schütze, die 1 bis 2 Schüsse in der Minute abgeben können. Die S ^Panzergranate wiegt 270, die Geschützladung 68,C Kg. Nahe der Mündung durchschlägt das Geschoß bei senkrechtem Auftreffen eine Stahlplatte von über 70 Ztm- Dicke. Zu einem Schwesterschiff von J", dem Panzer „M", ist vor einiger Zeit in Danzig der Kiel gelegt worden.
—- Aus Döberitz wird gemeldet: Zur Enthüllung des Monunients für Friedrich den Großen werden aanz besondere Vorbereitungen getroffen. Das ganze Barackenlager, in welchem zu der Feier mit dem Kaffer zusammen ein glänzendes Gefolge emtrrfft, wird mit reichem Festschmuck versehen. Der Kaiser übernachtet im Barackenlager. In der Frühe des 29. Mar beginnt die aroße Gefechtsübung des gesamten Gardekorp». Die Enthüllung des Monuments ist auf 11 Uhr vormittags angesetzt. __ ___________________
Ausland.
_ Der Fürstbischof Dr. Kohn in Olmütz Oesterreich ist seit langer Zeit recht unbeliebt und scheint seine Entsetzung vom Amte nahe bevorzustehen. Nach- richten aus Olmütz besagen, daß der Fürstbischof an die Pfarrämter derDiözese Olmütz die Weisung hat ergehen lassen, daß in den Kirchen Gebete für ihn eingeführt werden und zwar wegen der zahlreichen Verfolgungen seitens seiner Feinde wegen Vergehen, die er nicht begangen habe. Er weist insbesondere die Beschuldigung der Verletzung des Beichtgeheimnisses zurück. Diese Weisung wird das Volk noch mehr ausregen und es vom Kirchenbesuch abhalten. — Die tschechischen Blätter in Olmütz melden übereinstimmend, daß Dr. Kohn einem ungünstigen Ende entgegengehe. Die „Selsko Listy" teilen mit, daß aus vertrauenswürdiger Quelle die Tatsache als nahe bevorstehend bezeichnet werde, daß Dr. Kohn am Ende angelangt sei.
— Als die Jnfantin Jsabella von Spanien am 9. Mai in Madrid von einem Spazierritte zurück- kehrte, wurde sie beim Absteigen vom Pfeide durch einen Hufschlag an der Lippe verwundet. Die Wunde mußte genäht werden. Der Zustand der Jnfantin ist keineswegs beunruhigend.
— Die mazedonische Bewegung scheint in.eine ruhigere Lage gekommen zu sein. Die Türkei ist in letzter Zeit ganz energisch vorgegangen, sie hat eine große Anzahl Truppen in die aufständischen Gebiete gesandt, welche in den letzten Kämpfen eine außergewöhnliche Tatkraft entwickelten und hoffentlich nun im Stande sind, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und die aufrührerischen Elemente niederzudrücken. Nachrichten über Entdeckung von Spuren teils ganz um- fangreicher Verschwörungen kommen immer noch häufig vor, auch viele Verhaftungen von Verschwörern, ebenso verschiedene hartnäckige Kämpfe mazedonischer Banden, die aber immer von den türkischen Truppen geschlagen werden. Die Gefahr ernstlicher Wirren ist jedoch noch nicht ganz vorüber. In militärischen Kreisen Konstantinopels ist die Erregung gegen Bulgarien aufs höchste gestiegen unb es ist Zeit, daß die bulgarische Regierung nun ernste Maßregeln gegen die Dynamitwerfer ergreift.
— Die Armeeverwaltung der Vereinigten Staaten von NordÄnierika traf endgültig die Wahl eines neuen Dienstgewehres. Der Lauf desselben ist 24 Zoll (0,6 Meter) lang und ganz von Holz eingefaßt. Die Kur l durchschlägt 24 einzöllige Fichtenbretter. Das Gewehr ist vier Zoll kürzer und ein Pfund leichter als das bisher in Gebrauch befindliche.
— Nach aus Melitta eingegangenen Nachrichten fand in der Nähe von Fez (Marokko) ein blutiger zehnstündiger Kampf zwischenAufständischen undTruPpen des Sultans statt. Die Aufständischen bemächtigten sich der Stellungen der kaiserlichen Truppen, die zahlreiche Tote und Verwundete zurückließen. Die Aufständischen erlitten ebenfalls große Verluste und verlangten vom Prätendenten Verstärkungen.
