Einzelbild herunterladen
 

Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

F 69.

TAmtliches.

J J.-Nr. 2649 K.«A. Die Firma Sannerzer Ziegel- W Thonwerke vorm. Hermann May und Söhne zu «Merz beabsichtigt, auf ihrem in der Gemarkung Sannerz Xiltgenen Grundstück Kartenblatt A. I. Parzelle 10 zum Mriibe ihrer Ziegelei einen Dampfkessel zu errichten. I Ich bringe dieses Vorhaben zur öffentlichen Kenntniß M der Aufforderung, etwaige Einwendungen gegen das- ^Wt binnen 14 Tagen nach Ausgabe dieses Blattes bei schriftlich m zwei Exemplaren anzubringen. Nach Maus dieser Frist können Einwendungen in diesem Ver­loren nicht mehr angebracht werden.

W Termin zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen INnwendungen steht in demselben Bureau

Montag, den 16. September d.

Vormittags 11 Uhr

Im dem Unterzeichneten an und wird hierbei bemerkt, |Mi im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder Wer Widersprechenden gleichwohl mit Erörterung der Ein- «Imdungen vorgegangen werden wird.

Schlächtern, den 24. August 1901.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses:

I Roth.

Deutsches Reich.

| Berlin. Der Kaiser empfing am Freitag Mittag dem Bahnhof Wilhelmshöhe den König von Eng- 1 to unb geleitete ihn nach dem Schloß zur Mittags- i lasel. Nachm. 4 Uhr fuhr König Eduard nach Homburg I Druck. Der Kaiser wird im Anschlnß an die großen I habstmanöver in Westpreußen sich zunächst nach seinem |@ntt Cadinen begeben, dort einige Tage verweilen und l i-M zu etwa 14tägigem Jagdaufenthalt nach dem Jagd- »W Rominten reisen. Anfang Oktober wird der Mo- tlMch in Jagdschloß Hubertusstock zu etwa achttägigem

Aufenthalt erwartet.

[I - 23. August. Wie dasW. T. B." hört, s I toirb der Kaiser von Rußland der Einladung des Kaisers 11 jit den Danziger Flotten-Manövern Folge leisten und JI hat dies durch ein eigenhändiges Schreiben dem Kaiser 11 mitgitheilt.

- Der Flottenverein soll dem Fürsten von Wied i,| bit artige Summe von 180,000 Mark gekostet haben, -1 bis der Fürst opferte, um nach einer Mittheilung der I» BerlinerNat. Ztg."dem Verein über die Folgen I einer ganz unverständlichen (oder unverständigen? Red.) i Nnanzgebarung hinwegzuhelfen." Die unliebsamen Er- | ickungen, die der Fürst während seiner Präsidentschaft I machen mußte, haben auch seinen Gesundheitszustand in I ungünstiger Weise beeinflußt.

I Volksschullehrermangel. Bekanntlich wird seitens I der Regierung darauf gehalten, den Volksschullehrermangel, I der sich bemerkbar gemacht hatte, möglichst bald zu be- I ititigen. Schon im Sommersemester 1901 hat sich die I Frequenz der staatlichen Schullehrer- und Lehrerinnen I Seminare bedeutend gegenüber dem Etatsanschlage ge- I hoben. Die Frequenz betrug im Sommersemester 11 632 I gegen 11 47 7 im Wintersemester 1900/1901. Nach dem I Elat sollte das Mehr elf betragen, die Frequenz ist I drüber hinaus also um 144 gesteigert. Ebenso hat I der Besuch der staatlichen Präparandenanstalten der I Monarchie bedeutend zugenommen. Er betrug im Sommer- | «htt 1901 insgesammt 2967 gegen 2710 im Winter- 11 bester 1900/1901, hat sich also um 257 gehoben. Nach , I Etat sollte das Mehr 125 betragen, die Frequenz I hierüber hinaus also um 132 gesteigert. Die Ge- j I mmtsteigerung über die Etatsmehransätze von insge- o Int 136 Zöglingen in den Seminaren und Präpa- 51 tandenanstalten beträgt demnach im Sommersemester 1901 | gegenüber dem Wintersemester 1900/1901 insgesammt 276.

I Die Ernteergebnisse in Preußen. In den Be- 11 Arlungen derStatistischen Correspondenz" heißt es: 31 ganze Osten des Königreiches mit Ausnahme etwa ? I bej Regierungsbezirks Gumbinnen und einiger Theile

I den Schlesien, habe wenig befriedigende Ernteergebnisse -1 Zeitigt, die bei der einen oder anderen Frucht oft an ' grenzen. Die Dürre habe das durch den

! I ^"Kr stark angegriffene Getreide an Kräftigung und , | Entwickelung gehindert und vielfach Schädlinge und Un- i | .^m aufkommen lassen, sodaß die dünnen Bestände oft ' I nicht bieten, was sie selbst vor der Ernte noch ver- ' | r^tn, ebenso habe der Nordwesten unter großer Trocken- I erheblich zu leiden gehabt. Der größte Ausfall

I "üe die leichteren Böden, die schwereren hätten noch

Mittwoch, den 28. August 1901.

