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IchluchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Psg.

Samstag, den 5. April 1902.

53. Jahrgang

KoftoU«,NN0N""k die .Schlüchterner Zeitung Dl^kUUltN^^ werden noch fortwährend von allen -----== ' " -^ Postanstalten und Landbriesträgern, sowie von der Expedition entgegen genommen.

Deutsches Reich.

Berlin. Am Vormittag des Ostersonntags wohnten der Kaiser und die Kaiserin dein Gottesdienst in der Garnisonkirche bei. Am Nachmittag begaben sie sich mit den Söhnen und der Tochter nad; Schloß Bellevue, wo ein Ostereiersuchen stattfand. Der Kronprinz wird zur Fortsetzung seiner Studien am 15. April in Bonn zurückerwartet. Prinz Eitel Friedrich soll da­gegen erst zum Herbst in der rheinischen Universitäts­stadt eintreffen. Prinz. Heinrich übernimmt den den Oberbefehl des Geschwaders, das zur Krönungs­feier nach England geht.

* Pensionirt wurden im ersten Vierteljahr 1002 in der deutschen Armee 5 Generale der Infanterie, 7 Generalleutnants, 3 Generalmajore, 16 Obersten, 5 Oberstleutnants, 28 Majore, 33 Hauptleute, 22 Ober­leutnants, 22 Leutuants. Diese Pensionen betragen pro Jahr etwa 530 000 Mk.

Posen. An der katholischen Volksschule in Wrescheu sind von den Schulkindern, die zu Ostern zur Ent­lassung kommen sollten, 40 nicht entlassen worden; dieselben müssen die Schule bis auf weiteres besuchen. Die Eltern der betreffenden Schüler wurden schriftlich benachrichtigt, daß die Entlassung ihrer Kinder noch nicht erfolgen könne, weil ihnen die sittliche Reise fehle und sie den Nachweis genügender Kenntnisse im Hauptsache Religion nicht geliefert hätten. Die betreffenden Kinder haben sich bisher stets geweigert, im Religionsunterricht auf deutsche Fragen zu ant­worte:!. Die Gesuche verschiedener polnischer Gym­nasiasten, die in die Geheimbundprozesse verwickelt waren und deshalb von preußischen Anstalten ver­wiesen wurden, um Aufnahme an bayerischen Gym- nasien, sind nach demBayer. Vaterl." abschlägig beschieden worden.

Ausland.

Transvaal. Der Krieg wird energisch fortgesetzt. Einer Meldung aus Brüssel zufolge bemerken Buren- freuude, daß die Schritte Schalk Bürgers die nach- drrückliche Fortsetzung des Krieges keineswegs beein­trächtigen. Kitcheners Verlustliste der Verflossenen Woche beweise, daß die Buren nicht nur bei Lyden- burg, sondern auch an mehreren anderen Orten sieg­reich geblieben sind. Als bedeutsam wird die That­sache angesehen, daß Malan und Fouchö aus der Ostecke der Kapkolonie nach Ueberwindung großer Hinternisse ins Centrum der Kapkolonie vorrücken, wo sie durch die Kommandos Maritz und Wessels ver­stärkt wurden. Die Buren hätten übrigens im Nord­westen der Kapkolonie eine neue Republik gegründet, die das Gebiet von Calvinia bis zum Oranjefluß um­faßt. Sollte ein Frieden ohne Unabhängigkeit und Amnestie zu Stande kommen, so würden die Kapburen mit ihren 60 000 bewaffneten Afrikandern und unzu­friedenen Transvaalern und Oranjeburen den Krieg weiterführen. DerNow. Wremja" zufolge kaufen englische Agenten in Südrußland fortgesetzt große Mengen für Südafrika bestimmte Pferde auf.

China. Meldungen aus Kanton besagen, der Vizekönig erhielt Telegramme aus Lungtschou an der Grenze von Tonking, nach dem sämmtliche Truppen des MarschaUs Su zu den Aufständischen übergegangen seien. Wenn das wahr ist, erhalten Letzt ere einen Zuwachs von 2u 000 auf europäische Art bewaffnete und ausgebildete Mannschaften, die im Stande sind, jede Truppe, die die Kaiserlichen noch ins Feld stellen können, zu schlagen. Der Bericht sagt weiter, das Land sei zweifellos reif für einen Aufstand. Fortwährend kämen Plünderungen vor. Die Trockenheit verhindere die Aussaat des Frühjahrsreis. Die Landarbeiter er­nährten sich daher jetzt durch Räubereien. Wahr­scheinlich stehe eine Hungersnoth bevor. Gut unter­richtete Leute seien der Ansicht, daß ein Aufstand drohe, ähnlich der Taipingrebellion.

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchtern, 4. April.

