Einzelbild herunterladen
 

gerg, der nach der Saar hin steil aLfällt, aber auf dem! furch ein Fichtenwäldchen in Serpentinen führenden Pfad eicht zu besteigen ist. Am Fuße des Berges schon ein Treuz und oben eins, an der südlichen, sanfteren Ab­dachung noch mehr, dieselbe Inschrift tragend, wie die­sigen beiWörth: 6. August 1870. Man hat diesen gerg mit Recht auserwählt, auf seinem Scheitel das feutsche Denkmal zu tragen. Aus weiter Ferne rundum ist es zu sehen. Aus massigem, gewölbtem, mit Ein- fingen versehenem Unterbau, dessen Galerie schon eine Veite Fernsicht darbietet, erhebt sich ein runder, imposanter Thurm, in welchem man noch höher steigen kann. Vom Winterberg aus sieht man so recht die lang hingestreckten Spicherer Höhen. Einzelne, sich unterscheidende Berge sind es nicht. Sie bilden aneinander schließende Abhänge jnit wenigen Einsenkungen. Diese Abhänge sind mit Einzelnen Obstbäumen und Pappeln bestanden und be­stehen theils aus beraster, theils aus bebauter Fläche, ^ber steil, sehr steil sind sie. Solche Abhänge kämpfend ersteigen und die oben stehenden Feuerschlünde zum Weichen bringen, das können nur von höchster Tapferkeit beseelte Soldaten. Oben, weithin sichtbar, Denkmale; unten, srechts von der Forbacher Straße, im Weizenfeld, ein Massengrab mit Kreuz. Dann das frühere Grenzzoll- Haus, wo die ersten Schüsie gewechselt wurden. Dann links der Bergeshang mit Wald bewachsen; da steckt wohl manche Musketenkugel in den Bäumen, scilicet manches kleineGeschoß". Die Straße nach Spichern Ueht da hinauf. Wald auch jenseits der Feldflur, nach festen hin, von wo der General Kamecke mit seiner Division vorrückte. Eine Fortsetzung der Spicherer Höhen nach Osten hin bildet der Stiftswald von St. Mnaul, in welchen der französische General Frossard leinen Theil seiner Streitkräfte versteckt hatte. Aber auf MN steilen Weg, den man sieht, gelang es den Preußen, die ersten Geschütze auf die Höhe zu bringen. Dies Beschleunigte die Niederlage'der Franzosen. Weiter wan- dernd auf der Forbacher Straße kommt man nach dem nahen Stieringen, wo es an Kohlenstaub nicht fehlt und zu dem dortigen Eisenwerk Wendel. Auf einem -freien, mit schattigen Bäumen bestanden Platz fesselt den Blick und das Interesse des Verweilenden das schöne, weiße, mit Inschriften versehene Standbild der Jungfrau Maria. Die Inschriften lauten aus der Vorderseite des Postaments:Je suis limmaculee Conception. Auf der Rückseite:Stiering-Wendel & Marie. Sie wird Mlfen. Sie hat geholfen." Zwischen den Spicherer Höhen und dem Winterberg, neben der Straße, ist auf einer sich mäßig erhebenden, großen Fläche der Exerzierplatz hergerichtet. Als wir später in Saarbrücken einkehrten, ftheilte uns der Wirth mit, bei dieser Herrichtung hätten Aiegergräber entfernt werden müssen. Die Gebeine her Begrabenen seien deßhalb in mehreren Särgen auf den nahen, gleich nach der Schlacht angelegten militärischen ^Ehrenthal" gebracht und dort zur weiteren Ruhe be­stattet worden. Auch wurde uns ein Kästchen mit ver- , schiedenen Sachen aus den Gräbern gezeigt; man hätte solche Sachen von Personen, welche mitbeschäftigt waren, erhalten können. Das Kästchen enthielt Uniformknöpfe, /tvvhlerhaltene Ledersachen, eine noch halbvolle gläserne Feldflasche und dergl. mehr. Dieser FriedhofEhren- thal" liegt dem neuen Exerzierplatz gegenüber, an der westlichen Seite der Straße. Zu seiner Pflege ist ein eigener, dabei wohnender Gärtner bestellt. Er ist eben, uur an der einen Seite erhebt er sich und lehnt sich, Un dieser Seite mit Fichten bepflanzt, an das ansteigende Meld. Dort steht auf erhöhter Stelle die Viktoria, einen Walmzweig haltend. Ein Garten kann nicht schöner

Unterhalten sein, wie dieser Friedhof. Es lohnt sich Hurch den Eindruck, den man empfängt, bei den Denk- Wnlen, Grabsteinen und eisernen Kreuzen zu verweilen. I__(Schluß folgt.)_______

Die Irre von Sankt Rochus.

