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chlWermMtung

Erscheint Mittwoch und Samstag. — Preis mit „Kreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. — Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Psg.

Mittwoch, den 7. November 1900

- ^ bie »Schlüchterner Zeitung«

/ ^V|UUUUyni werden noch fortwährend von allen ? ^ ~-- ~ Postanstalten und Landbriefträgern, s sowie von der Expedition entgegen genommen.

Errichtung von Getreide-Lagerhäusern Interesse der Landwirthschaft.

(Schluß.)

Die Gesammtunkosten betragen pro Ktr. 11 Pfg. Lagerhaus hatte bereits im Jahre 1895196 einen satz von 4766 Ktr. Hafer, im Jahre 1896/97

im

Das Um- stieg

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II

Derselbe auf 8386 Ktr. mit einem Gewinn von 5963 Mk. Das Lagerhaus übt auf die Getreidepreisbildung in der ganzen Umgebung einen wohlthätigen Einfluß aus. iDie Landwirthe erzielten durchweg einen um 60 Pfg. höheren Preis für den Ktr. Hafer, als seitens der kleineren Händler am Ort und tn der Umgebung gezahlt worden ist.

Ertl und Licht heben als besonderen Erfolge hervor, daß die Getreidejuden, welche früher den Haferhandel vollständig in Händen hatten und den Landwirthen die Preise dictirten, verdrängt worden sind. Die am Orte vorhandenen Händler haben vergebens versucht, durch Ueberbietung der im Lagerhaus erzielten Preise die Land« jwirlhe von dem Verkauf an das Lagerhaus abzuhalten. Besondere Befriedigung herrscht über die Bequemlichkeit der Anlieferung und die dadurch bedingte Ersparniß an Unkosten für den weiten Transport oft ganz kleiner Posten.

So beweist auch diese Anlage, daß kleinere Lager­häuser in Verbindung mit einer Kornverkaufsgenossenschait sehr wohl lebensfähig und vom günstigen Einfluß auf die Getreideabsatzverhältnisse einer Gegend sind.

Das genossenschaftliche Lagerhaus zu Ebern, ein Fachwerkbau, welcher leicht für andere Zwecke hergerichtet werden kann, hat incl. Maschinencinrichtung, bestehen aus Göpel-Schrotmühle, Aufzug, Trieur, Windfege u. s. w. 7000 Mk gekostet. Auch hier nehmen in den einzelnen Gemeinden Vertrauensmänner die Angebote an Getreide entgegen und übermitteln diese dem Lagerhauswalter. Bezüglich des Absatzes wendet man sich hauptsächlich an die Proviantämter, dann aber auch an die größeren Mühlen. Die Genossen und Lieferanten erhalten den Verkaufspreis nicht gleich bei Einlieierung in das Lager­haus, sondern erst bei Verkauf durch die Verwaltung. Es muß hier bemerkt werden, daß das Lagerhaus Ebern sein Unternehmen einer genossenschaftlichen Spar- und DarlehnSkasse ist, sondern eines landwirthschaftlichen Ver- eines. Unseres Trachtens ist es als ein großer Mangel zu betrachten, daß eine Bezahlung des Getreides bei der Anlieferung nicht ermöglicht ist.

Auch in Ebern sind die Zwischenhändler bestrebt, die geschaffene Einrichtung bei den Landwirtheu in Mißcredit zu bringen und insbesondere denselben durch Bewilligung ß höherer Preise den Nachweis zu erbringen, daß das »Unternehmen den, den Landwirthen naturgemäß am k nächsten liegenden Zweck, die Erzielung höherer Preise « als bei Verkauf an den Händler, nicht zu erfüllen I vermag.