— Das „Echo de Chine" meldet: „Da der Kaiser von China noch keinen Erben hat, wünscht I M die Kaiserin Wittwe lebhaft, einige Mandschulöchter aus- zuwählen, die kaiserliche Konkubinen sein sollen. Am 1. des zweiten Monats (8. März) hatten sich aus Befehl der Kaiserin mehr als 500 Mandschumädchen im Palast versammelt, damit eine Auswahl getroffen würde. Die nicht Erwählten reiften am folgenden Tage wieder ab.
— Nach einer Depesche aus Peking — China — besetzten die Russen Niutschwang — Mandschurei — mit großer Streitmacht wieder und legten ferner Garni, fönen in die Forts an der Mündung des Liaoslusses. Sie sollen umfangreiche, kriegerische Vorbereitungen treffen.
Zur Erläuterung vorstehender Meldung teilen wir folgendes mit: ßland hatte im vorjährigen China- Kriege die Mandschurei besetzt. Im Vertrage vom 8. April 1902 erklärte sich Rußland bereit, die Mandschurei innerhalb einer Frist von 18 Monaten vollständig zu räumen. China übernahm ebenfalls Verpflichtungen und Rußland erklärte, wenn China dieselben nicht erfülle, so wolle Rußland sich an den ganzen Vertrag nicht binden. Ob hier nun China oder Rußland eine Schuld trifft, wird jedenfalls in nächster
Zeit aufgeklärt werden. Es soll sich überhaupt hier weniger um die Manschurei als um das Schicksal Koreas handeln.
Aus diesem Grunde hat der Grenzstrich zwischen dem Liao und dem die koreanische Grenze bildenden Naluslusse, mit seiner Fortsetzung in der Halbinsel Liao> ng eine besondere Wichtigkeit. An den Flnß- münt gen herrscht Rußland ausschließlich in dem Grenzstrich und ist dort auf eine Länge von circa 800 Kilometer der direkte Nachbar Koreas. Niutschwang liegt an der Mündung des Liaoflusses.
Weitere Nachrichten aus Peking melden: Die Tuffen haben mehrere große Geschütze nach Niutschwang gebracht. 14000 Mann russischer Truppen stehen zwischen der Mündung des Liauflusses und Port Arthur. Eine große Truppenabteilung ist zurWieder- besetzung von Tien-tschwan-tai entsandt worden. Dem Vernehmen nach erbauen die Russen auf den Hügeln in der Nähe von Liaujang Befestigungen, welche die Straße von dort nach dem Jaluflusse beherrschen. Nach Niutschwang sollen große Vorräte geschafft werden. Nach einer amtlichen Depesche Weisen Anzeichen darauf hin, daß diese Operationen zum Schutze gegen eine russenseindliche Bewegung in der Mandschurei unter- nommen werden.
— Die Pestepidemie in Indien scheint ihren Hohe Punkt noch immer nicht erreicht zu haben. Der Mitarbeiter des Londoner „Lancet", der wöchentlich einen Bericht aus Kalkutta sendet, meldet in seinem letzten Brief über 32,000 Sterbefälle an der Pest in einer Woche. Diese Zahl übersteigt weitaus alles bisher Dagewesene.
Males und Provinzielles.
* Schlüchter», 12. Mai 1903.
* — Die Leser unseres Blattes machen wir darauf aufmerksam, daß b'e Staatssteuer für April bis Juni 1903 am 16. Mai d. I. bei Meidung kostenpflichtiger Zwangsbeitreibung bezahlt sein muß.
- * Für diejenigen Handwerker, welche um Ostern herum Lehrlinge angenommen haben, ist's nun an der Zeit, die von den Handwerkskammern vorgeschriebene Lehrverträge festzusetzen, soweit dies noch nicht geschehen. Diese Verträge müssen schriftlich in drei gleichlautenden Exemplaren ausgefertigt sein. In der Handwerkergesetzgebung, bezw. in den von den Handwerks- kammern festgesetzten ^Bestimmungen ist der Inhalt solcher Lehrverträge näher bestimmt worden. Diese Bestimmungen liegen für diejenigen, welche noch nicht mit denselben vertraut sein sollten, bei den Ortsbehörden zur Einsicht; die Formulare zu den Lehrver- trägen sind bei Jnuungsvorstünden sowie in den For« mularniederlagen zu haben und sowohl vom Meister, als auch vom Lehrling und dessen Vater (bezw. Mutter oder Vormund) zu unterschreiben. Ein Stück ist dem Jnnungsvorstande vier Wochen nach Beginn der Lehrzeit einzureichen. Diejenigen Meister, welche keiner Innung angehören, müssen ein Exemplar des Lehr- Vertrags an die Handwerkskammer einreichen. Jetzt, nachdem die Handwerkergesetzgebung geregelt, die Handwerkskammern regelrecht in Tätigkeit sino, ist es umsomehr geboten, die betreffenden Bestimmungen zu beachten, als ihre Nichtbeachtung mit Strafe belegt wird.
