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Erscheint Mittwoch und SamStag. Preis mitKreiSblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Samstag, den 6. Februar 1904.

55. Jahrgang.

Fortwährend

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Schlüchterner Zeitung mit amtlichem Kreisblatt von der Expedition entgegengenommen. finden in der Schlüchterner BhSwe Zeitung den meisten Erfolg, da sie die größte Auflage der im Kreise Schläch­tern erscheinenden Zeitungen besitzt.

Deutsches Reich.

Se. Maj. der Kaiser empfing am Montag vor­mittags im Beisein des Chefs des Zivilkabinetts die Professoren Hecker, Hellmann, Freiherr von Richthofen, Güßfeld und nahm von Professor Hellmann einen Ver­trag entgegen. Später hörte der Kaiser den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus und empfing den Generaladjutanten von Mischke.

Ueber die Mittelmeerreise Sr. Maj. des Kaisers werden fortgesetzt Nachrichten verbreitet, die einander widersprechen. U. a. wird behauptet, die Reise solle 40 Tage dauern. Eine Blättermeldung, der Kaiser habe den Kieler Polizeipräsidenten v. Schröter einge- laden, ihn auf der Mittelmeerfahrt zu begleiten, scheint auf einer Verwechselung zu beruhen. Anscheinend wird Polizeipräsident v. Schröter nur die Orientsahrt der Auguste Viktoria" mitmachen.

Der Reichstag nahm nach unwesentlicher Debatte am Mittwoch das Gesetz über die Verlängerung der Friedenspräsenzstärke gegen die Stimmen der Sozial- demokraten und der freisinnigen Volkspartei in zweiter Lesung an und begann darauf die erste Beratung des Gesetzentwurfs über die Entschädigung unschuldig Per- Hafteter. Wie zu erwarten war, fand diese Vorlage die grundsätzliche Billigung des ganzen Hauses, nur daß ihre Bestimmungen der überwiegenden Mehrheit nicht weit genug gehen. Die Redner der konservativen Parteien vermieden es, sich tiefer auf die Einzelheiten einzulassen, und traten im großen und ganzen für die Regierungsvorlage ein; bei allen übrigen Parteien kam jedoch vollständige Uebereinstimmung darüber zum Aus­druck, daß die Entschädigungspflicht auf alle unschuldig Verhafteten ausgedehnt, und daß die Ausnahmen wegen grober Fahrlässigkeit und wegen des Verstoßes gegen die guten Sitten ausgemerzt werden müßten. Der Standpunkt der Nationalliberalen wurde in diesem Sinne von dem Abg. Hagemann dargelegt. Die Redner der Freisinnigen und der Sozialdemokraten stellten noch erheblich weitergehende Forderungen auf. Sie betonten speziell die Notwendigkeit, nicht nur für Vermögens

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Original-Militärhumoreske von J. Gaben.

Nachdruck verboten

Na, beruhigt Euch nur, meine Lieben", begann er nach einer kurzen Pause, während der nur tiefe Seufzer seitens derleidenden Teile" ertönen.Ich wer^e mir die jungen Herren ansehen und sie ihrem Charakter nach prüfen, und wenn sie mir gefallen dann"

Wirst Du nie wieder so schlecht denken, lieber Papa?"

Und sie dürfen wieder, wie bis jetzt, alle Woche zweimal zu uns kommen, süßer Papa?"

Dergute Papa" undliebe Bruder" wurde jetzt mit vielen Küssen und gar manchem zarten Händedruck beglückt, so daß er tief aufseufzte:Du lieber Himmel, es war wahrhaftig die höchste Zeit, daß ich nach Hause gekommen bin."

Mit der allen liebenden Frauen eigenen Taktik wurde der Major von seinen holdseligen Besiegerinnen schnell in ein anderes Thema verwickelt, und als man nach einer Stunde aufbrach, um Mittag zu speisen, strahlte wieder die Sonne ungetrübten Glückes auf allen Ge­sichtern.

Dem ersten Bataillon des zweiten Infanterie­regiments war am nächsten Morgen der Befehl zuge- gangen, beim Mittagsappell in Paradeanzug auf dem

Nachteil, sondern auch für die moralische Schädigung Ersatz zu gewähren, worauf der nationalliberale Frak­tionsredner, obwohl er grundsätzlich derselben Ansicht ist, wegen der Schwierigkeit der Regelung der Materie verzichten zu wollen erklärte. Abg. Müller-Meiningen führte als Beweis der Unzulänglichkeit des Gesetzes über die Entschädigung unschuldig Verhafteter einen besonders krassen Fall aus Thüringen an. Abg. Gröber vom Zentrum bezeichnete besonders die Be­stimmung als unhaltbar, wonach keine Entschädigung gewährt werden soll, wenn der Staatsanwalt die Ein stellung des Verfahrens verfügt. Für die Ausdehnung der Entschädigungspflicht auf die mit einem Non lipuet Davongekommenen trat sehr entschieden auch der braun- schweigische Abg. V. Damm ein. Es liegen Anträge auf Verweisung der Vorlage an eine 14- und an eine 21-gliederige Kommission vor.