52. Jahrgang.

länger den nothwendigen Feuchtigkeitsgehalt zu bewahren vermocht, wenn auch stellenweise der Boden knochenhart eingetrocknet gewesen sei und Risse aufgewiesen habe, die eine Breite von 30 Centimeter zeigten. Unter diesen Umständen sei, wenn nicht bald ein durchweichender Regen eintrete, auch eine erhebliche Erschwerung der Herbstbe­stellung zu befürchten. An vielen Stellen habe sich em­pfindlicher Wassermangel in Brunnen und offenen Ge­wässern gezeigt. Verhältnißmäßig am Besten habe die Gerste die Trockenheit vertragen und, da sie durch eine tadellose Ernte erheblich an Werth gewonnen, zum Theil sogar sehr gute Erträge geliefert. Sommerweizen und Roggen wiesen noch mehr wie die Winterung das Zeichen der Nothreife auf. Besonders treffe dies auf Hafer zu, der sich am wenigsten widerstandsfähig gegen die Dürre erwiesen habe und häufig schlechten Rippenan- satz und kurze Halme zeigte, auch habe am Hafer die Zwergcikade, die wie die Frietflieoe strichweise häufig auftrat, viel Schaden angerichtet und manche Felder völlig zerstört. Die Hackfrüchte zeigten im Allgemeinen keinen schlechten Stand, doch sei zu befürchten, daß bei noch längerer Dürre das Kraut der Kartoffel welk werde. Die Knollen seien durchgehends klein, während das Kraut im Bestreben, möglichst viel Feuchtigkeit, die der Boden nicht gab, der Luft abzugewinnen, üppig wuchere. Der Klee habe den Winter meist sehr schlecht überstanden und werde in weiten Gegenden kaum einen zweiten Schnitt gestatten; die Wiesen zeigten eine braunrothe, ausge- brannte Farbe. Die Vegetation sei abgestorben und die Grummeternte falle aus.

Potsdam. Auf dem Glockenspiel der Hof- und Garnisonkirche zu Potsdam werden jetzt aus Anlaß des Todes der Kaiserin Friedrich auf Anordnung des Hof­marschallamtes des Kaisers vierzehn Tage lang Mittags zwischen 12 und 1 Uhr je sechs Choräle gespielt. Beim Tode des Landesfürsten wird altem Gebrauche gemäß das Glockenspiel, das bekanntlich alle StundenLobe den Herrn" und alle halbe StundenUeb' immer Treu und Redlichkeit" spielt, für ein ganzes Jahr derartig umge- stellt, daß es beständig Trauerchoräle spielt. Im Jahre 1888 ist dies zum letzten Male geschehen.

Langensalza. Ein trauriges Ereigniß beschloß am Dienstag einen Radausflug dreier Langensalzaer Wirthe nach Eisenach. Auf dem Rückweg fuhren sie mit der Eisenbahn bis Gotha und benutzten von da aus das Rad. Im Dorfe Westhausen trafen dieselben einen Wagen, dessen Führer schlief und in dem sie den Ein­wohner Döll aus Altengottcrn erkannten, welchen sie wecken wollten. Dieser jedenfalls in der Meinung, angefallen zu werden zog einen Revolver und schoß den Gastwirth Reif in die Brust. Ein zugezogener Arzt aus Werga leistete die erste Hilfe. Reif ist sofort nach Langensalza überführt worden, wo er hoffnungslos dar- niederliegt.

Aus der Rheiupfalz In Sachen des flüchtigen Direktors Herrle vom Vorschußverein zu Landstuhl in Bayern wurde ein neuer Betrug aufgedeckt. Etwa 90 Bauern lieferten an die Spritfabrik Bumb und Herrle größere Mengen Branntwein. Als sie ihr Geld abholten, legte H. ihnen Wechselformulare statt Quittungsformu­lare vor. Die Bauern unterschrieben in der Meinung, daß es Quittungen seien. Wie pfälzische Blätter melden, werden die betreffenden Landwirthe an. 120 000 Mark verlieren. Eine ganz vorzügliche Weinernte hat Frank­reich in diesem Jahr. Sie wird auf 135 Millionen Hektoliter geschätzt. Auch bei uns in Deutschland ist der Wein diesmal vorzüglich gediehen.

Ausland.

Aus dem Haag, 26 August. Die geistigen Fähig­keiten Krügers nehmen zusehends ab. Der Präsident kann nicht mehr arbeiten, er beschränkt sich darauf, Dokumente zu unterzeichnen. Keinem Fremden sei es gestattet, mit Krüger Worte zu tauschen. General Botha wird dem­nächst eine Proklamation erlassen, worin er befiehlt, in Zukunft sämmtliche englische Gefangene in den Buren­lagern zurückzuhalten, damit sie als Geißeln dienen, falls den Buren die Rechte einer kriegführenden Macht abgesprochen wird. An verschiedenen Theilen der Kap­kolonie wird eine bedeutende Zunahme der Burenkom­mandos gemeldet. In verschiedenen Distrikten schloffen sich zahlreiche Afrikaner den Buren an.

