer, 7 Frauen und 5 Kinder ermordet. Es wurden 18 000 Rubel Gold und Wertpapiere geraubt.
— Auf eine im japanischen Parlament an den Kriegsminister gerichtete Frage, gegen wen sich Japans militärische Rüstungen richteten, antwortete dieser, sie seien gegen keine einzelne Nation gerichtet, sondern nur gegen gewisse Eventualitäten im Stillen Ozean, wo Japan eine lange Küste besitze. Das ist ziemlich deutlich.
Lokales und Provinzielles.
Schlüchtern, 7. Februar 1908.
..^^ut»a^» * uyi eine Avgeoronetenverfammlung des Kreis-Kriegerverbands Schlüchtern statt. Alle Mitglieder von Kriegervereinen haben Zutritt und sind freundlichst eingeladen. Herr Amtsgerichtssekretär Kohlhepp von Steinau wird einen Vortrag halten.
—* Die Leser unseres Blattes machen wir darauf aufmerksam, daß die Staatssteuern und in der Stad Schlüchtern die Gemeinde-Umlagen bis zum 15. Februar bei Meidung der Zwangsbeitreibung bezahlt sein müssen; also baldigst zahlen.
—* Durch eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 17. Dezember 1907 sind die beiden Mittel Aspirin und Veronal vom 1. März 1908 ab von dem Frilhalten und Verkaufen außerhalb der Apotheken ausgeschlossen worden. Veronal und Aspirin in Tablettenform waren ja von jeher, wie überhaupt alle Tabletten, dem Verkehr außerhalb der Apotheken entzogen.
—* Die Dampfkraft in Hessen-Nassau. Am 1. April wurden in Hessen-Nassau gezählt 1306 feststehende Dampfmaschinen, 807 bewegliche Dampfkessel und Maschinen auf Binnenschiffen und 150 Dampf- faffer mit zusammen 54292 Pferdekräften. Auf die feststehenden Dampfelkesfel entfielen 45252, auf die Lokomobilen 8877 und auf die Binnenschiffe 163 Pferdekräfte.
- Ernannt: der Forstaufseher Bode zu Schmidt- mühle, Oberförsterei Steinau, vom 1. Januar 1908 zum Förster o. R. — Verliehen: dem General- suverintendenten I). Pfeiffer in Gaffel der Rote Adler- orden 2. Klaffe mit Eichenlaub.
—* Am Samstag den 1. und Sonntag den 2.
den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers in den Wartesälen I. und IV. Klasse des Bahnhofs Elm Zu diesem Zwecke wurde im Wartesal I. Klasse eine dem Verein gehörige Theaterbühne aufgestellt und etwa 300 Sitzplätze eingerichtet. Der Zudrang war aber ew so gewaltiger, sodaß gegen 7 Uhr abends schon alle Plätze vergriffen waren. Es mochten wohl am ersten Tage über 400 Personen anwesend sein. Die Feier wurde am ersten Tage durch eine kernige, von Herrn Cisenbahnpraklikanten Wagner gehaltene An- spräche eröffnet, und das mit großer Begeisterung aufgenommene Hoch mit einem von Herrn Oberass. „m a-une ver Heimel prachtvoll aufgestellten lebenden Bilde begleitet. Feuer bald gelöscht.
?E?e M' Prolog von Herrn Hagemann ca. 500 Mark Wie oas Letter ei (Sch,Husar 1806) und H-rrn Arnold (»Heget 1870) «Her noch nich, s-slg-sl-lll werden
vorzüglich vorgetragen, dem sich ein zweites lebendes! * Die Haltestelle Steinau bei Fulda für Personen- Bild, die Werke des Friedens, die Flotte und Er-t und Güterverkehr ist am 1. Februar eröffnet worden.
