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SchlüchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Psg.

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Mittwoch, den 26. Februar 1902.

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53. Jahrgang

auf ^ .Schlüchterner Zeitung" werden noch fortwährend von allen

'- = Postanstalten und Landbriefträgern,

sowie von der Expedition entgegen genommen.

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Amtliches.

J.-Nr. 666 K.-A. Die Sitzung des Kreistages findet nicht am 15. März d. Js., sondern am

Mittwoch, den 19. März d. JS.,

Vormittags 10 Uhr

im Kreishaufe statt.

Schlüchtern, den 24. Februar 1902.

Der Königliche Landrath: Roth.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Febr. Zu der Landung des Prinzen Heinrich in New-Pork wird demLok.-Anz." noch ge­meldet: Als Prinz Heinrich vomKronprinzen Wil­helm" die Schiffstreppe herabschritt, brach das Publikum nach amerikanischem Brauch in Händeklaschen aus, was den Prinzen anfangs überraschte, dann aber herzlich erfreute. An der Treppe derHohenzollern" nahm der Prinz die Meldung des Grafen Baudissin entgegen und schritt dann die an Bord des Schiffes in Parade aufgestellte Mannschaft ab. Nach bem Empfang des Komitees zog sich der Prinz zurück. Bein« Frühstück waren die amerikanischen Offiziere und die Herren der Botschaft zugegen. Der Besuch auf der Gouverneur-Insel und an der Brocklin Nawy Uard erwiderte der Prinz bald nach dem Mahle.

Ein Verzeichniß der erbeuteten chinesischen Fahnen wird imMil.-Wchbl." abgedruckt. Es sind im ganzen 87 Fahnen, darunter 15 dertreuen und standhaften Armee", 18 mit einem Drachen, 7 Ar­tilleriefahnen mit der InschriftKanone".

Nachdem England in Japan einen Bundesge­nossen gefunden hat, hält es sich, wie zu erwarten war, in Ostasien für den Gebieter, nach dessen Pseife alle übrigen Mächte zu tanzen haben. So würde im eng­lischen Unterhause an die Regierung die äußerst charakteristische Anfrage gerichtet, ob in Gemäßheit des englisch-japanischen Vertrages England auf die Räumung der Provinz Shanthung abzielende Vor­stellungen bei Deutschland erhoben habe. Die Frage wurde zwar verneint, aber sie beweist doch, was man in Zukunft alles für möglich halten muß. Was Deutschland in Kiautschou und seiner Interessensphäre in Shantung thut, geht England ganz und gar nichts an. Und daß es darüber bei Zeiten aufgeklärt werde, dürfte im Interesse der Erhaltung des Friedens in Ostasien liegen.

Ausland.

New-Z)ork, 23. Febr. Der DampferKronprinz Wilhelm" mit dem Prinzen Heinrich an Bord ist heute Vormittag 11 Uhr bei prachtvollem Wetter hier

Und in den nächsten Monaten soll Alfons XHL den Thron seiner Väter besteigen. Der Thron wackelt be­denklich, aber es wird ja Wohl noch mal gelingen, eine Revolution abzuwenden.

Transvaal. Aus den Korzentrationslagern in Süd­afrika theilt die Missionarin Darnack-Grünberg(Schlesien) mit: Ein häufig betrunkener englischer Arzt verabfolgte den Kindern dieselbe Medizin wie den Erwachsenen, wa zur Folge hatte, daß nur die gesund wurden, die er nicht behandelte. Maismehl durfte offen nicht in die Lager eingeführt werden, um den Müttern die Be­reitung von Suppen für die Kinder unmöglich zu machen; nur durch Schmuggel war dies zu bewerk­stelligen. Man ließ durchbljcken, daß es über kurz oder lang mit allen Jnsasfen der Lager ein Ende nehmen wurde, und daß man von oben Herab darauf hinarbeite. Einer Frau entführte man auch die einzige Kuh, deren Milch sie für die kranken Kinder gebrauchte. Meilen-

weit rannte sie dem englischen Troß nach, um wieder­holt fußfällig die Rückgabe des Thieres zu erflehen, Aber umsonst: Die Kuh wurde erschossen. Die englische Verräthergarde. Der schon öfters erwähnte frühereGeneral" des Oranjefreistaates Vilonel soll eine Streitkraft von 600Bürgern" zusammen gebracht haben, welche die Engländer gegen die Buren unter­stützen sollen. Der Burenjudas hatte sich, wie er­innerlich sein wird, doch eigentlich erboten, seinem englischen Herrn und Meister 1500 Hochveräther zu- sammenzu kaufen. In Südrußland suchen die Engländer 6000 Kriegspferde anzukaufen; sie zahlen dafür die höchsten Preise. Hoffentlich gelangen die Thiere gesund in die Hände der Buren!

zu suchen. Infolge der Entbehrungen, Strapazen und Aufregung erkrankte er gleich nach seiner Ankunft ernstlich am Fieber. Da traf ein Telegramm des englischen Kommandanten von Carnarvon ein, das seine sofortige Rückkehr forderte. Der Schwerkranke konnte unmöglich Folge leisten. Nichts desto weniger wurde er auf telegraphischen Befehl des englischen Kommandanten verhaftet und trotz Bitten und Vor­stellungen durch englische Eskorte nach Carnarvon zu­rücktransportiert. Und das alles, weil er als Deutscher als politisch verdächtig gilt, obwohl ihm nichts Be­lastendes hat nachgewiesen werden können. Das ist englische Humanität.

