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lnchterlmMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Mittwoch, den 17. Februar 1904

55. Jahrgang.

Fsi1 während

werden Abonnements auf die

Sch!üchter«ler Zeitung mit amtlichem Kreisblatt von der Expedition entgegengenommen.

sinden in der Scklüchterner

Zeitung den meisten Erfolg,

da sie die größte Auflage der im Kreise Schlüch- tern erscheinenden Zeitungen besitzt.

Amtliches.

Wkaimtmadjiuig.

Zwecks Ablösung der ostasiatischen Besatzungs­Brigade für 1904, werden auch in diesem Jahre wieder freiwillige Mannschaften aus dem Beurlaubten- stande angenommen.

Mannschaften der Reserve und Landwehr 1. Auf­gebots, von durchaus guter Führung, welche bereit sind, auf einen Anwerbe-Vertrag für Ostasien einzu- gehen, haben sich bei dem zuständigen BezirkSfeld- Webel möglichst sofort zu melden.

Verheiratete Mannschaften werden angenommen Die Betreffenden haben sich bis zum 30. 9. 1906 zum Dienst in Ostasien vertraglich zu verpflichten.

Vor Ablauf der übernommenen Dienstzeit können dieselben entlassen werden, sofern ihre Dinste in Ostasien früher entbehrlich werden.

Neben völlig freiem Unterhalt belaufen sich, die D^ahresgebührniffe für die Dauer des Aufenthalts'auf chinesischem Boden auf:

1386 Mk. für den Unteroffizier,

879 Mk. für den Gefreiten,

843 Mk. für den Gemeinen-

Hanau, den 11. Februar 1904.

Königliches Bezirkskommando.

Deutsches Reich.

Das Armeeverordnungsblatt veröffentlicht einen Befehl des Kaisers, daß die Verwendung etatsmäßiger Gefreiter als Burschen und persönliche Ordonnanzen unstatthaft ist, sowie daß die Beförderung von Bur schen und persönlichen Ordonnanzen zu überzähligen Gefreiten sowohl während der gesetzlichen aktiven Dienstzeit'wie bei der Entlassung nicht stattsinden darf. Die zurzeit in Burschen- usw. Stellen befindlichen Gefreiten können darin belassen werden. Eine Be- .de ung von Burschen als Kapitulanten zu über­zähligen Gefreiten darf auch fernerhin erfolgen.

Der Kronprinz hat an den Vorstand des preussischen Landes-KriegerverbandeS folgendes vom 2, Februar datierte Schreiben gerichtet:Dem Vor­

Um eine Stunde.

:Nach dem Französischen deutsch bearbeitet von A. Geisel. .

Nachdruck verboten,

Mit Dir bin ich ein für allemal fertig, Du gabst mir schon einmal Dein Ehrenwort, nie wieder' zu spielen und nun"

Jean vollendete nicht ; allein sein Schweigen war so beredt, als wenn er seinen Gedanken Worte geliehen lütte, und Camille mußte der ausgesprochenen Frage wider Willen Rede stehen.' Ich habe ihr Lebewohl gesagt, da sie nicht mit mir gehen wollte. Sie ver­traut mir und liebt mich; sie ahnt nicht, daß ich ein Elender bin! Und auch ich liebe sie, wenn Du es auch nicht glauben magst." schloß er erbittert,und

hätte sie sich entschließen können, ihren Vater zu ver­lassen und mir zu folgen, so würde ich ihr zu Liebe ein anderer Mensch geworden sein. Jetzt freilich hast Du das Heft in der Hand; aber ein ander Mal ör schwieg plötzlich verwirrt; Jeans eisiger Blick hatte ihn verstummen lassen.

Höre mich an," sagte der Aeltere jetzt kalt:Du bist ein Schuft und Deine Strafe soll es sein, daß Du Elise Lepage bekennst, wie es um Dich steht. Ich liebe Elise und gedenke sie heimzuführen schweig ichb laß mich ausreden! Du bisl's nicht wert, 'daß Ou reines Frauenherz sich in Gram und Sehnsucht mich Dir verzehrt. Elise soll durch Dich selbst in meinet

mich Dir verzehrt. Elise soll durch T ich selbst in nreiuer ' hofft. Auch wenn Elise.uiir. gleichgültig wäre, würde Gegenwart erfahren, daß Du ein Dieb und Ehrloser bist!" I ich dafür sorgen, Dich ihr so zu'zeigen, wie Du bist;

stände des preußischen Landes Kriegerverbandes spreche ich für das Schreiben vom 27. Januar d. J. meinen aufrichtigsten Dank aus und betone meinerseits, daß es mir zur besonderen Freude gereicht und ich mich stolz fühle, von Sr. Majestät dem Kaiser und'Könige zum Ehrenvorsitzenden einer Vereinigung ernannt zu sein, welche gegründet ist auf dem Boden der Vater­landsliebe und welche in der tiefsten Treue zu unserem Allergnädigsten Landesherrn, zu Kaiser und Reich wurzelt. In diesen Gefühlen weiß ich. mich einig und eng verbunden mit den Mitgliedern . des preußischen Landes-Kriegerverbandes zu gemeinsamem Streben." .

