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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

J£ 88.

Samstag, beii 4. November 1905,

56. Jahrgang.

Amtliches.

Bekanntmachung,

J.-Nr. 3279 K.-A. Die Landwirte Heinrich Merx und Hartmann Hohmann aus Sterbfritz beabsichtigen zur Bewässerung ihrer an der Kinzig telegenen Wiesen, Kartenblatt D 1, Parzellen 350d, 488/350c, 489/350c, 490/350c, 491/350c der Ge­markung Sterbfritz, in der Kinzig ein neues Wehr zu errichten, durch das gleichzeitig auch die Bewässerung der Parzellen 321, 322, 323 und 324 vorgesehen ist.

Ich bringe dieses Vorhaben hiermit zur öffentlichen Kenntnis mit der Aufforderung, etwaige Einwendungen gegen dasselbe binnen 14 Tagen noch Ausgabe dieses Blattes bei mir schriftlich in zwei Exemplaren an- zubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Ein­wendungen in diesem Verfahren nicht mehr angebracht werden.

Terinin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht

Zrettag, den 1. Dezember 1905, vorm. 11 Uhr vor dem Unterzeichneten an, und wird hierbei bemerkt, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwohl mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird.

Zeichnungen und Beschreibungen der Anlage können während der Dienststunden im Bureau des Unterzeich­neten eingesehen werden.

Schlächtern, den 2. November 1905.

Der Königliche Landrat: J. V.: Berta.

Zurückziehung der Truppen aus China.

Unser Kaiser hat bei den beteiligten Mächten an« geregt, die Besatzungstruppen aus China zurückzuziehen. Dieser Schritt wird, wie die »Köln. Ztg." hervorhebt, allseitig mit ungeteilter Befriedigung begrüßt werden. Das Blatt knüpft daran nachstehende rückouckende Betrachtung:Nach der Niederwerfung der Boxerun-, ruhen erschienen die Verhältnisse in China noch so unsicher, daß alle Staaten, die an der Niederwerfung des Aufstandes beteiligt waren, es nicht verantworten wollten, die Sicherheit ihrer Gesandtschaften lediglich durch die Schutztruppen in Peking zu verbürgen. Man glaubte vielmehr, an einigen Hafenplätzen Chinas noch eine Reserve aufstellen zu muffen. um so die Macht Europas den Chinesen vor Augen zu führen. Von Anfang an war diese Belastung einer Besatzungs- brigade für Deutschland schon aus finanziellen Er­

Will Gvpingtsn.

Erziihlung von George R. Sims.

,/D, nur, weil ein junger Mann zu uns kommen wird, welcher aus London ist und jenen Namen führt. Ich dachte, Sie könnten vielleicht zufällig etwas von ihm wissen."

Dann erzählte er mir, daß ihm durch einen seiner Freunde in Montreal das Anerbieten gemacht worden wäre, er sollte einen jungen Engländer ins Haus nehmen, damit derselbe unter seiner Anleitung die Landwirtschaft erlernte. Da ihm die Verwandten des Burschen ein Lehrgeld zahlen und Kost und Wohnung vergüten wollten, so hätte er es für keinen schlechten Handel gehalten.

Ich weiß nicht recht, warum, aber der Gedanke, daß ein Engländer hierherkommen und täglich mit Bella zusammen sein sollte, war mir unangenehm. Ich konnte ihnen das natürlich nicht sagen, und so schwatzte ich von anderen Dingen und wünschte Herrn Hewitt nach dem Lande, wo der Pfeffer wächst.

Zwei Monate waren vergangen, bevor ich wieder von ihm hörte. Bella war mit einer Bestellung von ihrem Vater an Herrn Wilson zu uns herübergeritten und sie erzählte mir, daß Hewitt angekommen wäre.

Wie gefällt er Ihnen?" fragte ich, in der Hoff­nung, daß sie ihn für einen schrecklichen Menschen er klären würbe.

Nun, Will," sagte sie,es ist höchst sonderbar, er gleicht Ihnen sieht Ihnen so ähnlich, daß man Sie fast für Brüder halten könnte und er ist auch, glaube ich, in demselben Alter wie Sie."

