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SchWerlmMull g

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

M 18.

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Schlüchterner Zeitung

mit amtlichem Kreisblatt

von der Expedition entgegengenommen.

finden in der Schlüchterner Zeitung den meisten Erfolg, da sie die größte Auflage der im Kreise Schläch­tern erscheinenden Zeitungen besitzt.

Amtliches.

J.-Nr. 56718 K.-A. Der bei dem Kaufmann Leo Stern zu Schlächtern in Dienst stehenden Maria Kaufmann, sowie der bei dem Landwirt und Bürger­meister Elm zu Schwarzenfels in Dienst stehenden Margaretha Mack ist für langjährige treue Dienstzeit eine Prämie von je 10 Mk. aus Kreismitteln be­willig! worden.

Schlächtern, den 19. Februar 1904.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.

Bekanntmachung.

a. Die Aushändigung der Kciegsbeorderungen und Paßnotizen erfolgt in diesem Jahre in der Zeit vom 11. bis 17. März.

b. Die bis jetzt noch nicht zur dienstlichen Kennt- nis gebrachten Wohnungsveränderungen sind sofort zu melden.

c. Die Mannschaften der Reserve, Landwehr I. und II. Aufgebots, sowie die Ersatz-Reservisten haben, falls sie nicht selbst zu Hause sein können eine andere Person des Hausstandes mit Empfangsnahme der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen zu beauftragen.

d. Jeder Mann, der bis zum 25. März abends keine Kriegsbeorderung oder Paßnotiz erhalten hat, hat hiervon seinem Bezirksfeldwebel mündlich oder schriftlich Meldung zu erstatten.

e. Die vom 1. April d. Js. ab nicht mehr gültigen gelben Kriegsbeorderungen und die Paßnotizen sind an diesem Tage durch die Mannschaften selbst zu vernichten, die neuen roten, sind einzukleben.

f. In Gelnhausen können die Kriegsbeorderungen und Paßnotizen von den Mannschaften der Reserve, Landwehr I. und 11. Aufgebots und den Ersatzreser­visten vom 11. bis 17. März persönlich bei dem Königl. Meldeamt abgeholt werden.

Die Militärpapiere sind mitzubringen. Königliches Bezirks-Kommando Hanau.

Deutsches Reich.

In Antwerpen soll angeblich eine Begegnung Sr. Maj. des Kaisers mit dem König der Belgier

Seist SrppeLgiingev

Voman von Dorothea M. Corhould.

Nachdruck verboten.

Ach so genau habe ich ihn wirklich nicht ange­sehen, jung war er wohl; er machte den Eindruck eines ^öhlhabenden Pächters."

Ah, nur ein Pächter", nickte Manche bedauernd; welches Interesse hatte auch ein Pächter für sie!

Als ich oben auf dem Berg über dem Meer stand-, fuhr Elly eifrig fort,sah ich den Mann ganz keck den Richtweg bei der Kleewiese entlang gehen. Eben überlegte ich, ob ich hinabeilen und ihn zur Rede stellen sollte, als Leo meinen Erwägungen ein Ende tuachte. Der Mann war von einem Hunde begleitet und so stürzte Leo bellend den steilen Pfad hinab, den, Hunde nach, was blieb mir weiter übrig, als ein gleiches zu tun, wenn ich verhüten wollte, daß die Hunde aneinander gerieten. Atemlos unten angelangt, stellte ich dem Mann höflichst vor, er befinde sich auf einen Privatweg; daraufhin blickte er mir ganz keck ins Gesicht und erklärte, Lady Mauver habe allen Leuten gestattet, den weit kürzeren Weg über ihre Be­sitzung zu benutzen, und einstweilen sei ihm noch keiner­lei Mitteilung zugegangen, daß die neue Eigentümerin von Buchegg diese Erlaubnis zurückgezogen habe. Seine Art und Weise zu sprechen erbitterte mich und so sagte ich denn ziemlich hestig, wenn diese Erlaubnis noch Nicht zurückgezogen sei, so werde es doch nicht mehr

Mittwoch, den 2. März 1904.

55. Jahrgang.

leisten sind, wenn andere Tierärzte zu kreistierärztlichen Verrichtungen herangezogen werden. § 7 verleiht den Tierärztlichen Pensionsberechtigung. § 8 enthält Be­stimmungen, die das Ausscheiden der nicht mehr dienstfähigen Kreistierärzte schon vor der Gehalts­regulierung unb vor dem Inkrafttreten des § 7 ohne Härte für die Beamten ermöglichen. Die §§ 9, 10 endlich betreffen die Aufhebung älterer gesetzlicher Vorschriften und den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes.