I Im ersten Betriebsjahr 1896,97 benutzten das Lager-

8 Haus 370 Landwirthe 11 450 Ktr. Getreide im Ver«

L. Mspreife von Mk. 78570. An königliche Promant- I Winter wurden 7762 Ktr. Hafer abgegeben. Ded Umsatz »des Getreides geschah für Producenten und Abnehmer I vollständig zufriedenstellend. Der Centner brächte durch- Iptg 50— 60 Pfg mehr ein als beim Verkauf an den I Händler.

Außer den hier geschilderten Lagerhäusern bestehen in

11 ^Deutschland noch solche in Prlttriching, Hohenstadt, K e^äviünz, Schönste, Oderöslau, Cussenheim, Lötting, " ^«senhausen, Enkenbach, Lausach, Rockenhausen, Mitter- § ^ich, Beldershoh, Viesau, Haag, Netzbach, Möltingen a. mit Anlagekapitalien von 10 500, 10000, 5000, . bö00, 6000, 5000, 13 750, 8000, 8000, 8000, 4000, > 0V00, 4300, 16 000, 7000, 10 000 Mk. u. s. w. Wir ikhen, daß in Süddeutschland die kleinen Lagerhäuser ^sherrschen. Alle diese Einrichtungen arbeiten sehr gut. ^il sie mit geringen Unkosten arbeiten. Wir halten die

verzeichnen, Erfolge, die zur weiteren Gründung ähnlicher Anlagen nur anspornen können. Darum auf, Landwirthe, nicht länger gezögert, denn die Landwirthschaft des 20. Jahrhunderts wird durchaus genossenschaftlich or- ganisirt sein, oder sie wird nicht sein!

Sollte es nicht möglich sein, den Landwirthen des Kreises Schlüchtern auch dieWohlthat einer von dem Zwischen- Handel unabhängigen Verwerthung ihres Getreides zu verschaffen? Was in Bayern möglich war, müßte doch im Kreise Schlüchtern auch möglich sein.

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Schaffung solcher kleinen Lagerhäuser möglichst durch

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^bgsiändige Getreideverkaufs Genossenschaften aber im tn9ften Anschluß an einen bestehenden Spar- und Dar- lehnskassen-Verein, für durchaus nothwendig. Die Bor- lheile ergeben sich aus folgenden, von Krüger aufgestellten Punkten;

Deutsches Reich.

Berlin. Der Kaiser begab sich am Samstag zur Hubertusjagd nach Döberitz. Am Sonntag Nachmittag gegen 5 Uhr ist der Kaiser zur Jagd nach Liebenberg gereist. Der Jagdbesuch des Kaisers bei dem Fürsten von Pleß ist auf den 10. und 11. November anberaumt worden. Es wird geplant, eine Jagd auf die seit mehre­ren Jahren nicht mehr abgeschoffenen Auerochsen zu verunstalten.

— Nach telegraphischen Mittheilungen des Armee- Oberkommandos aus Peking werden gegen Ende der ersten November-Woche die deutschen Truppen in Pctscheli folgendermaßen »ertheilt stehen: In Peking: 1. und 2. Seebataillon, 1. Jnfanteriebrigade ohne das 1. Bataillon öcS Infanterie-Regiments Nr. 2, 2, Escadron des

1. Die genossenschaftliche Organisation und Auf­speicherung des Getreides in größeren Quantitäten soll den Landwirthen die Vortheile der Marktbereitschaft ihrer Waare bringen, während jetzt das Getreide, tn größeren und kleineren Mengen zerstreut, nicht die Conjuncturen benutzen kann; sie soll den Verkauf an die Proviant­ämter, an die Konsumenten ermöglichen.

2. Der genossenschaftliche Zusammenschluß zwecks Getreidelagerung und Verkauf macht den Zwischenhandel mehr oder weniger entbehrlich. Was bisher der Zwischen­händler an Spesen und Provision zu berechnen beliebte, wenn er in kleinen Posten das Getreide, von Dorf zu Dorf wandernd, ankaufte, bis es endlich in die Hand des Konsumenten oder Großhändlers überging, das kann in Zukunft der Landwirth größtentheils in die Tasche stecken.

