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Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
«M 28. Samstag, den 8. April 1905. 56. Jahrgang.
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fi/~ ’n ^er Tchlüchte-ner ■ lv.^s=ung den meisten Erfolg, da sie die größte Aü der im Kreise Schlächtern erscheinenden Zeitun Osx besitzt.
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— Der Kaiser ist u Ä^r Salut der im Hafen liegenden italienischen u/^ en -en Schiffe von Port Mahon in Neapel ang^ ^ Er wurde von dem auf der „Herta" von ■ ,, Greife zurückkehrenden Prinzen Adalbert empfing ||f3a8 Volk begrüßte dc.. Kaiser und den Prinzen inoemd. Der Kaiser siedelte von der „Hamburg" auf die „Hohenzollern" über. Er plant eine Zusammenkunft mit dem Könige von Italien
--Der Kaiser hat dem Minister v. Budde, nachdem die wasserwirtschaftliche Vorlage auch die Zustimmung des Herrenhauses gefunden hat, in Anerkennung seiner Verdienste um die Kanal-Angelegenheit den hohen Orden vom Schwarzen Adler zu verleihen geruht.
— Das preußische Herrenhaus trat am Sonnabend in die zweite Beratung der Kanalvorlage ein. Die Kommission empfahl Annahme der Vorlage in der Form, die ihr die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses gegeben haben. Ferner empfahl sie in Resolutionen Stichkanäle nach Hildesheim, Lehrte und Peine im Anschluß an den Anschlußkanal Bückeburg Hannover und anstelle des masurischen Kanals die Wiederherstellung der Vorflut in das russische Weichselgebiet durch den Pißakfluß; endlich wurde die Kanalisierung der Mosel von der lothringischen Grenze bis Koblenz, der Saar von Brebach bis Konz und der Lahn von der hessischen Grenze bis zur Mündung angeregt. Nach längerer Beratung wurden die Vorlage und die Resolutionen der Kommission angenommen, ein Antrag des Grafen Mirbach auf Einführung des elektrischen Schnellbetriebes der Bahnen auf dem Gebiete des westlichen Kanalnetzes aber abgelehnt. Ein Gesetzentwurf
über die Verhütung von Hochwasser-Gefahren wurde an die Kommission verwiesen, und dann der Entwurf über die Schadloshaltung des herzoglichen Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ohne Debatte angenommen. Damit schloß die diesmalige Tagung des Herrenhauses.
— Das preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Sonnabend zunächst einige Vorlagen über die Abänderung einiger Amtsgerichtsbezirke und nahm sodann die beiden Gesetzentwürfe über die Erhebung von Kirchensteuern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in den östlichen Provinzen der Monarchie in dritter Lesung an. Endlich schritt das Haus zur ersten Beratung der Sekundärbahn-Vorlage, bei der wieder eine große Reihe von Wünschen lokaler Natur geäußert wurden. Nachdem der Minister wohlwollende Prüfung der Wünsche versprochen hatte, wurde die Vorlage an die Budget-Kommission verwiesen.
— Der nationalliberale Reichs- und Landtagsabgeordnete Ferdinand Wallbrecht, Königlicher Baurat und Senator der Stadt Hannover, ist vor kurzem gestorben. Im Jahre 1903 wurde Wallbrecht als Vertreter des IX. Hannoverschen Wahlkreises (Hameln- Springe-Linden) zum Mitgliede des deuschen Reichstages erwählt, nachdem er bereits 1892 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses geworden war.
— In der „Kölnischen Zeitung" lesen wir folgende Berliner Mitteilung: „Wie wir zuverlässig erfahren, hat bisher die Regierung wegen der Uebernahme des Postens des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg mit niemandem verhandelt. Gesprächsweise werden drei oder vier höhere Beamte als für die Stellung in Betracht kommend genannt, jedoch dürfte die Besetzung des Oberpräsidiums Brandenburg noch nicht in nächster Zeit entschieden werden, da man vermutlich dem neuen Minister des Innern Zeit und Gelegenheit geben wird, zu dieser wichtigen Personalfrage selbst Stellung zu nehmen."
— Zum Bau von Arbeiterwohnungen und zur Befriedigung des landwirtschaftlichen Kreditbedürfnisfes einen Teil ihres Vermögens herzugeben, sind nach dem Jnvaliditätsgesetze die Versicherungsanstalten und zugelassenen Kasseneinrichtungen berechtigt. Am Ende des Jahres 1904 belief sich die für den Bau von Arbeiterwohnungen darlehnsweise hingegebene Summe auf 133,2 Millionen Mark, die zur Befriedigung, des landwirtschaftlichen Kreditbedürfnisses auf 73,5 Will., die für den Bau von Kranken- und Genesungshäusern
u. s. w. auf 173,8 Millionen Mark; für eigene Veranstaltungen wie Krankenhäuser, Heilanstalten, Lungenheilstätten, Jnvalidenhäuser u.s.w. waren 33 Millionen Mark aufgewendet. Diese Summe stellt 36 v. H. des Gesamtvermögens der Versicherungsträger dar.
