SchlüchternerMtung
Erscheint Mittwoch und Samstag. - Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. - Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Samstag, den 5. Mai 1906
57. Jahrgang.
^ches. Vorherrschaft im Nillande besteht. Diese Vorherrschaft
Die Herren Bürgermeister und 8U befestigen, gilt als eine der wichtigsten Aufgabe, mir bis 11,m 15 Mai rr. der ganzen englischen Politik, in der in England
Amtliches
J.-Nr. 1254 K.-A. !
Gutsvorsteher ersuche ich, mir bis zum 15. Mai er. ein Verzeichnis derjenigen Personen einzureichen, welche seit Aufstellung des Personenstandsverzeichuisses (Gemeindesteuerliste) bis zum 31. März 1905 incl. in Zu- oder Abgang gekommen sind.
Das Schema ist im Kreisblatt Nr. 15 pro 1901
enthalten.
foM*”* fini’ Jm Kr-lO-u-rv-rmIagu-g
1. bÄÄÄ Ä» «M stach dem | Lä
rann. Es kommen an Kreissteuern dieselben 91™X f?$e 3ur Erhebung wie im Vorjahr b H
Schluchtern, den 30. April 1906.
Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses:
. _______ Valentiner.
l .?"Mhrige treue Dienste sind folgenden Per- sonen Prämien aus Kreismitteln bewilligt worden' ' und' Emachergesetten Johannes Kreile in Steinau
25 Müller daselbst 30
J m , Hblde in der Fabrik des Herrn W- Romeiser beschäftigt. $ r™
ÄMÄ ^taritM Pb in Hohenzell 20 Mk.
3 . Dem D enstkne^ Zurgerme-ster Schreiber daselbst Ätiv Georg Henning aus Hoben-e'l
4 Der^DienstmaaH G ^ ^"gui Lindenberg _ ' 10 Born in Neustall
Schlächtern, den 3. Mai 1906.
Der Vorsitzende des Kreisausschtzsses:
Valentiner.
Der egyptischtürkische GrenAreit
Auf der Halbinsel Sinai ist ein Grenzstreizwifchen der Türkei und Egypten entstanden. TürkischTruppe«, hatten im Distrikt von Akaba den Ort Tab besetzt,! der nach englischer Auffassung zu Egypte gehört, ebenso wie die ganze Sinai-Halbinsel. An rnd für sich ist die kahle und dünnebevölkerte Halbiel nicht viel wert. Bei dem Streit tritt wieder derZegensatz zu Tage, der zwischen der nominellen Oberwelt des Sultans über Egypten und der tatsächlichernglischen
Kew^gies KeSen.
Roman von Max vvn Weißenthn 69 Walter von Aulenhof hatte die Zeit auuitzt und nicht» unversucht gelassen, um dasBeweiSmaal zu fam- mein, durch welches Sternau als Lügner i Betrüger hingestellt, seine angebliche Tochter aber filmet von ihm befreit werden mußte.
War eS ihm auch nicht auf allen Linieflückt, das zu erreichen, was er anstrebte, so hielt es doch für hinreichend gewappnet, um den Mann uns-ch mache» zu könne», durch dessen List und Betrügerie Mutter gequält und gepeinigt worden und er selbskiucu großen Teil seines Vermögens gebracht Hättdeu sollen. Nach verkürzen Verständigung, welche er nach bent Tode der Fürstin durch Notar Klvb Sie hatte zu- tommen lassen, war dieser denn doch ins>rücksichts- voll gewesen, daß er einige Tage nichttsich hören ließ.
Vielleicht fühlte er instinktiv, daß dick Tod der Fürstin ihm eine Stütze, eine HilssqueN^engegan- gen sei und er nun mit doppelter Vorsicherke gehen müsse, wollte er nicht seinen eigenen VÄädigen.
Endlich, genau vierzehn Tag« nach d^igung der Fürstin Leonore, sandte Walter nach d bekannten Adresse Sternau» eine kurze Verständigistlbe möge sich am folgenden Tage um zehn Uhr vos, mit alle» Papieren versehe», bei dem Notar Ktuden und würde dort erfahren, iva» man für ihigedenke.
Obzlvar da» Wesen de» Grafen gegenüber stet» ein ablehnendes, geradezu hoch^ >yur und somit der peremptorische Ton deS Bss «icht als etwa» Absonderliche» hätte anffallen ^schlich jh» doch ein unheimliches Gefühl, fragte 1 einer ge- wissen Bangigkeit, ob jetzt, wo die Fst mehr sei, r» ihm doch gelingen werde, jenen *>•* seinem
Liberale und Konservative vollständig einig sind. Unter allgemeinem Beifall hat das englische Kabinett beschlossen, ein Regiment nach Egypten zu senden. Diese Verstärkung der englisch-egyptischen Trnppen ist iudessen wohl weniger wegen des Grenzstreites am Meerbusen von Akaba als durch antienglische, auf größerer Selbst-
ständigkeit des Khediven gerichtete Bestrebungen unter den Mohammedanern im Nillande veranlaßt worden.
