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| SchWmmMtung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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Samstag, den 22. Dezember 1906

57. Jahrgang.

Wer eine UMM

Die im 58. Jahrgang erscheinende Schlüchterner Zeitung mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreitendste Zeitung im Kreise Schlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finben Inserate in derselben wirksame Verbreitung.

daher in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehende» Quartalswechsel vermeiden will, der wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen Postabonnenten, welche bis spätestens 28. Dez. unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen, ---- --- ----------------y daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Jan. ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Postanstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.

Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit dem 1. Jan. 1907 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

die Expedition derSchlüchterner Zeitung".

Erstes Blatt

Ununterbrochen sendet die Hauptsammelstelle der Deutschen Vereine vomRoten Kreuz" Material­sendungen sowohl für die Verwundeten nnd Kranken­pflege, als auch Labe- und Stärkungs-Mittel an unsere tapferen

Arieger in Südwest-Afrika, Diese Leistungen in so fernen Ländern erfordern zu ihrer erfolgreiche» Durchführung erhebliche Mittel. Zur gebefreudigen Weihnachtszeit bittet der Vorstand des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz erneut um Gewährung von Geldspenden aus allen Volkskreisen.

Gaben werden entweder an den Schatzmeister des Vereins, Herrn Rentmeister Pfalzgraf, oder an den Herrn Landrat Valentiner oder Herrn Kreisausschuß­sekretär Schäfer erbeten.

Zusendung kann auch in Briefmarken erfolgen. Schlüchtern, 18. Dezember 1906.

Der Vorstand Des Zweigvereins vom Roten Kreuz.

Der Vaterländische Frauenverein hat neben anderen wohltätigen Zwecken sich ganz besonders die schöne Aufgabe gestellt, im Falle eines Krieges den Kranken und Verwundeten seine Fürsorge zuzuwenden. Damit ist in erster Linie den deutschen Frauen und Mädchen die Möglichkeit geboten, ihre Kräfte in den Dienst des Vaterlandes zu stellen, um auch an ihrem Teil Not und Elend zu lindern. Deshalb haben sich überall da, wo Zweigvereine des Vaterländischen Frauen- Vereins bestehen, befouber^jin^

Falsche Freunde.

Rviua» von Elivin Starck.

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Herablassend nickte erbeut jungen Ingenieur zu:Na, guter Freund treffen wir uns hier wieder? Wie geht es . Haben Sie Kleinau bereits gesprochen oder begrüßt? Dort drüben sitzt er «» einem Tische mit dem Direktor?"

Karl schüttelte den Kopf und wandtesich dann an seine Dame:Ich habe den Vorzug, länger denn ein Jahr in Ihren, Hause zu verkehren. Seit nimm gehört denn Herr Fuchs zu seinen intimen Bekannten?"

Nähere Bekannte? sagen Sie daS nicht," entgegnete Toni und lächelte.Mein Oiikel wünscht Fühlung mit der ' Presse zu gewinnen, und Herr Fuchs scheiut es vermit­teln zu können. UebrigenS darf ich einen Tadel nicht zu- . rückdrängen, Herr Ingenieur," fuhr sie dann fort ihr pl- ! kante» Gesichtchen dem seinen zuneigeud.Sie sind ein nn- I aufmerksamer Kavalier. Mein GlaS ist leer. . .

Geißler erging sich in tausend Entschuld,guugcu Bald Perlte der Sekt in den zierliche» Kristallschalen nnd sie hob daSGlaS, ließ eS an daS seiuigeklmgeu und flüsterte. »Aus gute Freundschaft." . . . .. ,

Freundschaft. ." sagte er lachend, und dann mit halb­lauter Stimme :Nichts tueiter . . ." . .. .

Er sah sich in dem Saale um. Er luar m Weiß i d Gold gehalten, und das Licht, daS anS der Fülle der ih zierenden GlaSkrönen brach, verbreitete darin fast die Helle des Tages. Pfeiler nnd Wände maren mit blühenden Ge- wächsen umzogen, und auf den Tischen dnsteten üppige - fen Allüberall lächelnde Gesichter, niemand beobachtete Dui einzelnen, jeder schien mit sich selbst beschäsligt.

Konnte Karl es unter diesen Umständen 'vagen, von dem zu sprechen, waS ihn bewegte? _,,.,

Tonis dimkle Augen strahlten ihn an, ihre Schül er über die der weite, rotseidene Aermel lose herabfiel, mio den vollen Arm mehr zeigte, als verhüllte, berührte i >> leicht. Wie gut ihr das Zigeuner-Kostüm stand.

