Einzelbild herunterladen
 

und verabschiedete sich schließlich mit den Worten: Ich hoffe, daß es Ihnen hier wohl gefällt, seien Sie in meinem Lande und in meinem Hause willkommen!"

Ausland

Die Petersburger Telegraphen-Agentur erklärt: Die gelegentlich des Verweilens des deutschen Bot­schafters von Schoen und des ehemaligen russischen Botschafters Grafen Schuwalow in Berlin in der Pariser Presse aufgetauchten Nachrichten über vermut­liche Anerbietungen, welche die deutsche Regierung be­züglich Kiautschous, der Mandschurei und der Autonomie Polens Rußland gemacht haben sollte, ebenso wie die als Tatsache bezeichnete Nachricht, daß Deutschland sich im Zusammenhänge mit der Wiederherstellung der russischen Flotte um große Bestellungen bewerbe, wo­gegen Deutschland die Realisation der russischen Anleihe anbiete, sind insgesamt nur Vermutungen, die jeglicher Begründung entbehren.

Der französische Botschafter in Berlin Cambon bestätigte dem Minister des Auswärtigen Pichon tele­graphisch, daß er gemäß den ihm erteiten Instruktionen die deutsche Regierung von dem Hauptinhalt der französisch-japanischen Konvention in Kenntnis gesetzt habe. Das gleiche hat vor zwei Tagen der französische Botschafter in Washington bei der amerikanischen Regierung getan. Die Kabinette in London und Peters­burg sind über die Verhandlungen auf dem Laufenden erhalten.

In Portugal hatte eine Abordnung der früheren Deputierten eine Audienz beim König. Sie führte demselben eine Reihe von verabschiedeten Gesetzesvor­lagen an, um zu beweisen, daß die Kammer dem Ministerium keine Schwierigkeiten bereitet hab. Zugleich betonte sie, daß eine Diktatur die Finanzen schwer be­lasten würde.

Nach einem Telegramm aus Simla hat sich die Lage in Indien, soweit sich das aus dem äußeren Ein­druck schließen läßt, seit den vor kurzein ergriffenen kraftvollen Maßnahmen der Regierung wesentlich ge­bessert. In Ost-Bengalen hat die Veranstaltung auf­rührerischer Versammlungen aufgehört. Fälle von Plünderungen kommen zwar noch vor, doch sind die­selben ohne große Bedeutung. Die Provinzialbehörden schicken starke Aufgebote von Polizeimannschaften in die von den Unruhen betroffenen Gegenden. Die polnische Lage in ganz Indien ist beruhigender, doch sind die extremen Zeitungen überaus feindselig gestimmt und predigen Ausdauer im Widerstand gegen die britische Herrschaft.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, 4. Juni 19ü7.

* Freitag, den 7. Juni feiert hier das Ehepaar Adam Beck und Frau das Fest der goldenen Hoch­zeit. Die kirchliche Feier findet nachmittags 3 Uhr in der Stadtkirche statt. Die Feier wird der Mutter­verein durch Gesang ve. schönern helfen. DemJubelpaarc, welches noch sehr rüstig ist und bis jetzt noch seine Dienste versieht, bringen wir auf diesem Wege unsere Glückwünsche dar und wünschen, daß Sie noch das seltene Fest der eisernen Hochzeit feiern mögen.

* Die Witterung im Juni dürfte sich, wenn wir dem hundertjährigen Kalender Glauben schenken wollen, etwa folgendermaßen gestalten: Vom 1. bis 9. schön, heiter, vom 10. bis 2t. regnerisch, morgens dunstig, vom 22. bis 30. klar, heiß, schön. Der Meteorologe Bürgel, ein Nachfolger Rudolph Falbs, stellt für die ersten drei Tage des Juni veränderliches kühles Wetter in Aussicht, dann soll es bis zum 21. warm, trocken und schön bleiben, wenn sich auch hier und da einige Gewitterregen von kurzer Dauer einstellen. Vom 21. ab prognostiziert Bürgel Gewitter und Regengüsse und Stürine bei sinkender Temperatur. Diese Witter­ung soll bis zum 29. anhalten, mit dem 30. dürfte es wieder schön werden. Den 11. Juni bezeichnet der Gelehrte einen kritischen Tag von geringerer Bedeutung, im 25. des Monats aber erblickt er einen stärkeren

kritischen Termin. Wie man sieht, stehen die Prog­nose des hundertjährigen Kalenders und diejenige des obengenannten Meteorologen in schroffem Gegensatz zu .einander. Wer wird recht behalten.

