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Das Urtheil erfolgte diesem Anträge gemäß, Unmittel- bar darauf erst erschien der Rechtsanwalt, und als er sah, was während seiner Abwesenheit geschehen war, haute er seinem Schreiberlehrling kräftig eine herunter, vermuthlich, weil dieser ihn beim Beginn der Ver­handlung nicht gerufen hatte. Es fiel allgemein auf, daß der Gerichtshof gegen den schlagfertigen Rechts­anwalt nicht sofort eine gebührende Ordnungsstrafe verhängte.

Die Erschießung einer Frau. Wie aus Bel­grad berichtet wird, wurde eine Frau aus dein Dorfe Zwazdara Namens Singelia Nitolies zum Tode ver- urtheilt, nachdem sie ihren Mann vergiftet hatte, um mit einem jungen Liebhaber zu leben. Der Urtheils­spruch ist soeben vollzogen worden. Jti Serbien werden die zum Tode Verurtheilten erschossen, auch Singelia Nitolics ist auf diese Weise hingerichtet worden. Das ungewöhnliche Schauspiel fand in Gegenwart vieler Zuschauer statt. Die Frau ist sehr tapfer gestorben; zu den 12 Soldaten, die die Hinrichtung zu vollziehen hatten, sagte sie:Zielt gut, Kinder, aber schont mein Gesicht."

Von dem schrecklichen Grubenunglück im Jupiter­schacht bei Brüx werden fortwährend ergreifende Einzel­heiten in den österreichischen Blättern mitgetheilt. Der gerettete Wächter Trunschta erzählt von dem schnellen Einbruch der giftigen Gase und des Wassers:Kurz vor Mittag begann es plötzlich zu brausen und zu pfeifen. Es entwickelte sich ein starker Luftdruck, und bald darauf entstand ein furchtbares Getöse. Jemand schrie:Jetzt ist der Abbruch eingegangen!" Ich gab das Alarmsignal nach beiden Seiten des Schachtes hin, drückte kräftig an den Apparat und suchte mich dann selbst zu retten. Hinter mir stürzten in eiligem Laufe einige Genossen her. Wir mußten ungeheuer schnell laufen, denn wir hörten hinter uns das Getöse des hereinbrechenden Wassers. Die Strecke von fast 1000 Metern haben wir in kaum zwei Minuten zurückgelegt. (Ein Radfahrer fährt den Kilonieter bei bequemen Fahren in etwa zwei Minuten.) Allerdings sind wir nicht alle ans Ziel gekommen, denn einige,

die nicht flink sein konnten, stürzten nieder und konnten sich nicht wieder erheben." (Wegen der am Boden hinziehenden giftigen Gase.) Ein alter Arbeiter be­richtet:Gleich nach dem Alarmruf flüchtete alles in der Richtung der Förderschale. Es war eine wahn­sinnige Flucht. Unsere Lichter verlöschten in Folge des Wetters, das durch den Einsturz entstanden war. Dadurch wurde die Verwirrung unter uns noch größer, so mancher rannte in der Dunkelheit einen Kameraden nieder, so mancher stieß mit solcher Heftigkeit an einen Hund (Wagen) an, daß er liegen blieb. Der Lärm, den die hereinbrechenden Gase und Wassermassen machten war ohrbetäubend. In der Strecke laut uns unser Betriebsleiter entgegen. Meine Lampe bräunte noch. Er hob sie in die Höhe, damit sie von tiefer liegenden Gasen nicht auch ausgelöscht werde, und rief uns zu: Jungen, rasch zur Schale! Schaut, daß ihr hinaus- kommt. Ich muß weiter hinein, damit ich alles Heraus­bringe ! Es ist die höchste Zeit!" Dies waren seine letzten Worte. Bei der Schale angelangt, sprang jeder von uns wie wahnsinnig hinein. Wie Eichkätzchen hielten wir uns zehn bis zwölf an der Schale fest, um hinauf zu kommen. Dreimal ging die Schale auf und nieder, und beim vierten Male blieb sie unten stecken. Sie steckt noch immer unten. Der brave Ober­steiger, der auf seinem Platze ausgeharrt hat, obwohl er früher als jeder von uns flüchten konnte, dürfte einer der ersten gewesen sein, welcher nmgekommen ist. Daß wenigstens 73 Mann gerettet wurden ist nur ihm zu danken.

