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WüchternerMung

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Erscheint Mittwoch und Samstag. Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg. '"" »'---'"'-'-»»»---"«-»>->-»'-->-,,",^,.^-"-"'-"-"--»->-»»'^--^n-^----^..-^.«-»-««"»^«-^«.»«^.^^"^, 1 ,,........................«»»»»IM^»^»»»-»^.»..»»^^^^MMi^n^^gg,,,,^

U 81. Mittwoch, den 10. Oktober 1900. 51. Jahrgang.

MMIlWA^tt "Uf dieSchlüchterner Zeitung" fk^kUUk^b^^ werden noch fortwährend von allen -----^^ Postanstalten und Landbriefträgern, sie von der Expedition entgegen genommen.

will Ich dies als eine Sühne betrachten, die den christ­lichen Nationen genügt. Wollen Eure Majestät Ihren Kaiserlichen Arm dazu leihen und hierbei die Unter­stützung der Vertreter aller Nationen genehmigen, so erkläre Ich Mich Meinerseits dazu einverstanden. Auch würde Ich die Rückkehr Eurer Majestät nach Ihrer Hauptstadt Peking zu diesem Zweck gern begrüßen. Mein General Feldmarschall Graf v. Waldersee wird den Befehl erhalten, nicht nur Eure Majestät nach Rang und Würde ehrenvoll zu empfangen, sondern auch Eurer Majestät jeden militärischen Schutz gewähren, den Sie wünschen und dessen Sie vielleicht auch gegen die Rebellen be­dürfen.

Auch Ich sehne Mich nach Frieden. Aber nach dem Frieden, der die Schuld sühnt, das begangene Unrecht in vollem Umfang und nach jeder Richtung wieder gut macht und allen Fremden in Cbina Sicherheit bietet an Leib und Leben, au Hab und Gut, besonders aber zu freier Ausübung ihrer Religion.

Wilhelm I. E.

Das Telegramm des deutschen Kaisers beweist au^s neue, daß Deutschland nicht rachsüchtig und eroberungs lüstern ist, sondern nur auf die Erfüllung der Bedingungen Bedacht nimmt, die ihm feine Stellung und sein An- sehen zur unverbrüchlichen Pflicht machen. Insofern ist Kaiser Wilhelms Depesche ein weiteres bedeutsames Moment in der Kette von Kundgebungen, die seitens des Reiches ergangen sind.

Deutsches Reich.

Berlin. Das Kaiserpaar ist Freitag Vormittag im Jagdschloß Hubertusstock in der Schorfhaide eingetroffen und hat dort aus fünf Tage Wohnung genommen. Die Jagdbeute des Kaisers während seines Aufenthaltes in Rominten besteht ans insgesammt 12 Hirschen, von denen das kapitalste Stück ein Vierundzwanzigender ist. Ende Oktober wird der Kaiser in Wernigerode am Harz eintreffen, um als Gast des Fürsten Christian Ernst von Stolberg-Werningerode den Jagden beizu- wohnen.

Die Zahl der Konkurse wächst. Nachdem schon im 1. Viertel dieses Jahres gegenüber 1899 eine Zu­nahme von 89 Konkurseröffnungen stattgefunden hat, sind im 2. Vierteljahr im deutschen Reiche 1938 Kon­kurse eröffnet gegen 1800 in 1899. Auffällig ist die Zunahme der Konkurse über Nachlässe, die wohl zum Theil mit der neuen Gesetzgebung zusammenhängen wird. Ihre Zahl beträgt 318 gegen 147. Von den eröffneten Konkursen entfallen 937 (904) auf Preußen, 269 (280) am Sachsen, 190 (155) auf Bayern, 155 (134 auf Württemberg, 73 (58) auf Baden, 47 (32) auf Heffen, 29 (16) auf Oldenburg, 25 (16) auf Weimar u. s. w.