Seit dem Burenkriege finden sich immer, wenn irgendwo die englische Kolonialpolitck auf Schwierigkeiten stößt, englische Blätter, die Deutschland der Urheberschaft oder des Beistandes verdächtigen.' So geschah es auch sofort im Akabafall. Dabei hat sich keine fremde Politik bereitwilliger als die deutsche mit der englischen Okkupation von Egypten abgefunden und aufrichtiger die Vorteile anerkannt, die für alle handeltreibenden Nationen aus der guten englischen Verwaltung des Nillandes entstanden sind. Die im Verdächtigen vorschnellen englischen Blätter müssen denn auch jetzt zugeben, daß die deutsche Politik mit dem Grenzstreite um Taba nicht das geringste zu tun hat. Es wäre auch ganz verfehlt, den Sultan zu einem Vorgehen anzustacheln, das für die Türkei selbst nur Verlegenheiten bringen kann. In allem, was die egyplische Frage betrifft, ist von England keine Nachgiebigkeit zu erwarten, und der Sultan ist nicht in der Lage, seinen Willen mit Gewalt durchzusetzen. So groß unser Interesse an der Erhaltung des türkischen Reiches sein mag, so wenig können wir wünschen, daß der Sultan wegen eines geringfügigen Grenzstreites ein gefährliches Spiel mit England beginne, wobei wurde....... e
für Minister v. Budde statt. Anwesend waren ferner Vertreter des Reichstages, des Landtages und der städtischen Behörden. Der Trauerzug ging dann zum Anhilter Bahnhof, von wo die Ueberführung nach Bensberg erfolgte.
— Die „Berl. Morgenpost" erfährt, der Reichskanzler Fürst Bülow werde sich zu einem Urlaub von mehreren Wochen auf den Semmering begeben.
— Die Königin von Holland traf mit ihrem Gemahl am Mittwoch zu sechswöchigem Aufenthalt im : thüringischen Bade Friedrichroda ein.
— Der Reichstag beschäftigte sich am vergangenen Sonnabend mit der ersten Beratung des Automobil- Haftpflichtgesetzes. In der Debatte, die ein geringes Interesse an der Vorlage zeigte, wurde von den Abgg. Prinzen Schönaich-Carolath (natl.) und Gröber (Z.) namentlich betont, daß die Landstraßen und Wege doch schließlich in erster Linie für die friedlichen Fußgänger da seien, deren Leben und Gesundheit in erster Linie geschützt werden müsse. Die Vorlage wurde schließlich an eine besondere Kommission verwiesen. Die Debatte über die Aenderung des Vogelschutzgesetzes war ohne jedes Interesse. Die zweite Beratung wird im Plenum stattfinden. Zum Schluß der Sitzung teilte der Präsident noch mit, daß die amerikanische Botschaft ihren Dank für die Anteilnahme des Reichstages an dem Unglücke von San Francisco bekundet habe. —' Am Montag wurde die zweite Lesung der Brausteuervorlage begonnen. Abg, Südekum (Soz.) begründete kurz den ablehnenden Standpunkt der Sozialdemokraten, während der Abg. Rettich (kons.) für die Kommissionsbeschlüffe eintrat. Abg. Dr. Müller-Sagan bekämpfte namen» der freisinnigen Volkspartei die Kommissionsbeschlüffe. Der Schatzsekretär Frhr. v. Stengel schickte seiner Er- .vivt-Luug litten Dam an bte Sleuertot-chllffiärr-voraus. Fluanzminister Frhr. v. Rheinbaben wandle sich^egen die Ausführungen der freisinnigen Redner und sodann gegen den soeben eingegangenen Antrag des bayerischen Abg. Speck (Z.), der als Höchstsatz der Staffelsteuer nur 9 Mk. festsetzt und zugunsten der mittleren Brauerei noch eine Zwischenstufe von 7,50 Mk. vor- licht. Der, Finanzminister befürchtete von der Annahme dieses Antrages einen Einnahmeausfall von 4'/, Mill. Mark. Auch Schatzsekretär Frhr. v. Stengel sprach, nachdem Abg. Speck seinen Antrag befürwortet hatte, gegen den neuen Vorschlag, der das in der Kommission abgeschlossene Kompromiß dürchbräche.
-Am 1. M R^. f„» in ^„^ tJ^^ÄLÄ^ *2!*™^^^ ?W. die ^„fei«!..^ („„„ „8k feg LL1L7L
Wenn einerseits, wie man in England versichert, der Sultan an dem Ausbau der arabischen Bahnen nicht gehindert werden soll, und wenn anderseits der Sultan bereit wäre, den Vorschlag einer gemischten englisch-türkischen Kommission zur Untersuchung Tabafrage anzunehmen, so wird sich der Streit ohne weitere Verwickelungen schlichten lassen. — grundsätzlichen Anspruch, daß die Angelegenheit nur das Verhältnis zwischen der Türkei und Egypten .... gehe, wird der Sultan doch nicht durchsetzen können.