— Bei der allgemeinen Revision des Strafgesetzbuches, für welche die einleitenden Schritte bereits getan sind, wird auch die Frage der Abänderung der Bestimmungen in Erwägung gezogen werden, wonach nur derjenige, der öffentlich oder in Aergernis erregender Weise Tiere boshaft quält oder mißhandelt, in Geldstrafe oder Haft zu nehmen ist. Die Reformbedürftigkeit dieser Vorschrift ist innerhalb der Reichs- Verwaltung anerkannt. ___
Ausland.
— Der Kaiser ist von Gibraltar in Port Mahon auf der spanischen Balearen-Jnsel Minorka eingetroffen. Wie in Lissabon, Tanger und Gibraltar, so gestaltete sich auch hier die Begrüßung des Kaisers zu überaus sympathischen Kundgebungen. Nach mehrstündigem Aufenthalt, wobei der Kaiser einen Kranz an dem Grabe des Kapitän-Leutnants v. Bunsen niederlegte, erfolgte unter herzlicher Begrüßung der spanischen Behörden und des Volkes die Abreise durch die Straße von Bonifacio nach Neapel.
— Nach einer Meldung des Generals v Trotha aus Südwestafrika vom 1. April trieben am 26. März Hottentotten 60 Ochsen der Halbbatterie Stuhlmann aus Kransplatz nördlich Gibeon ab. Die sofort aufgenommene Verfolgung blieb ergebnislos, da die Regen- güsfe die Spuren verwischt hatten. Eine halbe Etappenkompagnie griff am 26. März von Gr. Heusis, etwa 50 Kilometer südwestlich Windhuk, aus eine unter Andreas Kuiseb abwärts gezogene Hererobande an. Nach fünfstündigem Gefecht gab der Feind seine Stellung auf. Zur Verfolgung des Gegners wurde eine starke Patrouille entsandt, der eine Kompagnie umgehend folgen wird, um Andreas weiter zu verfolgen.
— Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze liegen noch keine wichtigen Nachrichten vor. Täglich finden kleine Vorposten-Scharmützel statt. Das russische 3. Geschwader unter dem Befehl des Admirals Nebogatow, das am 26. März Suez passierte, ist am Ende der vergangenen Woche unweit Dschibuti gesichtet worden. Somit befindet sich auch diese Flotten-Abteilung jetzt im Indischen Ozean. Admiral Roschdjestwensky kreuzt jetzt mit seinen Schiffen schon säst drei Wochen im südlichen Teile des Indischen Ozeans.
Der KotterieKönig.
Roman von F. Wüstefeld.
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.Sie können das nicht hören und wollten es doch tun!" ' sich durch deS HauptmannS. Bitten Sich umschauend, setzte er im trocke-
sagte Schobert, ohne fid rühren zu lassen. Si nen Ton hinzu: „Ber; hoch und daS Stehen w
ien Sie, Ihre Treppen waren mir sauer." Er zog einen Stuhl
„Ich bitte um Entschuldigung," bat Düskow, folgte aber seinem Beispiel nicht, sondern blieb vor ihm stehen und sprach weiter: „Herr Schobert, denken Sie sich in meine Lage. Mir ist mit einem Schlage alles genommen: die ehrenvolle Laufbahn, auf der ich weiter und weiter zu kommen hoffte, die Braut, die ich liebte, an deren Seite ich ein glückliches Leben zu führen hoffte ..."
„Sie durften sie nicht aufgeben," erklärte Schobert sehr
„DaS habe ich mir selbst gesagt, aber ich hatte ihr nichts zu bieten."
Schobert sprang wieder auf. „Das sagt mir ein Mann, der gesund, befähigt und kenntnisreich ist!"
„Ich kann nicht Offizier bleiben."
Schobert nickte. „Das können Sie nicht, wenn Sie Angela heiraten, und nicht, wenn Sie sie ausgeben, das weiß ich. Aber gibt es denn gar keinen anderen Beruf als den des Offiziers?" .
„Wenig, in die sich ein Mann, der, wie ich, Offizier mit Leib und Seele gewesen ist, hineinfinden kann," erwiderte Düskow und dachte seufzend an den Brief seines Obersten.
„DaS kommt darauf an," sagte Schobert und setzte sich wieder. „Ich möchte Ihnen wohl einen Vorschlag machen."