* Die Bade- und Schwunm-Saison hat wieder begonnen und damit eine Zeit, die jeder Gesunde zur Stärkung und Erfrischung seines Körpers nach Mög­lichkeit ausnützen sollte. Je öfter man badet, desto ge­sünder natürlich, doch muß auch zur Vorsicht geraten werden, damit das Baden nicht zwecklos ist oder gar Leben und Gesundheit gefährdet. Vor allem bade man nicht in erhitztem Zustande und auch uicht mit leerem oder vollem Magen. Stau tühle sich erst vorher ab, entkleide sich dann langsam, bleibe nicht zu lange im. Wasser und mache sich im Bade selbst wie nach dem 4 Ankleiden körperliche Bewegung. Kalte Flußbäder sind nervösen, blutarmen oder bleichsüchtigen Personen über­haupt nicht zu empfehlen. Den Warnungszeichen vor gefährlichen Stellen schenke man größte Beachtung.

* Die preußische Klafsenlotterie wird immer (.... größer. Jetzt ist ihr auch Waldeck beigetreten. Preußen und _,........ ... . ..

fahlt dafür eine jährliche Rente von 15 000 Mk. zu der Ansicht, daß irgend eine Speise oder ein Getränk

* Der Haupttreffer der Preußischen Klassen-Lotterie im Betrage von 500 000 Mk. fiel auf Nr. 200 355.

* Die Aufnahme einer Anleihe von 300 000 Mk. bei Der Frhr. v. Stummschen Vermögensverwaltung chat nach derHan. Ztg " die Stadtverordnetenversamm­lung in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Die Anleihe wird mit 4,08 Proz. verzinst und mit 1/2 Prozent amortisiert.

* Die erste Sitzung des großen Festkommitees für das im nächsten Jahre in Frankfurt a. M. stattfindende deutsche Turnfest findet bereits am 7. Juni d. I. statt.

* Eine Buche von ganz ungewöhnlichem Umfang wurde dieser Tage am Fuße des Landecker Berges in Schenklengsfeld (Kreis Hersfeld) gefällt. Der Baum- riese lieferte nicht weniger als 33 Raummeter Scheitholz und 90 Raummeter Reisig. Der Baun: war noch völlig gesund und das Fällen desselben wird deshalb von vielen Seiten bedauert.

* Die Konferenz der preußischen Landesdirektoren findet vom 18.21. Juni in Cassel statt.

* Der Kaiser wird nach Berliner Meldungen auch in diesem Jahre mit der Kaiserlichen Familie nach Rücke kehr von der Nordlandreise im August in Wilhelmshöhe bei Cassel residieren und sich direkt von dort zur Parad- des 7. Korps nach Münster begeben.

Der neue Eisenbahn-Personen- und Gepäcktarif.

5 Gepäckbeförderung.

Für das jetzt frei beförderte Gepäck 25 Kilo­gramm auf eine Fahrkarte beträgt die Gebühr auf Entfernungen bis 50 Kilometer 0,20 M., von 51 300 0,50 , über 300 1,03 .

Diese Gebühren werden bei Gepäcksendungen bis einschließlich 200 Kilogramm auch erhoben, wenn mehrere zusammengehörigen, nach einer Bestimmungsstation reisen­den Personen ihr Gepäck auf einen Gepäckscyein abfertigen lassen.

Die meisten übrigen Sätze des Gepäcktarifs sind niedriger als die jetzigen Tarifsätze. Die Gepäckfracht wird nach einem einfachen Zonen- und Gewichtsstufen- system berechnet, dessen Sätze in den Kursbüchern ent­halten sind. Die Entfernungszone ist den Fahrkarten aufgedruckt, so daß jeder Reisende die Richtigkeit der Frachtberechnung nachprüsen kann. Durch Auflegung zahlreicher fertiggedruckten Gepäckschein-Muster mit Preiseindruck ist dafür gesorgt, daß die Hauptmasse des Gepäcks ohne jede Schre.barbeit glatt abgefertigt werden kann Auch sind die Einrichtungen so getroffen, daß bei den Sendungen im Gewichte bis zu 25 Kilogramm Die Zahlung der Gepäckfracht an der Annahmestelle selbst oder unmittelbar daneben erfolgen kann, so daß dem Reisenden besondere Wege zum Schalter erspart werden. Die Einfachheit des Tarifs ermöglicht über­dies an sich eine Beschleunigung der Abfertigung.

