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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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AwiM iMiiiMwninMmMii-ww Amtliches.

J.-Nr. 1816 K.-A. Auf dem am 6. d. Mts. stattgehabten Kreistage sind folgende Beschlüsse pp. gefaßt worden:

1. Der Privatier Philipp Günther zu Mottgers wurde als SchiedsmannSstellvertreter für denkomb. Bezirk Mottgers, Gutsbezirk Oberförsterei Sterbfritz, gewählt.

2. ZuKommunallandtagsabgeordnetenwurden gewählt: Bürgermeister a. D. Berta in Soden, Bürgermeister Salomon in Schlüchtern.

3. Die ausgeschiedenen Kreisausschußmitglieder Bürgermeister Salomon und Fabrikant Romeiser wurden wiedergewählt.

4. Die Wahl des Gutsinspektors Preiß zum Kreis- tagsmitglied wurde für gültig erklärt.

5. Der Kreistag erklärte sich mit der Ausführung der vom Kreisausschuß erforderlich erachteten Repara­turen im Kreishause einverstanden.

Schlüchtern, 7. Mai 1904.

Der kom. Landrat: Graf zu Solms.

Himmelfahrt.

Jesus ist durchs Tal der Leiden In sein ew'ges Reich gegangen, Ihn, den erst das Grab umschlossen, Hat der Himmel jetzt umfangen; Zu der Rechten seines Vaters Thront er über ird'schen Thronen, Und sein Auge blickt auf alle, Die im Staub der Erde wohnen.

Jesus ist jetzt von den Seinen Wohl getrennt, doch nicht geschieden, Aus der Höhe giebt er ihnen

Seinen Geist und seinen Frieden;

Und ist einer krank und niüde. Tröstet ihn sein Mund so gerne: Hoffe nur auf meine Stunde, Halte aus, sie ist nicht ferne."

Jesus weiß wohl, was uns ängstet, Hat doch in den 6cbentagen Er gleich uns gezagt, gezittert Und des Kreuzes Last getragen.

Da er auf dem Thron der Ehren Sitzt und herrscht im ew'gen Leben, Will er uns aus seiner Fülle Alles, was uns mangelt, geben.

Jesus ist durchs Tal der Leiden In sein ew'ges Reich gegangen, An ihm, dem von Gott Erhöhten, Sollten unsre Blicke hangen;

Vor ihm beugen wir die Kniee, Und zuletzt an unserm Ende Legen wir die müde Seele Still in seine treuen Hände.

Sein Dsppelgättgev.

Roman von Dorothea M. Corhould.

Nachdruck verboten.

(Fortsetzung.)

In der Tat, ich freue mich, daß dem so ist, ich beteilige mich gern zugleich mit Ihnen an einem Werk. Aber ich bin noch nicht zu Ende mit meinen Mit­teilungen. mein anmaßender .Förster" hat ein freund­liches kleines Billet erhalten, welches ihm, wir meinen sämtlichen Gutsangehörigen das ungehinderte Betreten des fraglichen Weges gestattet, verdient das nicht ein wenig Dank meinerseits Elly, und werden Sie mir nicht erlauben, Ihnen als schwachen Ausdruck desselben die Hand zu küssen?"

Nein" rief Elly erglühend, indem sie ihm rasch ihre Hand entzog,Sie versprachen mir, des fatalen Weges nie mehr zu erwähnen, Herr Pierrepoint."

O, tat ich das wirklich? Das muß mir entfallen sein, Elly. Darf ich auch Ihnen dafür nicht danken, daß Sie, obgleich Sie mir heute früh meine dahin­gehende Bitte direkt abgeschlagen hatten, dennoch nach­her der Fuchshetze fern blieben? Trotzalledem erschrack ich furchtbar, als Sie plötzlich verschwunden waren, und ich hatte den unglücklichenWaUkönig" schon im schlimmsten Verdacht Sie müssen sehr gut gegen wich sein, um mich für den ausgestandenen Schreck entschädiget.,"

Mittwoch, den 11. Mai 1904. "M,,M,,a^^

Ium Himmelfahrtsfest.

