stellung, verbunden mit Prämiierung, statt, und zwar am 4. Juni.
* Auf dem Zimmerplatz Waldschmidtstraße 91 in Frankfurt spielte sich am Freitag Abend gegen 6 ein entsetzliches Drama ab. Dort arbeitete in einem Schuppen der 29jährige Polier Adam Krapf. Er war dort beschäftigt ein Brett durchzusägen, als ihin von hinten der 40jährige Taglöhner Peter Altendorf einen Schnitt ins Genick versetzte. Der Mann fiel sofort uni. Altendorf bedrohte nunmehr auch seine anderen Arbeitskollegen mit einem Hobelmesser. Während dieser Zeit brächte er sich einen Schnitt in den Puls bei. Er eilte wieder in den Schuppen zurück, nahm fein Messer abermals und schnitt damit dem Polier den Hals bis auf den Wirbel durch, so daß der Tod sofort eintrat. Hieraus brächte sich der Mörder eine, tiefgehende Schnittwunde in den Hals bei, so daß er sofort umsank und bewußtlos wurde. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Es wird vermutet, daß Altendorf die Tat in einem Anfälle von Geistesstörung verübte.
* Bei einem Frankfurter Spediteur hatte ein Herr vor etwa 3 Monaten einen Koffer zur Aufbewahrung übergeben und das Lagergeld int Voraus bezahlt. Dieser Tage meldete der Spediteur der Polizei, daß dem Koffer ein entsetzlicher Geruch entströme. Die Polizei öffnete denselben und fand darin die Leiche einer Frau, welche bereits ganz in Verwesung übergegangen war, sodaß man deren Züge nicht mehr zu erkennen vermochte. Außerdem fanden sich im Koffer feine Kleidungsstücke vor, Stiefel, Hüte und Sonnenschirme. Es liegt allem Anscheine ein Verbrechen vor. Der Herr hatte seiner zeit den Koffer aus Wildungen deni Spediteur zugesandt. — Wie der „Franks. Ztg." berichtet wird, ist die Ermordete im Koffer die 74 Jahre alte Frau Maria Vogel geb. Lang aus Amerika u. der Mörder, derMöbelhändlerWilh Meyer aus Meschede in Westfalen, der sich mit seiner Geliebten, einem aus angesehener Wildunger Familie stammenden Fräulein Christiani auf der Reise nach Newyork befindet. Frau Vogel war mit Meyer nach Wildungen gekommen und war im Besitze großer Geldmittel, die Frau verschwand plötzlich und um diese Seit war Meyer bei dem Spediteur wegen der Uebernahme des Koffers. Der Mörder und Fräulein Christiani haben am 26. April in einem Hotel am Hauptbahnhof gewohnt als Herr und Frau Meyer aus Wildungen. Das Paar ist am 29. April mit mit deni Dampfer „Graf Waldersee" vom Hamburg nach Newyork abgegangen. Es ist alles vorbereitet, um den Mörder und seine Geliebte bei ihrer Ankunft in Newyork, welchx am Samstag erfolgte, zu verhaften. — Der Möbelhändler Wilhelm Meyer aus Meschede, der als der Mörder der Frau Marie Vogel aus San Francisco gilt, deren Leiche in einem von Mayer einem Frankfurter Spediteur übergebenen Koffer aufgefunden worden ist, wurde am Samstag nachmittag mit seiner Begleiterin bei der Ankunft des Dampfers „Graf Waldersee" in Hoboken verhaftet. Die Verhafteten wurden nach Newyork gebracht und des Bundeskommissar Shields vorgeführt, der den Haftbefehl erlassen hatte.
* Am Sonnabend traf in Mainz eine aus vier > Köpfen bestehende italienische Familie völlig mittellos'
ein.
Lw Leute waren auS dem Bezirke Düsseldorf «Tasche trug, los und dem jungen Mann eine Kugel .....1^ durch Lunge und Unterleib. Erst nach mehreren Stunden wurde der Verunglückte aufgefunden und nach dem akademischen Krankenhaus transportiert, wo er seinen Verletzungen erlegen ist.
— Einen hundertjährigen Mitbürger besitzt die Stadtgemeinde Meschede (Westfalen) in der Person des Rentners Wilhelm Nausester. Der Jubilar beging seinen Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische, er liest und schreibt noch ohne Brille.
— Wie die „W. Ztg." meldet, wurde bei dem am 10. Mai in Worms stattgefundene« Gewitter in der Nähe der Maulbeeraue bei der Eisenbahnbrücke der 71jähr. Landwirt Lamely aus Hofheim samt seiuen beiden Kühen vom Blitz erschlagen.
als „lästige Ausländer" ausgewiesen worden. Da die Familie nicht einmal so viel hatte, um ihren Hunger zu stillen, so sorgte die Armenkommission für sie, gleichzeitig aber wendete sich die Polizei an das ita« liensche Konsulat in Frankfurt. Das Konsulat teilte aber dem Mainzer Journal zufolge mit, daß keine Mittel für solche Ausgaben vorhanden feien. Die Armenkommission bewilligte hierauf den Fremden Fahrkarten bis Mannheim, ebenso wurden Lebens-
niittel für die Reise mitgegeben.
