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< Erich-in: Mittwoch und Samstag. - Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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7^^ ■ Samstag, den 22. November 1902. 53. Jahrgang.
^MlWäM^.. bic -Schlüchrcruer Zeitung" liroerbcit noch fortwährend von allen ^—■■"--"• . ". ""^ Postansialten und Landbriefträgern, 'seine von der Expedition entgegen genommen.
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Totenfest in gekommen. In Gedanken gehen wir über den Gottesacker. Wie reiht sich da Gr«b an Grab! -Ob Du noch jung bist und lachender Lebens- len.zi Dir, die Welt verklärt, ob der Schnee des Alters Hein. Haupt, bedeckt, ob Du in Ehre und Ansehen in Deinem Orte fuchst itiib zu den Reichen und. Gebildeten zählst, ob. Hu in der Verborgenheit Dich mühst um das Tägliche. Brot und schlick >t und einfach Deine 5traue pilgerst, ob Du in strotzender Gesundheit allen Stürmen Sie Stirne " bietest oder in Siechtum und 'Krankheit seit lange schon Deine vier Wände Deine Melk Versteifen — wenige nur werden sein ohne ein schmerzliches Erinnern an entschwundene Liebe, ohne M tiefes. Entbehren verwandter Herzen! O Tod, wie kist Du bitter!
f Aber, auf dem Grabe ragt das Kreuz. Denkst Du an. den Mann der.Schmerzest, den sie einst daran ge- schlagertz so wird der Gedanke an den eigenen Tod wach. Unterdrücke ihn nicht! „Lehre uns bedeuten, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden!" Wie arm der, Wanderer, der kein Ziel vor Augen hat, dem keine Heimat winkt nach des Weges Wirren und Lebens Mühsal!. Und der Tod nicht das Ziel, nur die Brücke zu einem besseren, reineren, zu einem vollkommenen Leben'. Einer ist uns vorangegangen. Willst Drfis nicht heute wieder bekennen, damit Dir solches Bekenntnis . Zum festen Stab werde. „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!" Dann wird das Totenfest Dir zum. Sie^essest, weil Du ihm nachziehst, dem großen Megesfürstell, der den Sieg über den Tod erfochten, und in ihm sollst Du die Deinen wiederfinden, wenn Du selbst Treue , hältst, Treue, bis in den Tod. Denn Verssiß es.nicht: . „Selig sind die Toten, die in dem Hierrn-Herben!"
■ ■ Dsutsches Reich
— .Der Kaiser fuhr von Cliften nach Dalmmy und traf mir Sir Lonsdale im offenen Wagen mit zwei Achtzeyreitern aus Lowlher Castle auf der Bahnstation ein, . -Nachdem der Kaiser in herzlicher Weise von Sir Loysdale Abschied genommen hatte, bestieg er mit dem Heimchen Botschafter, der den Kaiser nach Schottland begleitet. Hatte, einen Salonwagen, worauf sich der Zug in Bewegungsetzte.
,,—r.Der. deutsche-Kaiser äußerte sich über den Besuch iw England - in Ausdrücken hoher Befriedigung. Es habe-ihn. micht nur der Aufenthalt bei den königlichen Berfvandten,. namentlich- das. Zusammensein mit dem Kfinigtz,, fy-r den - er Gefühle wärmster Freundschaft hege, große Freude bereitet, sondern er fühlte sich auch angWehyl berührt durch die Freundlichkeit, womit'ihn di-.Mlgländer überall von der Stunde der Landung an empfangen haben. Der Kaiser erkennt auch die ihm, gegenüber bekundeten Gefühle an und nehme beim
'Letzte Sterne.
Erzählung von A. Aruefcld.
(Nachdruck »erboten)
’ (Fortsetzung
-Sie erzählte nun, daß sie, durch John aufmerksam gemacht, sich im Korridor verborgen habe, und wiederholte beinahe tuvrigetreu das zwischen Edith und M. Herbert geführte MsprfiH, '
. „Mädchen, Du lügst, das ist nicht möglich, das kann nicht sein..!" schrie der Lord auf, meine Schwester sollte —" er vollendete nicht; das Haupt sank ihm auf die Brust, den stärköN Wann wandelte etwas wie eine Ohnmächt 'an. Sir Frederic legte-den Arm um seinen Nacken. ,
„Ermanne. Dich, Lionel.", flüsterte er, und Lord Darlymple richtete Mfiäuf- die Anwandlung von Schwäche bear vorüber. . .. .
„So wahr mir Gott und Ew. Gnaden vergeben mögen, so wahr ist jedes- Wort, das ich gesprochen", betheuerte Ruth, „o Mylorfi, schützen Sie Miß Edith, dG-sie.--.den -Schlingen des bösen Mannes entgeht, bewahren Sie den armen John, daß er nicht in die Grube fällt, die jener ihm gegraben hat. Er und kein anderer hat die Kleinodien in Johns Kammer ver
Scheiden.von den englischen Gestaden die besten Erinnerungen mit sich.
