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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Anfangs Mai d. Js. wird eine Kommission von 3 Mitgliedern und zwar die Herren Kohlhepp Schwarzen­fels, Gärtner-Elm und Simon-Gundhelm die Zucht Viehmärkte im Badischen Oberlande besuchen, um sich dortselbst über die Simmentaler Viehzucht zu in­formieren.

Hierbei wird günstige Gelegenheit geboten sein, erstklassige jüngere Rinder und tragende Kalbinnen preiswert anzukaufen.

Diejenigen Landwirte und Viehzüchter des Kreises, welche auf solche Tiere reflektieren, wollen ihren Be­darf bis spätestens zum 1. Mai bei dem Bereins- schriftführer Herrn Rentmeister Pfalzgraf anmelden.

Schlüchtern, den 14. April 1904.

Der Vereins-Vorstand: Roth. Geh. Reg.-Rat.

Deutsches Reich.

Der Kaiser hörte am 13. April den Vortrag des Gesandten von Tschirschky-Bögendorff in Syrakus und machte nachmittags mit Gefolge einen Ausflug zu Wagen nach dem griechischen Theater, demOhr des Dionysius" und den Steinbrüchen von Latomia und Santa Venera, wo der Tee eingenommen wurde. Das Wetter war prächtig. Am Abend war die Pro­menade am Hafen reich durch Lampions beleuchtet, die in den Alleen von Palinen und Oleandern aufgehängt waren. Dem Kaiser wurden zahlreiche Blumenspenden an Bord gesendet.

- - Der Kaiser von Rußland hat aus Anlaß seines letzten Aufenthaltes in Darmstadt dem 24. Leib-Dra­goner-Regiment 2 kostbare Pauken verliehen. Die In­strumente bestehen ganz aus Silber und tragen als Hauptschmuck den russischen Adler. Um den oberen Rand zieht sich ein getriebener Lorbeerkranz, an dem die Schrauben befestigt sind. Letztere haben als Hand­griffe Kronen, während das Endgewinde durch Löwen­köpfe verdeckt ist.

Der König von Spanien gedenkt Kaiser Wilhelm anfangs September in Berlin einen Besuch abzustatten und der großen Herbstparade sowie den Manövern beizuwohnen. Den Besuchen am deutschen Kaiserhofe und anderen Höfen dürfte eine Reise nach Paris vorausgchen.

Der deutsche Reichstag trat am Dienstag, nach­mittags 2 Uhr, zu seiner 1. Sitzung nach den Oster- ferien zusammen. Auf der Tagesordnung steht, abgesehen von kleineren Rechnungssachen, die zweite Lesung des Etats des Reichskanzlers und des Aus­wärtigen Amts.

Gleichzeitig mit dem Reichstage nahm auch das preußische Abgeordnetenhaus am Dienstag seine Ar­beiten wieder auf, um wie jener in der zweiten Lesung des Etats fortzufahren.

Wie Berliner Blätter berichten, wird der Gesetz­entwurf, betreffend die Aenderung des Landtagwahl­

Sein Doppelgänger,

Roman von Dorothea M. Corhould.

Nachdruck verboten.

An Herrn Pierrepoinffs Schwester schloß sich Elly aufs innigste an und ihr zur Liebe war sie schon halb und halb entschlossen, die Einladung nach Helmsly dennoch anzunehmen.

Als Elly eines Morgens ziemlich zeitig in das Frühstückszimmer trat, fand sie dort nur den Haus­herr mit der Durchsicht der eben eingelaufenen Korre­spondenz beschäftigt, während Lady Dane und ihr Gatte noch auf sich warten ließen. Sobald Elly er­schien, schob Herr Pierrepoint seine Briefe bei Seite und brgrüßte das junge Mädchen freundlich, worauf er scherzend hinzufügte, seine Schwester und sein Schwager seien unverbesserliche Langschläfer.

Elly lachte und fragte dann, nur um etwas zu sagen, ob auch für sie Briefe da seien.

Ja wohl, hier ist ein Brief, der von Buchegg nachgeschickt wurde," nickte Herr Pierrepoint, Elly das Schreiben reichend. Es sah nicht besonders vertrauen­erweckend aus; auf grobes, graues Papier geschrieben, wies schon die Adresse, welche an Freulein Kriseldes Willson" lautete, auf eine ungeübte Hand hin und der Brief selbst bestätigte diese Annahme.Geöhrtes Freu­lein," lautete das Schreiben,ich verstehe mich leiter nicht gud auf's Briefschreiben, was sie güdigst end- schultlichen wollen, aber ich und meine Kammeraten,

Samstag, den 16. April 1904. iääsj^as^aajg^ ......... imm

verfahrens in Preußen dem Landtag noch in dieser Tagung zugehen. Der Entwurf will das Verfahren nach dem Muster desjenigen für die Kommunalwahlen abgeändert sehen: die Wähler würden also n^t mehr genötigt sein, sich zu Beginn der Wahlhandlung für ihre Wählerklasse, einzufinden und während des Wahlaktes anwesend zu bleiben, sondern könnten nach Belieben während der Stunden der Wahl erscheinen. Der Gesetzentwurf betreffend die Aenderung der Wahl- kreiseinteilung ist für die nächste Tagung zurückgestellt worden.