„Und der wäre?"
Schobert wies auf einen Stuhl. „Setzen Sie sich, ich muß ein wenig weit ausholen." Als Düskow der Auffor- -erung Folge geleistet hatte, sprach er weiter: „Meine
Nichte hat sich mit dem Doktor Linderer verlobt und er wird als Teilnehmer in mein Geschäft treten; wir wollen es, obgleich es recht groß ist, infolge dessen erweitern und zwar eine Zweigniederlassung in New-Uork begründen ; wir schneiden auf diese Weise auch die Möglichkeit ab, daß unsere Verlagsartikel so schamlos nachgedruckt werden, wie bisher. Wir brauchen einen sicheren und intelligenten Mann, der das Unternehmen drüben leitet."
„Herr Schobert!" fuhr Düskow auf. Dieser winkte ihm und fuhr fort: „Ich bin überzeugt, Sie werden sich bald einarbeiten und ich würde von dem Arrangement, wenn es zu stände kommt, großen Vorteil haben, aber überreden möchte ichSie nicht." Wieder wollte ihn derHaupt- mann unterbrechen und wieder ließ er ihn nicht dazu kommen, sondern fuhr in seiner Auseinandersetzung fort: „Ich würde Ihnen nicht zumuten, in der Residenz eine Stelle in meinem Geschäft anzunehmen und unter den veränderten Verhältnissen täglich den ehemaligen Kameraden zu begegnen. In New-York ist das nicht zu besorgen; Sie können ein völlig neues Leben beginnen und Angela ist dort zu Hause!"
„Angela!" rief Düskow.
Schobert sagte lächelnd: „Ich nehme als selbstverständlich an, daß Angela Sie als Ihre Frau begleitet, das Gehalt, das ich Ihnen aussetze, wird zu einem bescheidenen Lebensunterhalt ausreichen und meine Frau wird das gute Mädchen schon in die Schule nehmen. Sie bleibt bis zur Hochzeit und Abreise nach Amerika unsere Hausgeuossin."
Düskow blieb eine Zeitlang sprachlos, dann ergriff er die Hand des edlen Mannes und zog sie an seine Lippen: „Herr Schobert, das wollen Sie für mich tun!"
„Aber, lieber Hauptmann, was tun Sie!" rief Schobert und entzog ihm die Hand : „Ich sagte Ihnen schon, es ist mein Vorteil. Mein Vorschlag mißfällt Ihnen also nicht?"
„Er hat meinen vollen Beifall, wenn ich nur leisten kann, was Sie von mir erwarten."
„Dafür lassen Sie mich, meinen alten Buchhalter und Linderer sorgen; einer von uns wird wohl mit Ihnen hinübergehen und Ihnen die ersten Monate zur Seite stehen. Wir sind also einig?"
„Ja. Aber Angela!"
„Die müssen Sie versöhnen und zwar auf der Stelle; ich hoffe, sie wird es Ihnen nicht zu schwer machen. Kommen Sie sogleich mit mir."
„Wohin?"
„Nun, nach meinem Hause, wo sie bei meiner Frau und Nichte ist. Linderer befindet sich selbstverständlich auch dort."
„Und Sie glauben, daß ich kommen darf?"
„Bis auf Angela sind alle rechtschaffen böse auf Sie, das müssen Sie aber über sich ergehen lassen. Nun zünden Sie schnell Gas an, es ist ja pechfinster im Zimmer geworden, werfen Sie sich in die Kleider und räumen Sie das Ding da vom Tische weg; die Geschichte bleibt selbst verständlich unter uns."
Die beiden Männer schüttelten sich die Hand. Düskow ließ das Gas in der Hängelampe auflammen, verschloß den Revolver und rief den Burschen herbei, dem er auf- trug, eine Droschke herbeizuholen, dann ging er in daS Nebenzimmer, um die Litewka mit dem Uniformrock zu vertauschen. Nach ganz kurzer Zeit waren sie auf dem Wege nach Schoberts Hause.
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Die Zeit während welcher Herr Schobert sich bei dem Hauptmann Düskow in der Derfflingerstraße befunden, war den in seiner Wohnung Zurückgebliebenen recht lang geworden. Frau Mathilde kannte ihren Mann viel zu gut, um nicht zu mutmaßen, daß sein Ausgang mit Angelas Angelegenheit in Verbindung stehe. Sie ließ sich davon aber nichts merken, sondern suchte das schmerzversunkene junge Mädchen durch freundliche Reden aufzuheitern, wobei sie auch ihre Rechnung fand. Es gelang ihr, auS Angela mancherlei über FarlowS herauSzufragen. 116,18