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Ns>^p!!«ÄkLD^^ dieSchlüchterner Zeitung" werden noch foriwährend von allen .....= Postanstalten undLandbriestrügern, sowie von der Expedition entgegen genommen.

Deutsches Reich.

Berlin. Unser Kaiser trifft am Dienstag von Ur- ville aus in Wiesbaden ein, um Abends im dortigen Hoftheater der Generalprobe zuOberon" beizuwohnen. Die Festvorstellung findet am Mittwoch statt.

Aus Homburg wird gemeldet, daß die Kaiserin am 18. d. Mts. dorhin kommen werde; die kaiserlichen Prinzen und die Prinzessin Viktoria Luise werden bereits am 15. daselbst erwartet. Der Aufenthalt der Kaiserin mit ihren Kindern soll sich, wenn keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, über zwei Monate erstrecken. Der Kaiser hat einen längeren Besuch für den Anfang Juni in Aussicht gestellt.

Im Süden von Deutschostafrika sind reiche Funde von ungewöhnlich schönen Granaten gemacht worden. Schon vor zwei Jahren ließ das Kolonialamt die vom Bergassessor Bornhardt mitgebrachten Steine schleifen. Ihre Farbenreinheit nnd Größe fanden, wie dieDeutsch- ostafr. Ztg." schreibt, allseitig den größten Anklang. und die letztere Eigenschaft macht sie begehrenswerther als böhmische Granaten, welche bisher den Markt be­herrschten. Die geschliffenen Stücke wurden damals zu sehr annehmbaren Preisen verkauft. Das ganze Fund, gebiet ist bereits an einen Privatunternehmer vergeben worden, welcher nach einer überaus gut ausgefallenen Besichtigungsreise alles Land als Schürffeld belegte; auch die Schürffelder sind in den letzten Tagen in Berg- baufelder umgewandelt worden. Innerhalb 26 Tagen gelang es Herrn Marquardt, über 600 Kilogramm gut sortirter Granaten zu sammeln, wobei kleiK Stücke gar keine Berücksichtigung fanden. Diese Quantität ist durch einfaches Einsammeln an der Oberfläche gewonnen worden, wo sich die Granaten zwischen den Quarz- trümmern, mit welchen sie sich gleichzeitig aus den Verwitterungsprodukten des Augitgneises ansschieden. vorfinden. Da sich auch Fachleute an Ort und Stelle günstig über das GranatenbergfeldLuisenfelde" aus­gesprochen haben und in heimischen kaufmanni'chen Interessentenkreisen ein gutes Urtheil über die Qualität der Steine gefällt ist, werden, wie gewiß zu hoffen ist, in nicht langer Zeit deutsch osiafrikanische Granaten als ebenbürtige Konkurrenz für die bestehenden Sorten auf dem Markte erscheinen.

VonAsolut vertrauenswürdiger Seite" geht demBerliner Tageblatt" ein Brief zu vom 10. März aus Udala drei Tagereisen nordöstlich von Tabora datirt, welcher die auffallende Mittheilung enthält, daß es am Kivusee zwischen deutschen und Kongotruppen zum Kampfe gekommen sei. Die Stelle lautet: Die Herren aus Tabora sind mit allen Askaris (Soldaten) nach dem Kivusee gezogen, wo die Belgier (Europäer") die Deut­schen angegriffen haben. Es ist also Krieg. Alle Be­waffneten sind nach dem Kivusee aufgebrochen. Herr von Trotha Sohn ist vorgestern hier angekommen um nach Rukoba zu gehen.

Die Jahrhundertpostkarte der Reichspost ist nunmehr völlig vergriffen, und da auch der Bestand der alten Postkarten zum größten Theil ausverkauft ist, kommen nunmehr solche mit den neuen Germaniamarken zur Aus gäbe. Auch die für den Stadtverkehr giltigen 2-Pfennig- postkarten werden in wenigen Tagen in neuer Ausführung erscheinen. Die jetzigen Karten tragen das Werthzeichen in der Aus ührung der früheren 3-Pfcnnigmarken und waren bereits angefertigt, ehe die neue Markenzeichnung genehmigt worden war. Der vorhandene Bestand, der etwa 23 Millionen betrug, ist zum Theile vergriffen. Die neuen 2-Pfennigkarten, deren Wertzeichen ebenfalls die Germania zeigt, kommen in den nächsten Tagen an die Postämter zur Ausgabe.

Leipzig. Ein 5»jähriges Setzerjubiläum, obwohl an sich nicht häufig, pflegt doch nicht leicht die Auf­merksamkeit weiterer Kreise aus sich zu ziehen. An dem­jenigen aber, welches am 29. April Eduard Krüger in der J. B. Hirschfeldschen Offizin zu Leipzig feierte, werden die deutschen Gelehrten und alle Freunde deutscher Sprach­forschung freudiges Interesse nehmen. Denn Herr Krüger ist der Setzer des Grimmschen Wörterbuches. Bon un­gefähr 2000 Bogen, die es bis heute umfaßt, hat er bei weitem das Meiste selbst gesetzt, vom Dezember 1801

MittwoS, den 16. Mai 1900.

