Einzelbild herunterladen
 

SchWernerMun g

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Samstag, den 27. Februar 1904

HHMHBiMMHL^ÜHHHM

WM

3

Verzeichn t s der am 6. Febr. 1904 der Körungs-Kommission in Schlüchtern vorgeführten resp, angekörtm Zuchtbullen

Standort.

Besitzer.

Abstammung.

Alter.

Farbe.

Haar.

Haut.

Kopf.

Horn.

Hals.

Bug.

Rumpf

Rücken­lage.

Schwanz­lage.

$£wan}

Beine.

Sielfang

JWlung

3st angkkörl mit Nr.

Sfmertung

Vollmerz

V. Dtnmm

S. Original

14 Mon.

gelbschak

normal

normal

gut

gut

gut

gut

gestr.

s. gut

gut

gut

gut

gut

s. gut

1

Sterbfritz

Konr. Gärtner

S. Reinzucht

14 Mon.

falbschak

fein

gut

gut

schm.

gut

gt|\rcÄi

gut

gut

6- aniff

s. gut

s. gut

gut

1

//

Derselbe

17A M.

fafßfjiimmel

sein

Weid)

gut

zckgeb.

gut

gut

kurz

»köröaat

z. gut

gut

kurz

z. gut

s. gUl

2

jElm

Adam Gerlach

',

14 Mon.

gelbschak

fern

normal

spitz

gut

//

z- gut

gut

ges-

z. gut

stark

gut

L e,».

z. gut

2

Aufgestellt. Sc

Züchtern, den t

>. Februar 1904.

Die K

örungc

-Kommission:

Kohlh

epp.

Blum

Siem

on

Fortwährend

werden Abonnements auf die

Schlüchterner Zeitung mit etlichem Kreisblatt von der Expedition entgegengenommen.

8 4k .^ finden in der ^<f)ltid)te£tte¥

Zeitung den meisten Erfolg,

da sie die größte Auflage der im Kreise Schlüch- teru erscheinenden Zeitungen besitzt.

Deutsches Reich.

Sr. Maj. der Kaiser machte am Mittwoch früh die gewohnte Promenade im Tiergarten, sprach beim Reichskanzler vor, hörte im Schloß die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts und des Hausministers, und nahm die Meldung des Fürsten zu Dohna-Schlobitten und des Grafen Karl Bentinck entgegen. Das Früh stück nahm der Kaiser beim Staatssekretär des Aus. wärtigen Amts, Frh. v. Richthofen, ein.

Die kaiserliche JachtHohenzollern" ist, beglei-' tet von dem DepeschenbootSleipner" am 23. Febr. mittag kurz nach 1 Uhr durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal nach dem Mittelmeer abgegangen.

. Von verschiedenen Seiten wird gemeldet, daß die Kaiserin, da ihr Fußübel sich gebessert habe, doch die Mittelmeerfahrt des Kaisers oder wenigstens einen Teil derselben mitmachen werde. Der Kaiser wird am 5. März von Hamburg nach Messina fahren und dort an Bord derHohenzollern" gehen. Nach derN. Pol. Vorr." würde der Kaiser dann auf derHohen­zollern" nach Genua fairen, um die Kaiserin dort abzuholen. Die Kaiserin würde mit einem Hofzuge nach Genua fahren, falls ihr Befinden es zuläßt.

Der letzte Krankenbericht über das Befinden

des jungen Prinzen Heinrich hat folgenden Wortlaut: Nachdem der gestrige Tag durch Reizerscheinungen vielfach gestört war, verlief die folgende Nacht ziemlich ruhig. Kräftezustand befriedigend, Nahrungsaufnahme besser. Temperatur noch erhöht. Inzwischen wurde ««»-M^^^---SSWS»

Sein Doppelgänger

Voman von Dorothea M. Corhould.

Nachdruck verboten.

Ihr auf dem Fuße folgte ein Neufundländler; ein kleiner Foxterier, den Elly bisher auf dem^Arm ge­tragen, wurde sanft auf den Teppich gesetzt und wäh­rend Elly ihren Waterproof auf seinen Sessel warf und die leichte Seidenmütze, unter welcher krauses, dunkles Gelock hervorquoll, abnahm, schaute sie prüfend auf das Teebrett und rief dem alten James lustig zu: James, sagen Sie der Köchin, sie solle mir einige solide Sandwichs heraufschicken."