Diese Worte beunruhigten mich sehr. Wie Du längst erkannt haben wirst, Vater, liebte ich Bella bereits und

wägungen an sich sehr unangenehm, und die Regierung entschloß sich zu dieser Maßnahme nur mit Rücksicht auf die allgemeine Lage und auf die gleichen Beschlüsse der anderen Regierungen. Von vornherein wurde die Maßregel nur als zeitweilig betrachtet, und als seiner­zeit in der Budgetkommission des Reichstags die Frage angeregt wurde, ob Deutschland seine Besatzung zurückziehen könne, wurde vom Regierungstisch die Erklärung abgegeben, man wünsche nichts mehr, als das so bald als möglich zu tun. Man sei aber in dieser Beziehung durch Abmachungen mit anderen Staaten gebunden und trage auch Bedenken, die Truppen während des russisch-japanischen Krieges ab* zuberufen, weil man nicht wissen könne, welchen Ein­fluß dieser Krieg auf die inneren Verhältnisse Chinas haben würde. Nachdem nunmehr der Krieg durch den Frieden von Portsmonth beendet ist und die Entwick­lung der inneren Verhältnisse in China sich so gestattet hat, daß eine Befürchtung wegen der Sicherheit der Europäer nicht mehr vorhanden ist, hat das Deutsche Reich den Augenblick für gekommen erachtet, um den andern beteiligten Mächten Frankreich, England, Oesterreich, Italien und Japan den Vorschlag zu machen, auf eine Maßregel zu verzichten, die nicht mehr unbedingt notwendig erschien und erhebliche Kosten bedingt. Wir bezweifeln auch nicht, daß die anderen Staaten der deutschen Anregung bereitwillig Folge leisten werden. Aus dem Umstände, daß die Anregung von Deutschland ausgegangen ist, geht her­vor, daß man nicht minder als in den Kreisen des Reichstags auch in denen der Regierung den dringen­den Wunsch hat, mit der letzten, aus der chinesischen Expedition sich ergebenden finanziellen Belastung des Budgets ein Ende zu machen. Unberührt von der Zurückziehung bleiben die Gesandtschaftswachen in Peking, die nach wie vor dort belassen werden."

Deutsches Reich.

Der Kaiser und der König von Griechenland trafen Mittwoch 5,45 Uhr auf der Wildparkstation ein. Auf dem Bahnsteig hatte eine Ehrenkompagnie unter Führung des Prinzen Eitel Friedrich Ausstellung genommen. Beim Einlaufen des Zuges spielte die Musik die griechische Nationalhymne. Der Kaiser und der König von Griechenland schritten die Front der Ehrenkonipagnie ab, worauf ein Vorbeimarsch stattfand. Die Majestäten begaben sich dann unter den Hurra­rufen des Publikums nach dem Neuen Palais. Auf

ich hatte bei mir selbst beschlossen, daß, sobald ich alt genug sein und ein genügendes Einkommen haben würde, ich sie bitten wollte, die Meine zu werden.

Mußte mich daher das eben Gehörte nicht erschrecken ? Denn wenn Bella mich gern sah und mein Aeußeres ihr gefiel und dieser Hewitt mir in der Tat so außer­ordentlich ähnlich war, wie sie sagte, dann würde sie ihn natürlich ebenfalls gern haben und Gefallen an ihm finden. Unb er war stets in ihrer Nähe und ich immer fern von ihr das gab ihm einen ungerechten Vorteil über mich. An diesem Tage verzehrte ich mein Abendessen nicht mit so viel Appetit wie gewöhnlich und als ich zu Bett ging, konnte ich lange nicht ein­schlafen, was selten bei mir vorkam. Ich mußte immer an diesen Hewitt denken und wie unverschämt es von ihn, sei, mir so ähnlich zu sehen. Ich beschloß, bei der ersten Gelegenheit nach Sprigg's Farm zu gehen, um die Bekanntschaft des jungen Herrn zu machen und zu sehen, ob es ihm wirklich gelingen würde, mich aus- zustechen.

Als ich endlich einschlief, beschäftigte Herr Hewitt noch, immer mein Geinüt, denn ich hatte einen schreck­lichen Traum. Wissend, was ich jetzt weiß, und zurück­blickend auf jenen Traum im Lichte späterer Ereignisse, steht jeder Umstand desselben so lebhaft vor meinem Gedächtnis, als ob ich soeben erst daraus erwacht wäre.

Ich träumte, daß Bella und ich zusammen am Flusse spazieren gingen. Ich sagte ihr, wie lieb ich sie hätte und bat sie, sie möchte doch meine Gattin werden. Sie errötete zuerst und senkte ihren hübschen, kleinen Kopf; aber sie entzog mir ihre Hand nicht, die ich fest in der meinen hielt.

