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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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auf die

Die Schlüchterner Zeitung, die älteste Zeitung des Kreises Schlächtern, (54. Jahrg.) bringt Berichte über wissenswerte Vorgänge in unserem Reiche wie auch im Auslande.

UnterLokales und Provinzielles" berichtet die Schlüchterner Zeitung über alle neue und be­merkenswerte Vorkommnisse ous dem Kreise und der Provinz.

Die Schlüchterner Zeitung mit dem amtlichen Kreisblatt bringt alle Anzeigen sämtlicher Behörden des Kreises.

finden in der über alle Ort- schaften des Kreises und weiter hinaus verbreiteten Schlüchterner Zeitung wirk­same Verbreitung.

Bezugspreis vierteljährlich mit amtlichem Kreisblatt

1 Mark.

Um gefl. Neubestellung bittet höflichst

Expedition der Schlüchterner Zeitung.

Ostern!

Nun lebt und atmet wieder, IVas starr im Tode lag:

Es keimt die Saat, es sproßt der Strauch, Aus Wald und Feld steigt Opferrauch,

<Ls schallt vieltausendstimmig

Ein Osterlied im Hag.

Lobfingend von dem Berge

Der Bach zu Tale schäumt;

Aus jeder Wurzel steigt der Saft,

Und überall sprengt Gotteskraft

Der Knospen grüne Hülle,

In der die Blume träumt.

D Herz, ging Dir auch unter

Der Hoffnung schönster Stern, verzage nicht und sei nicht bang, Währt auch der Winter noch so lang, Des Glückes Knospe sprengen

Wird doch der Geist des Herrn.

Ostern!

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auf­erstanden !" Das war einst am Osterfest in den jungen Christen-Gemeinden der Gruß und Gegengruß der sich Begegnenden zum Zeugnis und Ausdruck der beseligen­den Freude, mit welcher die Botschaft dieses Festes alle Herzen erfüllen sollte. Wir sagen: erfüllen sollte:

Sein Doppelgänger.

Roman von Dorothea M. Corhould.

Nachdruck verboten.

Ich bin Ihnen so dankbar, daß Sie mir so bald das Vergnügen gönnen, Sie kennen zu lernen," sagte Lady Dane im Lauf des Gesprächs, mein Bruder hat mir erzählt, daß Sie Verwandte der ver­storbenen Lady Mauvers. sind."

Das ist nicht der Fall," berichtigte Frau Wilson lächelnd,Lady Mauvers war eine Freundin meines verstorbenen Gemahls und Elly's Patin, als solche vermachte sie ihr Buchegg."

Ach so, und werden Sie dauernd hier wohnen?"

.Ich! Daß mich Gott bewahre," rief Frau Wilson energisch, Ich habe stets in London gelebt und zähle die Tage, bis wir wieder dorthin zurück­kehren."

Und Sie, Fräulein Elly?"

»Ich,, o ich wünsche mir nichts besseres, als dauernd in Buchegg zu bleiben; vielleicht läßt Mama sich dazu bewegen, mich hier in Buchegg zu lassen während sie mit meiner Schwester einer Einladung nach Glostershire Folge leistet.

Sie gehen nach Glostershire? Auch wir, das heißt außer meinem Gatten werden in der nächsten Zeit dorthin gehen und zwar nach Helmsly zu Sir Desmond Charleon."

Samstag, den 2. April 1904.

denn leider ist der christliche Gehalt der Osterseier Vielen verloren gegangen. Tausende gibt es, die die Osterbotschaft: »Christ ist erstanden!" auf die Ein­bildung und Vorspiegelung einer schwärmerischen Fan­tasie zurückführen. Tausende wollen das Osterfest nur noch als das Fest des wiedererwachenden Frühlings gelten lassen. Und doch gründet sich der Osterglaube auf die Tatsache, die, wie nur irgendeine in der Ge­schichte bezeugt und beglaubigt ist, daß der Heiland, den wir am Charfreitag am Kreuze sterben sehen, als das lebendige Haupt seiner Gemeinde, die er sich auf Erden gegründet, fortlebt und -wirkt und durch die Macht und Fülle seines Lebens die Welt erneuert und umgestaltet hat; er gründet sich auf den Siegeslauf, den das Christentum, den die Predigt von dem Ge­kreuzigten und Auferstandenen durch die Jahrhunderte in die Welt und über die Welt genommen hat und der bis auf den heutigen Tag dauert.