Der frühere Oberpräsident von Ostpreußen, Frhr. v- Richthofen, ist in Florenz gestorben. Am 31. Oktober v. I. schied der Verstorbene aus bem Staatsdienste, nachdem er bereits im Sommer vorher erkrankt war. Frhr. v. Richthofen kam im Juli 1901 als Nachfolger des verstorbenen Grafen Wilhelm Bis- marck von Köln, wo er Regierungspräsident gewesen, als Oberpräsident nach Ostpreußen.

In Weißenburg wurde 1890 bekanntlich für den ersten Kriegsgefallenen auf deutscher Seite, den Leutnant v. Winsloe, am Scheuerlenhof ein Denkmal errichtet. Nun wird auch dem ersten Gefallenen auf französischer Seite, Marechal de logis Paanier, die gleiche Ehrung zuteil werden. Die Enthüllung des Denksteins ist auf den 25. Juli d. J. geplant. Es dürfte interessieren, daß sich bei dieser Gelegenheit Ueberlebende sowohl von deutscher als von französischer Seite, die damals am Kampfe um den Scheuerlenhof teilgenommen haben, versammeln werden, um dein ersten Opfer des großen Krieges die letzte Ehre zu erweisen. Die deutschen Teilnehmer, an ihrer Spitze Graf Zeppelin, werden schon in den nächsten Tagen in Weißenburg erwartet, um an einer Vorbesprechung teilzunehmen. Unter ihnen befindet sich auch der da­malige Gefreite und heutige Kaufmann in Renchen, Kraus, der den ersten Schuß abgab, der Paanier nieder­streckte. Die verhängnisvolle Pistole befindet sich noch jetzt im Besitze des französischen Divisionsgenerals de Bernis.

Die deutsche Ernte betrug nach der amtlichen Reichsstatistik im Jahre 1903 in Tonnen und (Hinzu- fügung des Hektarertrags): an Winterweizen 3002444 (1,93), Sommerweizen 552 620 (2,17), Winterspelz 447 982 (1,49), Winterroggen 9 732 409 (1,66), Som­merroggen 172 084 (1,18), Sommergerste 3 323 639 (1,95), Hafer 7 873 385 (1,84), Kartoffeln 42 901530 (13,25), davon gesunde 40 310 599, Kleeheu 9 727 987 (5,16), Luzerne - Heu 1 323 939 (5,86), Wiesenheu 26 355 027 (4,45). Dem Vorjahre gegenüber beträgt der Zuwachs an Brotgetreide, d. h. an Weizen, Winter­spelz und Roggen 29 872 Tonnen oder + 0,2 Proz, der an Klee-, Luzerne-, und Wiesenheu 399 184 Tonnen oder + 1,1 Proz. Dagegen betrug die Minderernte an gesunden Kartoffeln 410 865 Tonnen oder 1,0 Proz.

wir wollden sie höfligst bitten, lasen sie uns dog wider über ihr Lant gehen. Früher durfden Wir's immer tun, und es tommb uns hard an, jetzt einen Umwech von einer stunte magen zu müsen, wenn wir zur arbeid gehn. Wenn wir zu späd zur arbeid kommen, werden wir endlasen, und das wollen sie dog gewiß nicht es hiese uns ja das Brot aus dem Munt nehmen. Lasen sie uns den alden wech nehmen, Geöhrtes Freulein; darum bitted sie sehr mit aller Hochachdung John Grigg."

Elly laß den Brief kopfschüttelnd durch und legte ihn dann vor sich auf den Tisch.Wieder eine Epistel mit der Bitte um Freigabe des Weges," sagte sie dann halb lachend, halb ärgerlich. «Der Mann schreibt recht schlecht, aber zur Abwechslung hat er den Brief doch unterzeichnet, die Briefe die ich bisher erhielt, waren sämtlich anonym. Vielleicht interessiert es Sie, den Brief zu lesen, Herr Pierrepoint; die Ortographie ist jedenfalls eine Seltenheit."

Herr Pierrepoint verbeugte sich dankend, indem er nach dem Briefe griff; während des Lesens sah Elly feine Stirn sich furchen und in feinen Augen lag ein finstrer Ausdruck, als er, den Brief zusammenfaltend, jetzt fragte:Beharren Sie immer noch auf Ihrem Entschluß, Fräulein Elly?"

