Einzelbild herunterladen
 

MchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

179.

Mittwoch, den 2. October 1901.

52. Jahrgang.

MhttSAMI auf bie "Schlüchterner Zeitung" II werden noch fortwährend von allen g-......^ Postanstalten und Landbriefträgern, m der Expedition entgegen genommen.

Amtliches.

j L. 2930 K.-A. Unter Bezugnahme auf meine PNg vom 17. Juni d. Js. J.-Nr. K.=A (Kreis- Nr. 25) werden die Herren Bürgermeister der Senden Gemeinden: Ahlersbach, Bellings, Breu- I , Hmbach, Hohenzell, Neuengronau, Oberkalbach, jtß, Sannerz, Schwarzenfels, Sterbfritz, Uerzell iM), Uttnchshauien und Wallroth angewiesen, das I, hier bestellte Gesetz über die Fürsorge-Erziehung Mriger binnen 8 Tagen im Kreisausschußbureau Zahlung von 21 Pfg. abholen zu lasten, oder 31 Pfg. marken hier einzusenden, worauf portofreie Zu- 18 erfolgt.

Wächtern, den 25. September 1901.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses: Roth.

Bekanntmachung.

)nSeifenfabrikant Viktor Wolf zu Schlächtern Wigl die auf seinem Grundstück Karte 8. Nr. 284 rMastraße Nr. 48 vorhandene Seifen-Siederei- ige zu vergrößern.

Innung und Beschreibung können während der ßunden im Geschäftszimmer des Bürgermeister- mgesehen werden.

^bringe dieses Vorhaben hiermit zur öffentlichen ich mit der Aufforderung, etwaige Einwendungen dasselbe binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieser Wnummer bei mir schriftlich in zwei Exemplaren »Endlich zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf Frist können Einwendungen in diesem Verfahren me^r angebracht werden.

itrmin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Übungen wird auf

Freitag, den 18. Oktober 1901,

Vormittags 10 Uhr

Ükschäitszimmer des Unterzeichneten anberaumt und hierbei bemerkt, daß im Falle des Ausbleibens llnternchmers oder der Widersprechenden gleichwohl ErörlerungderEinwendungenvorgegangenwerdenwird. ichlüchtern, den 30. September 1901.

Die Ortspolizeibehörde: Salomon, Bürgermeister.

Deutsches Reich.

Mit Der Kaiser weilt noch zur Jagd in Rominten wird im Lau^e dieser Woche sich nach Danzig ^ Die Kaiserin ist nach Potsdam zurückgekehrt löttt infolge Erkältung das Zimmer.

' Die aus China zurückkehrenden Truppen sollen 1 der unter ihnen herrschenden ansteckenden Krank- 1 zunächst auf der Lüneburger Heide in Baracken kracht werden. Eine Kieler Firma erhielt den 8< zehn Eisenbahnwagen mit Material zum Bau ^ackenlogers schleunigst abzuienden.

- Ein Niedergang der preußischen Klassen Lotterie ihrer Rentabilität für den Staatssäckel ist Quii) infolge des allgemeinen wirthschaftlichen Nieder- 18 - zu konstatiren. Schon bei der letzten Haupt- u>ar eine große Anzahl von Loosen unverkauft und nun hat der preußische Finanzminister die 9e daß die preußische Klassen,Lotterie schlechte w macht, officiell zugegeben. Er hat nämlich wie "w gemeldet wird, dem dortigen Oberbürgermeister mitgetheilt, daß die nächste Ulmer Münster- ne für Preußen nicht gestattet wird, da die preußische Lotterie zur Zeit keine Concurrenz ertragen könne, "erseld, 18. September. Dieser Tage unterzog ? Frau des hier wohnhaften Lokomotivheizers M- ^gmannsheil zu Bochum einer Operation. Die an Gallenstein und auch außerdem seit längerer 011 böigen Schmerzen in der Magengegend, die Mch bei seitlichen Bewegungen des Körpers und ^hrungsau'nahme fast unerträglich wurden. In .Mn die Aermste aus Angst vor den kommen Merzen in letzter Zeit fast gar nichts. Die Folge Ehrlich, bQß ße Don Tag zu Tag elender wurde. em Man ihr den Magen wiederholt ausgepumpl Mrbe sie am Freitag behufs Entfernung vor

