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SchlüchternerMung

Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt" vierteljährlich 1 Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

30. Samstag, den 14. April 1900. 51. Jahrgang.

l^ftdhttlrtilMrt auf bic -Schlüchterner Zeitung" werben noct) fortwährend von allen - - Postanstalten utd Saubbriefrägern,

sowie von der Expedition entgegen genommen.

Ostern!

Wer wälz't der Stein uns von des Grabes Thür!" So klang die Frage einst in banger Stunde.

Und:Den Ihr suchst, der Heiland, ist nicht hier!" Erscholl die Antwort aus des Engels Munde.

Verzagter! der Du an den Gräbern weinst, Erinnere Dich am Auferstehungsfeste!

Des Engel's Antwort gilt noch heut' wie einst;

Das (Osterfest, es will nur frohe Gäste.

Drum schmücke Dich, wie ringsum Wald und Flur Und richte hoffend Deinen Blick nach oben!

Denn, was Du sieh'st der Himmel, die Natur, Vereint sich heut', den Schöpfer dort zu loben.

Der Vöglein Lied ist heut' ein and'rer Sang Und die Natur erstrahlt in Hellem Glänze. Die Glocken haben einen reinern Ulang.

Die Sonne selbst schmückt sich zum Hochzeitstanze.

Bald werden Wald und Felder wieder grün Und Baum und Strauch in frischen Farben prangen. Was starr und todt schien, wird aufs Neu' erblüh'n Und Du, ein Thrist, willst zagen noch und bangen?

Ermunt're Dich, Du schwer geprüftes Herz!

Sieh' rings nur Leben auf der weiten Erde!

Leg' zu den Todten Deinen Trauerschmerz!

Schaff', daß in Dir auch wieder Frühling werde!

Denn Same nur ist's, was die Erde deckt,.

Was sie dir nahm, wird Dir aufs Neu' erstehen. Es wird, durch Himmelsodem neu erweckt, In Frühlingslüften kosend Dich umwehen.

Und wie das Samenkorn die Fesseln sprengt, So sprengt der Geist des Leibes todte Hülle; Wie sich der Halm empor zum Lichte drängt, So ruft die Seele ihres Schöpfers Wille.

Sie schwebt empor und strebt der Heimath zu, Sie sprengt des Körpers starre todte Banden. D'rum gönn' den Todten gern des Grabes Ruh' Und lobe Gott:Der Herr ist auferstanden!"

Fritz Becker in Steinern.

Donzig. In Betreff des Konitzer Mordes bringt dieDanz. Ztg." eine längere Ausführung, die darin gipfelt, daß der Tertianer Ernst Winter das Opfer einer Liebes-Affäre geworden und die Zerstückelung seines Körpers demnächst aus Aberglauben erfolgt ist. In Bezug auf diesen Aberglauben druckt das Blatte ab, in dem es heißt: Wer die Bevölkerung jener Ge­genden kennt, der muß als durchaus wahrscheinlich zu­geben, daß der unselige Aberglauben mitgespielt hat. Wie oft kommt es dort und leider ja auch in der nächsten Umgebung Danzigs vor, daß Leichen nächtlicher­weile ausgegraben, einzelne Theile (Nieren, Leber, Nägel, Haare rc.) ausgelöst, zerkleinert, gekocht oder sonst zu- bereitet und irgend einem Kranken alsSympathiemittel" eingegeben werden! Unerhörte Dinge sind in dieser Beziehung vorgekommen und es wäre vielleicht der Mühe werth, nach dieser Richtung hin Recherchen anzustellen . . . . Eine andere abergläubische Vorstellung 'geht dahin, daß ein Ermordeter seinen Mörder nach sich ins Verderben zieht, wenn die rechte Hand des Gemordeten nicht auf geweihtem Boden ruht. Der junge Winter war evangelisch und darum brächte sein Mörder den rechten Arm auf den Friedhaff um das Verhängnis von sich abzulenken.

Ausland

Paris, 11. April. Nach hiesigen offiziösen Quellen ist eine Privatmeldung eingetroffen, nach welcher die Buren Mateking genommen hätten.

Ncap'l, 10. April. Die Burenmission, welche aus den Mitgliedern des Ausführenden Rathes Fischer, Wolmaraans und Massels besteht, ist heute an Bord des ReichspostdampfersKaiser" hier eingetroffen und von dem Gesandten des Oranje-Freistaates in Brüssel Dr. Müller und dem Legationssekretär Van Boeschoten empfangen worden. Die Burcumission wird sich einige | Tage in Neapel aufhalten. Sie hat jedes Interview entschieden abgelehnt. Wie ein mitreisender deutscher Offizier indessen sagt, habe die Mission den Auftrag, die Basis für einen ehrenvollen Frieden oder wenigstens L die Basis für einen Waffenstillstand zu schaffen. Sollte dies unmöglich sein, so seien die Buren zum äußersten Widerstände entschlossen. Wie andere Passagiere des Kaiser" berichten, sei die Lage des Generals Roberts