Capstadt. Ueber die militärische Lage in Südafrika urtheilt, einem Telegramm derVoss. Ztg." zufolge, ein

namhafter englischer Kriegsschriftsteller sehr pessimistisch. Er sagt, die Lage habe sich nicht gebessert; Kruitzinger sei zwar mit einer kleinen Streitmacht aus der Kapkolonie vertrieben worden, aber man wisse nicht, was aus dem Gros seiner starken Kommandos geworden sei. Es sei auch mehr als klar, daß England die Republiken im praktischen Sinne nicht besitze, und daß die Buren that­sächlich ebensoviel von der alten englischen Kolonie inne haben, als die Engländer von dem Gebiete der Buren besitzen. Die Buren bedrohen ernstlich die Verbindungen her Engländer, und diese seien außer Stande, selbst ihre eigenen Kolonisten zu schützen. Der ganze Feldzug ent­behre der einheitlichen Leitung. Der ganze Erfolg hänge schließlich von der Beweglichkeit der englischen Truppen ab. Und wie es damit bestellt ist, erfährt man aus den wiederholten lauten Klagen des Lord Kitchener, daß die ihm zur Verfügung gestellten Freiwilligen ganz unbrauch­bar seien, da die Leute zum Theil herzkrank, lahm und kurzsichtig seien, andere nicht reiten und schießen könnten.

Philadelphia, 20. August. In vergangener Nacht erfolgte in den Gruben der Standard Oil Company eine Explosion, durch welche 5 Personen getödtet wurden. Es brach ein ungeheueres Feuer aus, welches sich weit ausbreitete. 18 Tanks wurden zerstört. Zwei deutsche SchiffeGut Heil" undMarie", die gerade Petroleum luden, wurden den Fluß hinabgeschleppt und so in Sicherheit gebracht.

Die Kartoffelernte in den Vereinigten Staaten ist ebenso wie die Kornernte infolge der ungünstigen Witterungsverhältnisse ein Mißerfolg. Sie wird auf 100 000 000 Bushel oder weniger als die Hälfte einer durchschnittlichen Ernte veranschlagt. Die Preise werden sich daher verdoppeln und anstatt Kartoffeln.zu expor­tieren, werden die Ver. Staaten zu importieren haben.

Peking, 24. August. DieTimes" meldet von hier, daß ungeheure Mengen von Waffen und Munition in chinesischen Arsenalen angefertigt und hauptsächlich auf dem Wege des Aangtseeflusses eingeführt werden.

Lokales und Provinzielles. * Schlächtern, 27. August.

* Die hier noch von den letzten Jahren in guter Erinnerung stehende Tiroler-TruppeD' Zugspitzler" giebt auf ihrer Durchreise am Donnerstag und Freitag, 29. und 30. August, im Saale des Hotel Stern hier zwei Concerte und machen wir die Freunde eines fröhlichen Gesanges und Schuhplattltanzes hierauf speziell aufmerksam.

* Viele junge Leute treten als Schlosserlehrlinge bei Schlossermeistern in die Lehre, mit der Absicht, nach der Lehrzeit in den Eisenbahndienst überzutreten, auch solche, die das Zeugniß für den einjährigen Dienst er­worben haben, und von denen vor Beginn ihrer Studien im Maschinenbau eine praktische Ausbildung in der Schlosserei verlangt wird. Manche dieser HerrenEle­ven" zeigen von vornherein wenig Fleiß, was wiederum auf die übrigen Lehrlinge nachtheilig wirkt. Die Handels­kammer zu Münster hatte vor längerer Zeit eine Eingabe an den Minister für öffentliche Arbeiten gerichtet, in welcher gebeten wurde, den in den Eisenbahndienst über­tretenden Schlosserlehrlingen die Ablegung einer Gesellen- Prüfung vorzuschreiben. Diesem Ersuchen sind noch andere Kammern gefolgt, und der Herr Minister hat nunmehr bestimmt, daß bei der Annahme von Werkstätten- Handwerkern unter sonst gleichen Verhältnissen diejenigen Bewerber zu bevorzugen sind, die in ihrem Handwerke die Gesellenprüfung vor einem hierfür zuständigen Prüfungs-Ausschuß abgelegt haben.

* Der Herr Ressortminister hat den Polizei-Be­hörden Anweisung gegeben, für die Zukunft Wettfahrten mit Kraftfahrzeugen (Automobilen) auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen nicht mehr zu gestatten. In Ausnahmefällen bedarf es der ministeriellen Ent­scheidung. Durch eine zu erlassende Provinzial-Polizei- Verordnung soll diese Materie geregelt werden.

* Ein gewisser Colsen hat mit der chilenischen Re­gierung ein Abkommen wegen Einführung von Kolonisten nach dem südlichen Chile abgeschlossen. Seinem Unter­nehmen muß zuverlässigen Nachrichten zufolge mit dem größten Mißtrauen begegnet werden. Gleiche Vorsicht ist gegenüber einem in Paris gedruckten Flugblatt ge­boten, durch das in Deutschland wohnende Landwirlh- schaft treibende Personen zur Auswanderung nach Chile veranlaßt werden sollen.