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gr^fint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
28.
Einladung zum Abonnement
aus die
Die Schlüchterner Zeitung, die älteste Zeitung bei Kreises Schlüchtern, (54. Jahrg.) bringt Berichte über wissenswerte Vorgänge in unserem Reiche wie auch im Auslande.
Unter „Lokales und Provinzielles" berichtet die Schlüchterner Zeitung über alle neue und bemerkenswerte Vorkommnisse aus dem Kreise und der Provinz.
Die Schlüchterner Zeitung mit dem amtliche» Kreisblatt bringt alle Anzeigen sämtlicher Behörden des Kreises.
— finden in der über alle Ort-
Sä schalten des Kreises und weiter hinaus verbreiteren Schlüchterner Zeitung wirksame Verbreitung.
Bezugspreis vierteljährlich mit amtlichem Kursblatt
1 Mark.
Um gest. Neubestellung bittet höflichst
Expedition der Schlüchterner Leitung.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Frühjahrs-Kontrolversammlungen finden im Kreise Schlächtern an den in nachstehendem Plane angegebenen Tagen und Plätzen statt.
Der Plan wird den Herren Bürgermeistern resp. Ortsvorstehern des Kreises Schlüchtern mit dem Ersuchen mitgeteilt, gefälligst in ortsüblicher Weise bekannt machen zu wollen, daß sich alle in ihren Gemeinden befindlichen Mannschaften nachstehend b«>- zeichneter Kategorien an den angegebenen Gestellungs- lageu pünktlich einzufinden haben als:
ns sämmtliche Reservisten, einschließlich die Jäger der Klasse A vom Jahrgang 1891 ab auswärts.
b) sämmtliche Wehrmänner *. Aufgebots mit Ausnahme derjenigen, welche bei der diesjährigen Herbstkontrolversammlung jur Landwehr II. Aufgebots übergeführt werden; zu letzteren geboren diejenigen Mannschaften, welche in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1892 in den Militärdienst eingetreten find,
c) die zur Disposition der Truppenteile Beurlaubten.
d) die vor beendeter Dienstzeit wegen Dienstuntaug- lichkeit oder aus Reklamation und wegen anderer Gründe zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften,
e) sämmtliche Invaliden mit Ausnahme der dauernd Ganzinvaliden,
f) sämmtliche Ersatz-Reservisten.
Sein Doppelgänger
Montan von Dorothea M. Corhould.
Nachdruck verboten.
Daß Blanche an dem fraglichen Tage das Kammer- mädchen, welches beiden Schwestern hülfreiche Hand leistete, ganz allein in Anspruch nahm, war für Elly nichts neues, sie kannte ihre Schwester und wußte, daß Mathilde bei solchen Gelegenheiten nicht zu beneiden war. Blanche war zu allen Zeiten schwer zufrieden zu stellen, tauchte aber ein möglicher Verehrer am Horizont auf, dann verlangte sie fast das Unmögliche, um nur ja so vorteilhaft als tunlich zu erscheinen. Im Stillen hatte sie sich selbst vorgenommen, den Lindenhof samt seinem Besitzer zu erobern, und wenn ihr dies gelang, mochte Herr Gordon Hayes sich drein finden; daß an seinem enormen Vermögen noch ein leiser Malzduft als Reminiszenz an die Brauerei, die er früher betrieben, hing, war der jungen Dame stets fatal gewesen, wenn sie auch entschlossen war, faute de mieux Frau Gordon Hayes zu werden.
Als jetzt der Wagen vorfuhr und Mathilde an- zudeuten wagte, sie müsse doch sehe«, ob Fräulein Griseldis ihrer nicht auf kurze Zeite bedürfe, wurde sie von Blanche hart angelassen.
„Ich weiß gar nicht, was Dir einfüllt, Mathilde," sagte die „Schönheit" spitz; „bevor Du mir die Armbänder befestigt und die Handschuhe geknöpft hast,
Mittwoch, den 6. April 1904.
1. Am Mittwoch, den 20. April b. Js., nachmittags 2 Uhr in Salmünster im Saale des Ignatz Wolf für die unter a bis f angegebenen Mannschaften der Orte Salmünster, Soden, Ahl, Wahlert, Eckardroth, Romsthal des Kreises Schlüchtern und der Orte Alsberg mit Hausen des Kreises Geln- Hausen.
2. Am Donnerstag, den 21. April b. Js., vormittags 8 Uhr in Steinau in der Turnhalle die unter a bis f angegebenen Mannschaften der Orte Steinau, Bellings, Hundsrück, Kerbersdorf, Marborn, Sarrod mit Rabenstein und Rebsdorf, Seidenroth, Marjoß.