Im Abgeordnetenhause gab es bei der zweiten Beratung des Landwirtschaftsetats am Mittwoch eine längere Debatte über Fleischschau und Trichinmschau, die mit der Annahme zweier agrarischer Anträge endete. Bei dem EtattitelGehalt des Ministers" wurde die übliche Generaldebatte vom Grafen Kanitz mit einer agrarischen Rede eingeleitet, die u. a. die originelle Forderung enthielt, daß fortan die Gehälter des Reichs­kanzlers, der Staatssekretäre, Minister und Geheimräte nach den Getreidepreisen abzustufen und zu bemessen seien.

Dem Oberbürgermeister Kirschner von Berlin ist bom Kaiser von Rußland der Stanislau-Orden II. Klasse mit dem Stern verliehen worden.

Eine große Heilstätte für Lungenkranke soll bei Hohenlychen errichtet werden; sie soll 100 Betten erhalten.

; wollen überhaupt nicht gestört sein, wie sie auch es - den Gouverneur haben wissen lassen.

1 Von Herrn 'Dr. Vorberg-Friedeau geht der eDeutschen Zeitung" folgendes Schreiben zu:Die ausgedrückten Zweifel über das Schicksal der beiden ' Frauen auf der Piletschen Farm bin ich zu meinem 1 Bedauern in der Lage, zu beheben. Der Name Vor- berg war in Südwestafrila nur durch meinen Bruder ' ohne Augehörige vertreten, dessen Farm Ogeama an ! die Piletsche grenzte. In der Depesche war, wie eine Nachfrage beim Admiralstab und eine dort am 29.

1 Januar angelangte Bestätigung von S. M. S. bHabicht" ergab, zu lesen:Pilet und zwei Frauen, ' Vorbarg usw. ermordet." DaS Komma ist erst bei der Weitergabe der Meldung an die Zeitungen ver- ' loren gegangen. Ich füge hinzu, daß mein Bruder vor zwei Jahren, sehr befriedigt von der getauften Farm, doch schrieb: Wenn die Herero einmal wieder ' aufstehen, bin ich hier der Erste, der ihnen zuin ' Opfer fällt."

. Ein neues Motiv zuni Herero Aufruhr glaubt in Verbindung mit dem Tode des Regierungstierarztes > Kämpny, der auch als eines der ersten Opfer ge- . fallen ist, dieBerliner Tierärztliche Wochenschrift" in den Vordergrund stellen zu können. Sie bringt , die Zuschrift von einem Herrn, der seit zwölf Jahren in der Kolonie lebt. Dieser Gewährsmann vertritt die Ansicht, daß die Gärung unter den Herero, welche sie zur Benutzung der ersten günstigen Gelegenheit ; zum Aufstande getrieben hat, wesentlich oder gar hauptsächlich verschuldet worden sei durch die obliga­torische Durchführung der Kochschen Rinderpest- Impfung. Der Widerstand der Eingeborenen gegen diese Maßregel sei um so erklärlicher, als gewöhnlich oder häufig erhebliche Verluste unter den Impftieren austraten.

Der Kommandant desHabicht" meldet aus Swa- kopmund: Windhuk und Okahandja sind durch die Kompagnie Franke mit zwei Geschützen entsetzt. Letzterer Ort war an Kaisers Geburtstag ohne Verluste. Am 28. nach sechsstündigein Gefecht Hauptlager des Feindes am Kaiser-Milhelmsberge bei Okahandja gestürmt. 4 Verwundete. Allgemeiner Rückzug des Feindes mit allem erbeuteten Vieh in die Otjißazeti-Berge. Der Feind hat sämtliche Farmen und Bahnhöfe in den Distrikten Windhuk und Okahandja, teilweise auch in Karibib, verwüstet, desgleichen die Kaserne der Gebirgs- Batterie in Johann-Albrechtshöhe. Bisher bestätigte Verluste sind: ermordet und meist verstümmelt, 44 Ansiedler, Frauen und Kinder, gefallen 26, außerdem voraussichtlich 50 Tote. Gobabis seit dem 16 belagert. Der Marsch auf Omaruru wird am 4. Februar ange- treten. Leutwein ist in zwei Tagen mit dem Dampfer zu erwarten.