Vermischtes.

. Bauernregeln sür Juni. Was Sankt Medardus für Wetter hält,'solch Wetter auch in die Ernte fällt. - Wenn es am Sankt Veitstag regnet, ist das ganze Jahr gesegnet. Bläst der Juni inS Donnerhvrn, so bläst er ins Land das liebe Korn. Was bis September- soll geraten, das muß schon im Juni braten. Stellt der Juni mild sich ein, wirds auch der September sein. Nicht zu naß und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nicht zu schwül, warm und naß und kühl und trocken, dann gibt der Brachmond in die Milch zu brocken. Wenn'der Kuckuck noch lange nach Johanni schreit, so kündet er Mißwachs und teure Zeit. - Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestahn.

Der Besuch der Wartburg für Schüler bei Klassenausflügen kostet von jetzt ab nur noch 10 Pfg. Damit ist nun einem allgemeinen Wunsche der Lehrer­schaft in vollem Maße entsprochen worden.

Die Universität Göttingen hat nun glücklich ihren 2000 Studenten erhalten. Er ist ein Neuphilologe Nameus Dette auöZellerfeld (Harz) ; er erhält bekanntlich nun von der Stadt eine goldene Uhr, also ein ganz

geeignetes Versatzobjekt.

Der hessische Landtag bewilligte für ein neues Lehrerseminar in Bensheim 600 000 Mk. Das Internat, das in der alten Anstalt bestand, wird in der neuen Anstalt nicht eingeführt. Die Seminare zu Friedberg und Alzey haben jetzt je 6 statt früher 3 Klassen. Die Präparandenanstalt zu Lich hat ihre beiden Jahrgänge in 4 Klassen geteilt. Auf diese Weise hofft man, den Lehrermangel im Laufe der nächsten Jahre zu beseitigen.

Ju Rheydt ist infolge der Ausbreitung der Typhusepedemie das städtische Krankenhaus überfüllt. Für Typhuskranke wird eine besondere Baracke errichtet. Das Pflegepersonal ist nicht ausreichend, sodaß aus­wärtige Hilfe erforderlich wurde.

In Essen wurde dieser Tage der 20jährige Arbeiter Zapp unter dem Verdacht verhaftet, im Okt. vorigen Jahres die Engländerin Miß Lake im Essener Stadtwald ermordet zu haben. Zapp hat die Tat be-

reils eingestauden.

Infolge zahlreicher Erkrankungen im Anschluß an eine Hochzeit in Gonterskirchen neigen die Laubacher

> Schottener Aerzte, die mehrere Tage dort weilten,

die typhusartige Erkrankung hervorgerufen haben. Eine Frau ist jetzt gestorben, andere Personen liegen noch darnieder.

Ein Baumriese, der nicht leicht zu finden und deshalb auch wenig bekannt ist, eine mächtige Eiche, steht im Walde in Rüffelsheim, Distrikt Dürrbruch. Der gewaltge Baum hat die respektable und bei Eichen wohl saunt noch zu findende Höhe von 28 bis 30 Meter. Die Eiche hat in Brusthöhe einen Umfang von 5 Meter und wohl ein Alter von 450 Jahren. Der Kronenansatz beginnt erst bei 10 Meter.

Biontag vormittag begann unter großem An­drang des Publikums vor dem Schwurgericht in Beuchen der Prozeß gegen den Roßschlächter Liberka wegen Er­mordung der Arbeiter Brander, Kabitza und Grunner. Die Auffindung der zerstückelten Leiche des letzteren hatte zu dem Gerücht von einem Ritualmord Veranlassung gegeben. Ebenso war Liberka verdächtigt worden, den Mord an dem Gymnasiasten Winter in Konitz verübt zu haben.