* — Der für das 10. deutsche Turnfest in Nürnberg gebildete Preß - Ausschuß hat die an- gekündigte Festschrift soeben der Oeffentlichkeit übergeben. Reich ausgestattet in jeder Beziehung, wird die Schrift allen Turnern und Freunden der Turnsache, wie denjenigen, die das Turnfest zu besuchen willens sind, hochwillkommen sein.
Für die nächste Zeit lautet die Falbsche Prognose: 11. bis 20. Mai: Es treten zahlreiche Gewitter ein, die stellenweise von bedeutendem Regen begleitet sind. Es herrscht deswegen Hochwassergefahr. Die Temperatur hält sich auf der normalen Der 11. ist ein kritischer Termin zweiter Ordnung. 21 Aus 28. Mai: Die Gewitter dauern zwar fort, doch sind die begleitenden Regen nicht mehr so bedeutend. Die Temperatur steht in den ersten Tagen hoch über der normalen, sinkt aber gleich darauf ebenso tief unter dieselbe. Der 26. ist ein kritischer Termin erster Ordnung. Es herrscht Hochwassergefahr. Es mag zur Beruhigung dienen daß die Falbschen Voraussagen selten eintreffen.
* — „Nun steht die Welt in Blüten . . ." Seit Freitag haben wir mehr trübe als heitere Witterung, ab und zu schüttete es in Strömen, dann stach wieder die Sonne ganz empfindlich. Am 11. d. haben die „Eisheiligen" ihr Regiment angetreten. Mamertns und Pankratius sind diesmal weniger streng gewesen, möchte auch Servatius mit uus gnädig sein und uns mit Nachtfrost verschonen. Denn: Nun steht die Welt in Blüten, hold kam der Mai zurück, da mag dich Gott behüten vor überreichem Glück. Kein Herz mag einsam wallen in dieser Wunderpracht und du auch bist verfalle^ „es Frühlings Zaubermacht. Doch weisen dann die Blüten, vergeht die holde Zeit, dann mag dick ‘lots behüten vor allzu tiefem Leid.
* Die nervöse Erregung mancher Personen vor Ausbruch eines Gewitters ist eine seit alter Zeit be kannte Tatsache, von der jedoch eine wissenschaftliche Erklärung nicht gegeben werden konnte, während anderer
seits eine Zurückführung der Erscheinung anf„Gewitter- furcht" ungenügend ist. In jüngster Zeit kam F. Lar- roque auf die Vermutung, es könne sich dabei um Fernwirkungen handeln, die durch Herzsche elektrische Wellen Vorn Orte des Gewitters nach allen Seiten bis auf große Entfernungen hin ausgingen. Um diese Vermutung zu prüfen, ließ er eine Vorrichtung herstellen, die dem Empfänger bei der drahtlosen Tele- graphie entspricht, wobei als Indikator in einem verfinsterten Raume eine kleine Unterbrechung in der Erdleitung des Empfängers diente. Larroque beschreibt nun zwei Fälle, in welchen bei klarem, gewitterfreiem Himmel Fünkchen im Empfänger beobachtet wurden, genau zur Zeit, wo in weiter Entfernung vom Be- obachtungsorte Gewitter her schten. Das Znsammen- fallen dieser Erscheinung ist, so bemerkt dazu die „Med. Woche", in der Tat interessant, doch dürften weitere und umfassendere Beobachtungen erforderlich fein, um die Erklärung Larrdques sicher zu stellen.