Das Himmelfahrtsfest ist nicht sehr populär; die meisten wissen nicht recht, wozu es da ist. Ein freier Tag mehr, da man sich der schönen Natur in Frühlings- prackt freut, darum ein beliebter Tag für Ausflüge, das ist fast alles, was viele davon halten. Zumal in unsrer Zeit ist der Gedanke an den Himmel im christ­lichen Sinne ganz zurückgetreten. Heute fragt man mehr nach der Gegenwart als nach der Zukunft. Zeige mir, was dein Christentum im täglichen Leben leistet, so ruft man dem einzelnen zu, und das Christentum selbst soll seine Existenzberechtigung in der Gegenwart beweisen durch das, was es für die Hebung und den Fortschritt des Staates und der menschlichen Gesell­schaft zuwege bringt. Wenn diese Forderung eine Berechtigung hat, was soll uns dann ein Fest der Himmelfahrt? Himmelfahrt zeigt uns Jesus als den zur Rechten Gottes Erhöhten, als den König aller Könige, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Diese Gewißheit aber, daß nicht mensch­liche Torheit und Sünde, nicht blinder Zufall oder ein unerbittliches Etwas die Geschichte und unser Geschick regiert, sondern der lebendige Herr, diese Gewißheit gerade gibt Lebensmut und Siegesfreudigkeit auch gegenüber allen Schwierigkeiten, die uns persönlich oder unsere Familie, unser Volk bedrohen, sie gibt die Kraft und den Ansporn, im täglichen Leben, auch im Volksleben seinen Mann zu stellen. Unser Kämpfen und Mühen, mag es auch oft so scheinen, ist nicht um­sonst, denn das Ende der Dinge ist nicht Nacht, son­dern Licht, nicht Vergehen, sondern Gottes Reich.

Deutsches Deich.

Für den Kaiserbesuch in Elsaß-Lothringen ist das folgende Progamm festgestellt worden: Der Kaiser wird am 10. d. M., von Donaueschingen kommend, in Straßburg eintreffen und bis zum 14. d. M. in dortiger Stadt verweilen; am Sonnabend, 14. d. M., begibt sich der Monarch nach Metz, um eine Parade über die Truppen der hiesigen Garnison abzu- nehmen und der Einweihung der neuen evangelischen Kirche daselbst beizuwohnen. Im Anschluß hieran reist der Kaiser, der von seiner Gemahlin begleitet sein wird, nach St. Johann-Saarbrücken weiter, wo an demselben Tage, 14. d. M., nachmittags 'A3 Uhr die Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals statt- findet. Ein längerer Aufenthalt auf Schloß Urville ist für dieses Jahr nicht vorgesehen.

Die Budgetkommission des Reichstags hat sich über die Aufnahme einer Togo-Anleihe zum Bau einer Bahn in diesem Schutzgebiet nicht schlüssig machen können, sondern hat ihre diesbezüglichen Verhandlungen vertagt. Auch die Konimission zur Vorberatung der

O, das gleicht sich aus," rief Elly unbedacht die Angst, die ich Ihretwegen ausstand, als Sie so lange ausblieben "

Ah, das ist ja ein reizendes lebendes Bild," klang in diesem Augenblick Blanche's Stimme von der Treppe herab,Sie halten wohl Probe für nachher?"

Ganz recht, Fräulein Wilson," nickte der Haus­herr gleichmütig,Ihre Schwester hegte die Befürch- tung, ihrer Stelle nicht völlig gewachsen zu sein, und so schlug ich ihr vor, die betreffende Stelle nochmals durchzunehmen?"

Blanche bemerkte sehr wohl den schelmischen Blick, welchen Herr Pierrepoint mit Elly tauschte, und im Aerger über diese Wahrnehmung beschloß sie, einen letzten Trumpf auszuspielen.

Demnach bist Du wieder ganz hergestellt, Elly, und gedenkst Dich am Balle zu beteiligen? " fragte sie kühl und spitz.

Jawohl, meine Ohnmacht ging aber sehr rasch vorüber, wie Du ja weist," nickte Elly verwundert ob der Frage.

Ach ja, in Anbetracht der schrecklichen Botschaft aus Helmsly fand ich's ganz begreiflich, daß Du die Besinnung verlorst," fuhr Blanche, anscheinend mit grausamen Behagen fort,wer hätte gedacht, daß Sir Desmond Charteris, der frische, gesunde Mann, so plötzlich fast hoffnungslos darniederliegen würde! Sie wußten wohl auch noch nichts davon, Herr Pierrepoint, wie? Die zweite Post brächte Mama einen Brief

55. Jahrgang:

Novelle zum Börsengesetz vertagte sich, ohne zu einer bindenden Entschließung gekommen zu sein.