Nähe von Meerkatz-Fontein geschlagen. Er hat 900 Gefangene gemacht und dem Feinde schwere Verluste beigebracht. Die übrigen englischen Streitkräfte haben den Rückzug nach Bloemfontein angetreten. Die Kolonne Dewet hat in einer Woche den Engländern drei Gefechte geliefert und denselben ca. 1800 Mann abgenommen. 7 Kanonen und zahlreiche Munition ist den Buren in die Hände gefallen. Die Fremdenlegion der Buren wird nach Londoner Meldungen mit Bajonetten ausge­rüstet. Außer der Fremdenlegion, die aus Deutschen, Holländern, Italienern, Iren usw. zusammengesetzt ist, besteht noch ein besonderes Corps amerikanische Eclaireure, unter denen sich viel Cowboys befinden. Die Bewegung zu Gunsten der Buren wächst in Amerika so sehr, daß dieses Corps bald wird vergrößert werden können. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß Lord Roberts in Bloemfontein festsitzt, ohne im Stande zu sein, das Vorrücken der Buren im Süden zu verhindern. Seine Truppen sollen allein in der letzten Woche mehr als tausend Pferde durch Krankheit verloren haben. Die Burenpferde sind besser im Stande, da sie das Klima vertragen, und ihre große Beweglichkeit kommt den Buren zu natten bei den Operationen, deren Anfang die englischen Schlappen bei Thabachu und Reddersburg ge­bildet haben bereu Endziel wahrscheinlich die Einkreisung des Lord Roberis im Bloemfontein bedeutet. Jedenfalls ist es dem von Lord Roberts ausgesandtzn General Gatacre nicht gelungen, die Buren von der Eisenbahn südlich der Hauptstadt des Oranje-Freistaates zu ver­treiben.

Lotales und Provinzielles.

* Schlächtern, 13. April.

* Schlechtes Osterwetter stellt uns der neueste meteorologische Wochenbericht in Aussicht. Nach dem­selben dürfte während der letztem Hälfte dieser Woche eine neue, bis über den Ostervollmono am 15. April

hinausreichende Kälteperiode, verursacht durch das Zu­sammentreffen des Aequatorstandes vom Monde mit einer Sonnencykione am 12. sich einstellen. Wir wollen hoffen, daß die Kälteperiode sich in Anbetracht ded Osterfestes nicht eingestellt.

* In diesem Winterhalbjahr sind an einer größeren Anzahl von Baugewerkschulen Vorklassen eingerichtet worden, um jungen Leuten, die wegen mangelnder Vor-

Deutsches Reich.

Berlin. Kaiser Wilhelm wird in Schlitz Dienstag, den 24. April zum Besuch eintreffen. Der Aufenthalt wird voraussichtlich bis Donerstag, den 26. April Vor­mittags dauern.

Die Bestimmungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900 sind nunmehr vom Bundesrath getroffen. Im Allgemeinen entsprechen sie den Anordnungen früherer Jahre. Außer der ortsan- wesenden Bevölkerung werden diesmal auch diejenigen Personen, welche sich am 1. Dezember 1900 auf deutschen Seeschiffen in fremden Häfen oder in Fahrt befinden, gezählt. Die Ausführung dieser Zahlung erfolgt durch das Kaiserliche Statistische Amt. Ferner wird diesmal eine Statistik der Blinden und Taubstummen mit der Volkszählung vereinigt werden.

Vom 1. Oktober ab wird das 11. Armeecorps eine Verstärkung erhalten. Es werden an diesem Termin zwei Eskadronen Jäger zu Pferde mit dem Standort Langensalza gebildet und dem Husarenregiment Land­graf Friedrich II. von Hessen-Homburg Rr. 14 ange­gliedert werden. Man darf darin jedenfalls die Anfänge eines neuen Cavallerie-Regimcuts sehen, welches in Kürze vervollständigt werden wird. Die Schwester­division der 22. Division, die 38. Division (Erfurt). ist bekanntlich noch immer ohne jede Kavallerie, sodaß das ganze 11. Armeecorps bisher nur 2 Cavallerie-Rcgimcnter aufzuweisen hat.

überaus prekär. Er besitze fast keine Pferde mehr und . _ .

seine Rückzugslinie sei aufs Aeußerste bedroht. Die Kenntnisse nicht in die unterste Classe einer Baugewerkschule Zahl der Buren betrage 38,000 Mann, ihre Gesammt- ausgenommen werden konnten, Gelegenheit zu geben, die Verluste betrugen bisher fünftausend, die der Engländer-Lücken in ihrem Wissen zu ergänzen. Im kommenden zwanzigtausend Mann. Die allgemeine Ueberzeugung: ^sommerhalbjahr sollen, soweit thunlich, an allen Bau­sei, daß die Engländer niemals Pretoria erreichen werden, gewerkschulen solche Vorklassen bestehen. Es kann daher

~ " In einer am 7. d. Mts. bei allen Baugewerbetreibenden, die zum Herbst in die

Brandsort (50 km nördlich von Bloemfontein) statt-s Baugewerkschulen eintreten wollen und nicht die zum

London, 11. April.