— Aus Anlaß der vom 22. bis. 26. Oktober in Berlin abgehaltenen Internationalen Tuberkulose-Konferenz ist dem Generalsekretär des Deutschen Zentralkomitees für Lungenheilstätten, Professor Dr. Pamwitz, unter Beifügung einer die Initialen der Kaiserin tragenden Brillantuadel, nachstehendes Schreiben zugegangen: „Ihre verdienstvolle Thätigkeit bei den Bestrebungen, welche die Tuberkulose bekämpfen, verfolge ich mit dankbarer Anerkennung. Das unter Meinem Protektorat stehende Zentralkomitee für die Errichtung von Lungenheilstätten in Deutschland hat nicht nur die Errichtung zahlreicher Heilstätten gefördert, sondern auch eine Reihe wichtiger Anregungen gegeben, welche für den Erfolg jener Bestrebungen von besonderem Werth sind. In dem Augenblick, da zum ersten Male in Berlin die ständige Internationale Ber-einigung zu- fammentritt, welche durch Austausch von Meinungen und Erfahrungen auf diesem Gebiete gegenseitige Unterstützung bezweckt, liegt mir daran, Ihnen durch Uebersendung des beifolgenden Andenkens den Beweis des Antheils zu geben, mit dem Ich Ihr erfolgreiches Wirken auf diesem großen und schwierigen Arbeitsfeld, wie bei manchen gemeinnützigen Unternehmungen unter dem Rothen Kreuz begleite. Neues Palais, den 21. Oktober 1902. Auguste Victoria I. R."
— Die Errichtung einer katholisch-theologischen Fakultät an der Kaiser Wilhelms-Universität Straßburg dürfte jetzt, nachdem ein grundsätzliches Einverständnis zwischen der deutschen Regierung und der päpstlichen Kurie erzielt ist. Demnächst werde die Beratung der Einzelfragen in die Wege geleitet werden.
— Der Konfiskation einer Nummer des „Vorwärts", die haarsträubende Mitteilungen über Krupp enthielt, ist die Konfiskation zweier rheinischer Blätter gefolgt, welche die Angaben des „Vorwärts^ nach- brueftett. ■___
Arrsland.
Rom, 20. Novbr. Die Königin ist von einer Tochter entbunden worden. Das Befinden der Königin, sowie der neugeborenen Tochter, die den Namen Mal- fada erhalten wird, ist vollkommen gut. Der König teilte die Nachricht persönlich dem Ministerpräsidenten mit. Die Stadt legte beim Bekanntwerden der Nachricht sogleich Flaggenschmuck an. Die Glocke des Ka- pitols läutete, die Forts gaben Salven ab.
Wien. Die politische Situation gilt als wesentlich verschlechtert, da die Verhandlungen über ein Kompromiß zwischen Deutschen und Tschechen sich höchst wahrscheinlich zerschlagen werden. Ohne dieses Kompromiß, für das von der Regierung Bedingungen vorgeschlagen wurden, welche man auf deutsch-böhmischer Seite für unannehmbar erklärt, ist aber die Klärung der parlamentarischen Lage unmöglich. Das Herannahen einer Parlamentskrise gewinnt wieder große Wahrscheinlichkeit.
Athm. Ein geheimnisvolles Verbrechen ist auf dem deutschen Stationsschiff „Loreley" verübt worden. Die „Loreley" war zwecks einer von einer Athener Firma vorgenommenen Ausbesserung seit 15 Tagen im Piräus
steckt, um den Verdacht auf ihn zu wälzen, jetzt sehe ich alles klar, die Schuppen sind mir von den Augen gefallen. Gnade, Gnade, Ew. Gnaden!" schloß sie und sank in einen Strom von Thränen ausbrechend, wieder vor Lord Darlymple auf die Kniee.
Sir Frederic hob sie auf und führte sie in ein Nebenzimmer.
„Warten Sie hier ruhig Ruth", sagte er, „rühren Sie sich nicht von der Stelle, und seien Sie getrost, Sie haben schwer gegen Ihre Herrin gefehlt, aber größer als Ihre Schuld ist der Dienst, den Sie ihr geleistet haben, ich bin Ihr Freund und werde sorgen, daß man mit Ihnen nicht allzu streng ins Gericht geht."
„An mir liegt nichts, Sir Frederic, aber John, John!" schluchzte sie auf.
Die alte Liebe war gerächt, die neue brach hervor wie ein Regen nach dem Gewitter.
„Seien Sie ruhig, ihm soll kein Haar gekrümmt werden, tröstete Sir Frederic und kehrte zu dem Baron zurück.
X.