Ein neues Wildschongesetz ist bem preußischen Herrenhause vorgelegt worden. Die Schonzeiten sind vielfach abweichend festgesetzt von dem geltenden Gesetz. So soll für Rehböcke die Schonzeit statt bisher am 1. März schon am 1. Januar beginnen und bis zum 30. April sich ausdehnen. Für Hasen gilt bisher eine Schonzeit vom 1. Febr. bis Ende August. Künftig soll sie ausgedehnt werden auf die Zeit vom 16. Jan. bis zum 30. September. Für Rebhühner bleibt es bei der bisherigen Schonzeit vom 1. Dezember bis Ende August. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll künftig die Versendung von Wild nur nuter Beiffig- ung eines Ursprungsscheines erfolgen.

Ausland.

Gouverneur Leutwein meldete in einem Tele­gramm folgendes aus Lmdwestafrika:

Die Kolonne des Majors v. Estorff hatte am 25. Februar ein zehnstündiges schweres Gefecht an der Wasserstelle Otjihinanapa, 50 Kilometer östlich von Omaruru gegen zahlreiche und tapfer fechtende HereroS in vorzüglicher Stellung, gegen welche Arkilleriewirkung unmöglich war. Abends wurde die feindliche Stellung durch Sturm der Kolonne Franke durchbrochen, worauf die Hereros sich in östlicher Richtung zurückzogen. Die Verluste des Feindes sind unbekannt. Erbeutet wurden 500 Stück Großvieh und 2000 Stück Kleinvieh.

Kommunallandtag für Kurhessen.

Am 27. b. Mls. fand die 3. öffentliche Sitzung des XXIX. Kommunallandtages für den Regierungs­bezirk Kassel statt.

Nach Erledigung einiger Punkte der Tagesordnung gelangte der Antrag des Abgeordneten Berta-Soden und 15 Mitantragstellern zur Beratung, welcher dahin- geht: Der Kommunallandtag wolle den Antrag auf Aufhebung der Provinzial-Polizei-Verordnung vom 1. Juli 1892 betreffend die Einführung der Fleischbeschau bei Hausschlachtungen bei der Königl. Staatsregierung stellen."

Herr Bürgermeister Berta begründete den Antrag zunächst mit dem Hinweis auf das später erlassene Reichsgesetz über die Schlachtvieh- und Fleischbeschau, das sich auf Hausschlachtungen nicht ausdehne und man deshalb verwundert vor der Frage stehe, wodurch untersagt ist", setzte ich unbeirrt hinzu;daß fremde Hunde, wenn sie allein auf meinem Terrain betroffen werden, erschossen werden, versteht sich von selbst. Nebrigens würde es mich interessieren zu erfahren, ob Lady Mauvers auch jedem gestaltete, auf ihrem Terrain zu jagen? schloß ich mir einem forschenden Blick auf die Büchse, welche dem Fremden über die Schulter hing.Nein, das nicht", sagte er ganz betreten, lüf­tete seine Mütze und schritt rasch davon, während ich ein Gleiches tat."

Elly", sagte Frau Wilson besorgt,Du solltest nicht so schroff auftreten. Laß die Leute in Gottes Namen den Pfad benutzen, wenn Du es untersagst, giebt's höchstens Verdrießlichkeiten."

Nein, Mama", rief Elly lebhaft,ich will keine Fremden in der Nähe des Hauses haben. Wenn ich den Pfad durch den Park freigebe, kann ich nicht mehr so frei und zwanglos umherschweifen. Der Weg läuft dicht an dem großen Rasenplatz, wo wir ein Lawn- Tenns einrichten wollen, vorbei und ich sehe nicht ein, weshalb ich mein gutes Recht aufgeben soll, blos weil ein fremder Mann es verlangt. Gleich nacher will ich mit Dunstan sprechen, damit er die Plakate besorgt." ,

Wie alt war denn wohl der Fremde?" fragte Blanche jetzt gähnend.

Nun vielleicht 28 ober 29 Jahre mochte er zählen" antwortete Elly gleichmütig.

Forsetzung folgt.

stattfinden. Die Teilnahme der Kaiserin an der Mittelmeerfahrt hängt von den Witterungsverhältnissen und dem Gesundheitszustand der hohen Frau ab. Ihr gegenwärtiges Befinden ist zufriedenstellend. -- Nach einer Mitteilung St. Johann wird der Kaiser nach vorherigem Aufenthalt in Forbach am 2. Mai zur Enthüllung des Denkmals für seinen Großvater in Saarbrücken eintreffen.

