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Srftpeint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

M 45.

Mittwoch, den 6. Juni 1900.

51. Jahrgang.

Kl»stl»1>1t1ia§11 auf dieSchlüchterner Zeitung" roerben noch fortwährend von allen - ; Postanstalten und Landbriesträgern,

sowie von der Expedition entgegen genommen.

Amtliches.

J.-Nr. 1745. K. A. Die Herren Bürgermeister der Stadt- und Landgemeinden und die Herren Guts- vorsteher des Kreises werden ersucht, die Gemeindesteuer­listen (Personenstandsverzeichniß) pro 1900(1901 inner­halb 8 Tagen hierher einzusenden.

Schlüchtern, den 30. Mai 1900.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Roth.

meinsameu Vorgehens zur Abstellung der in der Kohlen- versorgung vorhandenen Mißstände zu berathen. Sollte sich das Kohlensyndikat den Wünschen der Handels» kammern gegenüber ablehnend verhalten, soll vorge­schlagen werden, bei der Regierung Beschwerde zu er­heben.

Neuwied. Der Oberstleutnant z. D. Felix v. Pestel ist im Alter von 77 Jahren zu Neuwied gestorben. Er war der erste preußische Stabsofficier, der sich im deutsch-französischen Kriege durch unvergleichliche Kühn­heit, Tapferkeit und Umsicht glänzende Lorbeeren gepflückt und seinen Namen volkstümlich gemacht hat. Im ersten

J.-Nr. 3189. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Kreisphysikus Dr. Cauer die Dienstgeschäfte am 1. d. Mts. wieder ausgenom­men hat.

Schlüchtern, den 1. Juni 1900.

Der Königliche Landrath: Roth.

Hefte seiner Studien über General Verdy du Vernois Episode des Detachements schildert.

Hildesheim, 31. Mai.

den Krieg hat bekanntlich die kurze, aber glänzende Saarbrücken eingehend ge-

Ein Kaufmann Fenchel aus

Deutsches Reich.

Berlin. Das Kaiserpaar hat mit den kaiserlichen Prinzen das Pfingstfest im Neuen Palais bei Potsdam verbracht. Am zweiten Pfingsttag nahmen die Majestäten an dem Stiftungsfest des Lehrinfanteriebataillons theil.

Der Drensteintritt des Kronprinzen Wilhelm beim 1. Garderegiment z. F. ging Mittwoch Vormittag im Potsdamer Lustgarten in feierlicher Weise vor sich. Zur Erinnerung an den Tag hat der Kaiser das 1. Garde, regiment noch dadurch -ganz besonddrs ausgezeichnet, daß er sämmtlichen Mannschaften die Kronenorder-Medaille verliehen hat.

Von den deutschen Karolineninseln wird ge­meldet, auf den Karolinen seien seit ihrer Abtretung an Deutschland Friede und Wohlstand eingekehrt. Der Gouverneur walte mit Gerechtigkeit seines Amtes. Die Raubzüge der Häuptlinge einer Insel auf die anderen Inseln hätten aufgehört. Häuptlinge, welche sich nicht fügten, würden bestraft. Einem japanischen Schooner, der mit Waffen und Munition zum Verkauf an die Ein­geborenen an der Küste von Ponape erschienen sei, sei 24 Stunden Frist zur Abfahrt gegeben worden bei Strafe der Beschlagnahme. Der Schooner sei ver­schwunden, und seitdem habe man nicht mehr versucht, Waffen und Munition zu landen.

In Berlin war am Mittwoch das Gerücht ver­breitet, auf den Kaiser sei unter den Linden geschossen worden, es stellte sich aber als unwahr heraus. That­sache war, daß ein Geistesgestörter dort zufällig allerlei Allotria trieb, als gerade der Kaiser vorüberfuhr. Der verhaftete Geistesgestörte hatte keine Ahnung von dem Vorüberfahren des Kaiserpaares gehabt, als er sich so wenig löblich aufführte. Er wurde als ein ehemaliger Lehrer Courbert aus Kyritz festgestellt. Lehrer Courbert ist 1873 in Charlottenburg geboren und besuchte später Präparanden-Anstalt und Seminar in Kyritz. Nach gut bestandenem Examen erhielt er eine Lehrerstelle in Kyritz bei Neustadt an der Dosse. Schon nach einem halben Jahre verfiel er aber in Verfolgungs- und Größenwahn

Berlin, der hier iu den letzten Wochen ein Wanderlager aufgeschlagen hatte, machte durch Anschlag am Laden­fenster bekannt, er werde den Verkauf am Samstag Abend schließen, und versprach demjenigen 1000 Mark, der ihm nachweisen könne, daß er später noch ein Stück Waare verkauft habe. Dies machte sich eine hiesige Frau zu nutze; sie ging am Montag hin und wünscht ein Täschchen zu kaufen, welches ihr bereitwilligst ver­abfolgt wurde. Sie holte nun Zeugen herbei und verlangte die Auszahlung der 1000 Mk., die ihr jedoch "verweigert wurde. Die Frau will eine Klage auf Auszahlung der Summe anstrengen. Zunächst muß der sJnhaber des Wanderlagers 40 Mk. Steuer für die angefangene Woche entrichten.

