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festigte Ausschrift während der Beförderung verloren gegangen ist und die in Folge dessen nicht an den Empfänger zu bringen gewesen sind. Dem Publikum kann daher nicht genug empfohlen werden, die Auf­schrift, wenn die Adresfe nicht auf die Umhüllung selbst geschrieben werden kann, ausreichend haltbar an den Packeten zu befestigen. Ferner empfiehlt es sich, in das Innere der Packele eine Abschrift der Adresfe zu legen.

* — Nach dem Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwerthung zu Frankfurt a. M. gestaltete sich auch in der Woche vom 25. bis 30. August das Ge­schäft zu einem recht lebhaften. Die Angebote und Nachfragen waren fast gleich groß und erstreckten sich größtentheils auf Aepfel und Birnen. Abschlüsfe wurden hauptsächlich in Mirabellen und Einmachbirnen gemacht weniger in Zwetschen und Reineklauden, welch letztere ziemlich rar sind. Die Durchschnittspreise im Laufe der Woche betrugen: Heidelbeeren 13 Mark, Himbeeren 20 Mark, Mirabellen 16—18 Mark, Reineklauden 18 Mark, Frühzwetschen 10 Mark, Frühbirnen 8—16Mk. Frühäpfel 10 Mark, Pfirsiche 30 Mark, Preißelbeeren 16—18 Mark per Centner.

* — Zum Umtausch der alten Postwerthzeichen, der am 30. Juni d. Js. beendet worden ist, berichtet die „Verkehrs-Ztg.", das offizöse Organ der Postver­waltung : Es überrascht die hohe Zahl der noch in den Händen des Publikums gewesenen früheren Reichspost­werthzeichen mit dem heraldischen Adler. Obgleich diese Werthzeigen schon seit mehr als zwei Jahren nicht mehr ausgegeben worden sind, so sind doch im Reichs-Postgebiet Werthzeichen dieser Art im Werth von 178 655 Mk., in Württemberg solche im Werth von nicht ganz 2000 Mk. gegen neue Werthzeichen umge- tauscht worden. Mit anderen Worten, es hat ein Kapital von rund 180000 Mk. mehr als zwei Jahre lang in Adlerwerthzeichen festgelegen. Von dem um- getäuschten Adlerwerthzeichen entfällt die Hauptmenge auf den Bezirk Berlin, d. i. denjenigen Bezirk, der stets den weitaus größten Postwerthzeichenverbrauch aufzuweisen hat. Die übrigen Bezirke sind gleichfalls etwa in dem Verhältnisse ihres Postwerthzeichenver­brauchs an der Zahl der umgetauschten Adlerwerth- zeichen betheiligt; ausfallend hohe Zahlen weisen nur die Bezirke Kiel und Oldenburg auf: so hat in ersterem die Zahl der umgetauschten 10 Pfg.-Marken mit dem Adler mehr als 100 000 Stück und die Zahl der gleichartigen 20 Pfg.-Marken mehr als 5000 Stück betragen. Für beide Bezirke erklärt sich die hohe Zahl umgetauschter Werthzeichen der Adler-Ausgabe dadurch daß in diesen Bezirken die Stationsorte der deutschen Kriegsschiffe, Kiel und Wilhelmshaven liegen, und daß in Folge langer Abwesenheit der Schiffe von der Heimath die auf ihnen eingerichteten Marineschiffsposten, die ihren Bedarf an Postwerthzeichen bei dem Post­amte des Stationsortes zum Voraus gegen Baarzahl- ung entnehmen, noch vielfach mit den Werthzeichen der alten Gattung versehen waren.

* Neue Thiere des Frankfurter Zoologischen Gartens.

In der vergangenen Woche wurde eine Anzahl in­teressanter Reptilien angekauft, so unter anderen mehrere Chamälnonen. Diese Thiere sind nicht allein durch ihre bekannte Eigenschaft interreffant, die Farbe zu wechseln, sondern sie sind auch im Stande, jedes Auge für sich zu bewegen, so daß sie bald schielen, bald mit einem Auge nach dein Himmel, mit dem andern auf die Erde blicken, was einen äußerst komischen Anblick gewährt. In das Aquarium gelangte eine Anzahl frischer Seenelken aus Helgoland, ferner eine Anzahl großer Langusten. Eine Klapperschlange von seltener Länge wurde der Schlangensammlung zuge­theilt, die augenblicklich die reichste in Deutschland ist.

Aus der Röhn, 7. Sept. Der Landwirth Julius Hergenhan zu Weisbach tödtete beim Getreidemähen eine Kreuzotter, die eine Länge von 78 cm hatte. Bei der Tödtung besaß die Schlange 18 Junge, die eine durchschnittliche Länge von 6-12 cm hatten, die größeren davon waren schon gut entwickelt.