. * Eine Sammlung zuni Besten der Buren- frauen in den Konzentrationslagern ergab in Wallroth

drette-Dünger aus den Frankfurter Werken alsunge- mein reich" an Stickstoff und alsdie meisten anderen künstlichen und natürlichen Düngemittel an Kraft über­treffend" angepriesen. Bekanntlich ist der betreffende Dünger überhaupt kein Poudrette-Dünger, sondern getrockneter Klärbeckeuschlamm, der nach Herrn Geh. Hosrath Professor Dr. Wagner nur 1,54 pCt. Stick­stoff, 2,3 pCt. Phosphorsäure und 0,17 pCt. Kali enthält und einen ungefähren Werth von nur 1 Mk. pro Zentner besitzt."

* Die Platzkarten für V-Züge müssen von jetzt an vor der Reise am Fahrkarteu-Schalter gelöst werden. Es ist nach den neuen hierüber vereinbarten Bestimmungen ausdrückliche Vorschrift, daß diese Platzkarten sogleich bei Lösung von Fahrkarten am Schalter mit verlangt werden müssen. Die Preise bleiben dieselben wie bisher: für Strecken bis zu 150 Kilometer 1 Mk. und über 150 Kilometer 2 Mk.

* Postwerthzeichen. Im Reichs-Postgebict und in Württemberg werden jetzt nur noch Postwerthzeichen mit der InschriftDeutsches Reich" ausgegeben. Die bisherigen Reichspost- und Württembergischen Post­werthzeichen sind mit Ende März außer Kurs gesetzt vorder:; doch haben die Postanstalten Anweisung er-

halten, Sendungen mit alten Postwerthzeichen bis auf

63,50 Mk., in Breitenbach 100 Mk. in Kressenbach 36,50 Mk., zusammen 200 Mk. Dieser Betrag wurde an denAlldeutschen Verband," der auch die Licht­bilder geliehen hatte, abgeführt.

* Die Wahl des Stadtverordneten Jean Leipold zu Schlächtern junt Mitglied der Stadtschuldeputation ist von der Königlichen Regierung bestätigt worden.

* Ernannt wurde der Privatlehrer cand. theol. Stromburg aus Göttingen zum Mittelschullehrer an der Lateinschule zu Schlüchtern.

* Dem in den Ruhestand getretenen Kantor Kahl zu Altengronau wurde der Adler der Inhaber des Kgl. Hausordens von Hoheuzollern verliehen.

* Versetzt wurden die Lehrer Rüfser von Hütten an die ev. Schule zu Schiffelbach bei Kirchhain; der Lehrer Jordan von Wellerode an die Schule zu Breitenbach, Kreis Schlüchtern, Fischlein von Breiten­bach an die Schule zu Niederzell, Flemmig von Niederzell an die Stadtschule zu Schlüchtern, Greve von Elm an die Schule zu Meimb reffen, Kreis Hof- geismar, Lehrer Klüber zu Flieden an die kathol. Schule zu Birstein.

* Am 12., 13. und 14. Juli d. Js. feiert der Kriegerverein zu Herolz sein Fahnenweihefest.

* Im Interesse der Versicherungsnehmer der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt sei hiermit auf eine Bestimmung des Reglements hingewiesen, deren Nichtbeachtung für die Versicherten erhebliche Nach­theile zur Folge haben kann, gegen welche bekanntlich Unkenntniß nicht schützt. Der § 34 des Reglements für die hessische Brandversicherungsanstalt legt den bei der Anstalt Versicherten die Verpflichtung auf, von allen nach der Versicherung eines Gebäudes in der Anstalt vorgenommenen baulichen Aenderungen binnen vier Wochen der zuständigen Landesrenterei unter Vor­lage einer von dem zuständigen Schätzer zu erwirkenden Schätzung Anzeige alsdann zu erstatten, wenn diese Aenderungen auf Classenstellung des Gebäudes von Einfluß sind. Dieselbe Verpflichtung besteht, wenn das Gebäude nach seiner Versicherung eine feuerge­fährliche Benutzung überhaupt oder höheren Grades erhält, was z. B. schon bei Einrichtung von Schreinereien mit drei oder mehr Hobelbänken, oder mit Dampfbetrieb der Fall sein würde. Hat der Ver­sicherte in solchen Fällen die vorgeschriebene Anzeige unterlassen, so hat er nicht nur die Kosten der Re­vision zu tragen, wenn solche zu einer Aenderung der Classi- fikation geführt hat, sondern er muß auch den höheren tarifmäßigen Beitrag von demjenigen Monat ab, in welchem die maßgebende Veränderung stattgefunden hat, bis zur neuen Einreichung doppelt zahlen.

* In einzelnen Ortschaften wird den Land­wirthen ein ganz neuer KraftdüngerPoudrette" 4 Zentner 3 Mk. 50 Pfg. empfohlen, als ein unver­gleichlicher neuer famoser Dungstoff. DieHessische Laudwirthschaftliche Zeitschrift" Nr. 3, 1002, bringt an hervorragender Stelle folgende Warnung:Vorsicht! In mehreren Tagesblättern ivirb neuerdingsPou-

auch nicht mit Nachtaxe zu belegen. Immerhin liegt : es im Interesse des Publikums, möglichst die richtigen (neuen) Postwerthzeichen zu verwenden. Die in den Händen des Publikums noch vorhandenen alten Post­werthzeichen werden bis Ende Juni d. J. an den ! Postschaltern und von den Landbriefträgern gegen neue Postwerthzeichen unigetanscht.

