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im ganzen 34 Schwestern des hessischen Diakoniffen- Hauses und 4 in dem Seminar desselben ausgebildeten Lehrerinnen angestellt, nämlich in Hanau im Di- akonissenheim 11 Schwestern, im Landkrankenhaus 13 Schwestern, in der Kinderschule des Vereinshauses 1 Lehrerin; in Langenselbold 2 Schwestern; in Kessel­stadt 1 Schwester und 1 Kleinkinderlehrerin; in Meer­holz im Hospital 1 Schwester; in Gelnhausen im Krankenhaus 2 Schwestern und in der Genieinde 1 Schwester; in Wächtersbach im Augustenhospital 1 Schwester und in der Kinderschule 1 Lehrerin; in Steinau im Krankenhaus 2 Schwestern; in Schlüchtern im Krankenhaus 3 Schwestern, in der Gemeinde 1 Schwester, in der Kinderschule 1 Lehrerin; inRam- Holz 1 Schwester; in Fulda 1 Gemeinde und eine Schulschwester. In der Gemeindepflege wurde im Jahre 1901 von den Schwestern geholfen: 914 Kranken und 339 Armen mit 20 180 Pflegebesuchen, 1135 Besuche den Pflegebefohlenen Arbeit, Unter­stützungen usw. zu verschaffen, 397 Nachtwachen der Schwestern, 136 Nachtwachen durch Pflegefrauen, 1793 Mk. zu Unterstützungszwecken. Die Schwestern waren betheiligt an: 8 Jungfraunvereinen mit 237 und an 2 Müttervereinen mit 75 Mitgliedern. In 7 Krankenhäusern pflegten die Schwestern 2226 Kranke in 84 796 Pflegetagen und halfen bei 593 Operationen.

5 Kinderschulen wurden von 250 Kindern besucht.

Das am Sonntag vom Fuldaer Rad­fahrervereinDurch Wald und Flur" im Jägerhaus abgehaltene Sommerfest war sehr stark besucht und nahm einen schönen Verlauf. Das mit dem Feste ver­bundene Rennen hatte folgendes Ergebniß: I. Er- öffnungsfahren: 1. Preis Erich Meiningen-Frankfurt;

2. Preis W. Albrecht-Fulda; 3. Preis Herm. Abel- Fulda. Herr Schöppner ging bei diesem Rennen als zweiter über das Band, auf Protest wurde ihm aber kein Preis zuerkannt, weil er zur Theilnahme an diesem Rennen nicht mehr berechtigt war. II, Meister­schaft von Hessen (über 20 Kilometer): 1. Preis A. Schöppner-Uerzell; 2. Preis Hugo Kiehl-Fulda: 3. Preis K. Emmerich-Frankfurt a. M. III. Trost­fahren : 1. Preis Ad. Reith-Fulda; 2. Preis Julius Werner-Fulda; 3 Preis Malkmus Alsfeld. Bei dem Renneu stürzten verschiedene Fahrer, welche von einem Mitgliede der Fuldaer freiwilligen Sanitätskolonne ver­bunden werden mußten.

Gelnhansen, 20. Juni. Die Bohrarbeiten haben einen weiteren Erfolg aufzuweisen. Seit Dienstag Abend zeigt sich in der Quelle im Bohrloch Nr. 4 auch der Sprudel. Das Wasser kommt aus der Tiefe von 27 29 Meter und führt augenblicklich noch etwas Sand zu Tag, da in den unteren Schichten dieses Bohrloches eine starke Schicht Flugsand angetroffen wurde. Sollte der neue Sprudel, was gestern schon einmal der Fall war, auf kurze Zeit ausbleiben, so hat dies keinerlei Gefahr; sobald die Quelle gefaßt ist, wird der Ausfluß ein regelmäßiger und auch ein stärkerer sein. Der Salzgehalt ist ca. 3'/, pCt. etwas ge­ringer wie der Sprudel 1 und eignet sich daher besser zu Trinkkuren.

Kirchhain, 20. Juni. In einem Nachbarorte brauchte vor einigen Tagen ein Landwirth eine Arbeitskraft. Er engagierte sich einen bei ihm vorsprechenden Handwerks­burschen, der auch gleich erbötig war, ihm am anderen Tage auf dem Felde zu helfen. Da das Schuhwerk des Wanderers zerrissen war, kaufte ihm der Mann ein Paar Schuhe und nahm ihn dann mit auf den Acker. Das Arbeiten mochte dem Wanderer nun nicht recht paffen, denn plötzlich lief er eiligst davon und ließ nichts mehr von sich hören.