Gallensteine operirt. Der Oberarzt des Berg,

Transvaal. Der Burenkrieg. Ueber die Kriegführung der Engländer in Südafrika gehen derTägl. Rundsch." briefliche Nachrichten zu, die eines Kommentars nicht bedürfen. Wir theilen nachstehend einige der interessan­testen Stellen aus dem Berichte mit: Daß die Engländer von Beginn des Krieges an Schwarze als Hülfsmann- schasten benutzten, war bekannt; ebenso daß fie Basulos am Kampfe theilnehmen ließen. Seit diesem Frühjahr aber erhielten eingeborene Häuptlinge mit ihren Haufen den selbstständigen Auftrag, die Farmen der Weißen zu überfallen und auszuplündern und deren Familien fort- zuschleppen. Ein burischer Farmer, der nicht glauben wollte, daß die Eingeborenen im Auftrage Englands handelten, und sich daher weigerte ihnen zu folgen, wurde einfach niedergestochen und später todt aufgefunden. Um wenigstens den Unmenschlichkeiten der Eingeborenen zu entgehen, flohen viele mit anderen Familien in englische Lager. Dieses unerhörte Verfahren, weiße Familien durch Schwarze ausrauben zu lassen, haben die Engländer aber nicht nur gegen die Buren, sondern ebenso gegen deutsche und schweizerische Ansiedler und Missionare ohne Rücksicht auf deren Staatsangehörigkeit angewandt. Als ein so behandelter deutscher Arzt sich bei einem englischen Offizier beklagte, daß er ihn und die ©einigen durch Kaffern gefangen nehmen lasse, entschuldigte sich dieser: Ich habe die Aufgabe, den ganzen nöiblichen Distrikt von Buren zu säubern und muß jedes Mittel gebrauchen, durch welches ich das Ziel erreiche. Ich habe die Kaffern nicht beordert, auch Missionen gefangen zu nehmen. Doch gab er dem anwesenden Basuto- Häuptling nicht den ge­ringsten Tadel, und die Basutos selbst versicherten her­nach :Das ist nicht wahr, wir haben den Auftrag be­kommen. das ganze Land zu säubern von jedem weißen Mensthen.^ Lord Kitchener ist über die stoße Gefahr, die der englischen Kapkolonie droht, vollständig im klaren; er sieht voraus, daß die ganze Kolonie verloren geht, wenn nicht ganz besondere Maßnahmen getroffen werden, die den Abfall der Kapholländer zu den Buren aufhalten. Kitchener hat deswegen den Vorschlag gemacht, die ganze Kapkolonie unter Kriegsgesetz zu stellen. Der Gouver­neur der Kolonie unterstützt Kitcheners Vorschlag, den Kabinett und Einwohnerschaft einmüthig und entschieden bekämpfen. Wird der Belagerungszustand wider den Willen der englandfreundlichen Bevölkerung eingeführt, so kann er natürlich sehr leicht zu einer gefährlichen Waffe gegen diejenigen werden, die ihn gefordert hatten, und auch diejenigen Kapholländer, die es bisher noch mit den Engländern hielten, in die Reihen der Buren treiben. Es herrscht daher in den Londoner Regierungskreisen vollständige Rathlosigkeit. Eine Mittheilung der Mor- ning Post" besagt, die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika habe den Verkauf von Pferden nnd Mauleseln nach Südafrika für die dortigen biritischen Truppen verboten. Ist dieses Verbot wirklich ergangen, so würde es die Annahme bestätigen, daß Präsident Roosevelt burenfreundlicher ist, als es der verstorbene Mc. Kinley war.

New-Aork. Der Attentäter Czolgosz ist nun wegen Mordes im ersten Grade verurtheilt und wird, da das Verbrechen in Buffalo, also im Staate New-Aork statt - fand, jedenfalls der dort gesetzlichen Hinrichtung durch Elektrizität unterliegen. Mit der Möglichkeit eines aus- gebreiteten Anarchistenkomplotts zur Ermordung Mc. Kinleys wird nicht mehr gerechnet.

Lotale- und Provinzielle».

* Scklüchtern, 2. Oct.

* Dem Seminarlehrer Spengler wurde aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Schuldienst der Königliche Kronenorden IV. Klasse verliehen.

* Herr Piarrer Stoppel in Oberzell wurde in gleicher Eigenschaft nach Fechenheim versetzt.

* Der Lehrer Julius Rausch, bisher in Roms­thal, ist vom 1. Oktober l. I. ab znm Lehrer an der kvtholischen Schule zu Horas ernannt worden.

* Der Bahnmeister Adolf Eichmann von Fulda ist in gleicher Eigenschaft vom 1. Oktober ab nach Flieden versetzt worden.

* Der Erste Staatsanwalt am Landgericht zu Hanau, Pin off, ist in gleicher Eigenschaft vom 1. Okt. ab nach Stettiu versetzt worden.

