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SchlüchternerAttun

Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

M 60

Samstag, den 28. Juli 1900

51. Jahrgang

ictafhdhniflOtl auf ^Schlüchterner Zeitung" werben nod; fortwährend von allen ....... - - Postanstalten und Landbriefträgern, sowie von der Expedition entgegen genommen.

Amtliches.

Zur Errichtung einer Kaiserin Augusta-Gedächtniß- kirche in Weimar sind von Bürgermeister Elm in Schwarzenfels 5,25 Mk. eingegangen und an die Sammel- stelle abgeführt worden.

Schlüchtern, den 18. Juli 1900.

Der Königliche Landrath: Roth.

Deutsches Reich.

Berlin. Unser Kaiser hat Bergen, woselbst er am Montag eintraf, am Mittwoch verlassen. Nach den neuesten Bestimmungen trifft seine Majestät zur Ein­schiffung des ersten Detachements am Freitag in Bremer- Haven ein, kommt am 1. August abermals und bleibt dann, bis sämmtliche Transporte ausgelaufen sind.

DieNordd. Allg.Ztg." veröffentlicht nachstehenden Notenwechsel zwischen der Berliner chinesischen Gesandt­schaft und dem auswärtigen Amte. Die hiesige chinesi­sche Gesandtschaft hat am 21. d. Mts. dem Auswärtigen Amte folgende Verbalnote überreicht:Die kaiserlich chinesische Gesandtschaft beehrt sich, dem kaiserl. deutschen Auswärtigen Amte nachstehendes Telegramm des Staatsrathes zur gefälligen Kenntnißnahme zu bringen. Dasselbe war dem Gouverneur von Schantung, Juen- she-kai, zur Weiterbeförderung an den Taotai von Schanghai, lien yuen, behufs Uebermittelung an diese Gesandtschaft zugestellt worden. Der Kaiser der Tatsiug- Dynastie entbietet Seiner Majestät dem deutschen Kaiser Gruß. China und Deutschland haben lange in Frieden gelebt, und beiderseits hat kein Mißtrauen bestanden.

Neuerdings ist es zwischen der chinesischen Bevölkerung und den (einheimischen) Christen zu Haßausbrüchen ge­kommen, wobei unerwartet der kaiserlich deutsche Gesandte,! Freiherr v. Ketteler, von den Autständischen ermordet wurde, was Uns zum Ausdruck des tiefsten Bedauerns Anlaß giebt. Die Untersuchung behu's der Festnahme und Bestrafung der Mörder war im Gange, als bei

die anmaßende Zumuthung der chinesischen Regierung, nach dem unerhörten Bruch des Völkerrechts noch oben­drein die Vermittlerrolle zu übernehmen, die richtige Antwort gegeben, wie es die Würde und Ehre des Reiches erheischt. Gestützt auf sein gutes Recht wird Deutschland, der kraftvollen Initiative seines Kaisers folgend, nicht eher ruhen, als bis es für die frevelhafte Ermordung seines Gesandten Sühne gefunden und die Garantien erhalten hat, daß in Zukunft derartige völkerrechtswidrige Ver­brechen in China ausgeschlossen werden

Die Marinedehörde entsendet zahlreiche unverhei- rathete Arbeiter aller Ressorts der Staatswerften nach Kiautschau; der erste Transport geht am Mittwoch von Wilhelmshaven ab, der zweite Anfangs August. Frei­willige werden angenommen.

Eisenach, 23. Juli. Ein höherer chinesischer Offizier ist heute in einem hiesigen Hotel abgestiegen, um in der Fahrzeugfabrik Kriegsfahrzeuge abzunchmcn.

Der Typhus grassirt in Remscheid seit einiger Zeit in erschreckender Weise. Es liegen so viele Typhus- meldungen vor, daß das städtische Krankenhaus nicht im Stande ist, alle Kranken aufzunehmen und daher eine Baracke errichtet werden muß. Da vielfach angenommen wird, die Krankheit sei durch den Genuß des Wassers der Thalsperre hervorgerufen, so soll des Wasser nochmals untersucht werden.

Aus der Mark. Einem furchtbaren Verbrechen, be­gangen von der Tochter an der eigenen Mutter, ist man in Gurkow, Kreis Friedberg (Neumark) auf die Spur gekommen. Die dort ansässige 85jährige Wittwe Sauer- mann, welche mit ihrer 55 Jahre alten Tochter gemein­samen Haushalt führte, war Ende vorigen Monats spurlos verschwunden und ihr Verbleib konnte trotz um­fangreicher Nachforschungen nicht ermittelt werden. Der von dem Vorfälle benachrichtigte Amtsoorstehcr begab sich nun kürzlich in Begleitung eines Gendarmen in die Wohnung der Vermißten und ließ das ganze Gehöft nach ihr absuchen. Hierbei wurde die entsetzlich ver­stümmelte Leiche der Greisin in einem Dunghaufen ver-

graben aufgefunden. Sie war mit einer Axt ganz zerhackt, und zwar gerade so, als ob der Schlächter das

U 0 ^enratung ve .U.UIUC eines geschlachteten Thieres zerkleinert.