Bad Orb, 6. Septbr. Am Mittwoch fand im Saale des Gasthauses „zum goldenen Engel" die konstituirende Versammlung des neuen Kurvereins statt. Zu derselben waren auch die Herren Landrath von Baumbach, C. Bargnis und Oberstleutnant Ahrens erschienen. Das Statut wurde genehmigt. Um möglichst viele Mitglieder zu gewinnen, wurden für die Beiträge je nach der Größe des Interesses der Mitglieder drei Klassen festgesetzt. Dem Vorstand gehören statutengemäß 12 Mitglieder an, je ein Vertreter der Stadt Orb und der Kleinbahn- gesellschaft, zwei Vertreter der Gesellschaft Bad Orb, sowie die Herren Bürgermeister Toermer als Vorsitzender, Dr. Hufnagel, Dr. Scherf, Rich.Schneeweis, Hch. Freund, Ed. Jhl, Ed. Schreiber, Otto Fries. Bis jetzt zählt der Verein 39 Mitglieder.

^Fulda, 5. Sept. Vor einigen Tagen tödtete Herr Schneidermeister Heinrich Renkert in MUs im Walde 6 Kreuzottern, von denen einige die außerordentliche Länge von 65 Centimeter besaßen.

Fulda. Am hiesigen Kgl. Lehrerseniinar fand am 4., 5. und 6. d. Mts. die mündliche Prüfung statt. Den Vorsitz führte Herr Geheimrath Dr. Paehler aus Raffel. Als Kommissar des Hochwürdigen Herrn

Bischofs war Herr Domdechant Müller anwesend. Sämmtliche Prüflinge bestanden und erhielten das Zeugniß der Befähigung zur einstweiligen Verwaltung eines Schulamtes.

Hanau, 6. Sept. In der letzten Kreislehrerkon­ferenz wurde Mittheilung gemacht über die im nächsten Winterhalbjahr dahier beabsichtigte Veranstaltung von Vorlesungen über Pädagogik und Litteratur für die Lehrer Hanaus und seiner Umgebung. Mit den nöthigen Vorarbeiten ist eine viergliedrige Kommission betraut. Die Vorlesungen werden von Professoren der Uni­versität Marburg gehalten und zwar an schulfreien Nachmittagen. Von Hanau haben bereits 86 Lehrer ihre Theilnahme an den Veranstaltungen zugesagt. Wie in der Konferenz beschlossen wurde, sollen auch die Lehrer der Kreise Gelnhausen und Schlächtern wie die der benachbarten hessischen und bayerischen Kreise zur Betheiligung an den Vorlesungen eingeladen werden.

Hersfeld, 6. Sept. Der neue Kursus der hiesigen Königlichen Kriegsschule beginnt am 18. Oktober und zwar mit 92 Fähnrichen. Es ist erfreulich, daß die Zahl der Kriegsschüler diesmal wieder etwas größer ist, als in den letzten Jahren.

Kassel, 8. Sept. Der Schnellzug 43, der Nachts 2,55 Uhr hier einläuft, kam Sonntag Nacht mit % Stunde Verspätung an. Er war auf Bahnhof Lollar bei der Durchfahrt auf einen unbesetzten Wagen 4. Kl. aufgefahren, welchen er zertrümmert hatte. Es entstand glücklicherweise nur Materialschaden. — Heute früh ist im Stadtheile Wehlheiden die Holzschneiderei von Kretzschmar mit bedeutenden Holzvorräthen abge- brannt. Der Schaden wird auf 50 000 Mk. geschätzt.

Heiligenstadt, 4. Sept. Generalfeldmarschall Graf Wäldersee wohnte gestern im Manövergelände den Uebungen der 22. Kavalleriebrigade bei und traf gegen Mittag hier wieder ein. Bei seiner Ankunft auf dem Manöverfelde ereignete sich eine hübsche Episode. Der Feldmarschall und die anderen Generale hatten eben ihre Wagen verlassen und ihre Reitpferde bestiegen um ins Manövergelände zu reiten. Da komnit plötzlich eine Bäuerin aufgeregt und schreit in unverfälschtem Eichsfelderisch: „Macht, daß de us den Kartuffeln kommt. Da derf kenner durchgeritte, de sinn nit met abgeschätzt." Der Marschall und die anderen Generale kamen der Aufforderung der resoluten Bauers­frau, die offenbar nicht wußte, daß sie den berühmten Heerführer vor sich habe, auf der Stelle nach. — Von hier aus hat sich Graf Waldersee nach Hannover und dann nach Frankfurt a. O. begeben zur Theilnahme an den Kaisermanövern, bei denen er bekanntlich als Schiedsrichter fungirt.