Essen. Das KohlensyNdikat hat zur Verringerung seines ausländischen Absatzes, derFranks. Ztg." zufolge, killen Abschluß von jährlich 60 000 To. für die rumäni­schen Staatsbahnen wieder abgebrochen, während es nach den baltischen Häfen nur den vierten Theil des früheren Ouantums liefert.

gefundenen Schlacht, in welcher der Burengeneral Dewet siegte, wurden 600 Engländer getödtet und verwundet und 900 gefangen genommen. Die Verluste der Buren betrugen 5 Mann todt und 9 verwundet. Infolge des herannahenden Winters kann Roberts nicht vorwärts- marschiren bis er wärmere Uniformen für die Truppen hat. Viele seiner Leute sind in Folge Erkältung lungen­leidend. Seit dem Entsatz von Kimberley hat die Ka­vallerie Frenchs 11 000 Pferde verloren, ein Ersatz sei fast unmöglich. Mit den gefangenen 5 Kompagnien bei Reddersburg sollen auch die Husaren vermißt werden, die der Infanterie zu Hilfe kommen sollten. Unter den Truppen des Generals Bullcrs herrscht Malaria und Fieber, unter den Zugochsen ist die Lungcnscuche ausgebrochen. Ein Korrespondent theilt mit. daß die Briten wahrscheinlich auf einen Verlust von 5000 Pferden monatlich rechnen müssen.

London, 9. April. DemManchester Guardian" zu Folge gibt das Remonte-Departement des Kriegs Ministeriums zu, daß Roberts forzirte Märsche eine unheilvolle Wirkung auf die Kavallerie amSgeübt haben. Seit Frcuch Kimberley entsetzte, soll die Kavallerie bereits 11 000 Pferde verloren haben. Was die Sache noch schwieriger mache, sei der Umstand, daß Bosuto-Ponies jetzt nicht mehr oder nur zu unvcrhältnißmäßgg hohen Preisen zu haben sind.

New-Hork, 10. April. Die Engländer kauften hier 50 000 Pferde ä 100 Dollars, welche soeben nach Süd-

I Baugewerkschulen eintreten

' Bestehen der Aufnahme-Prüfung erforderlichen Kenntnisse ' besitzen, nur dringend gerathen werden, sich für das Sommerhalbjahr zum Besuch einer Vorklasse zu melden.

Fulda, 9. April. Mit dem letzten Zuge aus Bebra kam dieser Tage ein Bedienter in Livree hier an, der aus einem Abtycil 4. Klasse stieg und eiligst den Wagen

suchte in dem ein (seiner Wartung anvertrautes) Pferd verladen war. Der Wärter fand den Wagen leer, das werthvolle, mehrere Tausend Mark teure Rassepferd war spurlos verschwunden. Der Wärter war bis Bebra bei dem Roß im Wagen geblieben; dort aber ließ er sich überreden, sich von dem ihm anvertrauten Gut zu trennen und in einen 4. Klassenwagen zu steigen, um

Gesellschaft zu haben. Wie es nun gekommen ist, daß das Pferd zwischen den Stationen Hünfeld und Marbach hat aus dem Wagen springen können, ist noch unaufge- klärt; kurz, das Pferd setzte aus dem Zug, verletzte sich an Brust und Vorderbeinen, hinkte

bei dem Sprung aber trotzdem dem körper, begegnete es noch vorsichtig

Zug nach, und zwar auf dem Bahn- darauf noch zwei Gülerzügen, denen ausgewichen sein muß, und gelangte blutend hier an, wo man sich seiner

afrika eingeschifft werden.

Pretoria, 11. April. General Dewet setzt seine Operationen im Südosten von Bloemfontein fort. In

I der vergangenen Nacht hat er die Engländer in der

sehr erschöpft und

annahm. - In Nr. 78 derFuldaer Zeitung" wurde darauf hingewiesen, daß die Papiere der Landeskredil- kasse früher sehr beliebt waren und im Anschlüsse daran wurden die neu auszugebeuden 4proz. Schuldverschrei, düngen der Landeskreditkasse zur Anschaffung empfohlen. Dem gegenüber wird von fachkundiger Seite daran er­innert, daß die Leitung der Landeskreditkasse seither viel­mehr Interesse für den Nutzen der Kasse, als für den Nutzen der Inhaber ihrer Papiere bekundet hat, so daß eine gewisse Zurückhaltung gegenüber den Papieren dieses