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WüchterimMlm g

mit amtlichem Rreisblatl. Monatsbeilage: Landwirtschaftlicher Ratgeber.

Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Jg 29.

Fortwährend

werden Bestellungen auf die

KchMchterner Zeitung

mit amtlichem Kreisblatt

von allen Postanstalten, Landbriefträgern sowie von der Expedition entgegengenommen.

finden in der Schlüchterner Zeitung den meisten Erfolg,

Inserate

da sie die größte Austage der im Kreise Schläch­tern erscheinenden Zeitungen besitzt.

Amtliches.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden werden um sofortige Erledigung meiner Verfügung vom 30. v. Mis. Schlüchterner Zeitung Nr. 27 be­treffend die Zahl der Wohngebäude rc. ersucht.

Schlüchtern, den 9. April 1907.

Der Kgl. Landrat: I V. Schultheiß "J.-Nr. 1548 K. A. Nach' § 82 Absatz 3 der Kreisordnung wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß auf dem am 27. März d. Js. abge­haltenen Kreistage folgende Beschlüsse re. gefaßt worden sind.

1. Zu Vertrauensmännern zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen für 1908 wurden anstelle der jetzigen Vertrauensmänner: Bürgermeister Breitenbach-Oberkalbach.

Gutsbesitzer Gerlach-Hof Raith.

H. May-Sannerz.

Die Herren:

Gutsinspektor Preiß in Vollmerz, Kaufmann Feuner-Schlüchtern, Bürgermeister Rau in Kutten gewählt. Die übrigen seitherigen Vertrauens­männer wurden wiedergewählt.

2. Für den Schiedsmannsbezirk Steinau-Hundsrück wurde Bürgermeister Fink in Steinau zum Schieds- mann, Leonhard Zorn in Steinau zum Schieds- mannsstellvertreter gewählt.

Zum Schiedsmann für den comb. Bezirk Vollmerz-Ramholz-Hinkelhof wurde Bürgermeister Knauf in Vollmerz gewählt.

3. Zum Kreisteputierten wurde der Forstmeister Hebel in Salmünster einstimmig wieder gewählt.

4. Forstmeister Hebel-Salmünster und Bürgermeister Siemon-Gundhelm wurden zu Kreisausschußmit­gliedern wieder gewählt.

5. In die Kreiswegekommission wurden gewählt:

a. als Vorsitzender:

Forstmeister Hebel in Salmünster

b. als Mitglieder:

Rentmeister Pfalzgraf in Schlüchtern

Uhrmacher Orlh Bürgermeister Siemon in Gundhelm Landwirt Reinhard Kreß in Elm.

6. Der Landwegebau-Etat für 1907 wurde auf 33700 Mk. festgesetzt.

7. Die seitherigen Mitglieder der Kommission zur Prüfung der Kreistagswahlen Forstmeister Hebel, Bürgermeister Albrecht, Landwirt Harnischfeger wurden wiedergewählt.

8. Der Verkauf des Grundstücks Kartenblatt 0Par- zelle Nr. 89 der Gemarkung Herolz wurde ge- uehmigt, ebenso der Verkauf einiger Kreisgrund­stücke in der Gemarkung Steinau.

10. Die Kreiskommunalkassenrechnung pro 1905/6 wurde festgestellt auf eine Einnahme von 138 843 Mk. 85 Pfg

Ausgabe 118 359 25 Bestand = 20 484 Mk. 60 Pfg.

Dem Rendauten wurde Entlastung erteilt.

11. Die Kreiskrankenkassenrechnung pro 1905 wurde festgestellt auf eine Einnahme von 39 144 Mk. 99 Pfg.

Ausgabe 30 7 58 43

Bestand 8 386 Mk. 56 Pfg

Dem Rendanten wurde Entlastung erteilt.

Mittwoch, den 10. April 1907.

58. Jahrgang.

HKK?

12. Der Kreistag erteilte zu dem Reglement betreffend das Desinfektionswesen auf ein Jahr seine Zu­stimmung.

13. Der Kreistag beschloß, zu Gunsten der am 1. 4. er. ins Leben tretenden Kreispferdever- sicherung, den 2 % der Gesamtversicherungs­summe eventl. übersteigenden Prämienbetrag bis zur Höchstgrenze von 1000 Mk. auf 1 Jahr auf den Kreis zu übernehmen.