Der jüngste Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen leidet an einer Gehirnerschütterung, die er sieb bei einem Fall zuzog. Augenblickliche Gefahr ist nicht vorhanden.

Der Reichstag erledigte gm Samstag eine Anzahl Wahlprüfungen nach den Beschlüssen der Kommission. Die Wahl des sozialdemokratischen Abg. Dr. Braun wurde zur erneuten Prüfung an die Kommission zurückverwiesen. In der fortgesetzten Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wurde man mit dem Kapitel Reichsversicherungsamt noch nicht fertig. Den Hauptteil der Sitzung be­anspruchten eingehende Ausführungen' der sozial-, demokratischen Abgeordneten Börsten und Stadthagen. Ersterer meinte, die Rede des Abg. Mugdam in der vorhergegangenen Sitzung scheine ihm eine Verbeugung nach oben zu sein. Nachdem Abg. Karsten für diese Redewendung vom Präsidenden eine Büge erhalten hat, wendet er sich gegen den Unterschied, den die Schiedsgerichte in Versicherungsfragen zwischen Unfall und Betrievskrankheit machten, und wünscht dessen Fortfall. Ebenfalls gegen den Abg, Mugdau pole- nmierte Abg. Stadthagen (Soz.), worauf Mugdan nochmals die Haltlosigkeit und Nichtigkeit der von den sozialdemokratischen Rednern gegen den Aerztestand geschleuderten Angriffe dartat. Am Montag wurde die Etatsberatung fortgesetzt. ' .

Vom Bergetat war in der Samstagssitzung des Abgeordnetenhauses eigentlich wenig die Rede. Gegenstand der Debatte : war fast ausschließlich die Wahlbeeittflussung im Wahlkreis Saarbrücken, deren sich, wie das Zentrum behauptet, die Bergamtsbehörde,, besonders Direktor Hilgers ' schuldig ' gemacht habe. Abg. Marx (Z.) bestrick, daß die Beschwerden des Zentrums durch das s 3t erfolgte freisprecheudc gerichtliche Urteil widerlegt seien. Das Gericht habe ' nicht freie Hand gehabt. Minister Möller widerlegte das, und es entspinnt sich zwischen dem Zentrum und dem Nationalliberaleü ein lebhafter Streit um.das Verdienst, die Sozialdemokratie aus der Rheinprovinz > vertrieben zu haben. Im weiteren Verlauf der Debacte '

brächte Abg. Brust (Zentr.) verschiedene Beschwerden

-Und wenn ich. mich nun weigere, dies Bekenntnis abzulegen ?"-fragte Camille' trotzig.

Dann behalte ich meine 10000 Franken und lasse der Gerechtigkeit ihren Lauf! Siehf zu, wie Du Dich, mt-Deinem Chef auseinander setzest, -h. Du kennst ja. leihe' Ansichten über Veruntreuungen!" - - ?

Kalter Schweiß, stand auf .Eämilles Stirne, als er denn Bruder unsicher anstarrte; Jean seufzte, tief auf und fuhr dann mitleidslos fort:Laß mich Deinem Gedächtnis nachhelfen; vor drei Jahren machte ich zuerst die Entdeckung, daß-mein.'einziger Brüder ein gemeiner Verbrecher sei, den mir ein 'glücklicher Zufall vor Strafe geschützt hatte, Ich ersetzte die Summe, die Du' Seinem "Chef, entwendet? hattest, und suchte Dich.durch alle mir zu Gebote stehenden Mittel von dem abschüssigen Pfad, den Du eingeschlagen, abzu- bringen, ohne etwas anderes, damit zu erreichen, als. daß Du nun ein vollendeter "Heuchler wurdest und Deine Missetaten im -Geheimen fortsetztest. Nicht zu­frieden damit, nähertest. Du. Dich einem, unschuldigen reinen Mädchen und wußtest, das Herz ber Arglosen zu berücken; hätte sie Dich als. ehrlosen Dieb erkannt, dann würde sie sich mit. Absehen vcn Dir gewandt haben; aber. Du warst, fchläü genug. Dich ihr als -'Tugendspiegel zu. zeigen. -Aber Du selbst sollst Dir in ihrer und meiner,Gegenwart die Maske abreißen, bamit sie nicht etwa nachtrauert und auf Deine Wiederkehr

der Bergarbeiter, namentlich wegen der mangelhaften Vorschriften zur Bekämpfung der Wnrmkraukheit vor, worauf Minister Möller aufzählte was alles gegen die Wurmkrankheit geschehen sei und noch geschehen wird. Darauf vertagte sich das Haus auf Montag.

