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Rede, die in folgenden Worten ausklang:Mit golde­nen Buchstaben stehe das WortPflicht" über den Türen Ihres Heims und werde Ihre Ausübung durch das hehrste Gefühl erleichtert,, welches es auf Erden gibt, nämlich für daS Wohl seiner Mitmenschen arbeiten zu können. Dazu verhelfe Ihnen der liebe Gott, und der Segen Ihres verklärte» Vaters, meines treuen und geliebten Freundes, der heute aus lichten Höhen auf Sie herabblickt, wird unsichtbar Sie geleiten. Diese meine Freundschaft, welche von Kindesbeinen an mich mit ihm verband, übertrage ich freudigst auf Siebeide und will, soweit ich es vermag, Ihnen treu zur Seite stehen."

Der Kaiser verlieh beut Dr. jur. von Bohlen Halbach anläßlich seiner Vermählung mit Berta Krupp den Namen Krupp von Bohlen-Halbach mit der Bestimmung, daß dieser Name zur Erhaltung des Kruppschen Namens auf den Nachkommen des Mannesstammes übergehen soll, welcher dereinst den testamentarischen Bestimmungen Alfred und Friedrich Krupps gemäß in den Besitz der Kruppschen Fabriken und Vermögens treten wird. Die übrigen Nachkommen sollen sich des Namens v. Bohlen-Halbach bedienen.

- Der Gemahl der ältesten Tochter Alfred Krupps, von Bohlen und Frau Berta von Bohlen, geb. Krupp stifteten für den Invalidenfonds der Kruppschen Arbeiter­schaft ein Kapital von 1 Million Mark. Auch die verwitwete Frau Krupp hat anläßlich der Hochzeit ihrer Tochter eine Million für eine Stiftung bestimmt, die der Wohnungsfürsorge für unbemittelte Klassen dienen soll. Gleichzeitig stellte sie für diesen Zweck ein Gelände von etwa 50 Hektar zur Verfügung.

Der bisherige Kommandeur der 15. Division Generalleutnant v. Ploetz ist unter Beförderung zum General der Infanterie zum Kommandeur des achten Armeekorps in Koblenz ernannt worden.

Der Reichskanzler mit Frau, Schwiegermutter und Reichskanzlei ist von Homburg abgereist. Am Bahnhof waren Landrat v. Marx, Oberbürgermeister Maß und Kurdirektor Baron Maltzahn.

Prinz Alexander zu Hohenlohe, der die Heraus­gabe der Denkwürdigkeiten seines Baters, des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe, veranlaßte, hat sein Eni- lassungsgesuch als Bezirkspräsident des Ober-Elsaß eingereicht.

In Berlin hat unter zahlreicher Beteiligung die Generalversammlung des Bundes der Industriellen staltgesunden. Es wurde beschlossen, die Zustimmung zu der beabsichtigten staatlichen Pensionsversicherung von der weitern Entwickelung der auf dem Gebiete der Selbsthülse vorhandenen und heroortretende» Versuche abhängig zu machen, und ferner eine Streikversicher- ungs Entschädigungsgesellschaft gegen den Verlust aus Arbeitseinstellung zu errichten.

Von allen Kanzeln der Erzdiözese Gnesen-Posen ist ein Rundschreiben des Erzbischofs v. Stablewski verlesen worden, worin der Erzbischof energisch betont, daß nur der in der Muttersprache den Kindern erteilte Religionsunterricht erfolgreich und zweckmäßig sei.

6 me Enquete über die Auswanderung der deutschen Industrie in das Ausland infolge der erhöhten Zolltarife hat der Staatssekretär des Innern veranlaßt, der die Einzelstaaten um Veranstaltung der nötigen Ermittelungen -ersucht hat. Das Ergebnis dieser Er- mittelungen liegt dem Reichsamt des Innern erst aus einigen Bundesstaaten vor. Gegenüber abweichenden Preßnachrichten sei ausdrücklich 'estgestelli, daß bisher keinerlei Ursache vorliegt, die Annahme von einer Aus- wanderlolg der deutschen Industrie für zutreffend zu halten.

Ausland.