Kriminalroman von Gustav Höcker.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

. Man hätte meinen sollen, daß diese Folgerungen SOstroms dem jungen Arzte aus der Seele gcsproi>cn °ren, und dennoch berührten sie sein Inneres wie Rest c Frühlingsknospen. Er merkte, wie es um ihn stand, ^cht Gefühle für die schöne, unglückliche Zellenbewohne u in ihm die Oberhand gewonnen hatten, und der De- iüv merkte es auch. Sich vorzustellen, daß Konstanze > dem Professor in einem innigeren Verhältnisse als oein einer Vorleserin gestanden haben könne, erschien Gerth Unmöglich^ aber vielleicht nur, weil ihm dieser Gedanke unerträglich war. Und doch hätte hiermit das Schweigen Elches sie sich selbst auferlcgte. das Geheimnis, in wel ^ sie sich einhüllte. seine einfachste Erklärung gefunden! schien es denn aber denkbar, daß der Zartsinn einer Mädchens, die Furcht, vor einer öffentlichen Versamm- "Ug ein Herzensverhältnis einzngestchcn, so weit ging, sie lieber den Verdacht eines surchtbaren Verbrechens sich nahm, als die Beweggründe bloszulegen. welche anderen Person den gewaltsamen Tod des Gelehrten wünschenswerth machen können?

, Allram ließ ihm Zeit zu dieser Gedankenreihe. Dann N "' a*$ wolle er das Gespräch von der bisherigen Achtung ablenken:Das tragiche Ende Professors ^rgis hat mich mit lebhaftem Antheil erfüllt. Ich Mte Gelegenheit, seine persönliche Bekanntschaft zu

machen, zwar nur vorübergehend, aber in dieser flüch­tigen Berührung war er mir sehr sympatisch. Es mag fünf Jahre her sein, als er in einer Diebstahlssache aus seiner Antiquitätensammlung war ihm ein kostbarer Gegenstand entwendet worden meine Dienste in An­spruch nahm. Ich ermittelte den Dieb und entlastete dadurch eine brave Person, auf welcher fälschlicherweise der Verdacht ruhcte."

So kennen Sie wohl auch Frau Bruscher?" frug Gerth aufmerksam.

Sie scheint Ihnen nicht aus dem Kopfe zu wollen," lächelte der Detektiv.Wie ich mich zu erinnern glaube, lag sie damals krank in einer Klinik. Ich habe sie nie gesehen. Im Uebrigen müssen Sie mit mir überein- stimmen, daß sie die Blutthat an ihrem Herrn nicht vollführt hat, denn ihre Abwesenheit zu jenem Zeitpunkte, wo dies geschah, ist durch einwandsfreie Zeugen nach­gewiesen."

Daran läßt sich nicht rütteln," stimmte der Irren­arzt bei.Aber ein Mörder ist vorhanden, und an die Schuld Konstanze Herbronns glaube ich nun und nimmer, mehr. Im Vertrauen zu Ihnen gesagt: ich glaube auch nicht, daß sie an Epilepsie leidet, und was sie in un­zurechnungsfähigem Zustande nicht beging, dazu war sie bei gesundem Sinne nur um so weniger fähig. Für die Erforschung des wirklichen Mörders wird mir kein Preis zu hoch sein, und ich bin in der Lage, ihn zu erlegen. Nennen Sie mir die Summe, die ich deponieren soll."

Wie ich Ihnen mittheilte, bin ich halb und halb schon versagt," entgegnete der Detektiv.Doch will ich Sie aber mit keinem unbedingten Nein fortgchen lassen. Sie werden von mir hören; ich gebe Ihnen mein Wort darauf."

Doktor Gerth schüttelte die ihm treuherzig dargebotene Hand und verabschiedete sich. . .

Als Allram allein war, ging er in seinem Zimmer auf und ab, die Hände auf dem Rücken. Als Detektiv war er durch strenge Selbsterziehung dahin gelangt, daß selbst seine Gewohnheiten auf seinen Beruf zugeschnitten waren und daß er sich von jeder Gewohnheit frcihielt, die ihm darin hätte schaden können. Daher führte er auch nie laute Selbstgespräche. Hätte er aber in einem solchen die Gedanken, die ihn bei seinen Spaziergauge durch das rZimmer beschäftigten, in Worten ausgedrückt, so würden diese etwa so gelautet haben:Kuriose Ge­schichte das! Ein junger Irrenarzt verliebt sich in seine Patientin, die in geistig gestörtem Zustande einen scheuß­lichen Mord begangen haben soll. Ich soll nun diesen Mord von ihr nehmen. Eine verdammt harte Nuß zum knacken. Aber wenns gelänge,' so machte ich das Pär­chen damit hundertmal glücklicher als die hundert Gläu­biger des sauberen Sebastian Sexauer, wenn ich ihnen den Kerl mit sämtlichen mitgenommenen Geldern zur Stelle schaffte."