7.7 " , M,..hnsfP waren gerade so mit dem Beile geknickt, rote dies der

Ä . &LÄL» e»t«.»«r !» tüuu pflegt. D-r Hals war zmz durch.

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Darauf erfolgte dre Einnahme der Befestigungen von

^S «- J X Si 9t bestehen herauszusuchen und wieder an die passende Körperstelle

Zwangslage gebracht ha u . Z o ».niemna und Die Mörderin hat, wie verlautet, die Mutter aus dem gemeinen Unwillens gegen die chinesische Regierung und zur Klärung der Lage bleibt nur das einzige Mittel, die

Wege geräumt, weil sie ihr zu lange lebte; sie hatte

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Majestät unser Herz in diesem Schreiben in der Hoffnung, daß dadurch der Fortbestand der freundschaftlichen Be­ziehungen gesichert werde, und daß Allerhöchstdieselben

Ausland.

Serbien. Der 24 Jahre alte König Alexander hat

bewogen werden, einen Plan zur Erreichung dieses sich mit der 39 Jahre alten Ingenieurs Wittwe Oraga Zweckes ins Auge zu fassen und die Leitung zu über-! Maschin verlobt und seine Verlobung m einem ^iam- nehmen, um die früheren friedlichen Zustände herbei- feste an das^Volk angekundigt. König Lcilan, der zuführen. Wir bitten, Uns einen günstigen Bescheid zu Ministerrath, »Staatsrath, Metropolit und der Pianeent ertheilen wofür Unsere Dankbarkeit Ew. Majestät gegen- der Skupschtina beschworen den jungen König vergebens, über immer lebendig bleiben wird. Gegeben am 23. das unselige Heiralhsprojekt auszugeben. Da« Minute»

nicht mehr mitthun zu wollen, wenn ihnen nicht fortan das Vierfache gezahlt würde! Namentlich die Australier sind äußerst enttäuscht und unzufrieden. Die Kaffern weigern sich, die Beerdigung der Gefallenen und an Krankheiten Verstorbenen zu leisten, wenn ihnen nicht pro Leiche ein Sixpence (50 Pfg.) bezahlt werde, und da ihnen dies nolens volens zugestanden werden mußte, so murren nun wieder die eigentlichen imperialistischen Söldner, daß sie nur 8 Pence (70 Pfgt. täglich erhielten, also schlechter als die Kaffern gestellt seien, trotzdem sie doch noch ihr Leben zu riskiren hätten.

Die Rettung der belgischen Ingenieure. Ein Korre­spondent desReuterschen Bureaus" meldet aus Shanghai folgende Einzelheiten über das Entkommen der belgischen Ingenieure der Lu Hau-Eisenbahn und andere Ereignisse, die am 4. Juni in der Nähe von Tientsin vorkamen. 30 Ingenieure mit 6 Frauen und einem Kinde verließen Paoting in 12 Booten unter der Eskorte des Direktors Cheng und einer Abtheilung Soldaten. Sie reisten 150 Li, ohne gestört zu werden. Beim Passiren eines der Seen aber kamen sie aus Versehen in einen flachen Kanal und wurden daselbst von Boxern eingeschossen, die unter anderem ein altes hölzernes Geschütz hatten, das allerdings nicht tödten, wohl aber verwunden konnte. Die Ingenieure erwiederten sofort das Feuer, das sich als sehr wirksam erwies. Viele der Boxer warfen ihre Gewehre weg und flohen, während die Fremden die Boote an das andere Ufer brachten und Alle landeten. Hier trennten sich vier von der Gesellschaft Und versuchten wahrscheinlich, nach Paotingfu zurück zu gelangen. Man hat seitdem nichts wieder von ihnen gehört. Nach chine­sischen Telegrammen soll der Führer der Vier, M. Ossent, enthauptet und seine Schwester getödtet und gräßlich zu- gerichtet worden sein. Die anderen Zwei sollen auch getödtet worden sein. Die übrigen 26 bildeten ein Vuweck, nahmen die Frauen in die Mitte und wandten sich in die Richtung auf Tientsin. Sie waren dabei ohne genügende Kleidung und Schuhe und ohne Nah­rungsmittel. Sie vermieden Dörfer und Städte und sümpften dreiundeinhalb Tage unausgesetzt. Sie ver­schossen über 2000 Patronen und glauben bestimmt, mehr als 100 Mann getödtet zu haben. Da Keiner von ihnen Chinesisch sprechen konnte, und ihr Dolmetscher aus Furcht vor den Boxern unbrauchbar war, konnten sie kaum Freund von Feind unterscheiden. Die Männer benahmen sich wie Helden und trugen die Frauen, als diese zusammenzubrechen drohten. Als sie noch dreißig bis vierzig Li von Tientsin entfernt waren, schienen fünf von ihnen infolge von Entbehrungen ganz den Verstand verloren zu haben. Sie trennten sich von den Änderen und gingen verloren. Zwei erschienen am nächsten Tage wieder; die Eine war durch einen Säbelhieb ver­wundet, und Beide waren vollkommen besinnungslos. Inzwischen hörte die Entsatzabtheilung von den Flücht­lingen, und es wurden 25 Freiwillige auf die Suche geschickt, die sie bald nach Tientsin brachten; es wurden dann noch 30 Kosaken ausgesandt, um die Anderen zu suchen. Die Kosaken kamen aber am 3. Juni mit einem verwundeten Offizier und zwei verwundeten Leuten zurück. Die Boxer hatten ihnen den Weg bei Toli versperrt. Die­selben waren schlecht bewaffnet, glaubten aber, wie man deutlich wahrnehmen konnte, fest an ihre Unverwund- barkeit. Sie machten mystische Zeichen, ehe sie zum Angriff riorgingen. Sie fochten mit großem Muth und führten außer Speeren schwere Säbel.