In ihren Anblick versunken, reichte er ihr feine Hand

willig im voraus für die Krankenpflege im Kriegsfalle zur Verfügung gestellt. Auch im Zweigverein Schlüchtern hatten sich vor Jahren einige 20 junge Damen für diesen Zweck gemeldet. Da aber inzwischen Veränder­ungen eingetreten sind und die Zahl sich vermindert hat, so richtet der Vorstand an alle jungen Damen im Kreise die herzliche Bitte, ihre Hilfe für den Fall eines Krieges dem Verein zur Verfügung zu stellen und sich für die Krankenpflege im voraus zu melden. Der Vorstand ist überzeugt, daß er im Hinblick auf diesen humanen und patriotischen Zweck keine Fehlbitte tun wird und bittet, Anmeldungen an die Unterzeichnete oder Herrn Lehrer Kanfmann hier zu richten.

Der Bor stand des Vaterl. Frauenvereins Schlüchtern:

Frau Landrat Valentiner, Vorsitzende.

Deutsches Reich.

Der Kaiser, der Dienstag morgen 7.40 Uhr in Potsdam eingetroffen ist, hörte vormittag den Vortrag des Ehefs des Militärkabinetts. Abends 8 Uhr gedachte der Kaiser an dem alljährlichen Parforcejagddiner in den Räumen des Kaiserlichen Autoniobilklubs in Berlin teilzunehmen.

Der Kaiser und die Kaiserin wohnten am Mitt­woch nachmittag der Einweihung der Heiliggeistkirche im Stadteile Moabit bei.

Einfuhr von lebenden Schweinen und von Schweinefleisch aus Dänemark, Schweden und Norwegen. Durch die imReichsanzeiger" bereits veröffentlichte Bekanntmachung des Königlich Preußischen Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 15. d. M. über die Einfuhr von lebenden Schweinen und von Schweinefleisch aus Dänemark, Schweden und Norwegen find die von den einzelnen Regierungspräsidenten über die Einfuhr von lebenden Schweinen und von Schweine­fleisch aus den genannten drei Ländern erlassene» Verbote vom 20. d. Mls. ab aufgehoben worden. An

hinWollen Sie mir jetzt wahrsagen, schöne Zigeunerin ?" fragte er.Sie haben mich bei meiner Ankunft auf den geeigneten Augenblick vertröstet. Ist er jetzt gekommen?"

Sie nahm seine ivohlgeformten Finger in die ihren, wo­bei ihn ein eigentümliches Gefühl durchschauerte, und stu- bleue aufmerksam die Linie» der Handfläche. ~

Lächelnd beobachtete er sie.Was sehen Sie?"

Ich sehe viel Ehre für Sie," antwortete sie halblaut, .doch nehmen Sie sich in acht, ich erkenne jemand, diese Linie verrät es mir, der Ihnen nicht wohl will und der Ihnen Schaden zusügen kann."

Er verbeugte sich dankendDie Weißsagung ist ganz nachArt dcrZigenncriunen, schöne Melitta," sagte er,al- [ein ich dachte, Sie wurden die herkömmliche Formbeleben. Ich vermisse . . ."

Noch immer hielt sie seine £(uib umspannt. Ihre Blicke waren gesenkt, doch er bemerkte, wie sich unter seinen Wor- ten die mandelförmigen, von langen, dunklen Wimpern umsänmten Augen langsam hoben.

Was vermissen Sie?" nmrbe er gefragt.

Ich vermisse Witz .. Satire . .."

BeideS darf fehlen, sofern eS nicht mir an der Haupt- sache mangelt: Wahrheit."

Wahrheit?" Er starrte sie zuerst erschrocken an, dann lachte er hell anf.Ausgezeichnet bemerkt, gnädiges Fräu­lein," tief er,ich gestatte nNr, Ihnen herzlich zu danken."

Sie legte die Finger an die Lippen.

Warum lache» Sie? Ich scherze nicht und sehe keinen Grund für Ihre Lustigkeit."

Mein Gott, aber matum nicht? Ueber einen so aus­gezeichnete» Witz kann man sich doch freuen."

Herr Fuchs nud seine Nachbarin blickten anf.

Darf man fragen, was die Heiterkeit der Herrschaften herauSfordert?" fragte Emil.