Essen. Sehr ungünstige Mittheilungen erhält die Voss. Ztg." von ihrem Essener Berichterstatter: Die Kohlenpreise für 19011902 sind von dem Bcirath des rhein. - Wests. Kohlensyndikats nunmehr festgesetzt worden. Nur die Preise für Magerkohlen sind mäßig erhöht worden, während die für alle übrigen Kohlen- sorten unverändert blieben. Es erscheint aber selbst noch fraglich, ob die Eisenindustrie im nächsten Jahre in der Lage sein wird, die heute gütigen Preise weiter zu zahlen. Hat der Hörder Verein sich doch schon genöthigt gesehen, die Arbeitslöhne um 15 pCt. hcrabzusetzcn, da die Preise für Eisenfabrikate eine stark weichende Tendenz zeigen. Daß die übrigen rhein.-westf. Werke dem Beiipiel des Hörder Vereins bald folgen werden, ist sicher zu er- warten. Ein Vertuschen der mißlichen Lage ist nicht mehr möglich; es muß Farbe bekannt werden, und diese wird in Lohnherabsetzungen und Arbeiterentlassnngen zunächst zum Ausdruck kommen. Daß unter diesen Verhältnissen auch dieKohlennoth" bald von der Bild­fläche verschwinden wird, ist selbstverständlich.

Bochum. Eine außerordentlich schwere Operation ist im Evangelischen Krankenhause in Bochum unlängst ausgeführt worden. Einer Frau aus Blankcnstcin wurde im August d. I von dem Oberarzt der genannten Anstalt, Dr. v. Bardeleben, der ganze Magen entfernt, weil nach der Art des Leidens nur bei diesem Hoffnung bestand, dem Kranken das Leben zu erhalten. Der Heilverlauf war überaus günstig. und die Frau hat im Körper­gewicht schon mehrere Pfund wieder zugenommen. Sie lebt jetzt ohne die früheren Schmerzen und wird in den nächsten Tagen zu ihrer Familie zurückkehren.

Hann.-Münden, 3, Oktober, Das soviel bekrittelte

Bekanntmachung.

Heute Mittwoch den 10. Oktober, Mittags von

2 Uhr ab, kommen im Dorfe Elm zur Versteigerung: i Die im Simmenthal angekauften Rinder und *toi<räd)tige Kalbinnen, im Ganzen 36 Stück.

' Schl Bei dieser Gelegenheit:

BarrtNe Koppel schwerer rassiger 1 'fl jähriger Mutter- Als ihM., nieder utr und Kauflustige werden hiermit eingeladen. zu reitensta-d des landwirthschaftlicheu Kreisvereins. : nach der--------- k Bekanntmachung

Ir^SKerbll des am 11. Oktober l. Js. in Lauter- War1 stattsindenden Viehmarktes.

Ätit ficht auf die große Verbreitung, welche die .Maul- ui^'Aauenscuche im Kreise Lauterbach bereits 'Meiden, & haben wir auf Grund des § 28 des Mcijflbyjeöo flengesetzes die Einstellung des für den 11. I. -o^^poiusstcht genommenen Viehmarktes zu ungeordnet.

Oberlands den 4. Oktober 1900.

I Diese hafh- Kreisamt Lauterbach: Dr. Wallau.

! leude/^ort unseres Kaisers auf den Brief

-../des Kaisers von China.

Handlet '^angsü von China hat an den deutschen Kaiser danach /schreiben gerichtet. In diesem Schreiben zu thii^r chinesische Kaiser vonimmerwährendem Bestüe' uv dergleichen schönen Dingen schade, daß "WaarL der vollkommen bedeutungslose Kaiser Kwangsü

