für Kranke und verausgabten für Unterstützungen 9161 Mark. Unter ihrer Leitung standen 6 Jungfrauen- vereine mit 444 Mitgliedern, 3 Mütterveine mit 185 Mitgliedern und eine Flickschule mit 60 Schülerinnen.
Im Diakonisfenheim zu (Lasset hatten 11 (seit diesem Jahr 13) Gemeindeschwestern ihre Wohnung. Die Haushaltungsschnle des Diakonissenheims wurde durchschnittlich von 24 Schülerinnen besucht, in der Marthaherberge daselbst logierten 187 Mädchen und Hausangestellte 720 Tage und 9'U Nächte.^ Die Schwestern verschafften 191 Mädchen und 25 Auf- wärterinnen Stellungen.
Mit dem Diakonisfenheim standen 3 Krankenpfleger und 19 Pflegerinnen in Verbindung. 120 Mal vermittelten die Heimschwestern die Uebernahme von Pflegen in Familien.
Im Damenpensionat haben 8 alleinstehende Damen freundliche Aufnahme gefunden. Die Kleinkinderschule des Diokonissenhauses wurde von ca. 100—l 10 Kindern besucht. In der Polikklinik für Frauenleiden erhielten 104 Patienten durch Herrn Dr. von Wild in 384 Konsultationen ärztliche Hilfe. Das Diokonissenheim war die Heimstätte für 5 Nähvereine, 3 Jungfrauen - vereine und 1 Mutterverein. Das Erziehungshaus im Marienheim zu Guntershausen hatte bei 18 Mädchen Zugang und 11 Mädchen Abgang, am Schluß des Jahres 1902 einen Bestand von 38 Mädchen. Die Anstalt beging am 28. August 1902 ganz in der Stille ihr 25jähriges Stiftungsfest; im Verlaufe der 25 Jahre haben 311 Mädchen in dem Erziehungshause Aufnahme erhalten.
Von dem Hess. Diakonissenhaus aus sind besetzt: 13 Krankenhäuser mit 24 Schwestern, 1 Kinderheilanstalt mit 5 Schw., 1 Siechenhaus mit 4 Schw, 52 Gemeindepflegen mit 76 Schwestern, 2 Marthahäuser mit 3 Schw., 1 Krippe mit 4 Schw., 21 Kleinkinderschulen mit 21 Schw., 5 Erziehungsanstalten mit 17 Schw. - Außerdem pflegen die Schwestern in 11 Hospitälern die Alten und Siechen, wenn diese besonderer Pflege bedürfen. Alle Stationen des Diakonissenheims mit Ausnahme von zweien befinden sich im Kurfürstentum Hessen.
Da der dirigierende Arzt Medizinalrat Dr. Rockwitz verhindert war, fand eine ärztliche Berichterstattung über die gesamte Krankenabteilung statt.
Herr Dr. med. Hauptmann sprach über seine Tätigkeit auf der klinischen Abteilung für Augen- und Ohrenkranke. Es wurden 128 und zwar 95 Augen- und Ohrenkranke behandelt mit 2431 Behandlungstagen. 9 in 1., 5 in 2. 119 in 3. Klasse, 30 Männer, 27 Frauen, 57 Kinder. Die Poliklinik wurde von 430 Augen- und 272 Ohrenkranken besucht, die 2328 Beratungen erforderten. Es fanden 106 Operationen statt, wovon 58 augen- und 48 ohrenärztlich waren. Herr Dr. med. von Wild berichtete über seine und des Herrn Dr. med. Jellinghaus Tätigkeit auf deni gpnä- kologischen Gebiet. In die Krankenabteilung wurden 1902: 164 Frauen ausgenommen, bei denen in den meisten Fällen ein oparatives Eingreifen zum Teil sehr schwieriger Art erforderlich war. 24 mal fanden Radikaleperationen des Gebärmuttervorfalls statt, 7 mal Entfernung von Eierstocksgeschwlllsten, 15 mal Vaginalfixatiou der Gebärmutter, 5 mal Tolalex- slirpation des Uterus, 1 mal Operation der Extrau- leringravidität, 5 mal supravaginale Amputation der Gebärmutter.
Nach dem satzungsmäßigen Turnus schieden aus und wurden wieder in den engeren Vorstand gewählt die Herren: Konsistorialpräsident Altenbockum, General Harnickel, Rentner Witwer, Oberpräsident Staatsminister
Graf Dr. von Zedlitz - Trützfchler. Ebenso wurde in den engeren Vorstand gewählt das Ehrenmitglied, der frühere Vorsitzende, Wirklicher Geheimrat Rothe Exzellenz, jetzt zu Cassel. Bestätigt wurde die Wahl der Mitglieder des weiteren Vorstand des Diakonissenhauses zu Marburg, der Herren: Professor Dr. med. Romberg, Reg.-Baumeister Sardemann. Das Schlußgebet sprach Herr Pfarrer Nordmann.