Das war nämlich jener Fall, dessen Uebernahme Titus Allram bereits halb und halb zugesagt hatte. Se­bastian Sexauer, der Inhaber eines Bankgeschäftes, hatte nämlich einen glänzenden Bankerott gemacht und sollte dabei ein paar hunderttausend Mark bei Seite geschafft haben. Es war ihm gelungen, aus der Untersuchungs­haft zu entkommen. Nach allen Haupthäfen waren tele­graphische Weisungen zu seiner Verhaftung ergangen, aber ohne Erfolg, trotzdem er an gewissen äußeren Merk­malen leicht kenntlich war. Nun wollte man ihn in Kairo gesehen haben; so ging das allgemeine Gerücht, dessen Herkunft Niemand nachweisen konnte. Mehrere Geschäftsfirmen, welche bei dem Bankerott große Verluste erlitten, hatten sich an Herrn Titus Allram gewendet. Er sollte nach Kairo reisen und von dort aus die Spur des Flüchtlings weiter verfolgen. Schon oft hatte sich in der Lösung derartiger Aufgaben sein außerordentlicher Spürsinn erprobt. Da er jedoch an das unverbürgte Gerücht, welches den Durchgänger in Kairo auftauchen ließ, nicht glaubte, sondern eher vermuthete, es sei von unbekannten Freunden des Bankerotteurs ausgesprengt worden, um die Verfolgung irrezuleiten, so hatte er noch keine feste Zusage gegeben. Nun war er vor die Wahl gestellt, seine Dienste entweder den Gläubigern Sexauers oder dem Doktor Gerth zu widmen. Der letztere Fall schien fast hoffnungslos; aber der junge Irrenarzt aus St. Rochus hatte Allrams Sympathie und Theilnahme erweckt, und der Detektiv besaß eine schwache Seite: er hatte nämlich ein Herz. . . . (Fortsetzung folgt.)

Heil Dir, Du Deutsches Flottenheer!

Laßt die Deutsche Flotte rauschen Uebers Meer,Volldampf vorraus!" Wo die fernen Brüder lauschen Auf der Heimath Gruß hinaus!

Der Kaiser ruft, die Wehr ist da! Die Anker hoch! Hurrah, hurrah! Mit Gott" hinaus aufs weite Meer, Heil Dir, Du Deutsches Flottenheer!

Geht's Euch hart bei fremden Zungen, Brüder, bleibt voll Zuversicht!

Unser Deutschland, ruhmumschlungen, Läßt die fernen Seinen nicht!

Der Kaiser ru t, die Wehr ist da! Die Anker hoch, hurrah, hurrah! Mit Gott" hinaus au's weit: Meer, Heil Dir, Du Deutsches Flottenheer!

Hoch am Schiffsmast soll sie wehen, Unsre Flagge schwarz-weiK-roth Unter ihr zum Sieg foKS gehen Oder in den Heldentod!

Der Kaiser ruft, die Wehr ist da! Die Anker hoch, hurrah, hurrah! Mit Gott" hinaus aufs weite Meer, Heil Dir, Du Deutsches Flottenheer!

Deutsche Flotte, trag ins Weite Deutsches Wort und Deutsche Lehr', Deutsches Lied sei Dein Geleite Und Dein Lohn: Die Wiederkehr! Der Kaiser ruft, die Wehr ist da! Die Anker hoch, hurrah, hurrah! Mit Gott" hinaus aufs weite Meer, Heil Dir, Du Deutsches Flottenheer!

Elisabeth Schmidt-Leipzig.

Aufruf.

Deutsches Blut ist in China geflossen, taufende unserer braven Seeleute und noch zahlreichere des Streitkräfte deut­schen Heeres sind dorthin gerufen, schwere Kämpfe stehen ihnen dort bevor. Unsere Truppen in ihrem gefahrvollen Dienste zu unterstützen, ihren bedürftigen Angehörigen und den Hinterbliebenen der im Kampfe Gefallenen werkthätige Hilfe zu leisten, den Verwundeten ihr Loos zu erleichtern, ist jetzt unsere Pflicht; die geordnete Fürsorge des Reiches muß durch die Liebesthätigkeit des gesammten Volkes ergänzt werden.