Deutsches Reich.
der bald Den
an-
klag kombinierten Plane zu erlangen, auf den er schon I zahlen. Diese Sunime gestattet Ihnen, sorgenfrei zu leben, mit Sicherheit gerechnet hatte. 1 K......
Ein trüber, wolkenloser Morgen war eS, als Emil Sternau die Kanzlei des Notars betrat. Würde er sie als reuiger Mann verlassen oder gab eS eine Konstellation, die ihn dazu zwingen konnte, jener Bettler zu bleiben, als welcher er hierhergekommen? Das war die Frage, die sein ganzes Denken und Fühlen in Anspruch nahm.
Graf Walter von Aulenhof und der Notar harrten bereits in dem Schreibzimmer de» letzteren auf das Erscheinen Sternans. Dieser mußte durch mehrere Gemächer schreiten, in welchen die Angestellten Doktor Klobs emsig bei der Arbeit waren, während in dem Raume, welcher unmittelbar an da» Schreibzimmer de» Notars grenzte, mehrere Herren vielleicht anderer Parteien, welche später darankvmmen sollten, umhersaßen und -standen.
Ein Diener meldete Sternau» Ankunft und gleich darauf stand er den beiden Männern gegenüber, welche ihn ernst und gemessen begrüßten.
Mit einer aalglatten Höflichkeit, die ihm jetzt am Platze schien, trat Sternau auf Graf Walter zu, im Begriff, einige banale Worte der Teilnahme auSzusprechen, die Bezug haben sollten auf die Ursache der tiefen Trauer- kleidung deS jungen Manne».
Dieser schnitt ihm aber kurz bte Rede ab, indem er sprach: „Ich bin nur hier, um eine geschäftliche Angelegenheit zu erledigen und liebe eS nicht, mit Fremden über Dinge privater Natur zu sprechen. Kommen wir also zur Sache.
„Ich vermute, Sie haben die Dokumente, um welche es sich handelt und auf denen die Unterschriften meines seligen Vater» ersichtlich sind, mitgebracht. Die Sache ist eine rein formelle und rasch erledigt. Ohne zu prüfen, ohne den Sachverständigen zu Rate zu ziehen, welchen ich mitgebracht und der im Vorgemache meines Rufes harrt, bin ich bereit, für diese Briefe den ursprünglichen Preis von dreimalhunderttausend Kronen zu be
nur knüpfe ich daran" die Bedingung, daß die» im Auslande geschehe, und damit wir dessen sicher sind, wird abzüglich des BecrageS, welchen ich Ihnen sandte, die ganze Summe in New-Uork für Sie deponiert und Sie beziehen dort vierteljährlich die Interessen diese» Vermögen»."
„Aber Herr Graf," wollte Sternau einwenden.
Walter ließ ihn aber nicht zu Wort kommen. „Heute, Herr Sternau, ist die Reihe de» Nichtunterbrechenwer- denwollens an mir; hören Sie also, wa» ich Ihnen zu sagen habe. Bezüglich deS zweiten Teile», der von Ihnen berührten Angelegenheit, bezüglich des Märchen», da» von Ihnen geschickt erzählt, als Versuchskaninchen dienen sollte, um mich zu veranlassen, noch größere Sum- men zu opfern, durch welche ich die Ehre meiner Mutter retten, sie vor einer Bigamie-Klage schützen sollte, müssen wir etwas eingehend und genau die Sache in» Auge fassen und da unsere Meinungen in dieser Angelegenheit wesentlich differieren, die meine aber sich auf ergründete Tatsachen stützt, die keine Widerlegung dulden, bitte ich noch- mal», mich nicht zu unterbrechen. Sie haben neulich be- hauptet, durch einen Taufschein, der sich in Ihren Hän- den befindet, beweisen zu können, daß Eleonore Trouve, oder richtiger gesagt, da» Mädchen, welche» bisher unter diesem Namen gekannt wurde, Ihre Tochter sei. Sie haben ferner behauptet, die verblichene Fürstin Lichten- felS wäre zu irgend einem Zeitpunkte, entweder vor ihrer Vermählung mit meinem Vater, dem Grafen Aulenhof, oder nach bessern Tode, das war aus Ihren Angaben nicht klar ersichtlich, Ihre Frau gewesen. Gewissenhaft angestellte Nachforschungen weisen darauf hin, daß die sämtlichen, von Ihnen gemachten Angaben auf Lüge, auf Er- pnbung, auf Unwahrheit beruhen."
„Ich bin nickt gewillt, mich in lange Auseinandersetzungen einzulassen, ich bemerke nur, daß ich mich der Mühe unterzog, mich um Ihre Vergangenheit und um jene Ihrer Eltern, so weit die» möglich war, zu bekümmern. 131,18