James entfernte sich eilends und Elly begrüßte Mutter und Schwester, Worauf sie sich müde in einen Sessel sinken ließ und tiefatmend sagte:Vom Cum- Perland Moor bis hierher ist's doch ein tüchtiger Marschzuletzt lief ich mit Leo um die Wette und dabei ist's uns Beiden hübsch warm geworden ! Was habt Ihr denn den ganzen Nachmittag getrieben, Mama immer im Zimmer gesessen, wie?"

.Ja", nickte Frau Wilson.Blanche hatte keine Lust zur Spazierfahrt und so blieb ich auch daheim."

Wie schade, es war so herrlich im Wald", plau­derte Elly, während sie die Teetasse, die Blanche ge­lullt hatte, auf einen Zug leerte und den inzwischen kmgetroffenen belegten Butterbroten eifrig zusprach. Leo, der zu Füßen seiner jungen Herrin lag, erhielt

an dem Prinzen durch Professor Siemerling unter Assistenz des Leibarztes Prof. Dr. v. Starck eine Punktion des Wirbelkanals vorgenommen, nach welcher die Hirndruckerscheinungen etwas nachgelassen haben.

DasMilitär-Wochenblatt" vom 18. d. M. hat 5b Versetzungen von Leutnants der Infanterie zu anderen Regimentern gebracht. Aus den Regimen­tern gebracht. Aus den Regimentern 51 (Breslau) und 128 (Danzig) sind nicht weniger als je 4 Leut­nants versetzt worden; aus mehreren anderen je 3. Es scheint, daß dem Mangel an Nachersatz bei einzelnen Infanterie-Regimentern in Zukunft auch weiter durch Ausgleich in der Waffe abgeholfen werden wird und nicht, wie ursprünglich beabsichtigt war, von einer Waffe zur anderen.

_ Im Reichstag wurde am Mittwoch über die Besserstellung der Eisenbahnarbeiter beraten. Abg. Müller-Meiningrn verlangte Auskunft über die Siel- lung, die der Eisenbahnminister zu der Koalitionsfrei­heit der in den Eisenbahnwerkstätten beschäftigten Arbeiter einnehme. Minister Budde versprach auch weitgehendstes Entgegenkommen der Regierung. Eine Verminderung der Dienstzeit und Vermehrung der Ruhetage sei bereits erfolgt. Der Bau von Arbeiter­wohnungen Würbe eifrig betrieben, auch eine Ausge­staltung der Pensions- und Zuschußkassen sei im Wer­den. Nächst dem wurde die vierte Wagenklasse in die Debatte gezogen. Minister Budde stellte in Abrede, daß die Wiedereinführung der vierten Klasse im Elsaß geplant sei.

Im Abgeordnetenhaus Würbe am Mittwoch in der fortgesetzten Beratung des Justiz-Etats zunächst der Antrag Seydel, in welchem die Regierung zum Vorgehen gegen die Ausschreitungen des Automobil­sports aufgefordert wird, einstimmig angenommen. Mehrere Abgeordnete forderten dabei" die Einführung einer Automobllhaftpflrcht.

Ein parl rmentarischer Abend fand am Mitt­woch beim Reichskanzler Grafen Bülow statt. Es waren über 1100 Einladungen erlangen. Sämtliche Minister uni ratssekretäre, ferner Mitglieder des Bundesrat, Dei.^rer der verschiedenen Reichsämter, zahlreiche Abgeordnete der verschiedenen Parteien des

ab und zu einen Bissen, den er dankbar entgegennahm, während der Foxterrier den weißen Wollknäuel, der aus Frau Wilsons Arbeitskorb zu Boden gefallen war, unter das Sopha getragen hatte und dori unbarmherzig zerriß und zerbiß. Als er im Eifer des Gefechts zu knurren begann, sah Elly sich nach ihm um; Perry saß in einer Aureole von weißer Wolle und sein An­blick war so urkomisch, daß nicht nur Elly, sondern auch Frau Wilsoo sich des Lachens nicht erwehren konnten, wogegen Blanche mürrisch sagte:Mit der Hundewirtschaft ist's nächstens nicht mehr auszuhalten, Elly, so. laß doch die unleidlichen Tiere draußen,"

O, Blanche, Du weißt doch, daß die Tiere mir an's Herz gewachsen sind", entgegnete Elly immer noch lachend; dann gab sie Perry einen leichten Klaps und schob Ihn mit der Fußspitze unter den Sessel, auf welchem sie saß, was sich der Hund ohne sich zu muck­sen gefallen ließ.