* bO das Schreiben ausgeht. Deswegen kann ^lW^^ geringen Eindruck machen, wenn der Kaiser' m?^0^eibt:Die plötzliche Erhebung in China bis fiku nordung Ihres Gesandten zur Folge. Meine Das tf haben schändlich gehandelt und die freuud- lein Gel', düngen abgebrochen, worüber ich tief betrübt huben S^Die Kaiserin-Wittwe, Prinz Tuan und Ge- ,4a die $^ von dieserBetrübniß" sicherlich niemals g^E^d^ct, und so lange die Mächte nicht Ernst in spürte man auch keinen Hauch von Kaiser bekanntlich nur eine Drahtpuppe ist in |t 8h seiner Umgebung. Deswegen ist dieses ffmeste Treiben des chinesischen Schattenkaisers auch W alseine ernsthafte Friedenskundgebung der Chinesen aufzufaftn, sondern lediglich als ein neuer Beweis da'ür, mm deu Chinesen nur mit voller Entschiedenheit M mi klüftiger Energie beikommen und ihnen die er= Pderiche Einsicht batür beibringen kann, was Noth rm den chinesischen Feldzug zu beenden.

Antwort Kaiser Wilhelms ist eine Art Ultimatum \ chinesischen Monarchen und behandelt eingehend .rj Betracht kommenden Fragen. Sie lautet: ^d), der Deutsche Kaiser, habe das Telegramm Sr.

-^stät des Kaisers von China erhalten.

Ich habe daraus mit Genugthuung ersehen, daß Eure /^(it bestrebt sind, die schändliche, jeder Kultur hohn- "tibe Ermordung Meines Gesandten nach Gebrauch Vorschrift Ihrer Religion zu sühnen. Doch kann t.^-Äls Deutscher Kaiser und Christ diese Unthat durch inltopfer nicht als gesühnt erachten. Neben Meinem '^Ibeteu Gesandten ist auch eine große Anzahl von *Wern christlichen Glaubens, Bischöfe, Missionare, Furien und Kinder vor den Thron Gottes getreten, die ihres Glaubens willen, der auch der Meinige ist, nter Martern gewaltsam gestorben sind und als Au- äger Eurer Majestät erscheinen. Reichen die von Eurer Majestät befohlenen Trankopfer für alle diese Unschul- gen aus?

Ich mache nicht Eure Majestät persönlich vcrant- ortlich für die Unbill, welche gegen die bei allen Völ- rn für untastbar geachteten Gesandtschaften verübt, noch ir die schwere Kränkung, welche so vielen Nationen, Obsessionen und den Unterthanen Eurer Majestät, die Reinem christlichen Glauben angehören, zugefügt nwrden t. Aber die Rathgeber des Thrones Eurer Majestät, e Beamten, auf deren Häuptern die Blutschuld des erbrechcus ruht, das alle christlichen Nationen mit ntsetzen erfüllt, müssen ihre Schandthat büßen, und wenn ure M«jestüt sie der verdienten Strafe zuführen, so

und geschmähte Submissionsverfahren der staatlichen und kommunalen Behörden erhält durch nachstehenden Fall eine etwas eigenartige Illustration. Hier wird bekanntlich eine Kaserne für das dem 11. Armeekorps zugetheilte 21. Pionierbataillon gebaut und ist die Leitung des Baues Herrn Regierungsbaumeister Kegel übertragen worden. Zu der Kaserne gehört aber auch ein Exerzierplatz, zu dessen Herstellung ca. 28000 Kubikmeter Boden bewegt werden müssen, die zum Theil aus einer Tiefe von 7 Meter heraufzuholen sind und von denen ca. 22000 Kubikmeter etwa 600 Meter weit bergauf zu transportiren sind, eine Arbeit, die in 70 Tagen fertig gestellt sein soll und über die von einem Fachmann das Gutachten ge­fällt wurde, daß der Unternehmer sie nicht unter 90,000 Mark ausführen könne. Bei der am Sonnabend im Bureau des genannten bauleitenden Architekten erfolgten Eröffnung der eingegangen 12 Angebote stellte sich, wie dieH. M." schreibt, indessen heraus, daß nur eine einzige Preisiorderung mit 82,885 Mark annähernd gleichkam. Die übrigen Forderungen bewegten sich zwischen 32,943 Mark und 127,444 Mark. Die niedrigste Forderung betrug mithin etwa / der Höchstforderung, die beiden nächstniedrigsten machten ca.,3 der Höchst orderung aus. Da mache sich einer einen Vers drauf.

