Fabriken arbeiten. Ich habe die Listen durchgesehen, । es ist erfreulich, wie viele vom Hammer und Ambos, von der Schmiede hergekommen sind, um hier zu singen, aber es muß schlaflose Nächte gekostet haben. Wenn wir auf einfachen Gesang kommen, dann sind Sie 'in der & ge, mit den rein künstlerischen Vereinen zu konkurrieren, deren Mitglieder tagsüber in einer Atmoshäre leben, die besser und staubfreier ist, was doch auf die Stimmenorgane sehr einwirkt. Sonst kann ich nur sagen, daß wir zum Teil geradezu ganz hervorragendes Material gehört haben, auch abgesehen von den Vereinen, die auch unter Ihnen als hervorragend anerkannt sind, instrumental glockenartige Effekte! Unzweifelhaft ist, daß ein hoher Grad von musikalischer Begabung in der Bevölkerung steckt, der aber in einfachen klangreichen Harmonien sich zu zeigen Gelegenheit haben muß. Wenn Sie diese einfachen schönen Chöre, wie sie das Volkslied und die Komponisten darbieten, die ich genannt habe, singen, so werden Sie selber Freude haben und weniger Schwierigkeiten, und gleichzeitig werden Sie das Publikum, das zum Teil aus Fremden besteht, besser mit unserem Volkslied bekannt machen. Sie werden mit dem Volkslied den Patriotismus stärken, und damit das allgemeine Band, das alle umschließen soll, Ich danke Ihnen!
Vermischtes.
— Im Starubergersee bei München ertrank der Bürstenfabrikant Schneller von Augsburg mit Tochter pnd Schwägerin. Das Unglück entstand dadurch, daß in dem mit sechs Personen besetzten Kahne die Plätze gewechselt wurden und der Kahn hierbei umkippte. Die andern drei Insassen konnten gerettet werden.
— Vor einigen Tagen wurde in Görwihl in Baden ein genossenschaftliches Unternehmen beschlossen, das wohl in seiner Art und Ausdehnung einzig in Deutschland dasteht. Die Webestühle für über 500 Hausweber (Seidenbandweber) des Stotzenwaldes und Görwihler Berges, die in 28 Ortschaften wohnen, sollen, mit elektrischem Antrieb versehen werden. Das Stromleitungsnetz nebst Zubehör wird etwa 340 000 Mark erfordern, welche die „Kraftabgenossenschaft Elektra Säckingen-Waldshüt" aufbringt, soweit sie nicht durch den von der Regierung bewilligten Staatsbeitrag von 40 000 Mark und durch die freiwilligen Beiträge der beteiligten Fabrikfirmen Deckung finden. Die Vorteile des Unternehmens bestehen darin: Die Seidenband- Weberei als Hausindustrie wird erhalten und damit der Waldbevölkerung ein jährliches Einkommen von etwa 300 000 Mark gesichert; durch Wegfall der Handarbeit wird die Gesundheit der Weber geschont und eine Arbeitsteilung zwischen mehreren, auch mittel- kräftigen Familienangehörigen ermöglicht, auch werden Arbeitskräfte nach wie vor den landwirtschaftlichen Betrieben erhalten. Angesichts dieser Vorteile traten sofort 400 Weber der neuen Genossenschaft bei.
Das von Geheimrat von Lukanus verlesene Prome-i moria des Preisrichterkollegiums lautet folgendermaßen:'
Der Eindruck, den das Wettsingen des ersten Tages auf das Preisrichterkollegium ausübte, war derart, daß es für notwendig erachtet wurde, bestimmte Stellung zu der Art her Komposition zu nehmen, die heute auf dem Gebiet des Männergesanges als die herrschende gilt. Fast sämtliche von den Vereinen vorgetragenen frei gewählten Chöre zeigten eine Art des technischen Baues, die den A=capella=Stil des Männergesangs vollständig verkennt, indem sie den Stimmen Intervallen, Lagen und harmonische Kombinationen rein instrumentaler Natur zumutet. Schlimmer noch ist das vollständige Mißverständnis zwischen dem dar- zustellenden Vorwurf und den aufgewandten Mitteln. Die enge Begrenzung der Stimmen, die ungestraft ihre Grenze nicht überschreiten darf, die beschränkte Farben- palette, machen den Männerchor von selbst zum Träger edler, schlichter Stimmung lyrischer Art und selbst einfacher Balladen. Die gesuchte und gekünstelte Art, wie sie in einer Reihe der gehörten Chöre sich zeigte die Manie, jede noch so unbedeutende Gelegenheit zu Tonmalerei auszunutzen, das Haschen nach außergewöhnlicher Harmonie, erschien, uns geradezu als eine krankhafte effekthascherische Art der Komposition, die infolge dieser Anlage an Stelle großzügiger Einheit
— In einer Jsolier-Baracke der Charitee in Berlin starb unter pestverdächtigen Umständen ein junger Arzt aus Wien IV., welcher sie seit einiger Zeit im Institut für Infektionskrankheiten mit bakteriologischen Arbeiten beschäftigt hatte.
