Einzelbild herunterladen
 

SchWerlmMung

Erschient Mittwoch und GamStag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

J^ 77. Sumütm;, bat 2G. Scptcmöcr 1903

54. Jahrgang.

Einladung zum Abonnement

aus die ScMüditcrner Seitung

mit ae»»tltchem KreiSblatt

Die Gchlüch1er»»er Zeitunst, die ällcqle Zeitung des Kreises Schlüchtern, (54. Jahrg.) bringt Berichte über wissellswerte Vorgänge in unserem Reiche wie auch im Auslande.

UnterLokales und Provinzielles" berichtet die Schlüchterner Zeitung über alle neue und be­merkenswerte Vorkommnisse aus dem Kreise und der Provinz.

Die Schlüchterner Zeitung mit dem amtlichen Kreisblatt bringt alle Anzeigen sämtlicher Behörden des Kreises.

D -- finden in der über alle Ort-

HSböl schaften des Kreises und weiter hinaus verbreiteren Schlüchterner Zeit«ng wirk­same Verbreitung.

Aiit Beginn des neuen Quart als erhalten samt - liche Abonnenten derSchlüchterner Zeitung" den inimMsenfahrPlatt in Plakatform gratis beigelegt. Rcn Yiuziitrctcildc Aboniicutcli erhalten dieSchlüchterner Zeitung" bis 1. Oktober gratis zugestellt

Bezugspreis vierteljährlich mit amtlichem Kreisblatt

1 Mark.

Um gefl. Neubestellung bittet höflichst

Expedition der Schlüchterner Zeitung.

Deutsches Reich.

Se. Majestät der Kaiser traf am 21. Septbr. nachmittag zur Enthüllung des Denkmals des Kaisers Wilhelm I. in Danzig ein. Zur Teilnahme an der Feier hatten sich eingefunden: der Reichskanzler Graf v. Bülow, die Minister Frhr. v. Rheinbaben und Pod- bielski, Kriegsminister v. Eimen ferner unter den Gästen auch der Oberbürgermeister von Berlin. Die Ent­hüllung vollzog sich in den üblichen Formen. Vom Denkmalsplatze ritt sodann der Kaiser zum General­kommando, vor dem eine Abordnung von Arbeitern der Danziger Staatswerkstätten aufgestellt war. Hier stieg der Kaiser vom Pferde. Als Sprecher der De­putation trat Maschinenführer Glashagen von der Gewehrfabrik vor und brächte die Huldigung der Ar­beiterschaft dar. Der Kaiser erwiderte:Ich danke Ihnen für die Worte, die Sie an mich im Namen der Arbeiter ausgesprochen haben und bitte Sie, diesen

Mrümsek u. Matöeiihurst.

Roman von O. König Liebthal.

(Fortsetzung.)

Er sah auf, seine geliebte Braut stand vor ihm. Er stürzte auf sie zu, umschlang sie, und mit bewegter Stimme sprach er:Mein Lieb', mein Alles."

Kurt, ich gebe Dich frei, ich kann es nicht ertragen, die Störerin Deines Glückes zu sein," schluchzte sie. Ich bin so glücklich ach, so glücklich gewesen in diesen Tagen! Kurt, jetzt gehe von mir, laß mich allein, ich will beten für Dein Glück, das Dir Dein unbarmherziger Vater nehmen will. Nur laß mir den Gedanken, daß Du mich einst geliebt hast, er entschädigt mich für das ganze trostlose und elende Leben, das nun vor mir liegt."

Mit fliegender Hast hatte Lucie geredet, sie wollte das Opfer ihrer Liebe bringen um Kurts willen.

.Nein, nein, Lucie, Dich laß ich nicht. Du bist nicht die Störerin meines Glückes. Ich habe vorher keines besessen, Du erst brachtest mir das Glück. Ich Maralt genug, um zu wissen, was ich tat, als ich um ®eme Liebe warb, die mich allein glücklich macht, und bin stark genug, die Folgen zu tragen."

Mit Stolz sah Raven auf sein mutiges Töchterchen, vas sein Glück und ihre Liebe opfern wollte, um Kurt das feinige wiederzugeben.