Am Freitag Abends um 8 Uhr hielt in dem kleinen Saale desdeutschen Kaisers" Herr Pastor Theodor Fliedner aus Madrid por einer kleinen andüch-

mannsheil hatte die Operation fast beendigt, als der die rigirende Arzt, der bekannte Dr. Löbler noch hinzukam und die bloßgelegten inneren Organe der Kranken be­fühlte. Da empfand er plötzlich einen stechendeu Schmerz an einem Finger, es zeigte sich ein Nadelstich, und als man darauf näher nachsah, entdeckte man, daß aus einer Magenwand eine verrostete Nadel herausragte, deren Spitze 2 Centimeter tief in der Leber steckte. Daher die entsetzlichen Schmerzen. Da die Kranke sich nicht erinnerte, jemals eine Nadel verschluckt zu haben, so ist anzunehmen, daß die gefundene Nadel schon im frühen Kindesalter in den Magen gelangt ist.

Leunep. Eine der größten Thalsperre wird die Thal­sperre im Lennepthale werden. Die Sperrmauer soll eine Länge von 250 Meter erhalten und am Fußende 30 Meter dick sein. Durch die Mauer werden zwei Thäler ab­gesperrt, sodaß das Sperrbecken einen Stauinhalt von 10 Millionen Kubikmeter Wasser zu fassen vermag. Die Lennepe, die das Wasser für die Sperre abgiebt, ist ein linker Nebenfluß der Volme und hat eine Länge von 35 Kilometer, auf einer Länge von 11 Kilometer berührt sie die industriereiche Gegend der Lenneper Straße, für welche die Sperre hauptsächlich gebaut wird. Der Bau der Sperre dürfte nach derBarm." Ztg." noch in diesem Herbst in Angriff genommen werden.

Aschaffenburg. 27, Sept. Die Bankfirma S. Luck hat ihre Zahlungen eingestellt. Bankier Luck hat Selbst­mord verübt ; seine Leiche wurde aus dem Main ge- läudet. Der Zusammenbruch des Bankhauses und der Selbstmord seines Inhabers haben in der Stadt begreiflicherweise eine große Aufregung hervorgerufen.

Ausland.

Wien, 27. Sept. Das zweite Bataillon des 2. deutschen ostasiatischen Regiments traf um 11'/» Uhr Vormittags, von Triest kommend hier ein und wurde auf dem Bahnhöfe vom Corpskommandanten, der Ver­tretung der Militärbehörden und der deutschen Botschaft empfangen. Auf dem Zuge zur Albrechtscaserne bezw. Hofburg wurde das Bataillon von der Bevölkerung wärmstens begrüßt. Etwa 5000 Mann der Wiener Garnison bildeten Spalier. Nachdem Major v. Förster, der Führer des Bataillons, Meldung erstattet, hielt Graf Uexküll folgende Ansprache:Ich begrüße Sie auf das Herzlichste und bitte Sie, überzeugt zu sein, daß wir sehr erfreut sind, Sie in unserer Mitte zu sehen, und das um so mehr, als es dem Bataillon vergönnt war, sich unter den schwersten Verhältnissen ganz besonders auszuzeichnen."

Der Empfang unserer Chinakrieger in Wien der Freitag Mittag von Stätten ging war von schier über­wältigender Herzlichkeit und legte hehres Zeugniß ab von der deutsch österreichischen Waffenbrüderschaft. Die deutschen Officiere und Mannschaften waren von dem Augenblick an, als sie den Eisenbahnzug, der aus Triest kam, verließen, Gegenstand herzlichster Sympathiebeweise. Auf dem Wege, den unsere Wackeren nahmen, hatten 5000 Mann der Wiener Garnison Aufstellung genommen, und da hinter drängte sich ein nach Zehntausenden zählendes Publikum, welches beim Vorbeimarsch der deutschen Truppen Willkommensgrüße entbot.

Als bei der Abfahrt der deutschen Truppen aus Triest Major v. Förster den Reisewagen besteigen wollte trat Kapitän Markindlich vom DampferFranz Ferdinand" mit einem in Gala-Uniform gekleideten Matrosen auf ihn zu und überreichte ihm einen verhüllten Gegenstand mit einer freundlichen Ansprache. Der Inhalt des Packeis entpuppte sich als ein überaus sinniges Zeichen freundschaftlicher Kameradschaft, das Major v. Förster als Abschiedsgeschenk mit sichtlicher Freude entgegennahm; es ist der Heimathswimpel, den der DämpferFranz Ferdinand" nach seemännischem Branche auf der Heimreise von Taku bis nach Trieft gehißt hatte, je nach 1000 Meilen zurückgelegter Seefahrt wird dieser um je einen Meter verlängert. Der Heimaths­wimpel desFranz Ferdinand" ist aus schwarz-weiß- rothem Tuche hergestellt und hat jetzt eine Länge von 12 Metern. Er trägt die Inschrift:Heimreise des 2. Bataillons des ostasiatischen Infanterie-Regiments Nr. 2.Erzherzog Franz Ferdinand" Taku-Trieft. August-September 1901."

London, 27. Sept.Daily Mail" meldet ausKapstadt: Große Heuschreckenschwärme haben sich im Oranje Frei- staat niedergelassen und bet, sichtlichen Schaden angerichtet.