— Das Flotillenfahrzeug „Niobe" mit 10 Torpedobooten verließ den Kieler Hafen und fuhr dem Ersten Geschwader nach Skagen entgegen, um dort gemeinschaftlich mit diesem zu manövrieren.
— Aus Finland nach Petersburg kämmende Schiffe begegnen im Botnischen Busen und im nördlichen Teil der Ostsee schwimmenden Eis. Vor einigen Tagen wurde der nordwegische Handelsdampfer „Altair" durch eine Eisscholle beschädigt, sodaß er in den russischen Hafen zurückkehrte, aus dem er ausgelaufen war. Auch auf dem Ladogasee erschweren noch Eismassen den Verkehr.
— Der als Trunkenbold bekannte Maurer Mathias Hofmann in M.-Gladbach hat in seiner Wohnung zuerst seine Frau und dann sich selbst erschossen. Das Ehepaar hinterläßt 12 Kinder, von denen ein Teil noch unmündig ist. Die Tat ist durch Nahrungssorgen veranlaßt, da H. den Verdienst seiner erwachsenen Kinder zumeist vertrank.
In der Kieler Woche wird der Spiritus-Motor Gelegenheit haben, seine Anwendungsfähigkeit für den Bootsbetrieb beweisen zu können. Für Seiner Majestät Pacht "Hohenzollern" ist nämlich ein mit einem starken Spiritus-Motor ausgestattetes Beiboot zur Ablieferung gebracht worden, welches in der Kieler-Woche in Be-
ein Mosaik von oft interessantem fast nie aber schönem Detail bildet. Ein solches, die Hauptbedingungen des Kunstwerks verachtendes Gebahren aber bildet eine ernste Gefahr für die Zukunft dieses so bedeutsamen Kunstzweigs, Hilfe dagegen ist nur möglich durch Zurückkehren zu natürlicher Einfachheit, zu gesundem Empfinden und Erkennen der wahren Zwecke dieser Kunst, von einem Abweichen von aller Unnatur und Künstelei. Wir wollen durchaus nicht damit etwa sagen, daß nur das Volkslied dem Mänuerchor entspreche. Wir erkennen neben dem Volkslied ein sogenanntes Kunstlied auch im Männerchor an, aber nur wenn es den genannten Bedingungen entspricht.^
Es wird notwendig sein, daß in Zukunft vor allem auch als Preischor nur ein solches Stück gewählt werde, welches infolge Beobachtung dieser einfachen ästhetischen Grundregeln als Kunstwerk anerkannt werden kann.
Wir halten es für unsere Pflicht, Se. Majestät zu bitten, diese Bestrebungen durch sein allergnädigstes Wohlwollen zu unterstützen und die Dirigenten bezw. Vorsitzenden der Vereine zu ermähnen, durch Erkennen- suchen und Streben nach künstlerischer Wahrheit vor allem unserer Kunst wirksam zu dieneu. Wir tun das umsomehr, als wir uns in diesen Ansichten mit Sr. Majestät in vollkommener Uebereinstimmung wissen.
trieb gesetzt werden soll; ebenso ist auch für die Pacht Ihrer Majestät der Kaiserin „J^una" ein, mit einem 4pferdigen Spiritus-Motor ausgestattetes Boot vor einiger Zeit hergestellt worden; endlich hat auch der Staatsminister von Tirpitz für seinen persönlichen Gebrauch ein Spiritus-Motor-Boot in Auftrag gegeben.
Frankfurt a. M.,Juni 9. Amtliche Notirungen der Viehmarkt- Preise. Zum Verkauf standen 523 Ochsen, 52 Bullen, 666 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 202 Kälber, 91 Schafe und Hämmel, 1098 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund: Ochsen: fa vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mk. 67—69, b) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mk. 62 — 64, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 58—6t, d) gering genährte jeden Alters Mk. 47 bis 50. Bullen: ai voll fleischige höchsten Schlachtwertes $if. 62 bis 64, b) mäßig genährte jüngere und gut ge« genährte ältere Mk. 59—6!, es gering genährte Mk. —, Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mk. 6'2—61, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Mk. 60—61, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwielte jüngere Kühe und Färsen (Stece und Rinder) Mk. 52—54, d) mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. 48 50, e) gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) Mk. —. Bezahlt wurde für ein Pfund a) feinste Mast (Vollm.-Mast) und beste Saugkälber (Schlachtgewicht) 82—85 Pfg., (Lebendgewicht) 50—52 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber (Schlachtgewicht) 77—8 i Pfg., (Lebendgewicht) 46—48 Pfg., a) geringe Saugkälber 63—65Pfg>, d) ältere gering genährte Kälber (Fresser) — Pfg. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel 70—7t Pfg., b) ältere Masthämmel 66—68 Pfg. c) mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) — Pfg Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu (^Jahren 55 Pfg., b. fleischige 44—68 Pfg.
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