Noch immer hielten sie sich umschlungen: aus Lucies "Uj,en stürzten Thränen und mit bleichem Ingesicht

meinen Dank den Arbeitern der Werkstätten zu über- bringen. Es ist mir eine Freude, gerade am heutigen Tage Sie zu sehen, am Tage der Enthüllung des Denkmals des großen Kaiser-, an dessen Taten einzelne von Ihnen mitgetan. Dieser große Kaiser hat dem deutschen Volke die jahrhundertelang ersehnte Einheit gebracht. Erst durch den Ausbau des einigen deutschen Reiches ist es möglich gewesen, daß die gewaltige Ent­wicklung in Handel und Industrie so viele kräftige Fäuste deutscher Arbeiter hat beschäftigen können. Ich sollte daher meinen, daß im Hinblick auf die ehrwürdige Gestalt des ersten deutschen Kaisers die deutsche Ar­beiterschaft Freude und Genugtuung empfinden möchte für die Erstehung eines so nugeheuren Feldes der Tätigkeit, auf dem sie ihre Tätigkeit entwickeln kann, lind ich sollte meinen, daß auch sie das höchste Inter­esse daran hat, biegen Deutsche Reich ungeschmälert u. ungestört zu erhalten, um im Innern, wie nach außen festgefügt zusammenzuhalten. Denn nur in einem solchen wird die deutsche Arbeiterschaft Lohn, Lebens­unterhalt und Zufriedenheit habe», und mit Vertrauen in die Zukunft blicken können Ein großer Teil der deutschen Arbeiter geht durch die Reihen der Armee und lernt dort die Schulung und Disziplin. Die Schulung giebt ihnen die Möglichkeit, auf den feind­lichen Gebieten Siege über Siege zu erringen. Ueberall weiß man, was deutsche Arbeit bedeutet; überall wird sie geschätzt und anerkannt. Das ist nur möglich durch die große Erfahrung und den hohen Stand der Bil­dung der deutschen Arbeiterschaft. Ich hoffe nach wie vor, daß die Gesinnungen, denen sie heute Ausdruck gegeben haben im Namen Meiner Arbeiter der Werk­stätten auch in den Herzen der übrigen Arbeiter schla­gen, und daß nach wie vor Sie sich immer bewußt jutb, daß Sie zunächst Deutsche sind, und daß Sie die Arbeit des Deutschtums im Frieden nach außen zu Ehren zu bringen haben, wie Sie auch im Kriege nicht zögern werden, zur alte» bekannten Waffe zu greifen, wenn es gilt, das Vaterland zu verteidigen. So lange solche Empfindungen maßgebend sind, so lange, davon bin ich fest überzeugt, wird das Vaterland sich weiter entwickeln zum Segen und zur Freude seiner Arbeit. Ich danke Ihnen."

Se. Majestät der Kaiser traf am 22. Septbr. um 8'/2 Uhr auf dein festlich geschmückten Bahnhof Groß-Rominten von Danzig kommend ein. Von dem Bahnhöfe aus begab sich der Kaiser mit dem Fürsten zu Dohna zu Wagen nach Schloß Rominten.

Der Kaiser richtete nachstehendes Telegramm aus Wien vom 19. ds. an den Großherzog von Hessen: Ich danke Dir für die freudige Nachricht von dem glücklichen Stapellauf des LinienschiffesHessen". Die zukünftige deutsche Flotte, zusammengesetzt aus den ge­panzerten Vertretern aller deutschen Stämme, getauft vor ihren angestammten Landesfürften, erfüllt vom

schaute Kurt auf seine geliebte Braut.

Na, so schlimm wird es nicht werden," tröstete Raven die Liebenden,es wird alles noch ein gutes Ende nehmen. Geht in den Park, der kühle Abend­hauch wird euch ruhiger machen. Ich muß zum Frei- herrn und komme bald zu Euch zurück."Aber für Dich, Du Mordbube," und Ravens Hände ballten sichfür Dich ist Deine Stunde gefommen; Du wirst Deinen Lohn empfangen für Dein flugwürdiges Verbrechen, Gott ist gerecht. O Gott, wie danke ich Dir für die gnädige Errettung meines geliebten Kindes!" ----

Kurt und Lucie hörten die letzen Worte nicht mehr; schweigend gingen sie im Schatten der Bäume des Hardenfelser Parkes auf und ab und blickten mit banger Verzweiflung in die Zukunft.

Der Freiherr von Hardenfels war von seinem Stuhl aufgesprungen und versuchte vergeblich, die jetzt noch einmal mahnende Stimme seines Gewissens zu be­schwichtigen. Er schüttelte sich, um die ihn quälenden Gedanken los zu werden.Es ist nicht meine Schuld, wenn der letzte meines Stammes dahingeht als Ver­fluchter und Verbannter Er selbst hat es nicht anders gewollt. Umsonst hat er das große Opfer gebracht und Hardenfels von sich gestoßen, ihm winkt das Glück nicht mehr, das er zu finden hoffte; ich habe es ver­nichtet, ich, sein Vater. Ha! ha! ha! Er mag die Totenwache halten! Ha! ha! ha!"

Er trat an das geöffnete Fenster; er brauchte Luft,

Geiste patriotischer Gesinnung, wirb, so Gott will, wie die Armee, der Stolz, der Hort und die Zuversicht sein für Kaiser und Reich! gez. Wilhelm."