* Ein Schüler in Weilburg (Lahn) erhielt vor zirka drei Wochen aus seiner Heimat Westpreußen ein Paket mit Mettwurst. Er machte sich hinter die Würste, verspeiste sie, leidet aber seit diesem Genuß an heftigen Kopfschmerzen, hohem Fieber und außerordentlicher Schwäche. Es hat sich herausgestellt, daß die Wurst von trichinösem Fleisch bereitet war.
* Der Ausschuß für die Erschließung des Kreises Fulda durch den Bau von Kleinbahnen hat die Aus« arbeitung eines vorläufigen Projektes für die Linie „Fulda-Lüdermünd-Großenlüder-Hauswurz-Neuhof dem Regierungsbaumeister Küchler zu Oeynhausen übertragen, welcher dem Vernehmen nach zwecks näherer Orientierung am Freitag, den 18. d. Mts. diese Strecke zu bereisen gedenkt.
* Das Schützenfest der Schützengesellschaft Fulda verlief am Sonntag in schönster Weise. Von auswärtigen» Vereinen beteiligten sich Schützen aus Neuhof- Ellers, Elm und Wächtersbach. Die Beteiligung am Schießen war eine recht rege. Wenn auch das Fest nicht gerade vom schönsten Wetter begünstigt war und der Ball des abend im Saale, statt in der weit größeren Halle stattsinden mußte, so kann doch der Verein mit Befriedigung auf den Verlauf des Festes znrückblicken Nach der Beendigung des Konzertes und Schießens fand die Preisverteilung statt, wobei der Vorsitzende ein Kaiserhoch ausbrachte. Folgende Herren errangen Preise: Kreß-Elm 1. Preis mit 34 Ringen auf 3 Schuß, 125 Meter Entfernung und 12 Ringscheibe; Georg Kollmann-Fulda 2. Preis mit 33 Ringen; Heilmann-Elm 3. Preis mit 33 Ringen; Hahner-Fulda 4. Preis mit 32 Ringen; Fink-Fulda 5. Preis mit 32 Ringen; Grosch-Fulda 6 Preis mit 32 Ringen; Kolb-Wächtersbach 7. Preis mit 32 Ringen; Ney- Fulda 8. Preis mit 31 Ringen; Möller-Elm 9. Preis mit 31 Ringen; Wiegand-Fulda 10. Preis mit 30 Ringen; Vögler-Fulda 11. Preis mit 30 Ringen; Hohmann-Fulda 12. Preis mit 29 Ringen; Nüchter- Fulda 13. Preis mit 29 Ringen; Fiedler-Neuhof 14. Preis mit 29 Ringen; Wingenfeld-Fulda 15. Preis mit 29 Ringen. Außerdem erschossen sich folgende Herren noch Ehrenscheiben: Alex. Fischer-Fulda 2 Stück; A. Feldmann-Fulda 1 Stück und Jos. Kollmann 1 Stück.
Vermischtes.
— Die städtischen Kollegien in Dresden beschlossen die Errichtung eines Krematoriums nebst Urnenhalle auf Stadtkosten.
— Der Revolver in der Tasche. Auf eine traurige Weise ist in Heidelberg der Stud. phil. Ernst Engel aus Mannheim ums Leben gekommen. Bei einem Spaziergang ging der Revolver, den Engel in der
— Dem Bergwerksdirektor Mayer, der die deutschen Rettungsmannschaften in Courrieres führte, ist von dem Präsidenten Fallieres das Ritterkreuz der Ehrenlegion verliehen und heute zugesandt worden.
— Krematorium in Jena. Der Gemeinderat von Jena genehmigte die Uebernahme des Krematoriums in städtische Verwaltung mit dem 30 000 Mark be« tragenden Wildfonds zu Beihilfen für Feuerbestattung Unbemittelter.
Frankfurts. M., 1t. Mai. Amtliche Notierungen der Biebmarkt- prcise. Zum Verkauf standen 634 Ochsen, 42 Bullen, 826 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 242 Kälber, 332 Schafe und Hämmel, 1535 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochse« a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerter bis zu 6 Jahren Mk. 71—73, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 63 - 65, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 56 - 60, d) gering genährte jeden Alters Mk. — bis Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerte» Mk 65 bis 67, b) mäßig genährte jüngere und gut ge- genährte ältere Mk. 62 —64, c) gering genährte Mk. —, Kühe und Färsen Stiere und Rinder: a) vollsten qi>je, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk 70 72 b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerter bis zu 7 Jahren Mk. 64 66, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Fäffen (Stiere und Rinder) Mk. 44—46, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 42 43, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. —. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feine Mast (Vollm.-Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 90—95 Psg., (Lebendgewicht) 54—56 Psg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 78—85 Pfg., (Lebendgewicht) 45—50 Pfg., e) geringe Saugkälber 60—65 Psg., d ältere gering genährte Kälber Fresser Pfg. Schafe: a) Mastlämmer nnd jüngere Masthämmel 78 80 Psg., b) ältere Masthämmel 70—72 Psg. c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) - Psg Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1V< Jahren 71 Pfg., d. fleischige 68 -69
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35.4
3.43
4.16
8.56
7.22
5.48
7.33
1.23
8.21
9.12
7.43
9.58
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