3. Die genossenschaftliche Organisation gewährt die Möglichkeit der Beleihung des lagernden Getreides. Durch Anschluß an eine Getreideverkaufs-Genossenschatt bekommt der Landwirth Gelegenheit, auf sein ins Lagerhaus ge­liefertes Getreide sofort bis mindestens zwei Drittel des Werthes aufzunehmen; er wird dadurch unabhängig von dem Credit, kann die günstigste Conjunetur abwarten und verkaufen, wenn es ihm zweckmäßig erscheint.

4. Die Genossenschaft macht für die eigene Wirthschaft größere Ansprüche an Aufbewahrungsräume entbehrlich, da der Landwirth sein Verkaufsgetreide jeder Zeit ins gemeinschaftliche Lagerhaus abführen kann.

5. Das Lagerhaus übernimmt die ganze Behandlung des Getreides, wodurch es dem Landwirth Zeit erspart und das Risiko, die Frucht durch Verderben, Feuer usw. zu verlieren, vermieden wird.

6. Die Vereinigung der Frucht zu großen Massen im Lagerhaus giebt zu der Herstellung gleichmäßiger Waare durch Mischung der Einzellieferungen auch die Möglichkeit rationeller und billigster Reinigung, da der Großbetrieb die Anwendung der vollkommensten Rei­nigungsmaschinen gestattet.

7. Die Genossenschaft soll günstigen Einfluß auf den Sortenbau ausüben und damit den Werth des Pro- ductes heben.

8. Als letztes Ziel wird bezeichnet: Vereinigung der Verkaufsgenossenschaften zur Gewinnung an Einfluß am die Getreidebildung. Die thunlichste Befreiung der mitt­leren und kleineren Landwirthe aus den Fesseln des Zwischenhandels muß als die nächstliegende Aufgabe der genossenschaftlichen Organisation des Gelreideverkaufcs angesehen werden.

Für unsere westdeutschen Verhältnisse galten wir die Anlage ähnlicher Lagerhäuser, wie sie in Süddeutschland bestehen, für durchaus angebracht. Anschluß an einen Dahrlehnskassenverein, geringe Anlagekosten und häufiger Umschlag der Getreidemengen, darauf kommt es an, soll das ganze Unternehmen lebensfähig und für die Mit­glieder wirklich vortheilhaft sich gestalten. In der Rhein­provinz bestehen schon einige solcher Lagerhäuser, so z B. < in Uckerath, Much, Marienfeld u. s. tu Dieselben haben i soviel uns bekannt ist, sehr schöne Geschäckserfolge zu

51. Jahrgang

Reiter-Regiments, 1. Abtheilung des Feldartillerie-Re­giments, die Marinefeldbatterie und ein Pionierdetachement. In Schanhaikwan: 1. Bataillon des Infanterieregiments : Nr. 2. In Paotingfu: Die 2. Jnfanteriebrigade, 1. : Eskadron des Reiterregiments, 2. Abtheilung des Feld- ; artillerieregiments und ein Pionierdetachements. In Tientfin: Das Kommando des Ostasiatischen Expeditions- : i korps, die 3. Jnfanteriebrigade und die Jägerkompagnie, : der Stab, die 3. und 4. Eskadron des Reiterregiments, : die 3. Abtheilung des Feldartillerieregiments, sowie der Rest des Pionierbataillons. In Taku: Eine Batterie : vom Bataillon der schweren Feldhaubitzen. Längs der । Bahnstrecke Jangtsun-Peking Eisenbahntruppen. — Ueber : die Ankunft des dritten Chinakorps in Nordchina wird : dem „B. T.« berichtet, daß damit 7500 frische Truppen die Peihomündung erreichten. 6 Dampfer schifften die : Truppen in Taku aus, der Dampfer „Roland" landete eine Compagnie Infanterie, 3 Kompanien Pioniere und : eine Jägercompagnie in Tientfin. Die „Krefeld" setzte 1 fast sämmtliche an Bord befindlichen Infanteristen in ! Shanghai an Land und ging nur mit dem kleinen Rest nach Taku weiter. Trotzdem sich 700 Marinemannschaften auf der Heimreise befinden, beläuft sich die Gesammt- zahl der jetzt in China befindlichen deutschen Truppen doch auf rund 30,000. Von den Transportschiffen des Norddeutschen Lloyd sind die Dampfer „Rhein", „Köln", „Aachen", „Meier" nnd „Darmstadt" auf der Heimreise, die übrigen an die Marineverwaltung vercharterten Lloyd- dampfer bleiben voraussichtlich noch längere Zeit an der chinesischen Küste.