blühen der Kolonien zeigte. Auch dieses von Herrn Heimel arrangirte leb. Bild war in allen seinen Gruppen und den prachtvollen allegorischen Gewändern musterhaft geordnet. Hierauf wechselten in bunter Folge Gesangs-, Theater-, Musik- und Humoristische Vorträge die sämtlich gut gespielt und mit jubelndem Beifall ausgenommen wurden. Es verdienen besonders folgende Darstellungen hervorgehoben zu werden und zwar wurden die von Herrn Heimel und Veith vorgetragene Solis für II. Trompeten mit Pianinobegleitung (Herrn Beck Elm) sehr gut zu Gehör gebracht. Der von genannten Herrn Konzert-Polka „die beiden kleinen Finken" wurde mit dem richtigen Trompeterschneid vorgetragen und ernteten dieselben reichen Beifall. Es kamen nun die Wäscherin und Zofe (Frl. Rieger und Frl. Habekost zum Vortrag, in welcher jeder der beiden Damen großartig ihre Stellungen zu verteitigen wußten, desgleichen verdiente das gelungene Werk „Beim Fräulein Doktor" (Frl. Rieger, Habekost und Deberle gleiches Lob. Weiter fanden die von Herrn Arthen vorgetragene Coupletts (die neuesten Schlager von Herrn Otto Reuter) großen Beifall. Der von den Herrn Heilmann, Lotz und Arthen, sowie den Damen Frl. Deberle und Dreberl gespielte Einakter „Kaisersgeburlstags-Ueber- raschungen" wurde flott gespielt und fand allgemeinen reichen Beifall. Als besondere Glanznummer sind
hervorzuheben, das von Herrn Heimel in Scene gesetzte Lied „Im tiefen Keller sitz ich hier" vorgetragen von Herrn Lotz. Gerade diese Nummer brächte dem gut geschulten Bassisten Herrn Lotz großen Dank, wozu die von Herrn Arnold gemalte Sennerien dem Darsteller einen besonderen Reiz verlieh. Auch das von Herrn Lotz gesungene Kaiserlied und der Tyroler Holzknecht fand große Anerkennung. Als Schlußnummer wurde die listige Brom, ein Tyroler Charakterstück von Herrn Lotz, Arthen und Frl. Drebert großartig vorgetragen. Es waren gerade für dieses Stück die erforderlichen Tempramente wie geschaffen und verstanden sich die genannten Darsteller voll und ganz zu ihren Rollen, sodaß gerade dieser Nummer ein endloser Beifall gezollt wurde, und die Darsteller den Schuhplattler nochmals aufführen mußten. Während den Vorstellungen am ersten Tage fand eine Diplomverleihung an 20 Mitglieder des Vereins statt, welche von 4 Ehrendamen den Jubilaren für 35jährige Dienstzeit überreicht wurden. Es waren diese Jubilare aus allen Dienstgrenzen darunter Herrn Bahn Hofsvorsteher Rieger Elm u. a. m. Auch wurde an
beiden. Tg^^voyi^ l^orfi^
Eisenbahn-Töchterhorts veranstaltet, deren recht reich- llche Gaben zuflossen, wofür allen edlen Spendern hierdurch herzlichen Dank ausgesprochen wird. So hat es unser langbewährtes Vorstands- und Ehrenmitglied Herr Oberassistent Heimel wieder einmal verstanden, wie angenehm man auch in Eisenbahnerkreise emige vergnügte Stunden verleben kann und ist es nur seiner unermüdlichen Ausdauer und seines Kunstsinns zuzuschreiben solche schöne Darstellungen vor Augen zuführen. Am Schlüsse der Vorstellungen wurde dem Leiter dieses gelungenen Arrangements Herrn Heimel, sowie der gütigen Mitwirkung des Herrn Lehrer Beck, Elm und allen mitwirkenden Damen und Herrn ein vom I. Vorsitzenden Herrn Vorsteher Rieger ausgebrachtes Hoch mit Begeisterung ausgenommen in der Hoffnung noch mehrere solche schone Feste feiern zu können. Tanz und Humor hielten die Teilnehmer noch bis zu den Frühzügen in fröhlicher Stimmung beisammen und jeder der Besucher verließ den Bahnhof mit dem Bewußtsein wieder ein paar frohe Stunden verlebt zu haben.
—* Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Kaiserl. Rerchspost vom 1. April ab eine Fahrpost von Flieden nach Hinterstem«» einzurichten. Diese Einrichtung wäre insbesondere im Interesse der Einwohner von Magdlos, Stork und Hmtersteinau sehr zu begrüßen. Magdlos durfte nun auch Aussicht haben eine Posthülfsstelle zu erhalten. — Seit Sonntag weilen in Magdlos und in Flieden einige Missionäre. In großen Scharen strömt Alt und Jung in früher Morgen- und später Abend-
11^ der Kirche, um den Worten der begeisterten P^hsller zu lauschen. Hoffentlich gelingt es den frommen 2 am hiesigen Orte her- schenden Hexenglauben zu beseitigen. Es ist schauderhaft wieviel Unheil durch diesen Aberglauben unter die Be- vErung getragen wurde. Man wähnt sich mitunter tatsächlich ins Mittelalter zurückversetzt. Hoffen wir daß es bald anders wird.