Wrexeu, 19. Febr. Pfeffer muß doch für Schweine tödtlich sein! Dem KlostermUller zu H. sind gestern infolge des Genusses von starkgepfefferter Wurstesuppe, die derselbe seinen Mastschweinen gegeben hatte, von 14 Stück 8 bereits verendet und die anderen scheinen nachzufolgen. Mag dieser Fall ein warnendes Beispiel für Schweinezüchter sein.

Frankfurt a. M., 17. Febr. Das 21. Kind ließ der in der Allerheiligenstraße wohnende Krankenpfleger und Lohndiener Joseph Kaufmann in die Standesamts­register eintragen.

*

Lokales und Provinzielles.

* Schluchten«, 25. Febr.

Die neuen Wechsel-Stempelmarken werden

bekanntlich am 1. April eingeführt. Die alten Marken können bei den Postanstalten gegen neue umgetauscht werden. Es wird nunmehr darauf aufmerksam gemacht, daß der Umtausch nach dem 1. April nicht mehr statt- findet. Ein etwaiger Umtausch muß bis zum 31. März Abends erfolgt sein.

* Mit dem Verkauf der neuen Einheitsmarken mit der InschriftDeutsches Reich" wird nach dem Reichsanzeiger" am 20. März begonnen werden; je­doch sind die neuen Postwerthzeichen nicht vor den« 1. April zur Frankirung gültig. Die bisherigen Post­marken werden schon mit Ende März außer Kurs gesetzt und dürfen nach. dem 31. März nicht mehr zur Frankirung benutzt werden. Sie können aber bis Ende Juni gegen neue Postwerthzeichen umgetauscht werden. Eine Einlösung gegen Baar ist ausgeschlossen.

Fulda, 17. Febr. In der Nacht voin 13. zum 14. ds. Mts. erfror der Bauer Mentz von Reulbach, ein rüstiger Fünfziger, auf dem Heimwege von Hilders (Rhön). Im Schneesturm verlor er den rechten Pfad eingetroffen. An Bord ist alles wohl. Die Küste ist und verirrte sich bis zu vollen Erschöpfung.

beschneit. Wie nach den Sturmmeldungen nicht! Kassel, 19. Febr. In« hiesigen lutherischen Waisen- anders mehr erwartet werden konnte, hat sich die Hause ist auf Veranlassung der Frau Oberpräsident Landung des Prinzen Heinrich so erheblich verzögert,! Gräfin v. Zedlitz-Trützschler eine aus Johannesburg daß das Programm für den ersten Empfangstag hat' ausgewiesene hessische Landsmännin Names Joecke! aufgegeben werden müssen. Freitag und Sonnabend nebst ihren 2 Kindern untergebracht. Der Frau, bu herrschte in Newyork ein Schneesturm, wie er seitdem 14 Jahre in Johannesburg ansässig gewesen und jetzt Jahre >888 dort nicht schlimmer vorgekommen ist. völlig mittellos dasteht, wurde vom deutschen Konsul Alles ist mit Schnee und Eis bedeckt. in Johannesburg jede Hülfe versagt, weil ihr Mann

, in Johannesburg jede Hülfe versagt, Weil ihr Mann

Spanien. Die revolutionäre Bewegung in Barce- naturalisierter Bure ist. Letzterer, ehemals ein an- lona hat sich auf die benachbarten Städte ausgedehnt,' gesehener Beamter der dortigen Minengesellschaft, muß sodaß alle in Urlaub befindlichen Heeresangehörigen | jetzt sein Brot als Stiefelputzer verdienen, weil er sich zu den Fahnen einberufen werden sollen und die Er- weigert, einen Eid abzulegen, der ihn zwingt, gegen Nennung des von Cuba her berüchtigten Generals die Buren zu kämpfen. Die Frau mußte auf der Weyler, des jetzigen Kriegsministers, zum Diktator er- Eisenbahn u. a. 18 Stunden mit ihren Kindern ohne wartet wird. Der Kriegszustand ist auch über Tarra- Nahrung in einem Viehwagen zubringen. In den gona, Manresa und Saragossa verhängt worden. Die englischen Militärbureaus wurden ihr Fragen vorge- Zahl der bei den letzten Ruhestörungen getödteteu Per- legt, über welche sie erröten mußte, überhaupt wurde

Herzliche Bitte für die Anstalten bei Treyfa.