Unbedingt," nickte Elly gleichmütig.

Obgleich die Arbeiter durch den Umweg die ihnen so kostbare Zeit verlieren?"

55. Jahrgang.

Sommergerste und Hafer, die hauptsächlich zur tierischen, in gewissem Umfange aber doch auch zur menschlichen Ernährung dienen, ergaben zusammengefaßt eine Mehr- ernte von 629 547 Tonnen oder + 6,0 Proz. Alles in allem, so wird in der amtlichen Statistik ausgeführt, wird das Erntejahr 1903 für die Gesamtheit der hier erwähnten Früchte als ein sehr günstiges zu gelten haben.

Wie aus Bochum gemelbet wird, kamen daselbst drei neue Pockenfülle, sowie ein pockenverdächtiger Fall vor. Das Generalkommando ordnet für den Stadt- und Landkreis Bochum den Ausfall der Kontrollver- sammlungen an.

Ausland.

Oberst Leutwein meldet aus Okahandja (Süd­westafrika) unterm 13. April: Verfolgung ergab, daß geschlagener Feind in Gegend Otjitasu, Eundo, Katjapia zurückging. Vom Feinde gefunden achtzig Tote und frische Gräber. Etwa 350 Stück Großvieh erbeutet.

Von New-York meldet man: Am 12. April explodierte auf dem SchlachtschiffMissouri", an der Küste Floridas, ein Geschütz. Fünf Offiziere und neun Mann wurden getötet.

Gegen den Ministerpräsidenten Maura wurde beim Verlassen des Generalratsgebäudes in Barcelona ein Anschlag verübt. Maura wurde durch einen Dolch­stich verwundet.

Die ersten Meldungen, daß auf Maura ein Anschlag verübt worden sei, wobei er verwundet wurde, werden offiziös aufrecht erhalten. Es wird weiter be­richtet. Der Täter hielt in der Hand ein Küchenmesser, womit er Maura zu stechen suchte. Die Waffe glitt an der Stickerei der Kleidung Mauras ab und verur­sachte nur einen leichten Riß von zwei Zentimeter Länge längs der sechsten Rippe. Der Arzt, der ihn untersuchte, beschränkte sich darauf, Maura einige Stun­den Ruhe zu verordnen. Der Täter ist der Bediente Joachim Michel Arial. Er wehrte sich bei seiner Ver­haftung, rief: Es lebe die Anarchie und stieß sich den Kopf an der Mauer blutig.

Aus Söul wird gemeldet: 600 koreanische Sol­daten wurden am 11. April von Söul nach der Nord­grenze geschickt, um chinesische Uebergriffe auf koreanisches Gebiet zu verhindern. Ein 100 englische Meilen langer Teil der koreanisch-mandschurischen Grenze ist seit langer Zeit streitig und hat immer wieder zu Reibungen zwischen Chinesen und Koreanern geführt. Daher trifft Korea diese Vorkehrungen.

DieTimes" meldet aus Niutschwaug unterm 8. April: In der ganzen Südmandschurei sind durch starke Regenfälle die Eisenbahnen überschwemmt, die Straßen unwegsam gemacht und die Feldtelegraphen unterbrochen. Der Verkehr durch das Land ist lahm gelegt.

Es tut mir leid für die Leute, aber es läßt sich nicht ändern."

Hm, wissen Sie, daß Dunstan mich gestern an- hielt, als ich den Weg passieren wollte?"

O, wirklich? Ja, Dunstan ist ein zuverlässiger Beamter."

Das scheint so; gestern hielt er eine arme, alte Frau an, die ihren Unterhalt dadurch erwirbt, daß sie zwei Mal wöchentlich Eier und Geflügel zum Markt nach Cramlech bringt. Da die alte Person natürlich nicht im Stande ist, den weiten Umw'g zu machen, mußte sie fortan ihren kleinen Verdienst schwinden lassen, und das wird Frau Hilson recht schwer ankommen."

Ah, die Frau hat Ihnen wohl ihr Leid geklagt?" fragte Elly mit hochmütiger Miene; sie sah genau so aus, wie damals, als sie den vermeintlichen Förster in seine Schranken zurückwies, und Herr Pierrepoint unterdrückte ein Lächeln, als er ruhig sagte:Nein, Fräulein Elly, Frau Hilson hat sich nicht bei mir beklagt, ich erfuhr die Angelegenheit von Dunstan und ich konnte mich nicht enthalten, ihm meine Meinung zu sagen."

O, das hat Dunstan gewiß interessiert, da er indeß nur meine Befehle ausführt, war es nicht sehr taktvoll, meinen Verwalter zu schelten," rief Elly heftig;Dunstan vertritt nur meine Interessen, Herr Pierrepoint."

(Fortsetzung folgt.)