51. Jahrgang.

ab, wo das erste Manuskript Jakob Grimms in der Druckerei einlief, bis heute, wo die dritte Generation von Mitarbeitern an der Vollendung des Werkes beschäftigt ist.

Zum Konitzer Morde wird gemeldet:Der Zahnarzt Wimmert in Berlinchen (Neumarkt) will die Entdeckung gemacht haben, daß der Gymnasiast Winter bei einem Zahnarzte, den er konsultierte, in der Narkose starb. Der betreffende Zahnarzt soll, um einer Bestra­fung zu entgehen, die Leiche zerstückelt und die Theile nach und nach fortgeschafft haben. Herr Wimmert machte der Staatsanwaltschaft und allen Konitzer Be­hörden von seinen Ermittelungen Anzeige." In Konitz fand bei dem Zahnarzt Gut eine Haussuchung statt. Einige Sachen wurden beschlagnahmt. Inzwischen wurde demBerl. Lok.Anz." zufolge ein neuer Skelett­fund bei Konitz in dem benachbarten Groß-Bislaw ge­macht. Der Fleischer Grobowski fand in seinem Gar­ten beim Ausgraben eines eingegangenen Apfelbaumes ein menschliches Skelett, das anscheinend von einem zehn- bis zwölfjährigen Kinde herrührt. Das Skelett wurde polizeilich beschlagnahmt. Wie man vermuthet, ist das Skelett das eines Jungen aus dem eine Meile von Bislaw gelegenen Orte Jwitz, der plötzlich vor 8 bis 10 Jahren verschwunden ist. Die in der Jsraels- kischen Wohnung in Konitz beschlagnahmten Kleidungs­stücke sind nicht diejenigen des Ermordeten.

Elberfeld. Der Konkurrenzkampf der Waarenhäuser untereinander treibt hier eigenartige Blüthen. Die Firma Leonhard Tietz hat ihren neuerbauten Prachtbau eröffnet. Das große Waarenhans von Rud Schmoller & Co. veranstaltete am selben Tage und in derselben Stunde ein großes Konzert; es hatte dazu die Kapelle der 11. Husaren berufen. Daszog".

Dortmund. Vor Freude wahnsinnig. Im Dorfes Dorstfeld bei Dortmund hat sich ein bisher in ärmlichen Verhältnissen lebender Berginvalide, dem plötzlich die Nachricht von einer Erbschaft in Höhe von etwa 25000 Mark zuging, am Bettp'osten erhängt. Da kein be­sonderer Beweggrund für die That vorliegt, kann nur angenommen werden, daß die Freude über die Erbschaft den Unglücklichen um den Verstand gebracht hat.

Köln, 12. Mai. Deutzer Fahrbeamte erzählen von einem Gaunerstreich, der kürzlich in einem O-Zuge von Köln nach Hamburg ausgeführt wurde. In Duisburg stieg ein Herr, seines Zeichens Viehhändler, in ein , Abtheil 1. Klasse, in der Absicht, nach Holstein zu reisen, , um dort Einkäufe zu machen. Auf einer der nächsten <

Stationen stieg ein Reisender mit einem Fahrschein nach Hamburg ein. Beide befanden sich allein in dem Abtheil. Bei der Ankunft in Hamburg fand der Schaffner den Viehhändler in tiefstem Schlafe, und es gelang ihm nur mit Mühe, ihn zu wecken. Jetzt stellte sich heraus, daß dem Fahrgaste seine ganze Baarschaft im Betrage von 30,000 Mark, ferner Uhr und Kette abhanden gekommen waren. Der mitreisende Gauner, der schon in Bremen den Zug verlassen, hatte ihn offenbar betäubt und dann

fesselten den Wahnsinnigen, der sich in eine Feldhütte verkrochen hatte.

Spanien. Goldminen. Das elastische Land der Stierkämpfe steht anscheinend vor einem Glückfall, der unter Umständen seine bedenklich zerrütteten Finanzen in einem Ueberfluß verwandeln kann. Wie ein Madrider Correspondent meldet, wurden in der Provinz Lugo, 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, bedeutende Goldminen entdeckt. Verschiedene englische Ingenieure sind in Castro Reh angenommen, um weitere Unter­suchungen anzustellen. Ein hervorragender Mineralog, der die Goldfelder besuchte, erklärte, sie zählen mit zu den reichsten der Welt. Die Analysen ergaben durchschnittlich 6 bis 8 Unzen Reingold auf eine Tonne Quarzerde. Einige Proben ergaben sogar bis 74!/2 Unzen. Die Ausbeute wird bald beginnen.

London, 12. Mai. Das Kriegsamt gab heute Abend folgendes Telegramm des Lord Roberts aus: Kroonstad, 2 Uhr Nachmittags: Ich zog in Kroonstad, ohne Wider­stand zu finden, ein. Es war 1 Uhr 30 Minuten, als derUnion Jack" unter Cheers des britischen Residenten gehißt wurde. Präsident Steijn floh letzten Abend, nachdem er vergebens die Bürger zu überreden versucht hatte, im Widerstand gegen uns fortzufahren. Steyn erließ eine Proklamation, in der er Lindley zum Sitz der Regierung des Freistaates machte.