Eppertshausen, 3. Sept. Das dreijährige Söhn- chen eines hiesigen Händlers war gestern Morgen in Abwesenheit der Eltern von einem giftigen Insekte in die Hand gestochen worden. Die auf das fürchterliche Schreien des Kindes herbeigeeilten Nachbarsleute fanden bei diesem sofort alle Anzeichen einer starken Blutvergiftung vor. Das Kind war in der kurzen Zeit von nicht ganz fünf Minuten am ganzen Körper stark angeschwollen, auch erbrach es sich heftig. Zum Glück hatte eine Frau rasch Salmiakgeist zur Hand und rieb damit die Wunde kräftig ein. Der sofort telegraphisch berufene Arzt konstatirte eine starke Blut­vergiftung, stellte jedoch die Rettung des Kindes in sichere Aussicht und zwar lediglich deshalb, weil sofort Salmiakgeist zur Anwendung gekommen war.

Gladenbach, 7. September. In der Nähe 'unseres Ortes ging am Donnerstag ein französischer Registir- ballon, der in Trappes aufgestiegen war, nieder.

Homberg, 5. Sept. Gestern nachmittag ging ein heftiges Gewitter über unsere Gegend nieder, das von einem orkanartigen Sturm begleitet war, der Dächer abdeckte, Straßenbäume entwurzelte und wie Strohhalme abknickte, Strohfeimen umwarf, Bodenschaltern abriß und weit fortschleuderte. Heute Morgen gegen 5 Uhr ging ein abermaliges starkes Gewitter mit einem er­frischenden Regen nieder.

Lollar, 5. Sept. Ein böser Schabernack wurde in der Nacht von Montag zum Dienstag bei einem hiesigen Gastwirthe gelegentlich des dort abgehaltenen Kirmes­vergnügens verübt. Als der Mann am Dienstag seine vier Schweine füttern wollte, bemerkte er, daß sie sämmtlich durch Messer- oder Säbelstiche schwer verletzt und ein Thier bereits verendet war. Der Thäter konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden.

Bockenheim, 6. Septemb. Das 13. Husaren-Regi- ment hat heute Bockenheim verlassen. Nach dem Manöver wird es seine neue Garnison Mainz beziehen. An seine Stelle wird ba§#63. Feld-Artillerieregiment hier­her verlegt.

Mainz, 6. Sept. Das Kohlenlager der Groß­handlung von Adolf Harloff ist in Brand gerathen.

Aus Rheinhessen, 6. Sept. Zwetschen gibt es um Bingen herum reichlich. Der Centner wird mit 9 bis 9,50 Mk. bezahlt.

JÜmenau, Thüringen, 5. Sept. In der Spar- und Darlehnskasse zu Langewiesen wurde laut „Pößn. Ztg." ein großes Defizit entdeckt. Die Höhe der Fehlbeträge wird auf ca. 100 000 Mk. angegeben. Der Kasfirer Reichardt ist flüchtig. Die Aufregung in der Be­völkerung ist groß.

Vermischtes.

— Profesfor Rudolf Virchow ist Freitag Nach­mittag 2 Uhr in Berlin gestorben. Wenn auch die Trauerbotschaft vom Ableben des greisen Forschers und Gelehrten nach den ungünstigen Nachrichten die in den letzten Wochen über sein Befinden verbreitet waren kaum sonderlich überraschend kommt, so wird doch die Kunde vom Tode des hochverdienten Mannes weit über Deutschlands Grenzen hinaus in der gesummten gebildeten Welt nachhaltigste Theilnahme ioeden und überrall, soweit auf Erden Medizin und Naturwissen­schaft auf den Grundlagen streng realer Forschung betrieben werden, wird man in tiefer Trauer das An­denken Virchow's ehren.

— Dem 56 Jahre alten Scharfrichtereibesitzer Hagenstein in Neuwedell ist dieser Tage das 32. Kind geboren, allerdings von der dritten Frau, die ihn in 16 Jahren mit 14 Kindern beschenkt hat.

r. Aus der Schweiz. Es vergeht jetzt faßt kein Tag, ohne daß beim „Bergkraxeln" Jemand ausglitscht und in einen Abgrund stürzt, diese Unfälle sind diesen Sommer häufiger als in früheren Jahren.

Die Schweiz zählt gegen 600 Gletscher die zu­sammen einen Flächenraum von annährend 1833 Quadratkilonieter einnehemen. Nach einer Berechnung über die Masse des Gletschereises in der Schweiz schätzt man die durchschnittliche Tiefe des Gletschereises auf 50 Meter, sodaß sich eine Eismasse von 4 Mill. Meterzentnern ergibt; gewiß recht frostig.