Es ist wahrscheinlich, daß einige deutsche höhere Offiziere in dem Kriege zwischen Rußland und Japan zur Beiwohnung in die betreffenden Hauptquartiere der beiderseitigen Armeen abgesandt werden, wie dies von jeher militärischer Brauch gewesen ist. Gerücht­weise werden bereits bestimmte Persönlichkeiten bezeich­net, die aus dem Chinafeldzuge von 1900-01 bekannt geworden sind.

Weibliche Assessoren und Referendare gibt es jetzt in Berlin und anderen industriereichen Orten Deutschlands. Der Kaiser hat, wie berichtet, den Handelsminister ermächtigt, die bisherigen Amtsbe­zeichnungen Gewerbe-Jnspektionsaspirant und Gewerbe- Jnspeknousassistenl durch den Titel Gewerbereferendar um Gewerbeassessor zu ersetzen. In einer neuen Uebersicht des Polizeipräsidenten über das Personal der Berliner Gewerbe-Inspektion werden jetzt, der B.-Z." zufolge, drei Damen, Frl. Kümmert, Conradt und Reichert, als Asistenten oder Aspiranten bei den königlichen Gewerbe-Inspektionen in Berlin aufgeführt. Sämtliche drei Damen waren bisher Assistentin^,, und sind somit Gewerbeassessoren oder Assessorinnen geworden. Sie halten Sprechstunden für Arbeiterinnen in den Räumen ihrer Inspektionen ab. Die Zu­sammenstellung des Polizeipräsidenten berücksichtigt die neuen Titel noch nicht.

. Ausland.

Der Krieg zwischen Japan und ihißlanii.

Das Wladiirostvkgeschwader, auf dessen Eintreffen die Russen große Hoffnungen gesetzt hatten, scheint, wenn sich die vorliegenden Nachrichten bestätigen, eine schwere Niederlage erlitten zu haben.

Russische Kriegsschiffe bombadierten Fukuyama an der Südküste voe Honsiu. Hierbei fand ein Seegefecht bei Aomori an der Straße von Matsmai statt, welche Honsiu von Aetzu trennt. Drei Kreuzer des russischen Wladiwostokgeschwaders, vermutlich Rossija, Bokotyr, Rurik oder Gromori sind durch japanische Torpedos gesprengt. Eine Daily Meldung aus Tokio besagt, daß die russischen Kriegsschiffe in der Meerenge von Tsugaru in die Luft geflogen seien. Sie feien durch Unterseeminen. zum Aufstiegen gebracht worden.

Vor Port Arthur, wo die russische Flotte noch immer untätig liegt, scheinen sich neue Kämpfe abgespielt ^u haben. . Die japanische Flotte war seit Dienstag nicht mehr gesehen worden. Die Befestigung von Port Arthur hat bei der Beschießung durch die Japaner nicht gelitten, aber ein Teil der Stadt in durch die feindlichen Granaten zerstört worden. Die

sie ist zu gut. dafür, um einem Verbrecher geopfert zu Nwrden' Komm' mit mir herab, was geschehen soll, leidet keinen Aufschub!"

. Aber Camille widerstrebte;ich kann nicht," stammelte er verzweifelt;schicke mich lieber gleich auf die Galeere!"

Elise Lepage saß bitterlich weinend in ihrem Siüb- chen, erst als Camille von ihr Abschied nahm, emp and sie, daß sie ihn schon längst unbewußt geliebt hätte, und das Geheimnisvolle seiner so plötzlichen Abreise diese Empfindung. Camille hatte ihr vorgelogen, es handle sich um eine brillante Stellung in Peru und sie beschworen, ihm sofort und im Geheimen zu folgen. Diese Forderung war erkält. nd aus die hochgeheudeu Wogen der Empfindungen gefallen, und mit aller Be­stimmtheit hatte Elise dem Ungestümen erstarr, sie werde ihn nur begleiten, wenn ihr Vater ihren Ent­schluß billige. Dagegen hatte Camille heftig protestiert; aber Elise war festgeblieben, und so blieb Cainille keine andere Wahl er sagte ihr Lebewohl und verließ sie.

Der Umstand, daß ihres Vaters Schlafzimmer neben dem ihrigen lag, hatte Elisens Aufregung in Schranken gehalten; um den Vater nicht zu stören, mußte sie sich sehr zusammennehmen und erst, als sie die tiefen Atemzüge des ruhig Schlafenden hörte, ließ sie ihren Tränen freien Lauf.

Plötzlich ward vom Korridor aus an die Türe des Wohnzimmers gepocht.

Elise trocknete rasch ihre Tränen und eilte hinüber, um zu fragen, was es gäbe. Die Frau des Hauswart