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Melius est nos mori, quam videre mala gentis nostrae et sanctorum. (Siehe 1. Maccab. 3, 59) Auf einer andern Seite die Inschrift: Aux cuirassiers dits de Reichshoffen. Darunter: Militibus Gallis hic interemptis die 6. Augusti 1870. Defuncti adhuc loquentus. Erexit patria morens anno do- mini 1873.

Auch die tapferen Zweiunddreißiger haben inzwischen ihr Denkmal erhalten. Von den untern Häusern von Morsbronn aus fuhren wir den Hohlweg hinauf, um nach demNiederwald" und durch denselben nach Elsaß­hausen zu gelangen. An der Böschung des Hohlwegs wieder Kreuze mit der Inschrift: 6. August 1870". Ja, dieser Hohlweg war wohl eine gute Deckung, aber viele mögen auch hier geblieben sein. Wenn man auf Aeckern solche Kreuze bemerkt, so stehen sie gewöhnlich nur an kleinen Hügeln, wie wenn einzelne Krieger da ruhten. Die Hügel mancher Massengräber mögen wohl bis auf die Form eines einzigen Grabes verebnet worden sein, der Bebauung der Aecker wegen. Rechts, im sanft sich abwärts neigenden Feld, unweit des Waldes, trat der Albrechtshäuier Hof hervor: er war ein heiß um­strittenes Kampfobjekt. Beim Austritt aus dem Wald, der eine große Fläche einnimmt, lag Elsaßhausen vor uns und wir hielten an der vom Waldsaum nach dem Dorf sanft ansteigenden Wiesen- und Ackerfläche. Hier brachen die deutschen Soldaten, nachdem sie den Feind aus dem Wald verdrängt hatten, hervor und bahnten sich, wie die Kreuze es sagen, blutigen Weg nach dem Dorf. Hier fochten auch die württembergischen Truppen tapfer mit; ihren Gefallenen sind hier Denkmale gesetzt. Zwischen Elsaßhausen und Fröschweiler befindet sich die nicht sehr große, südlich von dem in der Richtung nach Reichshofen sich hinziehenden Wald begrenzte, aus Wiesen und Ackerland bestehende Ebene. Hier war heißes Kampf­gewühl. Auch hier wieder Attaken von französischen Kürassieren, diesmal von der Division Bonnemains, welche aber, wie die bei Morsbronn, unter den ver­nichtenden deutschen Geschossen dahinsanken. Hier sollen

auch Mac-Mahons Wagen mit den verschiedenen Effekten erbeutet worden sein. Einige Schritte unterhalb Elsaß - Hausen, auf einem vorspringenden Rasenplatz, steht das deutsche Denkmal. Eine von vier Viktorien umstandene Säule, auf deren Kapital der Adler triumphirend die Schwingen ausbreitet. Ein schönes eisernes Gitter um­gibt den Sockel. (Fortsetzung folgt.)

Aus unserem Leserkreise geht uns mit der Bitte um Abdruck nachfolgendes, durchaus zeitgemäßes Eingesandt (aus dem Han. Anz) zu: Wie feiern wir in diesem Jahre Sedan? Folgende Anregung bürste allgemein interessiren: 30 Jahre sind es her, daß der große Jubelsturm das Land durchbrauste, daß die Glocken den glor­reichen Sieg Alldeutschlands und den Niederbruch des korsischen Kaiserthums laut von Thurm zu Thurm verkündigten. Seitdem haben wir alljährlich am 2. Sep­tember im tiefsten Frieden des großen Tages gedacht, haben unsere Herzen und Hände zu Gott erhoben und ihm gedankt, daß er aus dem Schlachtfelde von Sedan ein einziges deutsches Reich erwachsen ließ, den Hort des Friedens für Europa. Und dieses Jahr! Zum ersten­male stehen wieder deutsche Soldaten vor dem Feind, zum erstenmale ist wieder Trauer um Gefallene in deutsche Häuser eingezogen und täglich bangen Mutter­herzen um ferne Söhne; Bräute und Frauen greifen zitternd nach den Verlustlisten aus dem fernen Asien! Sollten wir auch dieses Jahr rauschende Feste feiern, Umzüge verunstalten, Feuerwerke abbrenncn! Nein, die Musik würde allzugrell von den ernsten Gedanken ab- stechen, der Knall der Feuerwerkskörper nur allzusehr an den Kanonendonner erinnern. Wir wollen dieses Jahr von einer solchen Feier absehen. Aber giebt es denn keine geeignetere Art? Wir meinen doch; ehe im Jahre 1870 die Truppen hinauszogen, da vereinigte man sich zur ernsten Abschiedsfeier; als vor kurzem in Südafrika der Buren Lage traurig, ernst wurde, ordnete der alte ehr­würdige Präsident Krüger einen allgemeinen Kirchgang an.

Und wenn wir weiter zurückblicken, haben wir nicht 1813 ein großartiges Beispiel ernster Volksfeier, sehen wir nicht Theodor Körner dort in dem kleinen Kirchlein zu Rogau mit all den anderen Freiheitskämpfern sich zur Fahrt stärken! So denken wir uns auch dieses Jahr als beste, würdigste Sedanseier einen ernsten Bittgottesdienst; die Kriegervereine mögen mit ihren Fahnen sich in ihre Kirchen begeben. Alle anderen festlichen Veranstaltungen mögen aber unterbleiben; man sammle lieber das Geld und schicke es an die Zentralkasse vom Rothen Kreuz, der bald - wer wollte es sich verhehlen! - gar viele Mittel nöthig haben wird. Und auch in den Schulen möge die Feier einen ernst-demüthigen Charakter tragen; auch dort unterlasse man Umzüge, Spielfeste u. dergl. Die Zeiten sind znm erstenmale wieder ernst, also muß auch die Sedanseier bei einem ernsten Volke einen ernsten Charakter tragen.

Kindliche Auffassung. Frau Meyer:Nun, Käthchen, wie geht's denn Deiner Mama?* Käth- chen:Danke, ich glaube ganz gut; sie sagte wenigstens gestern Nacht zu Papa, als er spät nach Hause kam: Es wird wirklich immer besser!

Telegraphischer Schiffsbericht der ..Red Star Linie' in Antwerpen.

Der PostdampferKeusingtou" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 31. Juli wohl­behalten in New Aork angekommen.

Der PostdampferSwitzerland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 1. August wohl­behalten in Philadelphia angekommen.

Kirchlicher Anzeiger für Schlüchtern.

Sonntag, den 5. August 1900.

Vormittagsgottesdienst: Herr Pfarrer Bode-Marjoß. Nachmittagsgottesdienst: Herr Pfarrer B od e. Wochendienst: Herr Pfarrer Haltend orff.

Katholischer Gottesdienst

fällt aus.

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findet Dienstag, den 7. August l. Js.

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