Was die Engländer der Krieg in Südafrika kostet, beweist die Mittheilung des Kriegsministeriums, daß im Ganzen etwa 100 000 Pferde nach Südafrika gebracht wurden, was einen Kostenamwand von rund 120 Millionen Mark verursachte, und daß seit Beginn der Operation durchschnittlich über 5000 Pferde monat­lich dort eingehen, was einen weiteren Verlust von 6 Millionen Mark monatlich repräsentirt.

China. Dre Todesstrafe wurde inf Litzun an 4 Soldaten der Chinesenkompagnie und einem chinesischen Kaufmann vollzogen. Die Soldaten waren ehedem von Litzun desertirt und hatten sich, wie auch der Kaufmann verschiedene Räubereien zu Schulden kommen lassen. Die Hinrichtung geschah durch deutsches Militär im Beisein der Chinesenkompagnie. Die fünf Deliquenten wurden an je einem Pfahl gebunden und gleichzeitig er­schossen. Auf jeden von ihnen kamen 10 Kugeln. Der Fremdenhaß hat zu einem Angriff auf das im englischen Besitz befindliche Waihaiwei geführt Zwei Lager der Grenzkommission wurden anscheinend nach einem be­stimmten Plan angegriffen, und es hat wohl, ehe die Aufrührer zurückgeworfen wurden, ein scharfer Kampf stattgefunden, da 30 Mann der Angreifer auf dem Platze blieben.

beraubt.

Der Bestohlene wollte sich in seiner Ber

zweiflung über den Verlust das Leben nehmen. Den Beamten gelang es jedoch, ihn zu beruhigen und zur Heimreise zu bewegen.

Ausland.

Wien, 10. Mai. Ein entsetzlicher Vorfall ereignete sich gestern in dem Stadtbezirke Margareten. Der Me chaniker Josef Ock und dessen Gattin Karoline ließen den unehelichen fünfjährigen Sohn der letzteren sterben, ohne ärztliche Hülfe in Anspruch zu nehmen und ver­brannten den Leichnam sodann im Küchenherd, wo man heute die verkohlten Knochenreste fand.

In Castigleone, Italien, wurde durch einen irrsinnig gewordenen Mann eine schauderhafte Blutthat verübt. Der Mörder, ein gewisser Menci, Pächter des ©raren Gaci, erhob sich Morgens 2 Uhr aus dem Bette, be­waffnete sich mit einer Axt und schlich an das Lager seiner Frau und drei Kinder, die er tödtete. Dann er­schlug er mit Axthieben seine Mutter, seinen Oheim und seine Tante und warf alle Leichen in den Brunnenschacht. Darauf metzelte er fein sämmtliches Vieh nieder und

zündete Haus und Stall an. Zwei herbeieilende Nachbarn tödtete er mit Flintenschüssen und verletzte

Lokales und Provinzielles.

* Schlüchteru, 15. Mai.

* Seine Majestät der Kaiser und König haben allergnädigst geruht: die von dem Kommunal-Landtage des Regierungsbezirks Kassel am 1. März und von dem Provinzial-Landtage der Provinz Hessen-Nassau am 23. Februar d Js. vollzogenen Wahlen des Landes- Direktors Riedesel Freiherrn zu Eisenbach in Kassel zum Landes Direktor der Provinz Hessen-Nassau auf eine weitere, mit dem 1. Juli bezw. 1. Dezember d. Js. beginnende zwölfjährige Amtsdauer zu bestätigen und gleichzeitig zu genehmigen, daß der Genannte fortan den TitelLandeshauptmann" führe.

* Unter dem Vorsitz Sr. Durch!. des Prinzen Max zu Asenburg findet die nächste Monatsversammlung des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz-Vereins am Sonnabend, den 19. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr in Steinau im Restaurant Halbreiter statt. Wie wir hören, sind dazu alle Forstbeamten und sonstigen sich für die edlen Be­strebungen des Vereins interessierenden Personen, die denselben aber noch nicht angehören, willkommen, sofern sie sich durch ein Vereinsmitglied einführen lassen. V n letzteren werden uns in unserer Gegend genannt die Herren Forstmeister Hebel-Salmünster, Bürgermeister Berta-Soden, Oberförster Schmidt-Steinau, Rentmeister Jeschke-Ramholz u. a m.

* Die dreiEisheiligen" haben doch erheblichen Schaden angerichtet. Aus verschiedenen Gegenden Deutschlands wird berichtet, daß die Banmblüthe fast

zur Hälfte, die Spargelstangen bis auf drei bis vier

vier andere schwer. Er verlor bei dem Kampfe schließlich Centimeter in der Erde erfroren sind. Somit sind die sein Gewehr und entfloh. Zahlreiche Patrouillen durch- Aussichten auf eine gute Mittelernte in Obst, Spargel streiften darauf die Gegend und überrumpelten und und auch in verschiedenen anderen Gemüsen vielfach hin«