lieber eine Zahnoperation in dem Chaussee­graben berichtet derNiederschl. Anzeig." in Glogau: Ein Barbier aus Guttentag fuhr auf dem Rade nach dem Dorfe Chemrowitz. In der Mitte des Weges begegnete ihm ein Bauer, welcher ihm zurief, daß er gerade auf dem Wege nach Guttentag sei, um sich einen, Zahn ziehen zu lassen. Der Zahnkünstler steigt von seinem Stahlroß ab und sagt:Sie können sich den Weg zu mir ersparen, wir können die Operation gleich vornehmen, da ich die Zange bei mir habe." Der Bauer war damit einverstanden. Man trat ab­

seits von der Landstraße in den Chausseegraben und ging alsbald aus Werk. Nun kommt zufällig nodf ein Radfahrer daher gefahren. Er hört von weitein das Geschrei und sieht, als er näher kommt, die beiden Männer im Graben. Da er einen Neberfall verniutet, springt er vom Rade, eilt schnell in den Graben hinein und erwischt den Zahnkünstler am Kragen, worauf der Patient noch mehr schrie, daß er den Barbier los- lassen solle, da der Zahn bald draußen sei. Jetzt wußte der zu Hülfe eilende Herr, um was es sich handelte, und fuhr, nachdem er sich entschuldigt, seines Weges weiter.

Impertinente Höflichkeit. Ein berühmter Ad­vokat hält auf der Straße einen Strolch an, den er kürzlich als Offizialvertheitiger wegen eines schweren Straßenraubes freigekriegt hat. Indem er sich noch theilnehmend nach dessen jetzigen Verhältnissen erkundigt, tritt ein Freund des Strolches hinzu.Gestatten die Herren", sagt letzterer,daß ich Sie miteinander be­kannt mache: Herr Ede Schlumps mein Rechtsanwalt."

Abgelenkt.Also meine Nichte wollen Sie heirathen? Können Sie sie denn auch ernähren?" Aber liebe Frau Jetschke, wer wird denn gleich ans Essen denken!"

- Vorsichtig.Wenn ich sagen würde, Sie sind ein Gauner?"Würde ich Sie verklagen."Und wenn ich es nur denken würde?"Dagegen könnte ich nichts machen."Na gut, da denke ich mir's."

Telegraphischer Schiffsbericht derRed Star Linie in Antwerpen.

Der PostdampferVaderland" derRed Star Line", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 20. Januar wohlbehalten in New-York angekommen.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Sonntag, den 26. Januar 1902.

Vormittagsgottesdienst: Herr Superintendent Orth. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer Kahl.

Wochendienst: Herr Superintendent O r t h.

Holzvcrsleigermig. |

Montag, den 3. Februar 1902,

Vormittags 9 Uhr

soll im GasthausZum Löwen" hier, das im Stadtwald, Distrikt 7 und 8b Acis- brunnen, 5c Rollmannshecke, 17b Eich- Holz und 36b Kohlgrube lagernde Nutz- und Brennholz öffentlich versteigert werden.

17 Eichen-Stämme mit 9,35 Festmeter Inhalt,

104 Fichtenstämme mit 28,61 Festmeter Inhalt,

157 Fichten-Stangen I. Classe,

99 II.

335 III. und IV. Cl., 1193 Bohnenstangen,

74 Rmtr. Eichen-Scheit und Knüppel,

30 Eichen-Reisig,

48 Buchen-Scheit,

57 Knüppel,

625 Reisig II., III. und IV. Classe,

17 Rmtr. Fichten-Knüppel.

175 Reisig 111. Classe,

6 Anderes Laubholz-Knüppel, Schlüchtern, den 22. Januar 1902.

Der Magistrat: __________ Salomon.

Aufforderung.

Alle Diejenigen, welche noch mit der Zahlung des Dreschgeldes im Rückstände sind, werden er­sucht, dasselbe bis Ende dieses Monats m entrichten.

Tie Tischgesellschaft

______________in Schlüchtern._______

Holzverkauf.

Dienstag, den 28. Januard. Js.

Vormittags lu Uhr versteigert der Unterzeichnete in seiner WaldungMaltecke" in der Gemarkung Ulmbach an Ort und Stelle aufs Meist- gebot:

ca. 35 Festmeter Fichten-Bauholz; ca. 10 Festmeter Fichten - Stangen und

Leiterbäume.

Ulmbach, den 20. Januar 19(2.

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int Gasthauszum Hessischen Hof" dahier. Tagesordnung:

1. Vortrag des Herrn Dr. Staehly zu Cassel über Viehverwerthung und An­schluß an die Vieh - Verwerthungs- Genoffenschaft;

2. Einführung von Simmenthaler Rinder und Kalbinnen im Frühjahr ds. Js.;

3. Rechnungs-Ablage für 1901 und Ge- schäfts-Uebersicht;

4. Verschiedenes.

Die Vereinsmitglieder und Freunde der Landwirthschaft werden zu obiger Ver- sammlung ergebenst eingeladen.

Schlüchtern, den 23. Januar 1902.

Der Vorsitzende des Vorstandes:

Roth.

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