Kompagnie hervor ein lauter Seufzer, der sich fast an« hörte, wie ein verunglückter Weheruf.

Der brave Kasper hatte ihn ausgestoßen, aber es war ihm gleich, ob er nun drei Tage rder vier Wochen Arrest erhielt, denn o grause Fügung des heimtückischen Schicksals, denn er hatte in der Person des neuen Majors den Vetter von München erkannt, dem er gestern die Bouquetts aufgeschmiert und dafür mit den schmeichelhaften KosenamenViechkerl" undanständiger Kerl",Schmuser" und dergleichen belegt hatte.

Es waren nur noch wenige alle Leute dabei, die Herrn vo Rödersbach bereits kannten, und so mußte denn nach einer kernigen Ansprache des Herrn Oberst die junge Mannschaft vortreten und ihrem Chef Namem und Stand sagen, bei welcher Meldung die Herren Compagnie-Chefs niemals verfehlten, zu sagen:Un­bestraft, zwei, drei, vier Tage wegen dem und dem".

Für die beiden Einjährigen und Kaspar war diese Vorstellung gleichbedeutend mit dem letzten Geiicht. Scheu und zitternd legten sie ihre Hand in die des Hm", meinte der Major zu dem Kompagniechef derselben, als die beiden Einjährigen vor ihm standen. Sagen Sie mal, was für eine Strafe haben Sie jedesmal verordnet, wenn die Einjährigen ohne Erlaub­nis in Zivil ausgehen?"

Drei Tage Quatierarrest Ibis brii Tage Mittel­arrest", meldete dieser prompt.

Haben diese Herren gestern Erlaubnis gehabt, in Zivil zu gehen?"

Ausland.

Jetzt erst kommt aus Kapstadt die von der Kapregierung gegebene amtliche Meldung, daß die Bondelzwarts am Oranje sich mit ihrem Häuptling am 28. Januar (den Deutschen) übergeben haben. Die gleiche Meldung vom 8. Januar aus Kapstadt war also falsch. Aus dieser neuen Meldung läßt sich der Schluß ziehen, daß der Gouverneur Oberst Leut- wein sich am 28. Januar noch im äußersten Süden befand, denn außer ihm konnte niemand mit einem aufrührerischen Stamme der auf fremdes Gebiet über­getreten war, einen Vertrag über deren Rückkehr abschließen. Offenbar hat Oberst Leutwein noch nichts von dem Herero-Aufstande gewußt. Vielleicht wäre es möglich gewesen, ihm durch das General­konsultat in Kapstadt Mitteilungen zugehen zu lassen.

Die englische Nachricht, daß die Ovambo sich am Aufstande beteiligten, hat sich nicht bestätigt. Die Ovambo stehen in keinem nahen Verhältnisse zu den Herero. Die ackerbauenden und viehzüchtenden Ovambo Kasernenhof zu erscheinen, um ihrem zurückgekehrten Chef vorgestellt zu werden.

Diese Nachricht hatte wie ein Donnerschlag auf drei Mann der zweiten Kompagnie gewirkt, und dies waren die beiden Einjährigfreiwilligen von Feldberg und der Neuhauser Kaspar, der übrigens zu seinem vollen Unglück bereits des morgens schon von den ersteren unter wenig schmeichelhaften Worten seines Amtes alsWichsije" entlasse» worden war. Die beiden Einjährigen, denen jetzt das Nichterscheinen ihrer Ungebetenen erklärlich war, fürchteten für das Ende ihrer Liebe, und der Kasper Neuhauser hatte drei Tage Kasten in Sicht, weil er gestern aus Liebe den letzten Zug von Starnberg nach München versäumt hatte.

Du lieber Himmelvater, wie sollte all diese Trübsal enden!

Eine Viertelstunde vor zwölf waren die vier Kom­pagnien aufgestelll, und der bisherige Bataillonsführer, Hauptmann von Scholz, hielt eine beherzigenswerte Ansprache darüber, was der jetzige Wiedereintritt des allbelibten Chefs für das Bataillon zu bedeuten hätte.

Da endlich nahten sie zu Pferde vom Hauptportal aus, der Herr Oberst und der Herr Major von Rödersbach.

Das Gewehr über! Achtung, präsentiert das Gewehr!" ertönte der Kommandoruf des bisherigen Bataillonsführers wie eine Mauer standen die braven Jnvanteristen, und aller Augen waren auf die hohen Vorgesetzten gerichtet da ertönte von der 2.