* Ueber geschäftliche Usancen macht derFrkft. G.-A" folgende beachtenswerthe Ausführungen:Vvr uns liegt der Abschnitt einer Postanweisung über den Betrag von 63 Pfennig, welchen eine hiesige Firma an ein anderes hiesiges Geschäft absandte. Es rrgiebt sich aus der Rückseite, daß die Summe die Bezahlung einer Rechnung darstellt, die von zwei Monaten vor­her datirt und die auf den Betrag von 75 Pfg. lautet. Von diesem Betrage wurde erstens das Porto mit 10 Pfg. und sodann 2 Prozent Sconto mit sage und schreibe 2 Pfg. gekürzt, worauf die Begleichung mit 63 Pfg. erfolgte. Abgesehen davon, daß der Porto­abzug hier durchaus unzulässig ist, verdient ein solches geschäftliches Verfahren aufs schärfste getadelt zu werden. Wenn man schon 75 Pfg. zwei Monate stehen läßt und dann per Postanweisung bezahlt, so zieht man nicht noch 10 Pfg. Porto und2 Prozent Sconto" ab. Das sind schon keine geschäftlichen Usancen mehr, sondern ganz üble Mißbräuche." Man sollte es sich überhaupt zum Princip machen, Sconto nur von Be­trägen über 20 Mk. und höher abzuziehen. (Wir haben mit solch' schäbig handelnden Kunden auch schon öfters zu thun gehabt und dieselben hernach nicht im Zweifel gelassen, was wir von einer derartigen Knickerei halten.)

Bvm Vogelsberg. Als Kuriosum seltener Art darf bezeichnet werden, daß in Lahrbach ein Gänserich eir Huhn nicht nur aus den Klauen eines Habichts befreite, sondern diesen auch noch zu Tode würgte.

Gelnhausen. In diesem Jahre werden in unserem Kreise sich die Manöver der 21. Division zum Theil abspielen. Als Manövergelände kommen in Betracht die Kreise Frankfurt, Hanau, Gelnhausen und der südliche Theil von Oberhessen. Die nördliche Be­grenzung des Geländes wird die Linie Homburg- Petterweil - Okarben - Bindsachsen- Schlierbach - bayerische Grenze bilden. Am 8. September beginnen die Bri­gade-Manöver, vom 12. bis 17. dauern die Divisions­manöver und am 18. und 19. manövriren die 21. und 25. Division gegen einander. Die Manöver der 25/ Division finden größtentheils in Oberhesfen statt.

Rittmannshausen, 27. März. Einen argen Schrecken bekam heute der Landwirth und Schuh­macher Christian Gisselbach. Als er am Morgen seinen Viehstall betrat, mußte er die Entdeckung machen, daß ihm ein erst vor Kurzem gekaufter Zugochse im Werthe von 120 Thlr. in der Nacht gestohlen worden war. Der Spur nach zu urtheilen, ist das Thier nach Jlta zu fortgeführt worder. Die isolirte Lage der G.'schen Hofraithe hat den Diebstahl begünstigt. Ueber den Verbleib des Ochsen ist nach demEschw. Tgbl." noch nichts bekannt geworden.

f. Kassel. 25 000 Mark Einnahme hat der Hessen- Kassel'sche Hauptverein der evangel. Gustav Adolf- Stiftung im letzten Jahre aufzuweisen gehabt, eine ganz stattliche Summe, wenn man den geringen Wohl­stand unseres Hessenlandes bedenkt. Immerhin aber steht der hessische Hauptverein erst an 19. Stelle unter den 45 Hauptvereinen, und das Königreich Sachsen mit einer dreimal größeren Bevölkerungsziffer hat z. B. zehnmal soviel Einnahmen wie Hessen, nämlich 260 000 Mark. In den Jahren 1873- 93 hat die Einnahme unseres hessischen Vereins nur 11 - 12 000Mk. betragen. So können wir also mit der Entwicklung recht wohl zufrieden sein.

Taschen zu Augen aus.

Das Frühjahr hält jetzt seinen Einzug bei uns und nit ihm erscheinen Agenten und Reisende, welche es ich, so meint man wenigstens nach ihren Reden, zur Lebensaufgabe gemacht Haben, die Bauern zu beglücken. Edle Menschenfreunde, die mit allen Kräften daran ar­beiten, dem Landmann die Taschen zu füllen, seines Viehstandes und seiner Felder Rentabilität, ohne daß es ihm selbst große Kosten bereitet, zu erhöhen. Billige y~.....,^..j^.. ..... ...... ^,..yo,... ..., und auf alle Fälle nützeude Düngemittel, Samen von Weiteres nicht in der Beförderung aufzuhalten und I Futterpflanzen, die einen geradezu verblüffenden Ertrag