Denke Dir, Toni, was mir Herr Fachs soeben er­zählt! Morgen steht eine Beschreibung EnreS reizenden Festes in der Zeitung. Ist daS nicht himmlisch?" rief das junge Mädchen hingerissen.

ihre Stelle ist, um volle Klarheit über das geltende Recht zu schaffen, ein einheitliches, auf die Einfuhr lebender Schweine beschränktes Verbot getreten, so daß nunmehr für die Einfuhr von frischem und zuberejtetem Schweinefleisch keinerlei veterinärpolizeiliche Beschränk­ungen mehr bestehen. Damit ist die in der Reichs­tagssitzung vom 11. d. Mts. seitens des Reichskanzlers bezüglich der Zulassung von frischem Schweinefleisch abgegebene Zusage in vollem Umfange für Preußen erfüllt worden. Aehnliche Bekanntmachungen der übrigen Bundesstaaten stehen bevor.

Die Wahlen zum Reichstag finb auf den 25. Januar 1907 festgesetzt worden. Die Regierung beschleunigt also die Neuwahlen, soweit es überhaupt möglich ist. Auch sind bereits die betreffenden Behörden in allen Bundesstaaten angewiesen worden, die Wähler­listen am 28. Dezember zur Auslegung zu bringen. Die Stichwahlen sind für Preußen auf den 5. Februar 1907 angesetzt.

Auf der Germaniawerft in Kiel ist der Stapel­lauf des neuen LinienschiffesQ" in Gegenwart des Kaiserpaares und zahlreicher Fürstlichkeiten, der Spitzen der Zivilbehöiden der Provinz Schleswig-Holstein und der Stadt .ciel, der Marine- und Militärbehörden so« wie einer zahlreichen Festversammlung glücklich von statten. Die Kaiserin legte dem Schiff den Namen Schleswig-Holstein" bei. Die Rede hielt Herzog Ernst Günther. Das neue Linienschiff gehört derDeutsch- land-Klaffe" an.

Ein Bombenattentat gegen einen deutschen Lehrer hat im westpreußischen Kreise Berent die polnische Ver­hetzung im Schulstreik gezeitigt. Auf dem Feusterkopi der Schule zu Piechowitz wurde nachts eine Bombe, hergestellt aus einer eisernen Wagenbüchse, die mit Glassplittern, eisernen Nägeln, Scherben und einer Menge Pulver geladsn war, durch eine Zündschnur zur Explosion gebraut. Die Fenster wurden zertrümmert und die Gardinen und Vorhänge in der Lehrenvohnug in Brand gesetzt. Wäre die Pulverladung stärker ge-

Für wen, mein Fräulein, für die Zeitung?" schäkerte Emil.

Ingenieur Geißler kaute an seinem Schnurrbart. Er lachte nicht niehr, sondern sah plötzlich nachdenklich aus. Sollte Möller den Journalisten wirklich nur darum ein- geladen haben, um für seine Gesellschaft Reklame zu ma- chen? fragte er sich. Er konnte den Gedanken nicht loS wer­de», und ein unangenehmes Gefühl beschlich ihn.

Da wurde die Tafel aufgehoben. Die Gesellschaft ging hinaus in den Garten, während Tische und Stühle aus dem Saal entfernt wurden, um Raum zum Tanzen zu schaffen. Möller hielt Toni an, die am Arme GeißlerS über die Schivelle trat.

Einen Moment, liebes Kind, e» ist nur um den Blu- memvalzer. Entschuldigen Sie, lieber Geißler, daß ich JH- uen Ihre Dame entführe, allein wenn ich in Bezug auf die Arrangements etivas Verkehrte» angebe, muß ich eS mor­gen büße». Man steht gar zu sehr unter dem Pantoffel."

Der Direktor und Toni traten in daSNebenzimmer. ' Möllers vom Wein gerötete» Gesicht sah plötzlich fin­ster aus, jetzt, da er sich unbeobachtet toi^te. Er verschränkte die Arme und stellte sich vor die Türe, die er sorgfältig verschlossen hatte. . ,^>

WaS soll daS?" fragte sie, den zierlichen Kopf auf- werfend.WaS wollen Sie?"

Wenn ich die Maske abnehme, tvid ich nicht gestört werden," gab er grollend zurück.

Die MaSke steht Ihnen, verzeihen Sie meine Offen- Heck, icdoch weit besser."

Er ruuzelte die Bräuen.Jetzt spreche ich, Toni, Du scheinst unsere Verabredung gänzlich vergessen zu haben, ich muß Dich daran erinnern und vor allein bitten Dick, danach zu richten. Es liegt mit viel daran "

Sie setzte sich in einen Sessel und blickte zu ihm auf wie ein schmollendes Kind. Demwch sah man ihr an, daß sie sich fürchtete.Welche Verabredung?" fragte sie un- IM". ' 135,18