14. Das neugeänderte Kreishundesteuer-Statut wurde genehmigt.

15. Die vom Kreisausschuß aufgestellte Steuerord­nung betreffend die Erhebung einer Kreis-Umsatz- und Wertzuwachssteuer wurde einstmmig ge­nehmigt, ebenso die Ordnung über Erhebung einer Schankwirtschsts-Konzessions-Steuer.

16. Der Kreistag beschloß, den seitherigen Maßstab für die Verteilung der Kreissteuern beizubehalten. Demzufolge werden auch fernerhin die Realsteuern um die Hälfte geringer als die Einkommensteuern zu den Kreisabgaben herangezogen werden. Für 1907/8 sollen 25 % der Real- und 50 % der Einkommensteuern zur Erhebung kommen.

17. Die Beiträge der Gemeinden wurden für alle Kreisarmen vom 1. April 1907 ab auf 30 Pfg. pro Tag und Kopf festgesetzt.

18. Der Kreishaushallsetat für 1907/8 wurde auf eine Einnahme und Ausgabe von 165 700 Mk. festgestellt.

19. Die im November 1906 stattgehabten Kreistags- ergänzungswahlen wurden für gültig erklärt.

Schlüchtern, den 6. April 1907.

Der Kgl. Landrat: V a l e n t i u e r. Deutsches Deich.

Der Kaiser begnadigte die beiden Musketiere Eichenlaub und Salzmann vom 77. Jnf.'Regt. in Celle, die im Jahre 1903 wegen militärischen Aufruhres zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt wurden, auf Grund ihrer guten Führung.

Der Kaiser trifft am 17. April, von Bückeburg kommend, in Homburg ,v. d. Höhe, ein, die Kaiserin am selben Tage aus Berlin. Der Kaiser reist am 27. April nach Straßburg.

Der Kaiser trifft auf eine Einladung des Fürsten zu Fürstenberg Ende April oder Anfang Mai in Donaueschingen zur Auerhahnjagd ein und besucht auf der Reise das Großherzogspaar. Der Großherzog hat sich so erholt, daß eine Reise nach dem Süden wahr­scheinlich unterbleibt.

Die Frühjahrsparaden für die Garde-Regimenter finden in Gegenwart des Kaisers in Berlin auf dem Tempelhofer Felde am 1. Juni, in Potsdam am 31. Mai statt.

Reichskanzler Fürst Bülow kehrt in diesen Tagen von Napollo nach Berlin zur Teilnahme an den Reichs- tags-Verhandlungen zurück. Wahrscheinlich lohb er auch zum Rückwege die Route über Genua und Basel wählen. Das Befinden des Kanzlers ist recht gut.

Die deutsche Konkursstatistik war im letzten Jahre ungünstiger als im Jahre 1905. Angemeldet wurden 11916 gegen 11800 Konkurse. Wegen mangelnder Masse wurden 1632 gegen 1648 abgelehnt. Die Steigerung der Zahl der Konkurse entfiel fast aus­schließlich auf die Großstädte.

Auf dem Gelände der deutschen Marine- und Kolonialausstellung in Berlin fand kürzlich das Richte­fest der Kolonialhalle statt, zu dem die Mitglieder der kolonialen Abteilungen der Ausstellung eingeladen und erschienen waren. Nach den üblichen von dem Zimmer­polier gesprochenen Versen und den verschiedenen Hochs auf die Bauherren ergriff Marine-Ztabsarzt a. D. Dr. Sander das Wort zu einer kurzen Ansprache, in der er hervorhob, daß gerade die Kolonialhalle eine besondere Zugkraft ausüben und einen Glanzpunkt der ganzen Ausstellung bilden möge/ Die Kolonialhalle präsen­tiert sich als ein besonders gefälliger Bau im maurischen Stil mit Spitzbogenfenstern, Turm und Kuppelbau. Sie erhält augenblicklich noch einen fachförmigen Anbau, der in acht unsere verschiedenen Kolonialgebiete um­fassende Felder eingeteilt ist. Die Fenster werden Dioramen mit Darstellungen aus unsern Kolonien bilden.