Gersfeld (Rhön), 18. Juni. Ein bedeutendes Schadenfeuer wüthete gestern Abend von '/all Uhr bis in die Nacht hinein in dem Dampfsägewerk des Zimmermeisters I. Nehm im benachbarten Lahrbach. Eine Menge Schneideholz und Schnittmaterial, sowie das ganze ausgedehnte Sägewerk wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer hatte so reichliche Nahrung, daß die Feuerwehr auf dem Brandplatze ohne Erfolg thätig sein nmßte. Es gelang, die neben der Schneide­mühle aufgestapelten Holzvorräthe noch zu bergen. Der Schaden soll sich auf 12 15 000 Mk. belaufen und nicht durch Versicherung gedeckt sein.

Cassel, 19. Juni Invalidenversicherung. Eine Quittungskarte verliert ihre Gültigkeit, wenn sie nicht innerhalb zweier Jahre nach dem auf der Karte ver­zeichneten Ausstellungstage bei den Quittungskarten- Ausgabestellen zum Umtausch eingereicht oder zur Ver- längerung vorgelegt wird. Dies ist für den Versicherten unter Umständen insofern nachtheilig, als dadurch auch seine Anwartschaft auf Rente rc. erlöschen kann. Die Anwartschaft auf Rente erlischt: a. bei versicherungs Pflichtigen Personen dann, wenn während zweier Jahre nach dem auf der Quittungskarte verzeichneten Aus­stellungstage nicht wenigstens für 20 Beitragswochen Beiträge auf Grund einer Versicherungspflichtigen Be­schäftigung oder der Weiterversicherung geleistet, sowie b. bei selbstversicherten Personen dann, wenn während derselben Frist nicht wenigstens für 40 Beitragswochen Beiträge entrichtet worden sind. Hiernach muß z. B. eine am 25. Juli 1900 ausgestellte Quittungskarte einer Versicherungspflichtigen Person spätestens am 25.

Juli 1902, mit wenigsten 26 Beitragsmarken versehen, zum Umtausch vorgelegt sein, wenn vorerwähnte Nach­theile vermieden werden sollen.

Cassel, 19. Juni. Der Prozeß der Treberkonkurs- Verwaltung wegen Steuerrückzahlung wurde auf Ver­gleich erledigt, wonach der Staat und die Stadt Gaffel je Mk. 300 000 zurückzahlen.

Gießen, 12. Juni. Ein strenges, aber gerechtes Urtheil fällte die hiesige Strafkammer gegen den Tag- löhner Karl Emmel von Dorheim, Kreis Friedberg, Emmel hat am Abend des 19. April 1902 in der Ge­markung Dorheim 23 Obftbäumchen völlig abgebrochen, 5 Obftbäumchen durch Abbrechen der Krone zerstört und an 3 Bäumchen mit dem Messer die Rinde ab- geschält. Das Gericht verurtheilte den Vandalen zu der höchsten zulässigen Strafe von 2 Jahren Gefängniß.

Echte Steine.

Erzählung von A. Arnefeld.

(Nachdruck verboten)

I.

Ein englischer Sonntag.

Das bekannte Wort, daß Zeit Geld, scheint Sonn­tags in England seinen mächtigsten Zauber eingebüßt zu haben. Die Zeit ist nicht mehr Geld, sie dehnt sich endlos aus, und die schrecklichste Langeweile würde in der Hütte wie im Palaste herrschen, wäre nicht die Kirche da, welche mehrere Male am Tage ihre Pforten für alle öffnet, für diejenigen, welchen es zu Hause zu still und einförmig ist.

Nach altenglischer guter Sitte und um als Guts­herr mit dem besten Beispiel voranzugehen, war auch Baron Darlymple im Begriffe, dem Morgengottes­dienst beizuwohnen. Der Wagen, welcher die Herr­schaft nach der etwas über eine Meile von dem Herrensitz entfernten Kirche bringen sollte, stand be­reits angespannt vor der Thür, in der alten großen Halle saßen in voller Straßentoilette die Gemahlin und Schwester des Lords, während dieser in ruhiger, würdiger Haltung, aber mit dem Ausdruck der Un­geduld in den offenen Zügen am Fenster stand und auf die draußen unruhig den Kies stampfenden Pferde blickte.

