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SchlüchternerMtun g

Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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im Kreise ist die Schlüchteruer Zeitung"

Beweis: die ständig wachsende, nachweisbar große Verbreitung desselben in Stadt und Land. Wer deshalb eine Geschäfts- oder Waren-Empfehlung, ein Kausgesuch oder eine Verkaufs-Anzeige, eine Familiennachricht, ein Stellengesuch, eine offene Stelle oder sonst etwas zu inserieren hat, der wende sich an. dieSchlüchterner Zeitung". Seine Annonce wird dann eine große zweckentsprechende und dabei billige Verbreitung finden, denn die einspaltige Zeile kostet nur 10 Pfg.

Deutsches Reich.

Auf Einladung des Kaisers werden zur Berliner Dom-Einweihung auch Vertreter der norwegischen Kirchen erscheinen. Ferner hat der Kaiser den Wunsch geäußert, daß sich eine Abordnung der Schweizer evangelischen Kirche an der Einweihung des Doms beteilige.

Der Reichstag setzte am Sonnabend die erste Beratung der Handelsverträge fort. Graf Reventlow (wirtsch. V.) warnte vor Durchpeitschen der Vorlage, und der Antisemit Zimmermann sprach sich aus politischen und wirtschaftlichen Gründen für die Vor­lage aus. Den Befürchtungen des Abg. Speck (Z.), daß Süddeutschland bei den Verträgen zu schlecht weg­gekommen sei, begegnete mit sachlichen Gründen der bayerische Minister Graf v. Feilitzsch. Der Abg. Heim (Z.) mußte sich hierbei wegen seiner Zwischen­rufe einen Tadel des Präsidenten gefallen lassen. Dem Abg. Singer (soz), der die Handelsverträge Verträge gegen den Handel nannte, erwiderte kurz und sachlich der Staatssekretär Graf v. Posadowsky. Besonders bemerkenswert war, daß er ein Recht des Reichstages zu Aenderungen an den Verträgen in aller Form in Abrede stellte. Das Recht des Abschlusses stehe nur dem Bundespräsidium, dem deutschen Kaiser zu. Der Reichstag habe lediglich das Recht anzunehmen und abzulehnen. - Am Montag antwortete Minister v. Rheinbaben den Abgg. Gottheim und Singer. Er WieS nach, daß ein erhöhter Zollschutz der Landwirt­schaft dringend nötig sei, und daß dieser den großen wie den kleinen Landwirten zu gute komme, ohne die

Der Kotteriellönig.

Roman von F. Wüstefeld.

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Setzen Sie sich, setzen Sie sich, mein verehrter Herr Hauptmann," redete er, auf einen Sessel deutend, den in Paradeuniform, mit dem Roten Adlerorden auf der Brust, den Helm im Arm, vor ihm stehenden Offizier an.Ich würde Ihnen gern eine Zigarre anbieten, nur glaube ich, sie dürfte zu der Unterredung, die wir vorhaben, nicht recht paffend sein." ~ , nu

Sie wissen, was mich zu Ihnen führt, Mr. Farlow?" fragte Paul betroffen.

Ich weiß es, Herr Hauptmann, das können Sie schon auS dem Umstände entnehmen, daß ich Sie hier in die­sem Zimmer empfange. Die Kleine hat es doch nicht über sich gewinnen können, zu schweigen, sie hat mir gestanden, waS gestern zwischen Ihnen und ihr vorgegangen, und mich auf Ihren Besuch vorbereitet."

Paul DüSkow war von dieser Mitteilung nicht ange­nehm berührt, er runzelte die Stirn.

Dies bemerkend, fuhr Mr. Farlow schnell fort:Ich habe lange erwartet, daß Sie in dieser Angelegenheit zu mir kommen werden. Sie lieben meine Nichte und wollen ihre Hand von mir erbitten."

Ich liebe Miß Angela!" erwiderte Paul Düskow mit einem tiefen Seufzer und nahm, der wiederholten Auf­forderung des Amerikaners folgend, in dem Sessel, den ihm dieser hinschob, Platz.Ich liebe sie mit allen Kräften meines Herzens, sehe in ihrem Besitz das höchste Glück, da» mir zu teil werden kann, und würde mein Geschick preisen, wenn ich einfach dem Zuge meiner Seele folgen und sprechen dürfte: Mr. Farlow, geben Sie mir Ihre Nichte zur Gattin! Aber ich bin Offizier ..."

Und müssen auf die Kaution bedacht sein," unter­brach ihn Mr. Farlow lachend.Machen Sie sich darum keine Sorge. Meine Nichte Angela bekommt nebst voll- ständiger Aussteuer sofort eine Mitgift von einer Million Dollar» von mir und nach meinem Tode..."

Samstag, den 18. Februar 1905.