Der Verteidiger von Port Arthur, General Stössel, dem nach dem ersten Urteil eines Kriegsgerichts der Tod durch Erschießen drohte, ist nun doch mit dem Leben davongekommen WieWolffs Bureau" aus Petersburg meldet, ist Genecaladjutant Stössel durch einen kaiserlichen Tagesbefehl krankheitshalber verab­schiedet worden.

Der Ausstand in Lodz hat eine weitere Aus­dehnung erfahren, indem nunmehr dort ein General­streik ausgebrochen ist. Fabriken, Laden und Schule» sind geschloffen. Die Zeitungen erscheinen nicht.

Die armenischen Revolutionäre sind ihren russischen Bruder» m der Wahl der Kampfmittelvöllig gleich, neu ist aber und eine armenische Besonderheit, daß die Armenier die Kirchen zum Arsenal machen. Wie aus Tiflis berichtet wird, sind bei Durchsuchungen in zwei armenischen Kirchen in Schuscha im Altarraume 29 geladene Bomben, Gewehre, Patronen, Dolche und Sacke mit in Petroleum grträukten Hobelspähnen ge­funden worden, die dazu bestimmt waren, die Kirche in Brand zu stecken. In einer anderen Kirche fand man 17 geladene Bomben. Drei Priester sowie mehrere andere Angestellte der Kirchen wurden verhasut.

Die Greueltaten in Mazedonien nehmen kein Ende. Aus Saloniki wird gemeldet, daß eine starke griechische Bande in dem Dorfe Seskowo im Wilajet Monastir zwanzig bulgarische Einwohner tötete und dreißig Häuser niederörannte.

In einer Versammlung von hervorragenden deutsch-amerikanischen Bürgern von Cleveland, Ohio, wurde der Beschluß gefaßt, einen deutschen Schulverein zum Zweck der Erhaltung des deutschen Unterrichts zn gründen. Vor einiger Zeit wurde der deutsche Unter­richt in den vier unteren Klassen der Volksschulen in Cleveland abgeschäfft. Der dortige Schulrat erklärte gleichzeitig, daß fortan auf den deutschen Unterricht in den vier oberen Klassen dafür um so mehr Zeit ver­wandt werden solle. Das ist bisher trotz der Erklärung des Schulrats nicht geschehen. Um den deutschen Unterricht zu erhalten, soll nun der Schulverein ins Leben gerufen werden.

Wie aus Havana gemeldet wird, ist Charles Magoon förmlich als vorläufiger Gouverneur von Kuba an Stelle von Taft eingesetzt worden. Tast er­klärte, wann die Neuwahlen stattfinden würden, hänge von den Kubanern selbst ab. Amerika wolle Kuba ebenso schnell wieder verlassen, wie die Kubaner es wünschen. Magooo« hat einen Aufruf an die Be­völkerung erlassen, in dem er erklärt, er werde Tafts Zusicheiungen erfüllen und seine Vollmachten im Dienste der Erhaltung der kubanischen Unabhängigkeit ausüben. Mit Taft und Bacon ist auch General Funston wieder nach den Vereinigten Staaten abgereist.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, 19. Okt. 1906.

* Wir machen die Leser unseres Blattes, welche in den Waldungen der Stadt Schlüchtern in dem laufenden Jahre Holz gekauft haben. darauf aufnierk- sam, daß nunmehr die sämtlichen bis jetzt nicht bezahlten Holzkaufgelbern fällig geworden sind und in aller Kürze zwangsweise Beitreibung zu erwarten ist, wenn nicht baldige Zahlung geleistet oder um Fristbewilligung nachgesucht wird.

* Bei der kürzlich in Fulda stattgefundenen Obstausstellung des Obstbauvereines für den Regierungs- .bezirk Cassel wurden die von der Firma Julius Karps ^n Fulda ausgestellten Maschinen mit der silbernen Medaille prämiert.

* Eine besondere Ehrung wurde der Maggi- Gesellschaft anläßlich der Landwirtschafts- und Garten­bau-Ausstellung in Karlsruhe zuteil. Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die Großyerzogin von Baden hielten sich bei ihrem Rundgang längere Zeit im Maggi-Pavillon auf, ließen sich die verschiedenen Erzeugnisse wie auch die dazu verwendeten Rohprodukte eingehend erklären, nahmen Kostproben entgegen und trugen unter dein Ausdruck vollster Befriedigung ihre 'Namenszüge in dasGoldene Buch" der Firma ein.