3. Am Donnerstag, den 21. April b. Js., nachmittags 2 Uhr in Schlächtern in der Stadt- Halle die unter a bis e angegebenen Mannschaften der Orte Schlächtern, Ahlersbach, Brandenstein, Breitenbach, Elm, Herolz, Hohenzell, Klesberg, Klcsterhöfe, Kresseubach, Lindenberg, Neustall mit Oberhof, Urzell, Ulmbach, Vollmerz mit Hinkelhof, Ramhvlz, Wallroth, Niederzell.
4. Am Freitag, den 22. April d. Js.. vormittags 8 Uhr in Schlüchtern in der Stadthalle die unter 1 angegebenen Ersatz-Reservisten der unter Nr. 3 genannten Orte.
5. Am Freitag, den 22. April b. Js., nachmittags 3 Uhr in Sterbfritz auf der Wiese hinter dem Gasthaus zum Adler die unter a bis e angegebenen Mannschaften der Orte Sterbfritz, Altengronau, Breunings, Jossa, Mottgers, Neuengronau, Oberzell, Sannerz, Schwarzenfels, Weichersbach, Weiperz, Züntersbach.
6. Am Samstag, den 23. April b. Js., vormittags 87a Uhr in Sterbsritz auf der Wiese hinter dem Gasthaus zum Adler die unter f angegebenen Ersatz-Reservisten der unter Nr. 5 genannten Orte.
Wer durch Krankheit oder dringende Geschäfte an dem Erscheinen bei der Kontrolversammlung verhindert ist, muß so rechtzeitig ein ärztliches Attest bezw. eine Bescheinigung der Ortsbehörde bei dem Melde-Amt Gelnhausen einreichen, daß die Befreiung noch Vor der Kontrolversammlung eingeholt und mitgeteill werden kann.
Die Richtigkeit der angegebenen Gründe, sowie etwa beizugebende ärztliche Atteste, letztere nur dann, wenn sie nicht durch einen Königlichen Kreisphysikus ausgestellt sind, müssen ortsobrigkeitlich beglaubigt sein. Nur wer durch plötzliches Erkranken oder ganz unvorhergesehene dringende Geschäfte abgehalten ist, der Kou- trolversammlung beizuwohnen, kann sich am betreffenden Kontrolplatz mit Ueberreichung eines obrigkeitlichen bezw. ärztlichen Zeugnisses durch einen anderen entschuldigen lassen.
Unenischuldigtes Ausbleiben oder nicht pünktliches kann ich Dich nicht entbehren und das weiß meine Schwester auch schon. So, nun gib mir noch den Fächer und lege mir behutsam das Spitzentuch über den Kopf; o, ist der Wagen schon da? Nimm meinen Mantel, Mathilde, und trage ibn in den Wagen; dann kannst Du wieder heraufkommen und mir die Schleppe tragen, wenn ich hinunlergehc."
Elly war ohne Hülfe eben so schnell fertig geworden und als sie jetzt sich im Spiegel betrachtete, durfte sie zufrieden sein. Ein tremefarbigeS Spitzen- kleid mit einer Taille aus bernfteinfarbigem Atlas hob ihre reizende, schlanke Gestalt aufs vorteilhafteste; aus den halblangen Spitzenärmeln schauten die prächtig modellierten runden, weißen Arme hervor und das hochfrisierte krause Haar wurde von zwei Brillant- nadeln gehalten. Eine Brillantbroche und Brillantarmbänder vollendeten die Tioletre. Frau Wilsou hatte zwar gemeint, Elly sei noch zu jung, um die Brillanten, die Lady Mauvers ihr gleichfalls vermacht hatte, zu tragen, aber Elly hatte so lange gebeten, bis die Mutter nachgab, und als sie jetzt ins Wohnzimmer trat, mußte Frau Wilsou zugeben, daß Elly trotz der Brillanten nicht überladen war, aber entschieden reizend aussah. Auch Manche sah sehr vorteilhaft aus in ihrem rosa Atlasgewand mit Federbesatz und Frau Wilsou in schwarzem Samet war eine äußerst stattliche Matrone.
Lady Dane und ihr Gemahl, ein hübscher, eleganter, junger Mann, begrüßten die Damen aufs
55. Jahrgang.
Erscheinen sowie Erscheinen auf einem nicht zuständigen Kontrolplatz wird mit A r r e st bestraft.
Stöcke und Schirme sind vor der Kontrolversammlung abzulegen.