An den Kellerräumen der Tuchfabrik des Herrn Wilhelm Bratsisch in Salmünster, in welchem ein größeres Quantum Baumwolle lagerte, brach am ver- gangenen Dienstag vormittag gegen 7,10 Uhr plötzlich
In einem Nu war die ganze Wolle in hellen Flammem Durch die herbei geeilten Einwohner und mtt Hülfe der Salmünsterer Feuerwehr wurde das -Ä”“" Der Schaden belauft sich auf ca. a )0 Mark. Wie das Feuer entstanden ist, konnte
* Aus dem Rhöngebirge wird heftiger Schneefall
gemeldet, die Kälte beträgt 6 Grad. Auf dem Kreuzberg liegt der Schnee 60 Ztm. hoch.
* In Gießen ist ein Abschlag der Schweinefleischpreise erfolgt, da die Preise für fette Schlachtschweine bedeutend gesunken sind. Der Preisabschlag beträgt pro Pfund 4 Pfennige, Magerfleisch kostet jetzt 80 Pfg, fette Stücke ^6 Pfg.
* Auf dem dem Herrn Reichstagsabgeordneten Rich. Müller gehörenden Rittergut Lispenhausen bei Bebra brannten die Stallungen und zwei Scheunen ab. Es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
* Hochbetagt starb in Cassel nach längerem schweren Leiden das Mitglied des preußischen Herrenhauses Wirkt. Geh. Rat Dr. Hans von der Malsburg, Vizemarschall der althessischen Ritterschaft. Der Verstorbene war längere Jahre Vorsitzender des Kommunallandtages für den Regierungsbezirk Cassel und der kurhessischen Gesamtsynode, auch wirkte er lange im Vorstand der konservativen Partei in Hessen und Waldeck.
Vermischtes.
— Licht und Luft nicht nur in die menschlichen Wohnungen sondern auch in den Viehställen, dies kann man. dem Landwirt nie genug zurufen. Keine Pflanze gedeiht int Dunkeln, das weiß jedes Kind. Wie soll ein Tier gedeihen und gesund bleiben, ohne genügend Lust und Licht, da es doch auch ein lebendes Wesen ist. Darum bringt Fenster an in den Viehställen und nicht solche ganz kleine mit nur wenigen Scheiben, sondern je größer und je mehr, desto besser. Ist aus baulichen Gründen eine Anbringung von größeren oder mehr Fenstern unmöglich so sorgt wenigstens durch einen öfteren Kalkanstrich dafür, daß das wenige Licht genügend respektirt wird. Auch wird dem Ungeziefer dadurch viel entgegengewirkt. Die Tiere werden es euch lohnen.
— In Fehrbech in der Rheinpfalz ist einem alten Ackerbauer sein ganzes Vermögen von 36 000 Mark, das er in Konservenbüchsen verwahrt hatte, durch Ein- brecher gestohlen worden._________
Rheumatismus
und Blutreinigung.
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(Feuerversicherung.) Die im Jahre 1821 eröffne Gothaer Feuerversicherungsbank auf Gegenseitigkeit, deren Geschäftsbereich sich auf das Deutsche Reich und die deutsche Schweiz erstreckt, hat mit dem Jahre 1907 M. siebenundachtzigste Jahr ihrer gemeinnützigen Tätigkeit vollendet. u
Im Jahre 1907 waren für M. 6 504 330 400. - (gegen das Vorjahr mehr M. 169 321 100 —) Versicherungen in Kraft.
Die Prämieneinnahme betrug im Jahre 1907: M. ^7^016' - Pf- (gegen das Vorjahr mehr M.
Bon der Prämieneinnahme wird in jedem Jahre derjenige Betrag, der nicht zur Bezahlung der Schäden und Verwaltungskosten, sowie die Prämien- reserve erforderlich ist, den Versicherten zurückgewährt.
Nach dem jetzt veröffentlichten Rechnungsabschlüsse für das Jahr 1907 beträgt dieser an die Versicherten zurückfließende Uebelschuß M. 15 685 313. 30. oder 73% der eingezahlten Prämie.
A'N Durchschnitt der letzten zehn Jahre sind all- lahrlich 73„ der emgezahlten Prämien als Ueber- schuß an die Versicherten zurückerstattet worden Telegraphischer Sdjiffstaidjt der „MÄarMe"
Antwerpen
Der Postdampser „Kronland" der „Red Star Linie" in Antwerpen, ist laut Telegramm am 30. Januar
wohlbehalten in „Newyork" angekommen.
Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.
Evangelische Gemeinde:
Sonntag, den 9. Februar: Morgengottesdienst Herr Superintendent Orth Abendgottesdienst 7 Uhr Herr Pfarrer Rollmann.
Wochendienst: Herr Superintendent Orth.
„ Katholische Gemeinde Gottesdienst r 10 Uhr Herr Pfarrer Richter-Herolz,