Recklinghansen. Beim Aufstellen eines Ventilators auf einer Zeche in Oberdisteln sprang plötzlich das Schwungrad der Dampfmaschine in Stücke. Ein Hilfs­arbeiter wurde von einem schweren Eisenstück getroffen

Ehrenrettung muß allerdings gesagt werden, daß es eine Tollkühnheit von ihnen gewesen wäre, der zehnfachen englischen Uebermacht geschlossenen Widerstand entgegen« zusetzen. Die Freiheit ihres Landes hätten sie nicht zu retten vermocht, sie hätten nur für sie sterben können. Präsident Krüger befindet sich allem Anscheine nach auf dem Wege nach der portugiesischen Küste. Er sucht also neutrales Gebiet zu gewinnen, um sich der Ge« fangennahme zu entziehen, die seitens der Engländer augenscheinlich in Aussicht genommen ist. Es wäre dem Präsidenten offenbar auch ein leichtes, sich den englischen Häschern zu entziehen, wenn Portugal nicht wieder zu merkwürdigen Proben seiner Neutralität entschlossen wäre. Der portugiesische Konsul in Lourenzo Marquez hat näm« lich plötzlich den Befehl ertheilt, den Durchgangsverkehr auf der Delagoabahn einzustellen, gleichzeitig wurden portugiesische Truppen an die Grenze geschickt. In den Küstenstationen ist die portugisische Flotte konzentriert. Ein Entkommen des Präsidenten Krüger nach dieser Richtung hin ist also ausgeschlossen.

Peking, 5. Juni. Es liegen Meldungen des belgi­schen Gesandten in Peking vor, welche die Lage in China als äußerst gefährlich schildern. Die Rebellen sollen auf die Sympathien der Kaiserin Regentin und zweier kaiserlichen Prinzen zählen dürfen. Nach einer Meldung desBureau Dalziel" sind jetzt 23 Kriegsschiffe vor Taku, darunter 9 russische, 3 englische, 3 deutsche, 3 französi­sche, 2 amerikanische, 2 japanische und 1 italienisches. Die Russen haben außer der Bemannung noch 11,000 Mann Truppen von Port Arthur mit Feldausrüstung auf ihren Schiffen und in Port Arthur seien weitere 14,000 Mann zur Abreise bereit.

und mit solcher Wucht gegen die Wand geschleudert, daß er sofort starb. Ein Monteur wurde ebenfalls schwer verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend, da auch das Dach des Gebäudes zum größten Theile zertrümmert wurde. Die durch die Luft fliegenden Eisentheile ver­bogen starke Träger wie. dünne Eisenstäbe.

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchtern, 5 Juni.

* Die Papierfrage wird für die Buchdruckereibe-

. und mußte 1894 seinen Lehrerberuf wegen offenbarer Geisteskrankheit aufgeben. Er ist bereits mehrfach in Berliner Irrenanstalten internirt gewesen. Er sagt, er sei von einer Prostituirten unglücklich gemacht und habe gegen diese Menschenklasse demonstriren wollen. Nun wird er von Neuem eingesperrt werden.

I Köln. Kunsthonig und Naturhonig. Vom Land­gericht Köln sind seiner Zeit der Kaufmann Jägersberg und dessen Ehefrau wegen Vergehens gegen das Nahrungs- wittelgesetz zu Strafe verurtheilt worden. Sie betreiben unter der Firma Westdeutsches Honighaus ein Honig- großgeschäft und verkauften alsHonig",weißen" oder »gelben Honig",reinen Naturhonig" undBlüthen- honig" eine Sorte Kunsthonig für 60 Pfennig das Pfund, für welchen sie selbst 30 Pfg. bezahlt hatten. Derselbe bestand bis zu 80 pCt. aus Zucker. Natur- bonig ist im Großhandel nicht unter 80 Pfg. das Pfund zu haben. Die Revision der beiden Angeklagten wurde bo»n Reichsgericht verworfen.

Die Beseitigung der herrschenden Kohlennoth bildet unausgesetzt die Hauptsorge Rheinlands und West- wlens. Auf Anregung der Handelskammer zu Barmen ^tt am 7. d. Mts. in Köln eine Versammlung von Handelskammervertretern zufammeu, um wegen eines ge-