* Die Fachschule allein kann auch den kleinen Landwirt durch gründlichen Unterricht befähigen, ört­lichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch richtige Benutzungen der Erfahrungen und Fortschritte in Praxis und Wissenschaft und Technik zu begegnen, in­dem sie ihn auf Grund dieses Unterrichtes mit Hülfe einer geordneten Buchführung lehrt, stets von richtigen Voraussetzungen ausgehend, wirklich denkend zu rechnen und sich stets vor Ausführung wirtschaftlicher Maß­regeln von der Durchführbarkeit und bem Nutzen oder der Unrentabilität derselben zu überzeugen Junge Leute, tvelche eine derartige Schule fleißig und treu Zeit und Kräfte ausnutzend durchgemacht haben und auch später darauf bedacht bleiben, in dem Geiste der Schule weiter zu arbeiten, sind gegen den gefährlichsten Feind unzureichendes Wissen und Mangel an geistiger Aufregung und Regsamkeit gewappnet und befähigt, den -höheren ^Anforderungen an Leistungsfähigkeit in wirtschaftlicher und geistiger Beziehung zu genügen. Als praktische Wirte werden sie, wenn auch mit nur bescheidenen Mitteln ausgestattet, viel lohnendere wirt­schaftliche Einrichtungen treffen und bei Ankauf wirl- schasilicher Bedürfnisse, zum Beispiel Futter- und Dünge­mittel, das für die gegebenen Verhältnisse Passende wählen und auch in richtigem Maß am richtigen Platz und zur rechten Zeit anwenden. Sie werden in jeder Lage sattelfest sein und ihr wirtschaftliches Heil nicht bloß auf gewisse Rezepte begründen wollen, wie sie mancher tüchtige Landwirt heute noch als Ergebnis von der Wiffensaft verlangt und bei dem Mangel an gründlicher Ausbildung verlangen muß. An solchen Zöglingen landwirtschaftlicher Fachschulen wird auch stets der jetzt für den kleinen Landwirt namentlich so notwendige Sinn für Gemeinsamkeit des Wirkens und gemeinsame Förderung wirtschaftlicher Interessen durch Vereine und Genossenschaften rege sein. Sie sind den Anforderungen, welche die neue Gesetzgebung für Selbst­verwaltung und Arbeiterschutz an den Landwirt stellt, gewachsen und werden sich als Vertrauenmänner in öffentlichen Aemtern in der Gemeinde und für den Kreis als brauchbare, urteilsfähige Staatsbürger er- weisen. Darum sollten alle Eltern und Erzieher, namentlich die bäuerlichen Standes, deren Söhne unb Pflegebefohlene sich dem landwirtschaftlichen Berns widmen wollen, jetzt vor allem daraus Bedacht nehmen, bem Sohn ober Mündel eine Fachschulausbildung gebe» zu lassen, zumal sich dies mit verhältnismäßig geringen Opfern es handelt sich dabei immer nur um einige hundert Mark ermöglichen läßt. DaS mit ver­

hältnismäßig so geringem Aufwand erworbene q^ Vermögen wertet unendlich höher, ist unverlierbi Eigentum und hebt mit der Brauchbarkeit das Ach der Person unvergleichlich mehr als toter Besitz! ; Kreis Schlüchtern gewäbrt auf Antrag, zu der $ nähme an der landwirtschaftlichen Winterschule in A an 3 Schüler aus minderbemittelten Familien j Beihülfe von je 50 Mark.

* Neuerdings werden durch verlockende Prosp und Versprechungen deutsche Familien zur Uebersiedesi nach der Republik Ecuador zu verleiten gesucht. $ durchaus eingeweihter Seite wird dazu mitgeteilt, ! das zur Besiedeln ng verfügbare Gelände z. T. n vollständig unerforscht ist, daß weder Steg noch 8 und vor allen Dingen keine Lebensmittel zum Um Halt der Einwanderer vorhanden sind. Diejenigen, sich znm lleberfiebeln verleiten ließen, würden jebenfa dem größten Elend ausgesetzt sein, zumal sie von 1 jetzigen Regierung der Republik keine sachgemäße Um stützung zu erwarten haben.