Vermischtes.
— Auf der Zeche Baakermulde bei Bochum sind in der Frühschicht beim Einfahren drei Bergleute abgestürzt; sie wurden sämtlich getötet.
— Die Kreuzottern treten bei Augsburg seit zwei Jahren immer zahlreicher auf. Ein zu einer vor der Stadt lagernden Zigeunertruppe gehöriges Mädchen ging an den Bach zum Wasserholen, trat dabei auf eine Kreuzotter und wurde in den nackten Fuß gebissen. In kurzer Zeit schwoll das Bein an und als etwa 7 Stunden später auf Veranlassung von Augs- burger Spaziergängern ein Arzt gebolt wurde, erklärte dieser sofort, daß es zu spät sei.
— Ein schrecklicher Unglücksfall, dem ein blühendes Menschenleben zu Opfer fiel, ereignete sich in Eisenach. Die junge Frau des Postassistenten Jßleib wollte auf dem Spirituskocher Milch für ihr jüngst geborenes Kind warm machen und goß noch Spiritus auf den Brenner, während derselbe bereits brannte. Auf diese Weise entzündete sich der ganze Inhalt der Flasche die mit einem Knall zersprang. Der brennende Inhalt setzte im Nu die Kleider der jungen Frau vollständig in Brand. Um die Flamme zu löschen, warf sich die Bedauernswerte sofort zu Boden. Aber es war umsonst. Noch ehe die Bewohner des Hauses ihr zu Hilfe kommen konnten, hatte sie am ganzen Körper so viele mit schwere Brandwunden erhalten, daß sie kurz darauf ihren Geist aufgab.
— Am 12. Juni stürzte auf dem Kirchenneubau in der Glogauerstraße in Berlin ein Stangengerüst ein. Drei Arbeiter wurden schwer verletzt.
— Traurige Pfingsten wurden der Familie eines im Osten Berlins wohnhaften Kanfmanns Weiß durch einen eigenartigen Unfall bereitet. Deren 19jährige Tochter färbte sich am ersten Feiertage vor einem Ausfluge die Augenwimpern mit einem ungebrannten Zahnstocher. Dabei rutschte sie mit dem Ellenbogen, den sie auf die Tischkannte gestützt hatte, ab und jagte sich das spitze Holz ins rechte Auge. Mit einem Aufschrei brach sie zusammen. Ein herbeigerufener Arzt mußte feststellen, daß das Auge verloren sei und entfernt werden müsse.
— Eine Wärterin des Sanatoriums in Hedemünden ging mit einer nervenkranken Dame an der Werra spazieren. Die leidende Dame sprang plötzlich in die Fluten. Die Wärterin sprang ihr nach und ertrank, während die Dame von vorübergehenden Passanten gerettet wurde.
— Auf das Nonnenkloster Garitz bei Außig wurde ein Bombenanschlag versucht, wahrscheinlich von Anarchisten. Die Fensterscheiben des Klosters und der Nachbar-gebäude wurden zertrümmert, doch blieben sämtliche 41 Nonnen unverletzt.
— Der Postkutscher, der am 3. Juni bei Budapest seinen Postwagen erbrach und mit den daraus entwendeten 98 000 Kronen flüchtete, wurde in der Ortschaft Jaß-Apathie verhaftet.
— Eine große altmärkische Bauernhochzeit, zu der wohl 500 Gäste erschienen waren, wurde kürzlich an zwei Tagen in einem Dorfe bei Pretzier (Kr. Salz
wedel) gefeiert. Die Oberleitung des Mahles und Frühstücks war dem Bahnhofsrestaurateur aus Bis- marck übertragen, der von 12 Kellnern Speisen und Getränke auftragen ließ. Das Mahl wurde in einer besonders dafür erbauten Feldküche zubereitet. Der Hochzeitsvater, einer der reichsten Gutsbesitzer der ganzen Gegend, hat seinem Schwiegersöhne u. a. zum Polterabend ein Automobil im Werte von 8 000 Mk. geschenkt.