Zehn Minuten über zehn Uhr, und um zehn Uhr wollten Wir fahren", sagte er sich umwendend und mit einem Blicke die Uhr befragend,ich werde zu Cuthbert hinaufschicken." Er wollte einen Klingelzug in Bewegung setzen, seine Gemahlin verhindert ihn aber daran durch die Bemerkung:

Es wird Dich kaum jemand hören, Lionel, die Leute sind schon vor einer Viertelstunde in die Kirche gegangen.

Doch nicht alle", entgegnete Lord Darlymple, indem er von seinem Vorhaben abließ,aber ich bin Dir nichtsdestoweniger dankbar, liebe Francis, daß Du mich verhindert hast, einen Boten an Cuthbert zu senden; er kennt die Ordnung unseres Hauses und sollte pünktlich sein. Fahren wir ohne ihn."

Noch einen Augenblick, lieber Lionel", bat Lady Darlymple,Cuthbert ist heute auf seine eigene Be­dienung angewiesen, da mag er sich etwas verspätet haben."

Miß Edith Darlymple, eine jugendliche Gestalt" mit anziehenden Zügen und schweren nußbraunen Flechten, welche der Sommerhut nur zum Theil zu verbergen vermochte, warf ihrer Schwägerin schnell und verstohlen einen dankbaren Blick zu. Der Baron schien etwas entgegnen zu wollen, ehe es aber dazu kam, öffnete sich die Thür und auf der Schwelle er­schien die Gestalt eines Mannes in eleganter Kleidung, die aber durch eine gewisse vornehme Nachlässigkeit zu dem peinlich sauberen und korrekten Anzug des -Lords einen auffallenden Gegensatz bildete.

Ein ebensolcher Gegensatz bekundete sich in der ganzen Erscheinung und im Wesen der beiden Männer. Sie waren im gleichen Alter, Anfang der Dreißig, ziemlich von gleicher Größe, was man aber nur ge­wahrte, wenn sie nebeneinander standen, sonst hielt man den breitschultrigen Lord mit dem Hellen Haar, den blauen Augen und den großen Zügen, der in jedem Zoll seiner Gestalt den englischen Landedelmann repräsentierte, für ein gutes Stück größer als den schlanken Mr. Cuthbert Herbert, dessen schmiegsamen Glieberbau, dessen leichte, gewandte Bewegungen, dessen dunkles Haar und gebräunter Teint viel mehr auf eine französische Abkunft schließen ließen, obgleich er einer seit Jahrhunderten in England angesessenen Familie angehörte.Verzeihung, meine Damen, Verzeihung, Vetter," bat er mit wohllautender, einschmeichelnder Stimme, indem er sich vor Lady Darlymple und Miß Edith mit dem feinsten Anstand verneigte und dem Baron mit Herzlichkeit die Hand entgegenhielt. Dieser nahm sie, sagte aber mit Nachdruck:

Es sind jetzt fünfzehn Minuten über zehn,"

Ich weiß es, ich weiß es," seufzte Cuthbert und nahm eine zerknirschte Mine an,die Uhr in meinem Zimmer tickte mir mit jeder Minute, die sie weiter fortrückte, lauter und vernehmlicher zu:Du bist ein großer Sünder vor dem Herrn und vor den Damen," fügte er, in einen leichteren Ton übergehend, schalkhaft hinzu.

Lady Darlymple erhob drohend den ginqef Spötter," sagte sie lächelnd, während der Lord pj, Stirne runzelte,was hielt Sie denn trotz diev- Mahners zurück?" -

Das Geständniß ist nicht leicht," entgegnete Cuthben indem er mit gut gespielter Verlegenheit die niederschlug,es war die Ungeschicklichkeit."

Sagte ich es Dir nicht, Lionel!" rief die kleine lebhafte Baronin triumphierend,Mr. Herbert kvnM nicht zu Stande kommen, weil er seinen Diener hatte".

Sie haben mich errathen und vertheidigt, Mylody nehmen Sie meinen innigsten Dank dafür,rief Cutb­bert, die Hand der Dame galant an seine Lippen führend,wollen Sie den reuigen Sünder vollends abfolviren, indem Sie ihm gestatten, Sie zum Wagen zu geleiten."

Er reichte der Dame den Arm, Lord Darlymple folgte mit seiner Schwester, und wenige Minuten später rollte der Wagen den glatten festen Weg ent­lang, der, eingefaßt von Gruppen von Ziersträuchern hinter welchen schlanke Buchen und turmartige Douglas­fichten aufstiegen, vom Schlöffe nachdem äußern Thore und von dort durch einen Wald von Nadelholz auf die Landstraße führte.