Wegen Anwendung der Fürsorge-Erziehung auf blinde und taubstumme Kinder haben der Unterrichts- minister und der Minister des Innern an die Regierungs­präsidenten nachstehende Verfügung gerichtet, in der es heißt: Neuere Ermittelungen haben ergeben, daß die Zahl der bisher nicht in Anstalten untergebrachten taubstummen und blinden Kinder immer noch erheblich ist. Es ist jedoch in neueren Entscheidungen des Kammergerichts zutreffend ausgeführt worden, daß der Widerstand des gesetzlichen Vertreters gegen den Ein- tritt nicht vollsinniger Kinder schulpflichtigen Alters in eine Taubstummen- oder Blindenanstalt in allen Fällen durch vormundschaftliche Anordnungen auf Grund des § 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuches beseitigt werden könne. Da es dringend erwünscht ist, daß tunlichst allen taubstummen und blinden Kindern die Wohltat eines geordneten Unterrichtes zuteil werde, so sollen die nad) § 4 Absatz 1 des Fürsorgeerziehungsgesetzes be­rufenen /Beamten auf die vorerwähnten gerichtlichen Entscheidungen aufmerksam gemacht und angewiesen werden, in allen Fällen, die zu ihrer Kenntnis gelangen, bei den Vormundschaftsgerichten entsprechende Anträge zu stellen.

Noch immer werden zahlreiche Beschwerden in ausschließlich baupolizeilichen Angelegenheiten in letzter Instanz irrtümlicherweise an das Ministerium des Innern gerichtet. Es entstehen dadurch Verzögerungen in der Entscheidung, die für die Beteiligten leicht von Nachteil sein können. Im Interesse des bauenden Publikums wird deshalb darauf hingewiesen, daß die Baupolizei bereits durch den Allerhöchsten Erlaß vom 17. Mai 1848 vom Ministerium des Innern abge- Aveigt und dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten unterstellt worden ist.______________________________________

Ausland

Sicherem Vernehmen nach hat sich die South- Westafrika-Company, um ihr Farmgebiet und bekannt gewordene Kupfervorkommen zu erschließen, jetzt ent­schlossen, eine Eisenbahn von Otavi nach Grootfontein zu bauen. Die Eisenbahn wird eine Länge von etwa 100 Kilometer erhalten und ohne jede staatliche Unter­stützung gebaut werben. Mit erheblichem strategischen Wert bei etwaigen Unruhen im Norden des Schutz­gebietes verbindet die Linie außerordentliche Bedeutung für eine weitere europäische Besiedelung des Schutzge­bietes, da sie dem fruchtbaren und wasserreichen, zum Farmbetrieb und zum Teil auch zu landwirtschaftlichen Kulturen besonders geeigneten Otavi-Tal eine Eisenbahn­verbindung mit dem Herzen der Kolonien und der Küste verschafft.

Im Deutschen Verein zu New-Aork verunstaltete Generalkonsul Bünz einen Empfang zu Ehren der deutschen Delegierten zur Carnegie - Jnstitutsfeier Generalkonsul Bünz brächte einen Trinkspruch auf Kaiser- Wilhelm aus. Der frühere preußische Handelsminister v. Möller besprach sodann die wirtschaftlichen Interessen Amerikas und Deutschlands und betonte die Notwendig­keit einer wirtschaftlichen Verständigung im eigenen Interesse beider Länder. Er brächte das Wohl des Präsidenten Roosevelt aus. Andere Redner behandelten die Förderung der herzlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika.

Das holländische Kabinett hat auf das Ersuchen der Königin hin das Rücktrittsgesuch zurückgezogen mit Ausnahme des Kriegsministers Staal, welchem die Königin den erbetenen Abschied genehmigt hat, und an dessen Stelle Generalmajor v. Rappard, der bis­herige Platzkommandant von Amsterdam, tritt

Wie amtlich berichtet wird, herrscht nunmehr in ganz Rumänien endgültig Ruhe. Zahlreiche wichtige Verhaftungen sind vorgenommen worden. Eine in Gjürgin stattgehabte Versammlung von Grundbesitzern und Pächtern faßte den Beschluß, der Regierung für ihre energischen und umsichtigen Verfügungen ihren Dank auszudrücken.

Die Zwischenfälle in Marokko nehmen kein Ende. Wie derAgence Havas" aus Alhucemas gemeldet wird, wurden der Sohn des dortigen Gouverneurs und der frühere Generalstabschef El Roghis Delbeil in Devasseo von Eingeborenen aus dem Inneren geprügelt. Truppen Roghis, die dazukamen, nahmen beide Teile als Gefangene mit sich nach der Kasbah von Sabasta.