Auch wir wollen uns dieser Aufgabe widmen und zu dem angegeben Zwecke freiwillige Geldspenden sammeln.

Cassel, den 24. Juli 1900.

Der geschästs ührende Ausschuß des deutschen Flotten- vereins für den Reg.-Bez. Cassel.

Kieckebusch, Oberst a. D., Vorsitzender. Klöffler, Landesrath a. D. stellv. Vorsitzender.

Brunner, Stadtsyndikus, Schriftführer. G. Plaut, Bankier, Schatzmeister.

Indem ich vorstehenden Aufruf zur allgemeinen Kenntniß und Behersigung bringe, will ich bemerken, daß freiwillige Geldspenden und Liebesgaben von mir gern entgegengenommen und weiter befördert werden. Bei Spendung von Liebesgaben ersuche ich indessen, vorher bei mir anzufragen, damit geprüft werden kann, ob die betreffende Spendung zur Weiterbeförderung ge­eignet erscheint.

Schlächtern, den 2. August 1900.

Der Vorsitzende des Kreisflottenausschusses: Müller, Kgl. Katasterkontroleur.

Ein Opfer der Politik.Ist es denn wahr, das die Europäer China zertrümmern wollen?"Ja, mein Dienstmädchen hat heute schon mit der großen chinesischen Vase im Salon den Anfang gemacht."

Markt and Handelsnachrichte«.

Frankfurt, 6. August. Amtliche Notirungen der Viehmarkt, preise. Zum Verkaufe standen 388 Ochsen, 48 Bullen, 774 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 380 Kälber, 246 Schafe und Hämmel und 1271 Schweine. Bezahlt wurde (ür 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, auSgemästete höchsten SchlachtwerthS bis zu 6 Jahren 67-69 M., b. junge fleischige nicht auSgemästete und ältere auSgemästete 63 65 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 57-62 M., ck. gering genährte jeden Alters -, M. Bullen r ». vollfleischige Höchsten Schlacht« werthes 55 56 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 5152 M., c. gering genährte M., Kühe und Fersen (Stiere und Rinder) : a. vollfleischige, auSgemästete Färsen Stiere und Rinder höchsten SchlachtwerthS M. 61-64, b. »vllr. fleischige auSgemästete Kühe höchsten SchlachtwerthS di« zu 7 Jahren 55 57 M., c. ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 39 bis 41 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder, 30 32 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder^ 27- 29 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht Kälber: a. feine Mast. (Vollm. Mast) und neueste Saugkälber 76-80 Pf^ b. mittlere Mast- und gute Saugkäblber6770Pfg o. geringe Saugkälber 56 bis 58 Pf., d. ältere geri ng genährt Kälber (Freffer). Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 6264 Pf., b. altere Masthämmel 48 52 Pf., mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 3840 Pfg. Schweine: a. vollfleischige der feineren Raffe» und deren Kreuz, ungen im Alter bis zu l1!« Jahren 52 Pf., b. fleischige 50 bis 51 Pf., c. gering entwickelte, sowie Saue» und Eher 0060 Pfg., d. ausländische Schweine . Pf.

Frankfurt«. M., 6. August. Hiesiger Weizen 15,2550 M. Hiesiger Roggen 15,-16.20 Russischer 16,7517,25 Hiesige Gerste. 15,25 - 16,2 Pfälzer 16,20-18 50 Hafer je nach Qualität hiesiger 14,2514,5u Mark per 100 Ado.

Foukarä-8eiä.-Koöe

31,80 Mk.

unb bSber 4 Meter ! rorlo- unb zollfrei ziiqesan« Muster! umjetzen» ebenso von schwarzer, weißer und farbiger ,<enn<bcra=Seioe* von 75 Pfe bis 18,65 per Meier.

G. Henneberg, Seidenfabrikant (k. u. k.Hofl.) Zürich.

MK^ Offene Beinschäden, Krampfader- geschwüre, Hautkrantheiten und Lu­pus gehören zu den hartnäckigsten, langwierigsten Krank­heiten. Alle, die daran leiden, machen wir an dieser ! Stelle ganz besonders auf den unserer heutigen Gesammt« auflage beiliegenden Prospekt des Herrn Jürgeufeu in Herisau (Schweiz) aufaufmerksam. Selbst gänzlich veraltete Fälle wurden, wie der Prospekt aufweist, völlig geheilt.Man wende sich schriftlich an Herrn Jürgeufeu« Herisau (Schweiz). Briefe nach der Schweiz kosten 20^