— Eine große China-Anleihe des Deutschen Reiches wird aufs dem Umwege über München angekündigt. Daß die in Amerika aufgenommenen 80 Millionen nicht ge­nügen würden, war natürlich selbstverständlich. Vielleicht werden noch zweimal 80 Millionen ungefähr genügen.

— Gegen die Niederlassung von Buren in Deutsch- Südweaafrilcc wird, wie ein Londoner Blatt zu be­haupten wagt, der berüchtigte Kect! Rhodes Hö Aktionär der Südwesiafrika-Gesellschaft Protest erheben. Es ist selbstverständlich, daß die deutsche Reichsregierung jede Einmischung von dieser Seite zurückweisen wird.

— Bedeutende Personalentlassungen haben am 1. Nov stattgefunden. Von der Stellungslosig keit find jedoch zumeist nur Verkäufer in den großen Berliner Cigarrengeschäiten betroffen worden. Diese Geschäfte, welche ihre Verkaufsstellen früher bis 2 Uhr Nachts und noch später aufhatten, unterhielten fast ausschließ­lich doppeltes Personal, das in zwei Schichten arbeitete. Durch den 9 Uhr-Ladenschluß ist diese Arbeitseintheilung überflüssig geworden.

Bremen, 5. November. Das Medicinalamt macht bekannt: Bei dem Seemann Kunze wurde Pesterkrankung bakteriologisch festgestellt.

In der Angelegenheit der Seminaristen in Oranien­burg, deren Prüfung vor einigen Wochen wegen vor- gekommenerNnregelmäßigkeiten abgebrochen wurde, ist Ende voriger Woche die Entscheidung gefallen. Sieben Exa­minanden sind mit schltchtem Abschied entlasten worden, fünf andere haben ein halbes Jahr, und die letzten iebzehn ein ganzes Jahr an einem anderen Seminar nachzustudiren, ehe sie zu einer neuen Prüfung zuge asten werden.

Ausland

Die karlistischen Umtriebe in Spanien sollen einen derartigen Umfang und einen so ernsten Charakter an­genommen haben, daß sich die Regierung veranlaßt sah, justier Unterdrückung den Belagerungszustand über die ganze Monarchie zu verhängen. Alle karlistischen Klubs und Zeitungen sollen aufgelöst und verboten werden, alle sich rührenden, Karlisten sollen verhaftet werden.

Peking, 1. Noo. Die französische Kolonne traf in Hstling ein und besetzte am 28. Oktober das Grab einer Kaiserin. Später trafen die deutsche, italienische und englische Kolonne ein und besetzten die übrigen Kaisergräber. Ein aus Paotingsu eingetroffenes Telegramm berichtet nichts über irgendwelche Kämpfe. — Die Ernennung Lu chuan- Lins zum Präsidenten des Censoramtes bedeutet einen Sieg der Mandschuparter. — Der „Stardard" meldet aus Shanghai vorn 1. November, der wegen Mitschuld an den chinesischen Frevelthaten seiner Aemter entsetzte Prinz Tschwang wurde von der Kaiserin nach Singanfu berufen. — Der aus Paoting'u nach Tienlsin zurück« gekehrte englische General Gaselee berichtet das Tod»-«