Im Blick auf die so oft schon bewährte Liebe und Barmherzigkeit der Bewohner unseres Hessenlandes und in dem Vertrauen, daß mit der wachsenden Noth auch die Hülfsbereitschaft bei vielen zunehmen wird, bitten wir recht herzlich, der Anstalt Hephata bei Treysa und ihrer mehr den 200 Insassen, insbesondere ihrer vielen elenden, zum Theil lahmen und verkrüppelten, siechen und kranken schwach­sinnigen Kinder in helfender Liebe gedenken zu wollen. Wir sprechen diese Bitte aus, weil wir durch­drungen sind von dem Bewußtsein, daß das Werk, da^in Hephata getrieben wird, gerade in diesem Jahre, wie noch nie zuvor, auf die Barmherzig­keit weiterer Kreise angewiesen ist.

Allenthalben in den verschiedensten Anstaltsbetrieben sind Erweiterungen dringend nothwendig geworden. Würden sie aus Mangel an Mitteln unterbleiben, so würde das ganze Liebeswerk nicht nur in seiner Ent- Wickelung gehemmt, sondern direkt empfindlichen Schaden leiden. Unter den vielen schwachen und gebrechlichen Kindern sind oft gleichzeitig mehr als 10, die bett­lägerig krank sind. Da sämmtliche Anstaltshäuser besetzt, ja zum Theil überfüllt sind, fehlt es durchaus an geeigneten Räumen für diese erkranken Kinder. Die Anstalt dars nicht länger damit warten, ein be­sonderes kleines Krankenhäuschen zu bauen, in dem nach Geschlechtern getrennt, etwa 15 kranke Kinder gepflegt werden können. Wir bitten herzlich, daß recht viele sich bereit finden möchten, für das Kinderkranken­häuschen von Hephata eine Beisteuer zu geben. Be­sonders dankbar würden wir auch sein, wenn hin und her barmherzige Christen sich bereit finden würden, eine größere Summe zu stiften, damit die Anstalt nicht vor die Nothwendigkeit gestellt wird, durch Aufnahme einer Hypothek ihre Schuldenlast zu vergrößern.

Da ferner die Anstalt in den letzten Jahren sich so vergrößert hat, daß täglich mehr denn 200 Menschen der Tisch gedeckt werden muß, vermag der landwirth- schaftliche Betrieb bei weitem nicht mehr das zu liefern, was er dem großen Haushalt schon im Interesse der Sparsamkeit eigentlich liefern sollte. Die An­stalt muß, -um neben manchem andern aus der Land-

sonen beträgt mehr als 4U; die Zahl der Verwundeten läßt sich nicht feststellen. Die Ausständigen versuchten, ihre im Gefängniß befindlichen Kameraden zu befreien, wurden aber bei dem Ansturm von den Truppen zu­rückgeworfen, wobei 20 Personen ihr Leben einge­büßt haben sollen. Der Mangel an Lebensrnitteln wird immer drückender. Die Ruhestörungen haben einen

ausgeprägt anarchistischen Charakter. Einige Bäckereien wurden geplündert. Für den 1. März wird ein allge­meiner Ausstand erwartet. Das fehlte gerade noch.

sie aufs schlechteste behandelt, bis sie nach London

kam, wo Freunde ihres Mannes, eines geborenen Hombergers, etwas für sie sorgen konnten.

Frankenberg. Englische Brutalität gegen . einen Deutschen. Unser Landsmann, Missionar Streme aus Marienhagen, sah sich im Dezember vorigen Jahres infolge der südafrikanischen Kriegswirren, die seine Ge­meinde auseinandertrieb, genöthigt, seinen bisherigen Wohnsitz Carnarvon tief im Innern von Kapland zu verlassen und in Stellenbosch bei Kapstadt Zuflucht

wirthschaft zu befriedigenden Bedürfniß für die zahl­reichen schwache«: und elenden Kinder die Milch zu be­schaffen, ihren Viehbestand vermehren, und um das zu können sowohl mehr Ländereien erwerben, wie neue Stallungen bauen. Die maschinellen Ein­richtungen, die vor einigen Jahren zum Betrieb der Wäscherei, wie zur Erzeugung des im Interesse der Sicherheit der Zöglinge nothwendig gewordenen elektrischen Lichtes ausgeführt werden mußten, genügen leider schon jetzt nicht niehr für die vermehrten Be- dürfnisse und mittlererweile Hiuzugekommenen neuen Häuser, geschweige denn, daß sie für weitere unauf­schiebbar gewordenen Vergrößerungen noch ausreichen könnten. Die Anstalt steht auch da vor der Noth­wendigkeit, das Kessel- und Maschinenhaus sammt seinen inneren Einrichtungen zu erweitern,