Prinz Heinrich von Preußen, der jüngste Sohn des einzigen Bruders des Kaisers und der Prinzessin Irene von Hessen, der vor etwa vierzehn Tagen bei einem unglücklichen Fall eine Gehirner schütter ung erlitt, ist Freitag nachmittag im Kieler Schloß, im Beisein seiner Eltern und des vor kurzem herbeigeeilten Oheims, des eben erst von einem gleichen Unglück betroffenen Großherzogs von Hessen, sanft entschlafen. Der kleine Prinz hatte, geboren am 9. Januar 1900, kurz vor seinem Unfall das vierte Lebensjahr vollendet. Den schwergeprüften Eltern ynd unserem königlichen Hause widmet die Bevölkerung Preußens sund ganz Deutschlands innige Anteilnahme bei dem harten Schlage, der ein blühen­des, hoffnungsvolles junges Leben vernichtet hat. Möge das prinzliche Paar in der ungestörten Ent­wicklung der beiden überlebenden Söhne (Prinz Waldemar, geb. 1889, Prinz Sigismund, geb. 1896) Trost und Stärkung finden.

Eine betrübende Kund« kommt aus Karlruhe: Der greise Großherzog von Baden (geb. 9. Sept. 1826), einer der um die deutsche Einheit hochver­dientesten Fürsten, der bei der Kaiser-Proklamation in Versailles das erste Hoch auf den ersten Hohenzollern- kaiser, seinen Schwiegervater, ausbrachte, leidet unter der Last der Jahre. Es hat sich anscheinend Alters­schwäche eingestellt, und die Aerzte sehen mit Besorgnis de. Zukunft entgegen. In dem hohen Alter, von bald 78 Jahren kann ärztliche Kunst wenig tun, wenn die Natur versagt; hoffen wir aber von .Herzen, daß der nahende Frühling dem hohen Herrn frische Kräfte geben möge. Der Großherzog ist bekanntlich vermählt mit der einzigen Tochter Kaiser Wilhelms I. und stand sowohl Kaiser Friedrich, seinem Schwager, wie unserem Kaiser Neffen, sehr nahe. Zum letzten 27. Januar war er noch in Berlin.

Der dem Abgeordnetenhause zugegangene Gesetzentwurf betreffend die Dienstbezüge der Kreis- tierärzte beschäftigt sich in den §§ 1, 3 unb 4 mit den Bezügen der Kreistierärzte aus der Staatskasse und in § 2 mit den Entschädigungen, die anderen Beteiligten zur Last fallen. § 5 enthält Bestimmungen über die Berechnung der Reisekosten und Tagegelder beim Zusammentreffen mehrerer Dienstgeschäfte, deren Kosten dem Staate oder teils dem Staate, teils anderen Zahlungspflichtigen zur Last fallen. Im § 6 sind Grundsätze für die Entschädigungen aufgestellt, die zu lange währen, bis es geschehe, es fiele mir gar nicht ein, Krethi und Plethi über meine Besitzung laufen zu lassen."

..Äh, soll das heißen, daß Sie die neue Besitzerin von Buchegg sind?" rief er überrascht und halb un­gläubig, in feinem Gesicht stand deutlich zu lesen:So ein albernes, junges Gänschen !'

Ja", entgegnete ich möglichst würdevoll, und ich ersuche Sie hiermit dringend, in Zukunft auch ihren Hund fern halten zu wollen, mein Neufundländer ist eifersüchtig auf fremde Hunde und bei einem Streit könnte Ihr Jagdhund leicht den Kürzeren ziehen."

O, Sultan nimmt? mit jedem Gegner auf", ver­setzte der Kecke gleichmütig, ,-übrigens ist der Neu­fundländer ein prächtiges Tier. Na, alter Kerl, komm mal °her, so, das ist recht, ja, Hunde wissen gleich, wer's fgut mit ihnen meint. Wie heißt denn der Neufundländer?"

Leo", sagte ich kurz unb ärgerlich darüber, daß Leo gerade so tat, als sei der Fremde sein bester Freund. Er leckte ihm die Hand, schnupperte an der Jagdtasche des Mannes herum und wedelte beständig mit dem Schweife.Trauen Sie übrigens Leo nicht zu sehr", fügte ich warnend hinzu,es könnte Ihnen und Ihrem Hunde schlecht bekommen.Damit hat's keine Not", lachte er.

Mein Verwalter wird in den nächsten Tagen am Eingang und Ende des Richtweges Plakate anbringen lassen des Inhalts, daß das Betreten des Weges