Angestaunt und bewundert wird, wie aus dem Kreise Heilsberg gemeldet wird, dort die Leistung eines 9 l jährigen Greises, des Schmiedemeisters und Kirchen- vorstehers Koch aus Kerschdorf. Eines Tages war an der Klingelglocke zu Kloster Springborn der Strang ge­rissen. Die Glocke befindet sich ganz oben im Thurme. Um nun den Schaden auszubessern, müssen ganz gefähr­liche Kletterpartien gemacht werden. Von den jungen Leuten wagte sich niemand hinauf. Ehe man sich ver­sieht, hat da unser alter Freund den Rock ausgezogen, und ohne ein Wort zu sagen, befindet er sich bereits auf dem gefährlichen Wege. In ganz kurzer Zeit ist der Schaden zurecht gemacht, und der jugendfrische Greis wieder wohlgemuth unten.

Hammelburg, 2. Okt. Von einer Granate zerrissen wurde noch kurz vor Schluß der heurigen Uebungen auf dem Truppenübungsplätze bei Hammelburg der Sol­dat K. beim Arbeitskommando, der in Bälde seine Ent­lassung erhalten hätte. Von einer halben Granate wollte er sich den Kupferring als Erinnerung mit in die Heimath nehmen und brächte deshalb das Geschoßstück aufs Feuer. Kaum erwärmt, explodirte dasselbe, schlug dem Bedauerns­wertsten die Hand ab und riß ihm die Seite auf, so daß der Tod sofort eintrat. Zwei fernstehende Kameraden erlitten bedeutende Brandwunden, ein Infanterist wird das Augenlicht einbüßen.

Bei Heidelberg fuhr am Samstag Abend ein Personen- zug auf den Localzug. Es wurden fo-ort vier Person getödtet und etwa 80 theils schwer, theils leicht verletzt. Schuld trägt ein Beamter der Station Karlsthor, der den Personenzug passiren ließ, bevor die Strecke frei war.

Saarbrücken. 6. Oktober. Vor dem hiesigen Schwur­gericht stand gestern der evangelische Pfarrer Piper aus Elversberg unter der Beschuldigung, die ihm zum Bau einer Kirche und eines Schulhauses in Elversberg über- wiesenen Gelder sowie Gelder des Gustav-Adols-Vereius in Höhe von 30,000 Mark unterschlagen zu haben. Ferner war er angeklagt, 130 Quittungen des Presby- teriums getälscht und sich dadurch eine Summe von 3 4000 Mark widerrechtlich angeeignet zu haben. Außer diesen Unterschlagungen wurde er mehrerer Sittlichkeits- vcrbrechcn beschuldigt. Das Gericht verurtheilte den Angeklagten, welcher geständig war, ohne Annahme mil- iernder Umstände, zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.

Oberammergau. Am letzten Dienstag ging die Ober» ammergaucr Spielzeit zu Ende. Die letzten .drei auf­einanderfolgenden Passionsspiele waren, nach derFr. Z." noch von 11,000 Personen besucht; unter diesen waren Amerikaner, Engländer, Franzosen, die sonst das Hauptkontingent bildeten, nur noch spärlich vertreten; die Landbevölkerung, die tn Massen zum Oktoberfest und von dort nad) Overammergan gemu war, üverwvg. Rund 200,000 Besucher haben sich zu den 4 8 Auf­führungen eingefunben, die in der Zeit vom 20. Mai bis 2. Oktober stattfanden; unter diesen 48 Aufführungen (vor zehn Jahren gab es nur 40) waren 20 Nachspiele. Die Eintrittsgelder werden auf 1,200,000 Mark, der sonstige Verdienst der Oberammergauer auf drei bis vier Millionen geschätzt. Noch größeren Varihei! hatte