Zum Unterschied von allen anderen Gräbern, auch der größten und geistesgewaltigsten Männer, von denen die Geschichte zu erzählen weiß, ist allein Christi Grab aus einer Stätte der Vergänglichkeit nnd Verwesung zu einer solchen geworden, aus der sich Ströme eines neuen Lebens in die Welt ergossen haben. Nicht der Verstand, der Forschungsdrang des wissenschaftlichen Erkennens schöpfen aus diesem göttlichen Brunnen. Das würde ihn wenig unterscheiden von der fruchtbaren Hinterlassenschaft anderer, die durch Taten, die sie voll­bracht, durch neue Bahne», die sie auf den mannig­fachen Gebieten des Könnens und Wissens eingeschlagen, ihren Namen unüerblich gemacht haben. Hier sind es das Herz, der Wille, das Gemüt, die aus der Betracht­ung des vom Glänze des Auferstehung morgens um- leuchteten Christusgrabes seit fast zweitausend Jahren den Antrieb zu einer nenen, dem Altertum unbekannten Welt- und Lebensanschauung gewonnen haben: sittliche Stärke, weltüberwindende Kraft, verklärte Freudigkeit in den Drangsalen des Lebens. Aus Christi Grab ist die Neugestaltung aller Rechtsordnungen des Lebens in Ehe und Familie, in bürgerlicher und staatlicher Gemeinschafe erstanden; au? ihm die alle umfassende helfende, heilende Nächstenliebe, aus ihm der Berge versetzende Glaube an das Walten einer sittlichen Welt­ordnung und einer ewigen Gottesliebe.

Wie aber die Osterbotschaft über das Grab des Herrn ein verklärendes Licht verbreitet, so auch über Dunkle, das über unseren eigenen Gräbern lagert. Die Auferstehung des Herrn verbürgt uns die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tode und verwandelt unsere Gräber aus Stätten des Moders und der Verwesung in Ruhestätten, in denen wir eines neuen Ostermorgens harren dürfen. Dieser Glaube allein vermag unserm irdischen Leben einen über diese Zeit hinausreichenden Wert und Inhalt zu geben. Ihn dürfen und wollen wir uns durch den Materialismus einer nur am Sicht-

Wie hübsch, so werden wir dort zusammen­treffen, auch unser Ziel ist Helmsly," rief Frau Wilson erfreut.

O, das ist reizend," plauderte Lady Dane,Sir Desmond ist mein liebster Jugendfreund und für seine Mutter schwärme ich geradezu. Es ist so schade, daß Sir Desmond sich so lange besinnt, bis er sich zum Heiraten entschließt, er ist ein so lieber, prächtiger Mensch und seine zukünftige Gattin wird's einmal sehr gut haben."

Nicht wahr, das sage ich auch," rief Frau Wilson mit einem bedeutsamen Seitenblick auf Elly, die heiß errötete; Lady Dane bemerkte dies Erröten und dachte bei sich, der Mutter Schuld werde es nicht sein, wenn Elly nicht Herrin von Helmsly werde.

Alan und mein Gatte sind auf der Fasanenjagd," äußerte Lady Dane später, während sie mit den Damen am Teetisch saß,wie steht's denn mit Ihnen, Fräulein Elly," fuhr sie dann fragend fort, «jagen Sie gern?"

Nein," entgegnete Elly, ich habe die Tiere zu lieb, als daß ich Freude daran finden könnte, sie zu Tode zu hetzen, selbst der Fuchs tut mir leid. Meine Schwester aber ist eine leidenschaftliche Jägerin und wo immer sich ihr die Gelegenheit bietet, beteiligt sie sich an den Fuchshetzen."

Nun, in Helmsly kann sie dies Gelüst vollauf befriedigen," meinte Lady Dane,Sir DeSmond ist ein wahrer Nimrod und es macht ihm die größte

55. Jahrgang; äS^HMHHHUHBHMHBBHB baren und diesseitigen haftenden Zeitrichtung nicht nehmen und verkümmern lassen.__

Deutscher Deich.

