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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

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Ü^fiMhet^dW nuf ^^ ..Schlüchterner Zcilung- DkßLkUmW^SS werden noch fortwährend von allen -.-.-..-- - ^^^-^^ Postanstalten und Landbriesträgern, owie von der Expedition entgegen genommen______

Teutsches Reich.

Berlin. Der Geburtstag des Kaisers ist im ganzen Reiche in begeisteter Weise gefeiert worden. Der Kaiser hat seinen Geburtstag zuni Anlaß genommen zu umfang­reichen Taufen von Regimentern, zu zahlreichen Ver­änderungen in den höchsten Kommandostellen der Armee, zu Ordens-Mrleihungen, Berufungen in das Herrenhaus, sowie ztir Verleihung eines Fahnenschmucks an 47 preußische Kriegervereine.

Eine Zusammenstellung der Lebensmittelpreise im Jahre 19ui bringt dieStat. Korr." Danach haben die meisten Nahrungsmittel für Menschen und Vieh eine Erhöhung erfahren. Nur Kartoffeln, Linsen und Roggen sind billiger geworden.

Kiel, 28. Januar. Der Kaiser schenkte am gestrigen Geburtstage den Offizieren der Garnison Kiel seine bisherige Renn-PachtMeteor."

Halle a. S., 27. Januar. In Ermsleben ist gestern anläßlich der vom Kriegerverein im Hotel Stadt Berlin verunstalteten Kaiser-Geburtstagsfeier die Acetylen- anlage des Hotels explodirt. 28 Personen sind verletzt.

Dortmund, 25. Januar. Kaum glaublich dürfte es sein, daß es noch Leute gibt, denen das Papiergeld unbekannt ist, und doch kommen solche Fälle noch vor. Ein hiesiger Briefträger hatte auf seinem Bestellgange in einer Wohnung den Betrag von 2* 0 Mark in Zwanzigmarkscheinen verloren. Kurze Zeit nachher erklärte die daselbst wohnende Frau, kein Geld gefunden zu haben, wohl hätten die Kinder mitBilder" gespielt und solche ganz zerrissen. Die Fetzen habe sie nachher in den Ofen geworfen. Mit größter Vorsicht wurde nun der Kohlenkasten durchsucht und richtig fand man dort noch einen zerknitterten ganzen Schein. In einem Bilde" hatte die Frau ihrem Manne mit dein Mittag­essen 15 Pfg. Biergeld nach seiner Arbeit gesandt. Als der Mann des Abends von seiner Arbeit zurück- kommt, bewahrheitete sich dieses, nur war der Mann nicht mehr im Besitze der werthvollen Umhüllung, son­dern hatte diese bereits an seinen Arbeitskollegen ver­schenkt. Letzterer wurde dann sofort herbeigerufen und richtig, dasBild" fand sich noch vor. Ganz zer­knittert zog er die 20 Mark aus seiner Westentasche. Also dieser Freund war gerade so unachtsam gewesen wie die andere Familie. Von den 20U Mark sind nur noch 00 Mark gerettet, den fehlenden Betrag wird der Beamte wohl ersetzen müssen. Vorstehende wahrheitsgetreue Geschichte hat sich um die Mitte Ja­nuar 1902 zugetragen in einer Straße des nordöst­lichen Stadttheils Dortmund.

Aus Sachsen. Nette Zustände sind in manchen Or­ten in der Dresdener Gegend bei den kürzlich veran- stalteten Revisionen der Feuerlöschgerüthschafteu vorge­funden worden. In einem Dorfe fand man im Spritzen- kasten eineHecke" junger Katzen, einen anderen Spritzenkasten hatte eine Henne benutzt, um nach und nach 36 Eier hineinzulegen usw. In einem Spritzenkasten war noch der Schmutz von einer Dachreparatur zu finden, die drei bis vier Jahre zurücklag. In einem weiteren Orte wußte weder der Ortsvorstand noch das Ritter­gutspersonal, wo die im Rittergut untergebrachte Spritze stand, endlich' nach langem Suchen fand man sie mit Stroh und Heu gefüllt hinter Jauchentonnen und Wagen.

Ausland.

London, 17. Januar. Man fürchtet, daß das englische KriegsschiffContor", eine Schaluppe von von 9v0 Tonnen, mit einer Besatzung von 13o Mann, auf dem Stillen Ozean auf dem Wege nach Honolulu wahrscheinlich in einem Cyklon mit Mann und Maus untergegangen ist.

Transvaal. Die LondonerDaily News", also ein englisches Blatt, bringen folgende Meldung aus einer, wie sie sagen, zuverlässigen Quelle: Nach privaten Meldungen nimmt die Macht der Buren in der Kap­kolonie täglich zu, ebenso wächst die Rebellion der Kap­holländer. Die Hinrichtung von Lotter und Scheepers veranlaßt sehr viel Kolonisten, die bisher loyal geblieben waren, sich den Buren anzuschließen, deren Lage jetzt günstiger als zum Kriegsbeginn ist. Die englischen Truppen haben vom September bis November ein

Samstag, den 1. Februar 1902.