„Ein Blümlein Wunderhold" ist der gemeine Waldmeister. Ihm verdanken wir jenen herrlichen Göttertrank, das Labsal des Frühlings, den Maitrank. Schon in alten Zeiten war es Brauch, den Wein mit duftenden Kräutern zu mischen. Schon die alten Römer hatten ihre Rosensilter, über die sie ihren Falerner Wein gössen. In Deutschland kam man im 15. Jahrhundert auf die Idee, den einheimischen Wein mit Kräutern und Gewürzen zu mischen und in den Kräuterbüchern dieser Zeit findet sich zuerü ein Kraut „Herzfreud", das bei seiner Kennzeichnung ohne Zweifel unser Waldmeister ist. Was uns am Waldmeister so vortrefflich behagt, ist sein Geruch, einem flüchtigen Oel, dem Cu- marin entstammend, der dem Maitrank sein köstliches Aroma giebt. Dieses Oel findet sich auch bei verschiedenen Kleearten, der Tonkabohne u. s. w. Maibowle muß am richtigen Orte getrunken werden, wenn sie richtigen Genuß gewähren soll. Nicht im schwülen Zimmer will sie ihr Aroma entfalten, es muß sich,dazu der Duft des Flieders gesellen, der den lauschigen Platz umgiebt, wo wir den Maitrank genießen. Etwas gedulden müssen wir uns dies Fahr freilich noch, ehe der Flieder blüht.
* Die Maiöckchen sind giftig! Das ist eine Tatsache, die noch nicht allgemein bekannt und beachtet ist. Man sollte sie daher nicht in den Mund nehmen, denn das in dem Stengel enthaltene starke Herzgift enthält Blausäure und die kleinsteWunde, vielleicht einRitzchen in der Lippe oder der Zunge schwillt unförmlich an und erregt große Beschwerden, sobald nur eine Kleinigkeit des Giftes eingedrungen ist. Man präge das besonders den Kindern ein.
In einer äußerst stark besuchten Wählerversamm- lung in Gelnhauscu legte am Sonntag Herr Reichstagskandidat Müller-Fulda sein Programm dar, welches von dem folgenden sozialdemokratischen Redner, Herrn Zielowski-Frankfurt a. M., heftig angegriffen wurde.
* In den Monaten Juni und Juli n. I. soll in Fulda eine Ausstellung für das Gewerbe und die -Industrie der Stadt und des Kreises Fulda Verunstaltet werden.
* Kreisrat Dr. Watlau-Lauterbach lehnte die ihm angetragene Reichstagskandidatur für den 3. Ober- hessischen Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Schotten end- giltig ab.
* Von einem durch Sontra ziehenden Zigeunertrupp hatten sich drei Frauen mit einigen Bären abgezweigt, um noch einige Nachbardörfer abzubetteln. Unterwegs griff der eine Bär seine Führerin an, versetzte ihr einen wuchtigen Schlag, sodaß diese zusammenbrach, und stürzte sich dann aus sie. Hinzueilenden gelang es schließlich, dem wütenden Tiere sein Opfer zn entreißen.
* Der kommandierende General des 11 Armeekorps, General der Infanterie v. Wittich in Cassel erlitt am Samstag morgen beim Frühstück einen leichten Schlag- anfall. Man hofft jedoch, daß der verdiente General den Anfall überwinden und in einigen Tagen wieder hergestellt sein wird. Er steht im 67. Lebenjahre.
* Vom 4. bis 8. Mai fand in Kassel unter dem Vorsitze des Herrn Provinzialschulrates Otto die jährliche Lehrerinnen-Prüfung statt. Derselben unterzogen sich folgende Schülerinnen des von Fräulein Scharf geleiteten Privat-Lehrerinnen-Seminars hierselbst: Irma Bock-Ramslau, Eva Eckell-Rotenburg, Gertrud Gerlach- Wies baden, Käthe Gmbel-Fulda, Paula Ruhl-Fulda, Martha Trieloff-Wanfried, Anna Volkmer-Hersfeld, Anna Kutscheidt-Wirges (Nassau) und Anna Wiegand- Fulda. Sämtliche Examinandinnen bestanden die Prüfung ; die 7 erstgenannten für höhere Töchterschulen, die beiden letztern für Volksschulen.
* Die erste Geweiheausstellung des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins, Landesverein Kurhessen, wurde am Samstag Vormittag im Saale des Zentral- Hotels zu Cassel von Herrn Landeshauptmann Frei- Herrn Riedesel zu Eisenach mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Redner gab seiner Freude über die so reiche und prächtige Beschickung der Ausstellung Ausdruck. Der Eröffnung wohnten der Herr Regierungspräsident Kammerherr von Trott zu Solz und eine große Anzahl Jagdfreunde bei. Die Ausstellung ist so reichlich beschickt, daß der Saal kaum die Ausstellungsgegenstände