Im Rathaus zu Berlin fand am 22. Septbr. abends feierlicher Empfang der Teilnehmer am Kongreß des internationale» statistischen Instituts statt. An- wesend waren: der Minister des Innern Frhr. von Hammevstein, der Präsident des kaiserlich statistische» Amtes Wilhelmi, Vertreter der Stadtverwaltung und der Wissenschaft und zahlreiche ®amcu. Namens der Stadt begrüßte Stadtrat Friede! die Erschienen, betonte daS Interesse, daS die Stadtverwaltung stets für die Statistik bewiesen habe und brächte ein Hoch auf die anwesenden Statistiker anS. Der Präsident des Kon gresseS, Inama-Sternegg-Wien, dankte. Ferner sprach V. Mayr-Müttche».

Die von der Zentralstelle für Arbeiter-Wohl- fahrtSeiurichtungen verunstaltete 12. Konferenz, welche die Frage der Museen als Bolksbildnugsstätte auf der Tagesordnung hatte, wurde am 21. Septbr. vormittag von dem badischeu Minister des Innern, Dr. Schenkel eröffnet. Der Vorsitzende überbrachte die besten Wünsche des Staatsministeriums für das Gelingen der Kon­ferenz und begrüßte hierauf den Freiherr» v. Reck, welcher der Versammlung die Grüße der Großherzogin übermittelte, die zu ihrem Bedauern am Erscheinen verhindert fei.

Ausland.

Papst Pius X. hat am 18. September in aller Stille sein 50jähriges Priesterjubiläum gefeiert; nur seine Familien Angehörigen und sein Privatsekretär Monsignore Bressan nahmen an der kleinen Feier teil. So war es der ausdrückliche Wille des Papstes. Wie dieJtalie" mitteilt, erfuhr man in Rom erst aus einem Telegramm aus Turin, daß der Papst einen wichtigen Gedenktag seines Lebens feierte.

Der LisfabonerSeculo" berichtet, daß der siamesische Gesandte in Paris, Delock, bei der Ankunft in Lissabon mit dem Südexpreß von portugiesischen Zollbeamten des Tabakschmuggels überführt, zeitweilig verhaftet und dann zu einer hohen Geldstrafe ver­urteilt wurde.

_ Ein offizieller Bericht des Präfekten von BurgaS bestätigt die Greuel im Adrianopeler Wilajet. Es sind geplündert und durch Artillerie oder Feuer zerstört worden in der Kasa Klein-Tirnowo 13, in Kirkilisse 17, in der Kasa Wasiliko 4 und in Wisa 3 Dörfer. Das bulgarische Kriegsministerium erhält Dienstangebote fremder Offiziere fast aus allen Ländern, auch aus Deutschland und Amerika.

Nach einer in Sofia eingetroffenen sollen in einem Kampfe im Kresne-Defile im Strumatale fünf- bundert Türken durch Dynamit getötet worden sein. Ruhe, seine Brust hob und senkte sich in raschen, kurzen Bewegungen.

Wild stierten seine Augen in die rauschenden Wipfel der Bäume und zitternd stützte er sich mit beiden Händen auf das mit einem Kissen bedeckte Fensterbrett.

Mit einem jähen Aufschrei wich er jetzt einige Schritte zurück. Dort unten sah er Kurt wandeln und an dessen Seite die, die er vernichtet glaubte.

Sie lebt noch!" rief er mit bleichen Lippen, und unwillkürlich fuhr er mit seiner Hand über die weit geöffneten Augen, als wollte er das Bild, was ihn soeben in Angst und Schrecken gesetzt hatte, verwischen.

Doch nein. sie ist es nicht, sie kann es nicht sein. Seine Hand ist fest und sicher; an seinem Dolche seh' ich ihr Blut kleben. Ha! ha! ha! beruhige Dich, Du siehst Gespenster Heute Nacht noch wird er kommen und fürstlich will ich ihn belohnen."

Er wandte sich um. und vor ihm stand Raven, der, ohne dasHerein" auf sein Klopfen abgewartet zu haben, ins Zimmer getreten war.

Der Freiherr beherrschte sich; er schien beruhigt zu sein, aber in seinem Innere» tobte es noch fürchterlich, und mit einem vernichtenden Blick sah er den Besitzer von Waldenburg an, den er jetzt am allerwenigsten in Hardenfels vermutet hatte.

Guten Abend, Herr Freiherr!" sagte dieser ruhig, ohne Erregung,nehmen Sie mit meiner Anwesenheit einige Minuten fürlieb, wenn dieselbe Ihnen auch, wie ich sehe, nicht angenehm ist. Ich habe' Ihnen etwas