Dutzend Niederlagen erlitten, die in den offiziellen Kriegsdepeschen unerwähnt gelassen sind. Wenn ein englisches Blatt so etwas meldet, kann man sich die Kommentare sparen. Daß Mylord Kitchener uner­freuliche Gefechtsberichte einfach fortläßt, ist ja längst bekannt. Wie lange können die Buren noch aushalten? Aus Pretoria wird derKorr. Niederland" geschrieben': Die nun abgeschlossene Ernte, die völlig ungestört vor sich ging, ist gut ausgefallen und hat die schon vor­handenen, auf Jahre hinaus reichenden Mundvorräthe bis zum Ueberfluß vermehrt. Da auch Waffen und Munition in Hülle und Fülle vorhanden find, können sie Buren, was Kriegsmittel anbelangt, den Krieg getrost noch einige Jahre dauern lassen. Für die ihnen abgenommenen, im Verhältniß lächerlich geringen Mengen an Waffen und Munition liefern die englischen Transporte und Lager den Buren den sichersten Er­satz ; auch ermangelt die übrige Welt nicht, ihre Sym­pathien für die Burensache in die That umzusetzen und trotz der neuerdings wieder verschärften Kontrolle über die Ostküste Proviant und Munition zu den Kommandos zu schmuggeln.

Lokales und Provinzielles.

* Schlächtern, 31. Jan.

* Der Pfarrer extr. Meyer dahier ist mit der Versetzung der durch den Tod des Pfarrers Renner erledigten Pfarrstelle au der Marienkirche zu Hanau beauftragt worden.

* Aus dem in der Stadtverordneten-Versamm- lung am 28. Januar er. vom Magistrat erstatteten Verwaltungsbericht bringen wir nachstehend die übet Die Unterschlagungen des Sparkassenrendanten Weitzel gebrachte Darstellung zur Kenntniß, da dieselbe von allgemeinem Interesse sein dürfte:Die Sparkasse ist im allgelaufenen Jahre leider von einem sehr betrü­benden Vorfall betroffen worden. Am 13. Mai 1901 stellte sich der Rendant Adam Weitzel der Königlichen Staatsanwaltschaft in Hanau, weil er annähernd 40/ 00 Mark anvertraute Gelder unterschlagen habe. Die Kasse wurde daraufhin sowohl seitens der Ver- waltungs-Deputation als auch seitens eines Commissars des Herrn Regierungs-Präsidenten einer eingehenden Revision unterzogen, welche ergab, daß sämmtliche Werthpapiere, Effekten und Lombards der Kasse völlig in Ordnung waren. Die Unterschlagungen des q. Weitzel, der geständig war und ein Verzeichniß der einzelnen unterschlagenen Posten dem Untersuchungs­richter überreicht hatte, wurden dann im Einzelnen durch den Magistrat festgestellt und nach Berathung mit dem Rechtsanwalt Henrichs erstattete der Magistrat am 23. August 1901 an die Aufsichtsbehörde Bericht, be­hufs Erlaß des Defekten-Beschlusses. Nach diesem Bericht ist ein großer Theil der Unterschlagungen in der Weise ausgeführt, daß q. Weitzel, welcher für die regelmäßigen Kapital-Abträge und Zinsen nach dem hier und bei den Nachbarkassen bestandenen Gebrauch als Rendant allein quittirte, diese Zahlungen in einem oder zwei Fällen bei einem Schuldner unterschlug und dann stets mit den nächsten Zahlungen desselben Schuldners die früheren Unterschlagungen deckte. Seitens der Verwaltungs-Deputation war angeordnet gewesen, daß halbjährlich Rückstands-Verzeichnisse eingereicht werden niußten, um die ordnungsgemäße Tilgung der Darlehne zu kontroliren. Diese Rückstandsverzeichnisse stellte Weitzel falsch auf und der Controleur der Kasse, welcher die Richtigkeit der Rückstandsverzeichnisse mit zu bescheinigen hatte, that dies ohne die Richtigkeit zu prüfen. Dem q. Weitzel wurden diese Unterschlagungen dadurch erleichtert, daß die Schuldner der Kasse, welche demselben unbeschränktes Vertrauen schenkten, ihre Gelder und Quittungsbücher außerhalb der Kasse an­vertrauten und auch theils ihre Zahlungen mit Privat- Verbindlichkeiten des q. Weitzel gegen sie verrechneten, wodurch sich diese Unterschlagungen der Kenntniß des Controleurs entzogen. Der Magistrat hat die Kasse zunächst nur in den Fällen für ersatzpflichtig erklärt, in denen die Schuldner ordnungsgemäß im Kassenlokal gezahlt haben und ordnungsgemäß Quittung vorlegen konnten. Einen anderen größeren Theil der Unter­schlagungen hat q. Weitzel in der Weise begangen, daß er Schuldner der Kasse, welche Darlehen in Empfang zu nehmen hatten, über den ganzen Betrag quittiren ließ, diesen der Kasse entnahm und im Ausgabe-Journal