Ausland

London, 31. Mai. DieWestminister Gazette" meldet, heute Abend habe in gut unterrichteten Kreisen gerüchtweise verlautet, daß Präsident Krüger etwa sechs Meilen jenseits von Pretoria gefangen genommen morden sei. Das Reutersche Bureau meldet aus Pretoria vom 30. d. Mts.: Britische Offiziere sind in Johannesburg und diktiren die Uebergabebedingungen. Es wird geglaubt, daß Widerstand geleistet wird. Die englische Avantgarde steht auf dem halben Wege zwischen Johannesburg und Pretoria. In einer vom Bürger­meister früh einberufenen Volksversammlung wurde ein Ausschuß gebildet, wozu der Richter Gregorowski gehört, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Präsident Krüger befindet sich in Watervalbooen. Die Goldminen fanden die in Johannesburg einziehenden Engländer unversehrt vor. Niederländische Bahnbeamte trafen in Lourenzo Marques ein, um sich nach Europa zu begeben. Der Versuch, den Präsidenten Krüger durch Abschneiden der Bahn bei Hatherley abzufangen, mißlang den Eng­ländern. So ist denn das Ende des Krieges schneller gekommen, als man noch vor wenigen Tagen erwartet hätte; da aber nun doch einmal nichts mehr zu halten und zu retten war, so ist es gut, daß nicht durch längere Verschleppung noch mehr Blut vergossen worden ist, als der Krieg so schon gefordert hat. Lange Friedensver­handlungen oder dergleichen sind natürlich ausgeschlossen, da die Engländer kurzer Hand auch die Transvaalrepublik für eine englische Provinz erklären werden, wie sie es bezüglich des Oranjefreistaates bereits gethan haben. Es gilt dann nun, die neuen Behörden einzusetzen und die Verwaltung der jüngsten englischen Kolonialprovinzen zu regeln. Das wird alles schnell gethan sein. Natür­lich wird zunächst eine starke englische Truppenmacht in

. sitzer und namentlich für die Zeitungsverleger eine immer . brennendere; denn wie jüngst verunstaltete Erhebungen ' ergeben haben, find die Papierpreise zum Theil bereits ( um 30 Prozent gestiegen, und da die Papierfabrikanten Ringbestrebungen im amerikanischen Genre zusteuern, so dürfte der Höchststand der Papierpreise noch nicht einmal erreicht sein. Wohl haben die Papierverbraucher, und das sind in der Hauptsache die Zeitungsverleger und die Buchdruckereibesitzer, Abwehrmaßregeln gegen das in die Wege geleitet, was nicht durch die Nothwendigkeit begründet ist, ihnen aber trotzdem angesonnen werden soll; aber, so schreibt der Vorstand des Buchgewerblichen Schutzverbandes in Leipzig, im Wesentlichen bleibt doch eine Vertheuerung des Papiers, dieses nothwendigsten Druckmaterials, bestehen, die die Druckereibesitzer nicht allein übernehmen können, sondern wofür sie Ersatz bei der Kundschaft suchen müssen. Es bedingt also schon die Papiervertheuerung eine Erhöhung der Druckpreise sowie ein Schadloshalten an den Abonnements- und Inseratenpreisen, und diese für das gesicherte Weiterbe­stehen des Druck- und Zeitungsgewerbes unerläßlichen Forderungen werden außerdem noch unter Zwang ge­stellt durch die eingetretene Vertheuerung vieler anderen Druckmaterialien und Maschinen, ferner durch die ge» gestiegenen Arbeitslöhne, durch die den Druckerei- und Zeitungsbesitzern auferlegten gesteigerten gesetzlichen Lasten und anderes mehr. Die 7000 Buchdruckereibesitzer Deutschlands, unter denen sich mindestens die Hälfte Zeitungsverleger und Zeitungsdrucker befindet, haben sich mithin mit voller Berechtigung über gemeinsame Forderung einer Preiserhöhung unter Führung des Buchgewerblichen Schutzverbandes zu Leipzig verständigt, und wenn sie diese Preiserhöhung auf Drucksachen mit nur 10 bis 15 Prozent bemessen und eine nach dem einzelnen Fall zu bemessende Erhöhung der Abonne­ments- und Inseratenpreise den Zeilungsverlegern als dinglich empfehlen, so wird dies angesichts der sie be­drückenden großen Preissteigerungen nur als sehr be«

den unterworfenen Gebieten zurückgehalten werden müssen, um etwaige Aufstände sofort mit Waffengewalt zu unter­drücken. Möglicherweise erweist sich aber auch diese Vorsichtsmaßregel als überflüssig. Die Buren scheinen des Krieges gründlich müde geworden zu sein, daß sie

cheiden bezeichnet werden können. Diejenigen Auftrag­geber der Druckereien, die in ihrem geschäftlichen Handeln »en GrundsatzLeben und leben lassen" anerkennen,

den Nimbus des HeldenthumS, der sie während der ersten Hälfte des Krieges bis zu Cronjes Kapitulation

ehen dies auch ein und haben der Forderung Drucker auch ohne viele Worte stattgegeben.

* Rückwirkende Kraft von sehr weittragender deutung legt das Reichsgericht in einem Beschlusse 24. April 1900 dem Bürgerlichen Gesetzbuche für

ihrer

Be- vom das

Verhältniß von Geschwistern zu einander bet. Nach den

umgab, in hohem Maße eingebüßt haben. Zu ihrer bisher maßgebend gewesenen Einzelrechten bestand für