Wie grundverschieden doch die Schwestern waren, Blanche war eine stattliche, stolze Blondine, deren ge­messene Bewegungen an eine Statue erinnerten; die regelmäßigen Züge des schönen Gesichts waren von sanfter Röte überhaucht und die blauen Augen mit ihren langen Wimpern blickten kühl und abweisend. Elly dagegen war eine schlanke, zierliche Brünette; das Stumpfnäschen schaute keck in die Welt und die braunen Augen sprühten von Uebermut, während der nicht allzu kleine Mund zwei Reihen prächtiger Zähne sehen ließ. Die elegante Toilette der älteren Schwe-

Reichstages und des Landtages und hervorragende Persönlichkeiten der Kunst, Wissenschaft und Presse waren vertreten.

Die nächste Sitzung des Herrenhauses findet am 2. März statt. Auf der Tagesordnung steht außer einer Reihe von Petitionen der Gesetzentwurf über die Hilfeleistung bei Bränden.

Ausland.

Aus Deutsch-Südwestafrika liegen keine neuen Meldungen vor. Oaerst Leutwein meldete nur, daß am Mittwoch der Verstärtungstransport der Schutz­truppe mit dem Dampfer Adolf Wörmann in Swako- mund emtraf. Die Truppenabteilung war am 30. Januar von Hamburg abgegangen.

Aus Port Arthur wird vom 24. Febr. gemel­det: Ein erneuter Angriff der japanischen Flotte wurde abgeschlagen. Vier japanische Panzerschiffe und zwei japanische Transportschiffe sind gesunken. Das Panzerschiff Retwisan hat sich im Kampf ausgezeichnet.

Die Japaner versuchten 4 mit Brand-Explosivstoffen gefüllte Dampfer nach Port Arthur hineinzubringen. Der Versuch ist aber durch die Wachsamkeit der rus­sischen Flotte zu nichte geworden. Die Dampfer haben nicht nur keinen Schaden angerichtet, sondern sind dabei selbst zu Grunde gegangen.

Ueber die Trupvenbewegung zu Land liegt ein Telegramm vor, nach welchem sich die in Tschemulpo ausgeschifften japanischen Truppen ungefähr 30,000 Mann, zwischen Söul und Phsenjang entwickeln.

Males und Provinzielles.

Schlüchtern, 26. Februar 1904.

* Morgen haben wir Okuli, den Ankunftstag derVögel mit dem langen Gesicht", der Wald­schnepfen. Die Waidmänner können den Schnepfen- strich beginnen und unsere Feinschmecker m Freude schwelgen, ob der Aussicht, nun bald mit einem hoch­geschätzten Leckerbissen ihren verwöhnten Gaumen kitzeln zu können. Die Schnepfe gehört zu den Sumpf- oder Waldvögeln und führt gleich dem Reiher, Storch und Kranich im Herbst und int Frühjahr größere Wan- derungen aus. Ihre eigentliche Heimat hat sie in den

ster wäre in einem Lalon viel eher am PlatzZgewesen als hier in dem Gartensalon des kleinen Schlößchens. Die Jüngere dagegen trug sich mehr als einfach und nicht selten wiesen ihre Gewänder deutliche Spuren ihrer vielen Märsche durch Wind und Wetter auf.

So", sagte Elly jetzt, indem sie ihren Teller zu- rückschob,jetzt bin ich gestärkt und nun will ich er­zählen; ich habe nämlich heute ein Abenteuer erlebt, müßt Ihr wissen."

Ein Abenteuer?" riefen Mutter und Schwester lebhaft,ei Elly, was gab's denn?"

Nun, eigentlich nicht sehr viel. Ich betraf einen unserer 9ia$barn dabei, wie er den schmalen Richtweg der durch den Park führte, benutzte, und als ich ihm sagte, der Weg sei ein Privatweg, meinte er gleich­mütig, das sei ihm einerlei, Lady Mauvers habe allen Bewohnern der Umgegend gestattet, diesen Weg zu be- nutzen und erhalte nichts von Neuerungen."

Aber Elly, wie kam denn der Mann dazu, Di so zu begegnen? rief Frau Wilson bestürzt, währen Blanche lebhaft fragte:

War's ein gewöhnlicher Mann oder ein Herr, Elly?"

Ja, das weiß ich eigentlich nicht", mußte Elly zugestehen;er war sehr einfach angezogen, aber er sprach wie ein gebildeter Mann."

War er jung oder alt, hübsch oder häßlich?" forschte Blanche weiter.

Forsetzung folgt.