Bella, teure Bella," sagte ich,Du weißt nun, wie sehr ich Dich liebe, weiht, daß ich Dich geliebt habe

dem Bahnhöfe waren u. a. anwesend der General­major und Kommandant von Potsdam, der Komman- deur des 1. Garderegiments und der Polizeidirektor.

Der Reichstag ist durch kaiserliche Verordnung auf den 28. November einberufen worden. Unter den Vorlagen, die dem Reichstage unmittelbar nach seiner Eröffnung zugehen werden, dürfte sich die Reichsreform befinden.

Ein Ersatztransport für die in Deutsch-Süd­westafrika kämpfenden Truppen hat mit dem Woerman- DampferHans Woermann" Hamburg verlassen. Der Transport setzt sich zusammen aus 19 Offizieren und höheren Militärbeamten, 10 Portepeeunteroffizieren und 720 Mann.

Die Leistungen des Deutschen Freiwilligen- Automobilkorps beim diesjährigen Kaisermanöver haben in dem folgenden, an . den Chef des Korps, den Prinzen Heinrich von Preußen gerichteten Schreiben des Kaisers Anerkennung gefunden: Die von mir abgehaltenen Manöver dieses Jahres haben dem Deutschen Freiwilligen-Automobilkorps zum ersten Male Gelegenheit zu umfangreicher Beteiligung geboten. Ich freue mich, Euerer königlichen Hoheit aussprechen zu können, daß mich die Leistungen des Korps in hohem Maße befriedigt haben, indem jeder einzelne mit Erfolg bemüht gewesen ist, unter Einsetzen der eigenen Persöry der ihm getvordenen, oft recht schwierigen Aufgabe unter allen Umständen gerecht zu werden. Ich bin überzeugt, daß von den Diensten der Korps eine sehr wertvolle Unterstützung der höheren Truppenführung im Kriege zu erwarten sei. Indem ich Eurer königlichen Hoheit als dem hohen Chef des Korps zu diesem Erfolge aufrichtig Glück wünsche, bitte ich Euere königliche Hoheit, den Mitgliedern meinen Dank und meine lebhafte Anerkennung zum Ausdruck bringen zu wollen.

lieber die Erträge der Erbschaftssteuer in Preußen in den Jahren 1896 bis 1904 veröffentlicht die Statist. Korr. eine Zusammenstellung, die gerade gegenwärtig, da eine Reichserbschaftssteuer erwogen wird, von besonderem Interesse ist. Danach zeigt sich nach der Erbschaftssteuer erst seit den letzten drei Jahren, also von 1902 an, eine andauernde Steigerung. Während das Jahr 1900 eine Jsteinnahme von 10,6 Millionen Mark brächte, ging diese im nächsten Jahr auf 10,2 Millionen Mark zurück. Dann stieg die Summe im Jahre 1902 auf 10,8 Millionen Mark, 1903 auf 10,9 Millionen Mark und 1904 auf 12,1

von dem ersten Tage an, da Du zu uns kamst. Ich bin hier noch nichts, aber ich werde lernen und arbeiten wie bisher und nicht aufhören, vorwärts zu streben, bis ich etwas erreicht habe. Wenn Du mir nur ver­sprichst, daß Du eines Tages meine Gattin werden willst, so wird mir das alle Hoffnung und allen Mut geben, deren ich bedarf, um eine Stellung in der Welt zu erringen und Dir eine Heimat zu schaffen, die Deiner würdig ist. Bella, liebe Bella, Du liebst mich, nicht war?"

Bella erhob ihren Kopf und ich konnte ihre schönen blauen Augen seheu, in denen Tränen schimmerten.

Will," sagte sie,ich habe keinen Grund, Dich zu täuschen. Ja ich liebe Dich, liebe Dich von ganzen! Herzen."

Und Du willst die meine werden willst Dich mit mir verloben und auf mich warten und niemals einem anderen Manne angehören als mir?"

Nein, Will, ich werde Niemand heiraten als Dich."

Mit einem Freudenschrei schloß ich sie in meine Arme und zog sie an mich und preßte meine Lippen auf die ihren, als sie plötzlich mit einem Ruf des Schreckens zurückfuhr.

Etwas war zwischen uns gekommen. Ich blickte auf und was ich sah, war ich selbst ich selbst und doch nicht ich, denn es stand zwischen mir und Bella.

Ich erkannte jedoch schon in der nächsten Sekunde, wer es war es war Hewitt.

Sein Gesicht war weiß vor Wut und er drohte mir mit geballter Faust.

Du sollst Bella niemals zum Weibe haben," schrie er,denn ich werde Dich töten."

(Fortsetzung folgt.)