Se. Maj. der Kaiser ging am Montag nach­mittag 2 Uhr an Land und begab sich zu Wagen über den Höhenzug von Posilippo nach der Villa des deut­schen Generalkonsuls v. Gekowski auf Vomero, wo der Kaiser den Tee nahm. Die Fahrt war vom besten Wetter begünstigt. Der Kaiser hatte große Freude an dem Ausblick vom Posilippo über den Golf, sowie von der Villa auf Vomero über Stadt und Golf hinweg nach dem Vesuv, sowie an der liebenswürdigen Haltung der Bevölkerung, die den Kaiser begeistert begrüßte. Vielfach wurden dem Küster Blumen gereicht. Gegen Abend kehrte der Kaiser durch die Stadt nach dem Hafen und an Bord zurea.

Se. Maj. der Kaiser wird während eine» Teils des diesjährigen Kaisermanövers nuf Einladung des Großherzogs Friedrich Franz IV. Aufenthalt im Schloß zu Ludwigslust nehmen.

Ihre Maj. die Kaiserin empfing am Dienstag im Schloß Bellevue im Beisein des Gouverneurs Generaloberst von Hahnke und des Kommandanten v. Hoepfner ein weiteres Kommando von Offizieren, die behufs Uebertritts zur Schutztruppe die Auslandsreise antreten.

Die Prinzen Eitel-Friedrich, August Wilhelm und Oskar sind inkognito nach Neapel abgereist, um die Osterfeiertage an Bord derHohenzollern" zu verleben.

Ueber den vom Finanzminister angekündigten Gesetzentwurf, betreffend die Aulegung der Sparkassen- bestände verlautet nach demB. T." offiziös, daS die Spatraffen bei der Anlegung ihrer Bestände den Ge­sichtspunkt der Liquidität im Auge behalten sollen. Als Mittel der Liquiderhaltung sei die Anlage von Kapitalien in Jnhaberpapieren anzusehen. Diese werde gewiß auch schon bisher von den Sparkassen gehand- habt, jedoch von den meisten nicht in einem solchen Umfange, das darauf gerechnet werden kann, e» würden die in Jnhaberpapieren angelegten Bestände hinreichen, ihnen bei einem plötzlichen Ansturm der Einleger einen Rückhalt zu gewähren. In dem neuen Gesetzentwurf werde es sich nun darum handeln, hier eine Besserung herbeizuführen. Dem Vernehmen nach würde davon übrigens nicht die bisherige, sondern nur die künftige Anlage der Sparkassen berührt werden._______________

Ausland.

Nach einem Telegramm des Gouverneurs Leut- wein hat Major v. Glasenapp am 24. aus Onjaiu gemeldet, daß der Gegner von Owikokoreo auf Oka- tumba mit größerer Truppeinacht nach Okaijongama abgezogen ist. Owikokoreo ist durch Major v. Glase­napp besetzt worden.

Freude, mit möglichst viel Damen zur Jagdzu reiten."

Bald darauf verabschiedeten sich Frau Wilson und Elly von Lady Dane und während der Heimfahrt meinte Elly scherzend:Nachgerade bin ich doch auch neugierig, Herrn Pierrepoint kennen zu lernen, seine Schwester ist jedenfalls reizend."

5. Kapitel.

Zwei Tage später traf in Buchegg eine Einladung für Mutter und Töchter zum Diner auf dem Linden- Hof ein; wie Lady Dane schrieb, handelte es sich um eine gemütliche Gesellschaft, und der Ton ihres Billets war ebenso liebenswürdig, wie einfach,genau wie sie selbst," meinte Elly, die ganz verliebt in die hübsche, junge Frau war. Manche hatte große Toilettesorgen, denn sie wollte so vorteilhaft wie möglich aussehen, und Mutter und Schwester dankten Gott, als endlich der große Tag gekommen war und sie hoffen durften, endlich von anderen Dingen reden zu hören, als von rosa Atlas und den Blumen und Spitzen, die zu dieser Farbe am besten passen würde. Elly's Gedanken beschäftigen sich in ganz anderer Richtung, an biefent Abend mußte sie doch endlich einmal den Herrn de» Lindenhofs sehen und kennen lernen und so sah sie dem Diner in Herrn Pierrepoints Hause auch mit Spannung entgegen.

Fortsetzung folgt.