Sie haben Ihren Diener schon gestern Abend nach London geschickt, Mr. Herbert," nahm Lady Dar­lymple das Gespräch wieder auf.

Ich mußte zwischen zwei Uebeln wählen." ant­wortete Cuthbert mit leichter Selbstironie,entweder ich kani heute in eine sehr unbehagliche Junggesellen- wohnung oder ich behalf mich ohne Diener und schickte Red voraus, [um meinen Einzug vorzubereiten. Ich wählte das letztere; nun "sah ich mich aber genöthigt meine schon von ihm gepackte Reisetasche wieder zn öffnen, um Verschiedenes, was er für entbehrlich ge­halten und was mir unentbehrlich erschien, herauszu- nehmen und wieder hineinzulegen. Darüber verging die kostbare Zeit."

(Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Ohne Flugapparat.Bedauern Sie es nicht auch, daß das lenkbare Luftschiff noch immer nicht er­funden ist, Herr Studiosus?"Ist mir schnuppe, ich werde auch so durchs Examen fliegen."

Läßt tief blicken. Mariechen:Hast Du auch einen Papa?" Lieschen:Ja, er ist aber auch schon lange verreist."Aber wer kocht denn bei Euch früh den Kasse?"

, Auch das noch! S:. . . Ja, eine innere Stimme sagt mir ..."Was, eine innere Stimme hast Du auch noch?!"

Beruhigend. Frau Müller:Sagen Sie mal, Frau Meyer, wie geht es" denn Ihrer Tochter in Berlin? Ist es denn nicht ein bißchen gefährlich für so ein junges Mädchen in der großen Stadt:" grau Meyer:Ach, Gott sei Dank, da kann ich jetzt ganz beruhigt sein, die steht seit 14 Tagen unter polizeilicher Aufsicht.

Fataler Doppelsinn.Erinnerst Du Dich, Paula, der wunderbaren Mondnacht, in der ich Dir vor füfundzwanzig Jahren den Heirathsantrag machte?" O ja, Theurer'" -Wir saßen wohl eine Stunde beisammen und Du sprachst kein Wort!"Jawohl, mein Lieber, ich erinnere mich noch ganz genau!",, Das war die glücklichste Stunde meines Lebens!"

Exellenz Wu-ting-fangs Zopf. Aus Millede-- ville (Georgia) wird gemeldet; Als der chinesische Ge sandte Wu-ting-fang gestern das Staatsirrenhaus be­suchte, wurde er von einem Insassen am Zopfe gepackt und konnte nur mit Mühe befreit werden. Der Gesandte verließ schreckerfüllt sofort die Stadt.

raff. Sttäti

Echt zu haben bei Drogerie Ferd. Fenner.

Markt- und Handelsnachrichten.

Fr anksurta.M., 23.Juni. AmtlicheNotirungenderViehmartz' preise. Zum Verkauf standen 499 Ochsen, 46 Bulli», 833 Kühe und Färsen (filiere und Rinder), 225 Kälber, 179 Schutz und Hämmel und 1091 Schweine. Bezahlt wurde 'ur 100 Pimt Schlachtgewicht! Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchst« Schlachtwerths bis zu 6 Jahren 6870 M., b. junge fleischig« nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 6265 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 59 6t M., ä. gering genährt« jeden Alters, M. Bullen r a. vollfleischige Höchsten Schlacht' werthes 58 60 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 5456 M., c. gering genährte. M, Kühe und Fersen (Stiere und Rinder) r a. vollfleischige, ausgemästete Färs« stiere und Rinder höchsten Schlachtwerths M. 6668, b. »efl' steischige ausgemästete Kühe höchsten SchlachtwerthS bis zu 7 Jahren 63 65 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wcn'g g»i entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 53 55 M., d. mäßig genährte Kühe und Färse» (Stiere und Rinde« 44 -46 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 0000 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht Kälber r a. feine Mast- (Vollw. Mast) und neueste Saugkälber 8082 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 7274 M c. geringe Saugkälber 65 bis 68 Pf., d. ältere gering genährt« Kälber (Treffer) Pf. Schafe r a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 6466 Pf., b. ältere Masthämmel 6062 Pf.,- mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 5052 Pfg- Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffen und deren Kren!' ungen im Alter bis zu 1P Jahren 65 - Pf., b. fleischige 65 bis Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eher 56-5? Psg., d. ausländische Schweine. Ps.