„O, Frederic, ich habe Dir nicht glauben wollen!" rief der Baron feinem Gaste entgegen und dieser sah
gerade dem Kirchhofe gegenüber verankert. Der Wachdienst wurde von den Mannschaften versehen, welche während der Dauer Quartiere gemietet hatten. Als der inspizierende Unteroffizier das Verdeckterk„Loreley" betrat, fand er Blutspuren vor. Das Bett, in welchem der wachhabende Unteroffizir schlief, war leer. Der große eiserne Schränk, welcher im Rauchzimmer des Kapitäns stand und wichtige Dokumente enthielt, fehlte. Außer dem Matrosen Biedritzki war noch der Matrose Köhler verschwunden. Nach Durchforschung des Hafens durch Taucher ist die Mche des Biedritzki gefunden worden, welcher eine tiefe Stichwunde enthielt. Von Köhler fehlt jede Spur. Der eiserne Schränk wurde unversehrt in der Nähe des Leuchtturms des Themi- stokles aufgefunden. Für die Entdeckung des Verbrechers sind 1000 Francs ausgesetzt. Verdächtig der That erscheinen Werftarbeiter. Am Leuchtturm wurde eine verdächtige Frau verhaftet. Der deutsche Gesandte hat alle erforderlichen Maßnahmen beantragt. — An der Stelle, wo die von der „Loreley" geraubte Kiste gefunden wurde, entdeckte man zwei blutige Pantoffel. — Nach Meldungen beruht der Loreleymord lediglich auf der Absicht der Beraubung der Schiffskasse, mithin ohne politischen Hintergrund. — Am Montag fand die feierliche Beerdigung des Unteroffiziers statt. Derselben wohnte der deutsche Gesandte, sowie die Mitglieder der Gesandtschaft und der Kommandant der „Loreley" bei.
Athen, 20. Novbr. Der verschwunden gewesene Matrose Köhler von der „Loreley" wurde verhaftet. Er behauptet die That allein begangen zu haben, und zwar, um die Schiffskasse zu berauben.
— In Frankreich ist der beinahe beigelegte Kohlen- arbeitemusstand von neuem entbrannt; seit vergangenen So.aüug befinden sich sämmtliche Bergarbeiter im Ausstande. Die Grubenbesitzer waren zu weitgehenden Konzessionen geneigt, nur zu einer Lohnerhöhung erklärten sie sich nicht bereit. Die verwöhnten Grubenarbeiter bestanden jedoch auf ihren Forderungen und proklamierten nunmehr den Generalstreik.
Sevilla. Die Neberführung der sterblichen Reste von Christoph Columbus wurde am Montag in feierlicher Weise vorgenommen. Der Marineminister, der Generalkapitän von Cadix, sowie sämtliche Behörden Sevillas und ein großer Teil der Bevölkerung beteiligten sich au der Feier.
Lokales und Provinzielles.
* Schlächtern, 21. November 1902.
—* Der Förster Graß in Ernsthausen, Oberförsterei Wolkersdorf, wurde auf die Försterstelle für den Schutzbezirk Rohrbacherhof zu Marjoß in der Oberförsterei Marjoß vom 1. Dezember d. J. ab versetzt.
* — Der Sprechverkehr zwischen Schlüchtern und den nachgenannten Orten ist zugelassen worden. Es beträgt die Gebühr für ein Gespräch bis zu 3 Min. mit Kirchbracht, Mauswinkel und Wüstwillenrod je 20 Pfg.; mit Altenmittlau, Bernbach, Bruchköbel, Bischofsheim, Fechenheim, Hochstadt, Horbach, Langenselbold, Langendiebach, Marköbel, Mittelbuchen, Neuses, Nieder-
mit tiefer Erschütterung, daß große, schwere Thränen langsam die Wange des Lords herabrannen.
„Du wärest nicht der, welcher Du bist, Lionel, hättest Du mir geglaubt", entgegnete Sir Frederic.
„Und ich kann es auch noch nicht glauben; nur das Geständnis aus seinem eigenen Munde kann mich überzeugen!" versetzte der Lord.
„Du sollst und mußt es haben, Lionel; hier muß schnell gehandelt werden, laß uns sogleich nach London reisen, es gilt der Ehre Deines Hauses — Deiner Schwester."
Der Lord erhob sich. „Handele Du für mich, Frederic," bat er, die Hand an die Stirn legend, „ich bin keines Gedankens, keines Entschlusses fähig."
Nach Verlauf von kaum einer Stunde saßen die beiden Herren im Wagen, der sie, so schnell die Pferde nur zu laufen vermochten, nach der Station brächte, wo Lord Darlymple einen Extrazug nach London nahm. Vorher hatte er in Sir Frederics Beisein Ruth einen Eid leisten lassen, während seiner Abwesenheit niemand, wer es auch sei, etwas von dem zu sagen, was sie ihm gestanden hatte, und ihr im Falle der pünktlichen Befolgung seines Befehls Straflosigkeit und Verzeihung zugesichert. Fortsetzung folgt. ~