Die Herren Bürgermeister resp. OrtSvorsteher werden ersucht, diese Bekanntmachung einige Tage vor den eingesetzten Kontrolversammlungen wiederholen und hierbei die zum Erscheinen Verpflichteten auf das Mitbringen ihrer Militärpapiere (Paß mit Führungszeugnis, Kriegsbeorderung oder Paßnotiz) sowie darauf, daß sie wegen der vorzunehmenden Fußmessungen mit rein gewaschenen Füßen zu erscheinen haben, besonders Hinweisen zu lassen.
Gelnhausen, den 27. März 1904.
Königliches Melde-Amt.
Deutsches Leich.
— Se. Maj. der Kaiser verblieb am Charfreitag nachmittag an Bord der „Hohenzollern". Heute morgen 8 Uhr 30 Minuten begab sich der Kaiser mit den Herren seines Gefolges und der Umgebung an Bord des „Sleipner" zu einer Fahrt nach Taormina. Es herrscht warmer Sonnenschein.
— Der Kaiser hat aus Anlaß seiner Mittelmeerfahrt auf dem Dampfer „König Albert" als Zeichen der Anerkennung den Wohltätigkeitsanstalten des Norddeutschen Lloyd den Betrag von 15 000 Mk. zugewandt.
- Se. Maj. der Kaiser wird, wie das Wiesbadener Tageblatt zuverlässig erfahren haben will, am 1. Mai zur Eröffnung der neuen Mainzer Brücke hierherkommen und am selben Tage auch wieder abreisen. Im Schlosse wird voraussichtlich ein Festmahl und im Hoftheater eine Galavorstellung stattfinden.
— Die Fahrt des Kaisers nach Taormina war von schönem und warmem Wetter begünstigt. Der „Sleipner" fuhr an der sizilianischen Küste nach Taor- mina entlang. Der Kaiser wurde hier vom Bürgermeister und den übrigen Behörden begrüßt. Die Stadt war festlich und farbenreich geschmückt. Dem Kaiser wurden Blumenspenden dargebracht. Der Kaiser und das Gefolge begaben sich darauf zu Wagen nach dem griechischen Theater, das der Kaiser auf einem Rundgange unter Führung des Prof. Salinas eingehend besichtigte. Hierauf wurde auf der Terrasse des Hotels „Tiuico" das Frühstück eingenommen. Auf der Rückkehr begegnete dem „Sleipner" das italienische Kriegsschiff „Dandolo", das salutierte. Die „Hohenzollern" war inzwischen zum Osterfest mit Palmen, blühenden Orangezweigen und Zweigen von Nadelhölzern reich geschmückt. '
— Am 1. April starb in Abbazzia Prinz Maxi- milian von Schaumburg-Lippe. Die Leiche wird voraussichtlich nach Nachod übergeführt. — Die Beisetzung des Prinzen findet voraussichtlich in Ludwigsburg statt. Im Auftrage des Königs ist der ^lügeladjutant Frhr. freundlichste; dann wurden sie verschiedenen Gästen des Hauses vorgestellt und während Elly noch mit dem Obersten Dunbar sprach, hörte sie Lady Dane sagen: „Ach, da kommt mein Bruder, Sie zu begrüßen." Elly blickte rasch auf, um im nächsten Moment die Augen wieder zu senken, denn der elegante Herr im schwarzen Salonanzug, der jetzt auf ihre Mutter zutrat und sie herzlich willkommen hieß, war kein anderer, als ihr alter Bekannter, der Förster! Daß er sie absichtlich über seine Persönlichkeit getäuscht, bezweifelte Elly keinen Augenblick, und wenn er geglaubt hatte, sie dadurch in Verlegenheit zu bringen, so sollte er sich denn doch geirrt haben.
Jetzt hatte Herr Pierrepoint auch Manche begrüßt und näherte sich Elly Diese sah ihn so ruhig an, als erblickte sie ihn heute zum ersten Male, und als Frau Wilsou sie mit den Worten vorstellte: „Meine jüngere Tochter Griseldis, Herr Pierrepoint," verbeugte sie sich sehr kühl und gemessen. Daß der Hausherr ihr die Hand entgegengestreckt hatte, schien Elly nicht zu bemerken; Blanche, die neben Elly stand, fand der Schwester Benehmen ziemlich steif und jetzt sagte sie lebhaft: „Es ist eigentlich sonderbar, daß Sie und meine Schwester bisher noch nicht zusammengetroffen sind!"
„In der Tat," lächelte Herr Pierrepoint, „wir haben einander stets verfehlt!"
(Fortsetzung folgt.)