Interessen der übrigen Berufszweige zu schädigen. Die wirtschaftspolitische Polemik besorgten Dove (fr. Vg.) und SartoriuS (fr. Vp.), während v. Kardorff (Rp.) leidenschaftslos das Gute anerkannte. Dr. Heim (Z.) wandte sich scharf gegen die Linke und mußte wiederum einen Verweis des Präsidenten hinnehmen. Ihm erwiderte kurz Minister Graf Feilitzsch und Graf Posadowsky. Darauf trat Vertagung ein.

Im preußischen Abgeordnetenhause wurde am Sonnabend die zweite Beratung des Etats der Handels­und Gewerbeverwaltung fortgesetzt. Minister Möller hatte wieder auf die verschiedensten Anregungen und Wünsche zu antworten. Bei der Besprechung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung erklärte der Minister, er hoffe in der nächsten Woche eine Novelle zu § 65 (Stilllegung der Zechen) und bald darauf eine solche zu den übrigen in Frage stehenden Punkten des Bergrechts vorlegen zu können. Nach Bewilligung des Etats war die Tagesordnung erschöpft.

Am Montag nahm das Haus die zweite Beratung des Etats des Ministeriums des Innern auf. Beim TitelStrafanstalts-Verwaltungen" beklagte sich der Abg. Rosenow (fr. Vg.) über die Konkurrenz der Gefängnisarbeit gegenüber dem freien Handwerk. Der Minister Frhr. v. Hammerstein zeigte, daß der Unter­nehmerbetrieb in den Gefängniffen verringert sei und man der Konkurrenz nach Kräften entgegenarbeite. Der Abg. v. Arnim (k.) wies auf die Gefahr des schnellen Fahrens der Automobile hin und verlangte Haftbarmachung der Besitzer Von Regierungsseite wurde erwidert, daß diese Frage bereits im Reichs­justizamt erwogen werde. Dr. v. Jazdzewski brächte die alten polnischen Klagen vor, denen der Minister sachlich erwiderte. Von Interesse war auch die ange­schnittene Frage über die Aenderung der Wahlkreis- Einteilung, die nach Mitteilung des Ministers daS Haus in nächster Zeit beschäftigen wird. Sodann trat Vertagung bis Mittwoch ein.

Unter großer Beteiligung von nah und fern hat am Montag die Beerdigung Adolfs v Menzel stattgefunden. An der Trauerfeier im Alten Museum nahmen der Kaiser und die Kaiserin mit den in Berlin anwesenden Prinzen des Hohenzollernschen Hauses, die Vertreter der deutschen Bundesfürsten, der Reichskanzler mit sämtlichen Ministern und die Generalität teil. Die Leiche wurde auf dem Dreifaltigkeits-Kirchhof bestattet.

Der Bund der Handwerker nahm in seiner Generalversammlung in Berlin einen Antrag des

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Nichtweiter, Mr.Farlow!" wehrte Düskow,sich halb von seinem Stuhl erhebend.Was Sie mir da bieten, übertrifft weit, weit meine Erwartungen, ist weit mehr, als ich zu dem Leben, das ich mit meiner Gattin zu führen gedenke, gebrauche, aber ich nehme eS dankbar an, weil ich dadurch Angela gewähren zu können hoffe, woran sie gewöhnt ist. So peinlich es mir ist, ich hätte die Frage nach der Mitgift stellen müssen, weil ich selbst zwar ohne Schulden bin, aber außer meiner Gage nur ein ganz klei- nes Einkommen habe. Trotzdem steht sie für mich nicht in erster Reihe."

Sie möchten missen, wie das Geld, das Sie von mir bekommen werden, erworben ist," ] agte Farlow gut gelaunt.

In des Hauptmanns Wangen stieg ein lebhafter Rot, und nicht ohne Verlegenheit antwortete er:Verzeihen Sie, Mr. Farlow, ich lohne Ihre Güte schlecht, aber ich bin Offizier. ."

Und ich wünschte, Sie wären es nicht," fiel Farlow ein.Halb im Scherz habe ich Ihnen schon einmal das Anerbieten gemacht, mit mir nach Chicago zu kommen und sich an meinen Unternehmungen zu beteiligen; ich wiederhole eS jetzt im Ernst und stelle Ihnen ein fürstliches Einkommen in Aussicht."

Ich muß eS ablehnen, so dankbar ich Ihnen dafür bin," erwiderte Düskow, ohne sich einen Augenblick zu be­sinnen.Ich bin Soldat mit Leib und Seele, meine Kräfte, mein Wissen und Können gehören meinem Vaterlande. Ich verlasse eS nicht."

Auch nicht, wenn ich Ihnen nur unter dieser Bedm- gung AngelasHand bewilligte?" fragte Farlow und rich- tete einen lauernden Blick auf den Hauptmann, der zusam- menzuckte, als empfinde er einen körperlichen Schmerz.

Mr. Farlow, bedenken Sie, was Sie von mir for- dern I Sie werden mich vor eine solche Wahl nicht stellen!"