In dem Mordprozeß Liberka in Beuchen, wurde am Freitag der Spruch gefällt: Der Roßschlächter Liberka wurde wegen zweifachen Mordes zweimal zum Tode und wegen Beihilfe zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Kiolchka wurde wegen zweifachen Mordes zum Tode und Frau Liberka wegen Unterlassung der Anzeige eines beabsichtigten Mordes in zwei Fällen zu je drei Jahren Gefängnis, zusammen zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem wird sich Frau Liberka vor dem nächsten Schwurgericht wegen Meineids iu zwei Fällen zu verantworten haben

Kürzlich wurde bei Norderney, etwa 13 See­meilen vom Leuchtturm entfernt, das an der Weser erbaute neue FeuerschiffNorderney" ausgelegt. Es ist rot gestrichen und mit drei Masten ausgerüstet, von denen Fock- und Kreuzmast Pfahlmaste sind, während der mittlere, bedeutend stärker gehaltene Mast, an seinem oberenn Ende die mit einer Galerie und mit einem kegelförmigen Dache versehene Leuchtfeuer-Laterne trägt.

In dieser Laterne befindet sich ein pendelnd aufgehängter Drehfeuer-Apparat, in welchem ein durch Fettgas ge­speistes Glühlicht in 15,0 m Höhe über Wasser brennt. Die Lichtstärke des Feuers beträgt ungefähr 40 000 H. K. Bei 5 in Augeshöhe des Beobachters wird das Feuer des FeuerschiffesNorderney" ungefähr 13 See­meilen weit sichlbar sein. Außer dem Feuer zeigt das Schiff nachts zwei Ankerlichter. Bei Sebel und un­sichtigem Wetter werden Nebelsignale abgegeben. Zur Warnung von Schiffen mit falschem Kurse werden Kanonenschüsse abgegeben, außerdem wird die Schiffs- glocke geläutet und das betreffende Flaggensignal nach Dem internationalen Signalbuch gesetzt. Im Laufe des Sommers wird dieses Feuerschiff auch Einrichtungen zur Abgabe von Unterwasser-Schallsignalen erhalten, welche Apparate von unschätzbarem Werte sind.

Auszug

aus den Registern des Standesamtes zu Schlüchtern Mai 1907.

Geburten:

3. Johanna Gertrude, Tochter des Kanzleigehülfe Johannes Schreiber zu Schlüchtern.

9. Adam Heinrich Jakob, Sohn des Schuldieners Johannes Rausch zu Schlüchtern.

8 Heinrich, Sohn des Fabrikarbeiters Heinrich Kreß, zu Schlüchtern.

19. Katharina Margaret«, Tochter des Bäckers Wilhelm Jost zu Schlüchtern.

22. Berta, Maria, Tochter des Brauereigehülfe Wilhelm Fuß zu Herolz.

25. Katharina Helene, Tochter des Taglöhners Johannes Schüßler zu Schlüchtern.

27. Heinrich Adam Nikolaus, Sohn des Landwirts Adam Frischkorn zu Niederzell.

Eheschließungen:

1. Victor Jäkel, Kutscher mit Maria Katharina Zinkand, beide zu Herolz.

10. Franz Kühlwein, Fabrikarbeiter zu Virnheim mit Christina Bormann zu Schlüchtern.

22. Friedrich Wilhelm Gähringer Kaufmann, mit Maria Elisabetha Rüffer beide zu Schlüchtern.

25. Heinrich Müller, Bauer mit Sophie Setzer beide zu Niederzell.

Sterbefälle:

2. Heinrich Schmidt, Steinbrucharbeiter evangelisch 41 Jahre alt zu Niederzell.

10. Lina Elisabetha Margaretha Klöber, evangelisch 23 Jahre alt zu Schlüchtern.

15. Elisabetha Alt geborene Kling evangelisch 79 Jahre alt zu Schlüchtern.

Patentliste hessischer Erfinder.

Herausgegeben von der Firma Heinrich Brust, Verbands-Patent-Büro Cassel, Hohenzollernstraße 43. Fernruf 3186. Amerikanischer Patentanwalt. Den Abonnenten dieser Zeitschrift wird Rat und Auskunft in allen Patenlangelegenheiten kostenlos erteilt.

1. Patentanmeldungen.

Einrichtung zur Unterteilung der Schaltenstufen von Schaltapparaten für sehr große Stromstärken.