über immer lebendig bleiben wird.

Tage des 6. Mondes im 26. Jahre des Regierungsstiles Kwangsü (19. Juli 1900). Berlin, den 21. Juli 1900. Der kaiserlich chinesischen Gesandtschaft ist darauf am 24. b. M. die folgende Verbalnote zugestellt worden: Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Staats- winister Graf v.

lich chinesischen Gesandtschaft vom 21. d. Ms. enthaltend eine telegraphische Mittheilung S. Majestät des Kaisers von China an Se. Majestät den Kaiser und König er-

rinnt hat seine Entlassung eingereicht und der König sie

angenommen.

Kapstadt. Der Zustand der englischen Armee in Südafrika wird in derKap Times ' als geradezu er bärmlich bezeichnet. In und um Pretoria sind die

Bülow, hat die Verbalnote der kaiser-! Truppen längst auf halbe Rationen gesetzt, wen ,. ie ^1 aus - - ------ <>i v «n. ! porte von Kapstadt her nicht anlaugten und in Pretoria

zu

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchrer«, 27. Juli.

* Der Metropolitan und Pfarrer Fr. Orth Ramholz ist zum Superintendenten für die Diözese

Gelnhausen-Schlüchtcrn ernannt worden.

* Aus Anlaß der Neuordnung des Gerichtsvoll-

zicherwesens sind folgende Gerichtsvollzieher versetzt

selbst keine Lebensmittel, vor allem kein Mehl zu haben! worden: Gerichtsvollzieher Tilg zu Frankenberg, Pfeiffer

von E ar®e Ä b Bloemiontern ist ein ewiger großer Seuchenheerd, zu Oberkaufm.gen, Quin t zu Wächtersbach Wolff zu

halten Gra ow sieht sich nicht in der Lage, dieses wo jetzt mehr als 6000 englische Soldaten am Typhus Z.erenberg. Eyer zu K-rchharn, Fron.m zu Battenberg. &^ÄÄ WU und ^^ -* und die St-rb^it die U«rh°r.. Ziistr G-tt-ichzn M-b-cht-tN ^upe ^u «i-d-NiN °-ch..r

unterbreiten, solange nicht das Schicksal der in Peking 60 pro Tag erreicht hat.

Fast ebenso schlecht steht es zu Birstein, Willig zu Allendorf a. d. Werra, Schade

mgÄ ii- Ka^.Vw,«» «Ik Sorgte ««g-r. zu WMl. ^ ®«i p M.

SrÄnS S>-m und B«n üb-r bu»n°-r»n«°Nlich Ichl.ch,-» L,chl-»°n P°lrn zu F-i-d-w-id. «p-Imnun zu ffr°n.

ISi d.°. G-ilindl-i« B°rl-drun,-n Kiich-n-rS für die Pfl-g- d-r Krnul-N und laufen. »gafte zu Z<-g-ch»in. Si lo zu eontra,

Sühne aewädrt und für ein dem Völkerrecht und der Verwundeten". Im Felde drohen die kolonialen Truppen Tchirmochcr zu iÄroßalmecode. in den Bezirk des ^ ser-

«°»ti°ü lor^ lAuit-ali-r. K-nadi-r und dri,ich- Kaptäuder». die bisher. lande,,-richir zu Röln.

e«wTUtotl ta? ®w SiiUnv hat damit auf fünf Schillinge (fünf Mark) I°,licheu Sold -rhi-ll-n. 1 - Das di.-,°h-,,° Kirchen!-» fär die Taub,tummen

Garantie geleistet hat.