Farlow lachte.Nein, das will ich nicht. Ich hätte Sie sehr, sehr gern mit nach Chicago genommen, meine Frau und ich trennen uns schwer von Angela da Sie aber nicht ander» wollen, so mag eS sem. Blechen Sre

56. Jahrgan,.

Oberpostmeisters Rahardt-Berlin auf Verschmelzung des Bundes der Handwerker mit der deutschen Mittel- stands-Vereinigung einstimmig an.

Der Direktor beim Reichstag Geheimer Re- gierungirat Knack, beging am 12. d. M. sein fünfzig­jähriges Dienstjubiläum. Viele Anerkennungen und Ehrungen wurden dem Jubilar zu teil. Der Kaiser verlieh ihm den Roten Adlerorden zweiter Klaffe mit Eichenlaub.

Ausland.

Nach einer Meldung des Generals v. Trotha aus Südwestafrika ging am 5. d. M. Hauptmann Morath von der Abteilung Meister gegen Nunub vor. Nach kurzem Artilleriefeuer wurde der Ort von etwa 200 Witbois und Hereros in eiliger Flucht nach Osten und Südosten verlassen und von der Abteilung besetzt. Major von Lengerke setzt von Westen und die Abteil­ung in Aminuis von Osten her die Aufklärung gegen den Noffobfluß fort.

Auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatze hat nach einer Meldung aus Sachetun bei Mukden an Stelle des Generals Griepenberg, General Kaulbars das Kommando der zweiten russischen Mandschurei- Armee übernommen, Kaulbars war bisher Befehls­haber der dritten Armee. Japan soll vier Schlacht­schiffe nach dem Muster der neuesten britischen Schiffe in Bestellung gegeben und auch Geschütze im Werte von 500 000 Pfd. Sterling in England bestellt haben. Wenn das Wetter milder wird, soll die tatsächliche Belagerung von Wladiwostok das Hauptziel der Ja­paner sein. Man glaubt, Admiral Kamimura werde stch bemühen, die Landverbindungen Wladiwostoks ab« zuschnciden.

Die deutsche Gesandtschaft an den Kaiser Mene- lik von Abessinien ist an ihrem Bestimmungsort ein­getroffen. Sie traf am Sonnabend in Adis Abeba ein, wurde von abessinischen Truppen nach dem Palast eskortiert, wo der Leiter der Mission. Dr. Rosen und der Stab vom Kaiser empfangen wurde.

Kskales und Provinzielles.

Schlächtern, 17. Februar 1905

* Wie wir aus sicherer Quelle erfahren wird der ev. Kirchen-Gesangverein im nächsten Monat ein Kirchen-Konzert veranstalten, zu dem auch einige her­vorragende Kräfte von auswärts ihre Mitwirkung zu­gesagt haben. In der letzten General-Versammlung des Vereins wurden in den Vorstand gewählt: 1. Fräul.

Offizier, ich gebe Ihnen Angela; wir können heute noch Verlobung feiern." Er machte eine Bewegung, als wolle er aufstehen.

Düskow aber ergriff seine Hand, hielt ihn fest und bat: Verzeihen Sie, Mr. Farlow, kann ich es bleiben, wenn ich Angela heirate? Zürnen Sie mir nicht, "fügte er hinzu, als er die Wolken auf FarlowS Stirn heraufziehen sah, bedenken Sie meine Lage! Angela begreift sie! Sie selbst hat mich an Sie gewiesen!"

Und was wollen Sie missen?" fragte der Amerikaner in einem kühlen, gemessenen Ton, der gegen die frühere terzlichkeit merklich abstach.Woher ich mein Geld habe?

$ ist redlich erworben."

Nein, wer Angela ist. Ueber ihrer Geburt schwebt ein Dunkel, das sie selbst nicht zu lüften vermag. Ist sie Ihre Nichte? Ist sie ein angenommene» Kind? Ist sie .. ."

Mr. Farlow ergriff jetzt des Hauptmanns Hand und sagte wieder mit gütigem, väterlichen Lächeln:Angela ist eine kleine Törin, die sich mit Hirngespinnsten quält und Sie auch damit angesteckt hat. Sie ist meine Nichte, die Tochter meines früh verstorbenen Bruders."

War sie immer bei Ihnen?"

Farlow schüttelte wehmütig den Kopf.Es war uns erst viel später möglich, das Kind zu uns zu nehmen, als der harte Kampf ums Dasein beendet war."

Angela meint, sie habe längere Zeit in einem großen, von Gartenanlagen und Mauern umgebenen Hause, viel­leicht einem Watsenhause, gelebt."

Wieder lächelte Mr. Farlow traurig.Sie hat recht. Doch," unterbrach er sich,eS wird besser sein, ich gebe Ihnen einen kurzen Lebensabriß, der klärt Sie über alles auf." Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück, schloß ein paar Minuten nachsinnend die Augen und begann dann: Ich bin geborener Bulgare. In Sofia, der Hauptstadt des jetzigen Fürstentums, das damals noch gänzlich türki­scher Besitz war, war mein Vater Pferdehändler. Meine El­tern hatten zwei Söhne, Janko, der fünf Jahre war, und mich." 116,18