* Gegenwärtig werden in Frankfurt a. M. : der Feuerwehrhauptstation Uebungen vorgenomm welche bezwecken, die Pferde dahin zu bringen, daß beim Alarm von selbst ihre Stände verlassen und ti den betreffenden Gefährten eilen. Dazu sind von t Ständen nach deu Gefährten Seile gespannt roorl: um den Tieren das richtige Auffinden leichter zu mich Die intelligenteren der Tiere haben das Kunststück be« fertig gebracht und stehen bald nach dem Alarm ihren Gefährten, zum Anspannen bereit.

* Im Warenhaus von Wronker in Frankfurt a ! wurden umfangreiche Diebstähle entdeckt. Es s Gegenstände im Wert von mehr als 10 000 Mark c wendet worden. Drei Personen wurden verhaftet.

* Ein in Mainz armer jüdischer Hausierer, Häni mit Lumpen und Knochen, namens Grünewalt, bett! einen Onkel seiner Frau, derart den Vereinigten Sta« gestorben ist, und kam dadurch in den Besitz von 350 b| Mark. I

Vermischter.

Ein frecher Gaunerstreich hat sich in Köpa bei Berlin ereignet. Am Dienstag nachmittag kam i Abteilung des 4. Garde-Regiments, bestehend aus eil.-' Gefreiten und 11 Mann, unter Führung eines in M Uniform eines Hauptmanns gekleideten Mannes Köpenik an, begab sich auf das Rathaus und verM den Bürgermeister und den Hauptkassenrendanten. 91t... dem sich der angebliche Hauptmannn die 4000 M enthaltende Kasse hatte aushändigen lassen, erteilte Befehl, den Bürgermeister und den Rendanten ur. militärischer Begleitung nach der neuen Wache in Bei, zu schaffen, befahl den Mannschaften, das Rathausir eine halbe Stunde lang besetzt zu halten, und ß dann in der Richtung nach Berlin davon. Die Mal schüft, die, vom Schießplatz in Tegel kommend, in Bei. von dem eine gefälschte Kabinettsordre zeigenden aH liehen Hauptmann angehalten und nach Köpenick gesö worden war, rückte später nach der Kaserne in Bei. ab. Wie dasKöpenicker Tageblatt" meldet, wuü der Bürgermeister und der Rendant auf der nein 1 Wache in Berlin alsbald freigelassen.

Aufsehen erregt das in Hamburg spurlos? $ schwinden der elfjährigen Tochter des Hamburg Großkaufmanns Emil Hauptmann. Das Kind gr morgens von der am Rondel auf der Uhlenhorst i legenen Villa zur Schule und ist seitdem verschwuB Seine Büchermappe ist in einer nahen Straße gefunl worden. Da das Kind für fein Alter gut entwirf1 ist, vermutet man einen Lustmord.

Eingesandt.

Bei den von der Stadtverwaltung zu vergebet Lieferungen wurde seither der Gebrauch beobachtend allen intereffirten Geschäften Gelegenheit gegeben it^ mit ihren Offerten zu concurriren. Bei diesem fahren wurde aller Interessen Rechnung getragen ® war auch hiergegen niemals ein Einspruch erfolgt.

Alle Geschäfte sollen und müssen ihre Steuern^ g Abgaben aufbeingen, so, daß es den b(treffenden S' wiß nicht zu verdenken, wenn dieselbe» mit der ; ' letzter Zeit gehandhabten Vergebung ihre Juieressh * unberücksichtigt finden, da Lieferungen die ohne Üil concurenz anderer einschlägiger Geschäfte vor sich 61 gangen ist.

Es bleibt sehr zu wünschen, daß auch in Zukusl andere» Steuerzahlern Gelegenheit geboten wird, n t an Geschäften zu beteiligen nach dem Grundsätze. bem Einen recht, ist dem Anderen billig.

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Kirchlicher Anzeiger für Ächlüchtern.

Evangelische Gemeinde: Sonntag, den 21. Oktober 1906.

Erntedanktag.

Morgengottesdienst Herr Pfarrer Rollmann. kliachniittagsgottesdienst Herr Pfarrer Rollmann. Wochendienst: Herr Superintendent Orth-

Katholische Gemeinde . K Gottesdienst: 10 Uhr Herr Pfarrer Richter-Hel"^