53. Jahrgang. buchte, während er den Schuldnern aber nur Theil­beträge zahlte und ihnen für den Rest von ihm allein unterzeichnete Bons gab. Da Urkunden, welche die Kasse verpflichten sollen, von 2 Mitgliedern der Ver- waltungs'Deputation unterzeichnet werden müssen, so erachtet der Magistrat diese Bon's für werthlos und die Kaste nicht für ersatzpflichtig. Des weiteren hat dann q. Weitzel in 5 Fällen Einlagebeträge unter­schlagen, für welche aber nur in drei Fällen die Kaste für haftbar erachtet wird, wovon in einem Fall wieder­um der Controleur ersatzpflichtig ist; in den anderen beiden Fällen haben die Einleger den Schaden selbst zu tragen, weil sie die Gelder dein q. Weitzel außer­halb des Kassenlokals anvertraut haben. Infolge des Berichtes des Magistrats ist zunächst nur für die Fälle vom Herrn Regierungs-Präsidenten ein Defektenbeschluß beim Bezirksausschuß beantragt, in denen der Magistrat die Kasse nach Lage der Verhältnisse für ersatzpflichtig erklären mußte. Der Gesammtbetrag dieser letztgenannten Unterschlagungsfülle beträgt 15,986 Mk. 89 Pfg., von denen aber 51 W Mark durch Kaution des q. Weitzel und 5200 Mark durch Ersatzpflicht des Controleurs gedeckt werden, so daß der Kasse durch diese vom Magistrat zum Ersatz anerkannten Betrüge nur ein Verlust von 5786 M. 89 Pfg. entstehen wird. Ueber die Ersatzpflicht für die übrigen Unterschlagungsfälle, welche in Summa rund 22,000 Mark ausmachen, sind von dem Herrn Regierungs-Präsidenten noch weitere Verhandlungen angeordnet, die zur Zeit noch schweben. Außer den von q. Weitzel zugestandenen Unterschlagungen sind weitere bis jetzt nicht festgestellt worden."

* Alle geehrten Mitarbeiter unseres Blattes werden hierdurch darauf aufmerksam gemacht, daß die Redaktion sich in allen Beiträgen, auch in solchen, die mit dem Namen des Verfassers zum Abdruck kommen, das Recht Vorbehalt, Aenderung des Titels, der Ver­fassung, sowie Kürzung der Darstellung vorzunehmen. Die gesamte Presse veröffentlicht zur Zeit diesen Vor­behalt, der durch die ani 1. Januar in Kraft getretene neue Gesetzesbestimmung nothwendig geworden ist.

* - Herstellung neuer Anschlüsse an die Orts- Fernsprechnetze. Nachdem im Ober-Postdirektivnsbezirk Cassel die Fernsprech-Bauarbeiten für das vom 1. April 1901 bis 1. April 1902 laufende Rechnungsjahr in­zwischen eingestellt sind, werden nach einer den Post­anstalten zugegangenen Anordnung, neue Fernsprech- Anschlüsse vor dem 1. April dieses Jahres nicht mehr hergestellt. Zur Ausführung im laufenden Jahre inner­halb des ersten, die Monate April bis Juli umfassenden Bauabschnitts, gelangen in der Regel nur solche Neu- anmeldungen zu Fernsprechanschlüssen zur Vormerkung, welche bis zum 1. März vorliegen. Für alle welche auf die Herstellung eines Fernsprechanschlusses in der Zeit vom 1. April bis Ende Juli Werth legen, empfiehlt es sich daher, sich möglichst bald über die Anmeldung schlüssig zu machen. Die Anmeldungen werden von den Post­ämtern, an welche der Anschluß gewünscht wird, ent­gegengenommen. Die erforderlichen Anmeldepapiere können ebenda bezogen werden.

* (Aus der Sitzung der Hanauer Strafkammer vom 29. Januar. Mehrere Burschen von Sterbsritz zogen am 2. Pfingstfeiertag singend durch Mottgers. Diese gute Laune mißfiel aber den Mottgerser Burschen und eine Keilerei entstand. Hierbei soll der Schuh­macher Kirst von Sterbfritz in der Austheilung von Hieben auf den Körper eines Burschen von Mottgers sich besonders hervorgethan haben, was jedoch in der heutigen Verhandlung vor der Strafkammer nicht als erwiesen erachtet wurde und deshalb das Urtheil des Schöffengerichts Schwarzenfels, welches Kirst zu einer Woche Gefängniß verurtheilte, aufgehoben und Kirst freigesprochen wurde.

Aus dem Vogclsbcrg. Die üblen Folgen der Arbeitslosigkeit sind bis in unsere etwas abgelegene Gegend spürbar. Mehr denn je durchziehen die sogen, reisenden Handwerksburschen die Landstraßen und machen die ganze Gegend unsicher. Nachdem vor einiger Zeit ein Mann aus Ober-Breidenbach im Walde zwischen Alsfeld und Romrod angepackt worden war, wurde heute Nachmittag ein Mensch eingeliefert, der eine Frau von Strebdorf im Walde angefallen hatte. Die Frau hatte einen größeren Geldbetrag bei sich. Die in der Nähe beschäftigten Holzarbeiter kamen auf das Geschrei herbei und konnten schnell des ent-