— Untersuchungen über die Gefährlichkeit der Schultinten hat Dr. Hepmann im Institut für Gesundheitspflege zu folgendem Ergebnis: Die gebräuchlichsten Tinten beherbergen weder im frischen Zustande noch bei längerem Gebrauch gesundheitsschädliche Organismen und entfalten insbesondere gerade den Erregern von Blutvergiftungen gegenüber eine sehr große desinfizierende Wirksamkeit. Wenn sich gleichwohl ge» legentlich schwere Erkrankungen an Schreibfederstiche anschließen, so sind zweifellos entweder auf die Ein- schleppung von Keimen von der Hautoberfläche aus im Augenblick der Verletzung oder auf eine nachträgliche Infektion der Wunde, insbesondere durch Aussaugen mit dem Munde oder durch Berührung mit unsauberen Taschentüchern und Fingern zurückzuführen. Eine nachteilige Wirkung der vorgefundenen Mikroorganismen auf den Magen durch Ablenkung eines Tintenkleckses ist undenkbar.
Letzte Nachrichten.
— Nachdem in Belgrad am 15. Juni die Beratungen des Senats und der Skuptschina über die Verfassung vom Jahre 1888 mit einigen auf den König und das Wahlrecht bezüglichen Modifikationen beendet waren, erfolgte die Wahl des Prinzen Peter Karageorgiewitsch &um König mit Stimmeneinheit. Das Resultat wurde der Bevölkerung durch Kanonenschüsse verkündet.
Peter Karageorgiewitsch, welcher noch in Genf weilte, erhielt ein Telegramm daß die Nationalversammlung ihn einstimmig zum Könige wählte.
Zugleich mit der Vorbesprechung des Parlaments tagte eine Versammlung von Offizieren, welche beschlossen, die Namen der Teilnehmer an dem Gemetzel geheim zu halten und auf jede Belohnung zu verzichten. Gleichzeitig wurde erklärt, daß die Regiernngsform nur eine Monarchie sein dürfe. Diese Beschlüsse übten auf die Entschließungen der Nationalversammlung einen bedeutenden Einfluß aus.
Frankfurta. M., 16.Juni. Amtliche Notirungen der Viehmarkt? preise. Zum Verkauf standen 526 Ochsen, 51 Bullen, 756 Kühe nnd Färsen (Stiere ind Rinder), 228 Kälber, 114 Schafe und Hämmel, 1242 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen in vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mk. 70—72, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 65—67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 61- 63, <i) gering genährte jeden Alters Mk. 47 bis 50. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mk. 62 bis 64, b) mäßig genährte jüngere und gut ge« genährte ältere Mk. 59—61, cj gering genährte Mk. —, Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk. 64—66, b) vollfleischige, ansgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Mk. 61—63, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwielte jüngere Kühe und Färsen (Stcee und Rinder) Mk. 56—58, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 50 52, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere nnd Rinder) Mk. —. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feinste Mast (Vollm.-Mast) nnd beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 82—85 Pfg-' (Lebendgewicht) 50—52 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 76—79 Pfg., (Lebendgewicht) 45—48 Pfiw c) geringe Saugkälber 63—65 Pfg., d) ältere gering genährt Kälber (Fresser) — Pfg. Schase: a) Mastlämmer nnd jüngere Masthämmel 70-72 Pfg., b) ältere Msthämmel 66—68 Pfg. c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) — Pfg Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuz, ungen im Alter bis zu 1^ Jahren 55 Pfg., b. fleischige 53-51
Montag, den 22. Juni d Js., vormittags 9 Uhr, soll auf dem Rathaus hierfelbst die Anlieferung von 20 cbm.
Basalt-Kleinschlall für den Weg nach Hohenzell öffentlich vergeben werden.
Schlüchtern, den 12. Juni 1903.
Der Magistrat: Salomon.
Montag, den 22. Juni 1903, niittags 12 Uhr, soll die
Wcißbiudcrarbcit
der hiesigen Schule an Ort und Stelle öffentlich vergeben werden.
' Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben.
Altengronau, den 14. Juni 1903.
Der Bürgermeister: Ullrich.
Herren Lodenjoppen Mk. 6.—, 5.5o, 5.— 4.50, 4—, 3.50, Herren Lüsterröcke Mk. 9.—, 8.—, 7.—, 6 —, 5.—, 4.50, Herren Zwiruröcke Mk. 4.50, 4 —, 3 50, 3.—, 2.5o, 2.—, Jünglings-Lodenjoppen Mk. 4.50, 4.—, 3.50, 3.— 2.75, 2.50, Jüngliugs-Zwiruröcke Wt. 4.-, 3.50, 3.-, 2.50, 2.—, 1.50
Abraham Sichel
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Uebernimmt Begutachtungen,
Projektierung und Bauausführung.
Gegründet 1886. Feinste Referenzen von Staats- u. Gemeindebehörden.
Stnrmiusstraße 1. Telephon Nr. 59.
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