Der neu begründete Lotterieverband deutscher Lotteriekollekteure Wirb in den nächsten Tagen dem Reichstage eine Petition überweisen, welche vom juristischen Standpunkte aus den eingegangenen Ent­wurf des Gesetzes betr. eine schärfere Bestrafung des Spiels in nichtpreußischen Lotterien usw. beleuchtet und die Mindereinnahme an Neichsstempelsteuern berechnet, welche die einzelnen Bundesstaaten erleiden werden.

Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat am Sonnabend den Nachtragsetat, der drei Millionen Mark für Wohlfahrtszwecke für Eisenbahnangestellte fordert, gegen eine Stimme angenommen.

Dem Abgeordnetenhaus ging ein Gesetzentwurf zu betreffend Erschwerung des Vertragsbruches der land­wirtschaftlichen Arbeiter und des Gesindes.

Die Etatsberatungen im Herrenhause werden nicht vor dem 11. d. Mts. beginnen und voraussicht­lich auch noch am 13. und 14. fortgeführt werden. Der Kultus-Etat wird wohl Freitag den 13., zur Be­ratung kommen.

Ueber die Ernennung des Generalleutnants v. Trotha zum Oberkommandierenden in Deutsch-Süd­westafrika ist Zuverlässiges noch nicht bekannt, doch scheint unbestritten, daß die Ernennung schließlich durch die persönliche Initiative des Kaisers erfolgt ist, und ebenso steht fest, daß General v. Trotha in Südwest­afrika volle Aktionsfreiheit hat und vom Kolonialamt unabhängig ist. Auch ist noch nicht klar, wie die spätere Organisation sich nach Niederwerfung des Auf­standes gestalten wird. Wahrscheinlich aber würden diese wichtigen Entscheidungen schon früher erfolgt sein, wenn nicht der Kaiser in der kritischen Zeit sich im Mittelmeer aufgehalten hätte. Als Adjutant des Generals V. Trotha für dessen Aufenthalt in Afrika wurde Hauptmann Tehwalt vom 44. Artillerieregiment in Trier kommandiert.

Gouverneur Leutwein meldet: Nach Meldungen steht der Feind bei Onjatu. Estorff wird auf Otjiuoko vorgehen. Im Distrikte Gobatis werden die Postierungen durch eine fliegende Kolonne unter Oberleutnant Winckler von der Kolonne Glasenapp verstärkt.

Oberst Dürr tritt am 10. d. M. einen ihm be­willigten 45tägigen Borurlaub innerhalb der Grenzen des Deutschen Reiches an.

Der Leipziger Kassenstreik wurde soeben durch Er­laß der Königlichen Kreishauptmannschaft mit dem Siege der Aerzte beendet. Sämtliche Forderungen der Aerzte wurden bewilligt.

Vom Württembergischen Armeekorps haben sich neuerdings als Freiwillige nach Südwestafrika 60 Unteroffiziere und 195 Mann gemeldet.

voHir Desmond's Mutter, mit der schlimmen Nach- richt, der Aermste ist mit dem Pferd gestürzt und soll sehr schwer verletzt sein, wenn auch die Hoffnung auf Rettung nicht völlig ausgeschlossen ist. Natürlich kann einstweilen keine Rede davon sein, daß wir nach Helmsly gehen, falls nicht Elly dennoch"

Ich ich sollte dennoch nach Helmsly gehen wollen, Manche!" rief Elly, die inzwischen wie erstarrt dagestanden hatte, ganz empört,wie kommst Du denn auf diese Vermutung, während Du doch sehr genau weißt, daß ich überhaupt nicht die Absicht hatte, der Einladung Folge zu leisten! Außerdem ist es Dir recht wohl bekannt, daß es nicht Sir Desmond's Unfall war, der meine Ohnmacht veranlaßt hat, denn ich erfuhr eben von Dir das erste Wort darüber," und damit ließ Elly die Schwester sammt Herrn Pierrepoint stehen und begab sich hastig in den Speisesaal.

Herr Pierrepoint blickte ihr nach, bis sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, dann trat er nahe an Manche heran und sagte herrisch:Fräulein Wilson, Sie werden mir jetzt Rede stehen! Weshalb sollte Elly wünschen, dennoch nach Helmsly zu gehen, was ist's zwischen ihr und Sir Desmond? Heraus mit der Sprache, ich will es wissen!"

Seine Worte klangen nichts weniger als höflich und Blanche, welche die reiche Partie nun doch ver­loren sah, konnte sich's nicht versagen, dem abtrünnigen Anbeter einen Parterpfeil nachzujenden. (Schluß folgt.)