Am Dolden Horn scheint sich ein großer Gletscher- und Felssturz vorzubereiten, schon vor langer Zeit hat sich dort ein Spalt gebildet, der von Tag zu Tag breiter und tiefer wird so, daß eine Katastrophe unausbleiblich scheint.

Die Bohrungen im Simplon-Tunnel sind im August auf der Nordseite um 156 Mtr. auf der Südseite um 189 Nieter vorgerückt. Die Gesammtbohrung im Simplon beträgt bis Ende August 12 915 Meter.

Die Bodenverschuldung in der Schweiz beträgt auf Grund des vorhandenen Materials 45 bis 50 M. durchschnitlich, in einzelnen Kontonen ca. 32 pCt. als niedrigster und steigt dann auf 70 pCt. als höchster Satz. Die Verschuldung in mehr industriellen und städtischen Kreisen gestaltet sich eben so hoch, wenn nicht höher, als in rein landwirthschaftlichen Gegenden.

Die Weinernte verspricht einen guten Ertrag und eine gute Qualität. Die Gertreide- und Heuernte war vorzüglich und mit der Obsternte ist man zufrieden.

Die Zolleinnahmen der Schweiz betrugen vom Januar bis Ende Juli 27,368,626 Franken.

Bei dem vorige Woche in Bern ahgehaltenen Zuchtstiermarkt wurde ein 2'/- Jahr alter Stier um 4000 Franken nach Ungarn verkauft; für einen 21 Monate alten Stier 2500 Franken, für einen 17 Monate alten 2300 Franken, für ein 8 Monate altes Stier­kalb 1700 Franken bezahlt.

Lebensverstcherungs-GefellschaftzuLeipzig, auf gegenseitigkeit errichtet 1830 (alte Leipziger). In der ersten Hälfte des Jahres 1902 sind 3428 Anträge über Mk. 26 936 45« Versicherungssumme eingegangm und 3013 Versicherungen über Mk. 23 138 400 abge­schlossen worden. Es hat sich damit der Versicherungs- bestand auf 637 Millionen Mark gehoben, während das Vermögen auf 218 Millionen Mark angewachsen ist. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstalt ist, fließen alle Überschüsse in Gestalt von Dividenden den Versicherten wieder zu, die auf diese Weise bis jetzt 77 Millionen Mark erhalten haben. Im laufenden Jahre beträgt die Dividende für die länger als fünf Jahre bestehenden Versicherungen Dividendenplan beim A, wie seit nunmehr 15 Jahren, 42% der ordentlichen Jahresbeiträge, bei abgekürzten Versicherungen außerdem noch 1,5% der Summe der gezahlten Zusatzprämien; beim Dividendenplan B gelten steigende, nach der Dauer der Versicherung abgestufte Dividendensätze, die die Leipziger Gesellschaft in der von Anfang an in Aussicht gestellten Höhe fortgewährt, während viele andere Gesellschaften sich gezwungen gesehen haben, ihre steigende Dividende herabzusetzen.

Markt- und Handelsnachrichten.

granffuri a. M.. 8. Sept. Hiesiger Weizen 15,69- 15,70 Mk. Hiesiger Roggen 13,80-14/0 Russischer 00,00 00,00 Mark Hiesige Gerste 15,25 — 15,75 Pfalz« 16,50 16,75 Hafer l' nach Qualität hiesizer 14,25 —14,75 Mark per 50Kilo.

Das feinste Frühstück, besser als Kaffe, ist Meß' m e r % Thee; er wirkt anregend auf Geist und Körper und wird selbst vom empfindlichsten Mg^u gut vertragen. Englische Mischung stellt sich auf kaum mehr als 1'/, Pfennig pro Tasse. Täglicher Genuß von MeßmeQs Thee ist eine wesentliche Ersparmß im Haushalt.

M§-" Lungentub-rkulose (Schwindsucht), Bleichsucht und BlUtarinuth, Hauttuberkulosc (Lupus — fressende Flechte), offene Beinschäden, Krampfaderzeschwüre, Hautkrankheiten gehören zu den hartnäckigsten, langwierigsten Krankheiten. Alle, die daran leiden, machen wir an dieser Stelle nochmals ganz besonders auf den unserer heutigen Gesarniivauflagc beiliegenden Prospekt des Herrn Jebsen, Jürgensen's Ncchf., Herisan (Schweiz), aufmerksam. Selbst gänzlich veraltete Fälle wurden, wie der Prospekt aufweist, völlig geheilt. Man wende sich zunächst also schriftlich an Herrn Jebsen, Jürgensen's Nächst Herisau (Schweiz). Briefe nach M Schweiz tosten 20 Pfg. Porto,